Machs noch einmal Sam …

In diesem Fall wohl eher, machs noch einmal Mama. Vor Jahren, also genauer gesagt vor fünf Jahren nähte ich der großen Tochter einen Mantel. Wie es dazu kam und wie er aussah sieht man hier. Nun äußerte sie letzens den Wunsch ich möge ihr doch bitte noch einmal diesen Mantel nähen. Das mag auch damit zusammen hängen, dass ich keine Lust hatte 200€ für einen Wollmantel für sie auszugeben oder eine günstigere Version in Kunstfaser zu erwerben. Wir entschieden uns dieses Jahr für kürzere Version des Schnittes.

So wartete ich bis der hiesige Karstadt endlich die Mantelstoffe auspackte und kaufte einen Wollmischstoff, der sich unglaublich weich und schön anfühlte. Ich war mir wegen der Farbe, ein sattes Himbeerrot zwar nicht ganz sicher, aber ich hatte Glück und sie findet ihn schön. Für das Futter hatte ich noch einen Voile-Stoff  aus der little Folks Linie von Anna Maria Horner liegen, den ich für ein nicht fertig gestelltes Mantelprojekt vorgesehen hatte.

Ich erbat mir ein Wochenende Nähzeit und fing an. Vom Ausschneiden des Schnittmusters am Freitag Nachmittag bis zur Fertigstellung am Montag war ich schwer beschäftigt. Ich hatte zwar trotz meiner Bitte Kinder und Hund um mich wuseln, aber irgendwie kam ich zurecht. Es fiel mir dieses Mal auch etwas leichter als das erste Mal, mag auch an der besseren Maschine und dem Obertransportfuß liegen. Lediglich die Knopflöcher, das Annähen der Knöpfe und das Säumen der unteren Kante ließ ich von einer Schneiderin machen.

Das ErgebnisIMG_0681

Detailaufnahme Futter und SaumIMG_0680

Der KragenIMG_0679

Am KindIMG_0674

Und von HintenIMG_0677

Meine Kamera meint übrigens sie müsse alles so seltsam belichten und ich habe keine Ahnung warum, wir sind extra nicht in die pralle Sonne gegangen. Damit werde ich mich noch beschäftigen müssen.

Neben der Herstellung der Jacke habe ich dem Kind auch einen Pullover gestrickt denn sie momentan eher blöd findet. Sie hatte die Wolle selber ausgesucht, aber ist nun der Ansicht der Pullover ist zu eng geworden. Trotzdem durfte ich nach nur wenig Bestechung das gute Stück an ihr fotografieren.

Ease am KindIMG_0665

RückansichtIMG_0668

Und einmal ohne InhaltIMG_0682

Der AusschnittIMG_0683

Es handelt sich um das Modell Ease (ravelry)
Gestrickt mit Nadeln Nr. 4,5
Garn: Mrs. Babs Yowza in Coco Bay

Hochzeitsquilt Version 2.0

Dieser Anruf meines besten Freundes im Sommer, bei dem er mich nach einigen Belanglosigkeiten nebenbei fragte ob ich denn die Whats app Nachricht seiner Freundin nicht gesehen hätte, war schon merkwürdig. Als echter Multitasker öffnete ich natürlich die App und sah sofort wieso es so wichtig war. Ich schaute auf einen waschechten Verlobungsring :) Noch im Laufe des Gespräches wurde mir klar, dass es nur ein Geschenk für diese besonderen Menschen geben kann, einen Hochzeitsquilt. Klar hatte ich beim letzten ordentlich geflucht und wer mich kennt weiß, daß ich auch gerne mal zwei Jahre an einem Quilt sitze. Das aber nur wenn ich 50 andere Sachen zwischendurch mache und oder die Lust verliere und oder das Muster zu komplex ist. Es war Juli und das angepeilte Hochzeitsdatum lautete Oktober. ich überschlug kurz und beschloß, dass es machbar sein muß.  (Weil ich öfter gefragt wurde wie lange ich für den kompletten Quilt gebraucht habe, am 15.7. habe ich den bunten Stoff bestellt)

Ich entschied mich für ein relativ einfaches Muster. Durchforstete meine Vorräte und stolperte dann bei Quiltzauberei über eine reduzierte Jelly Roll (aus der Linie Novella von Valori Wells)  in Farben die ich angenehm und passend fand. Ich hatte schon einige Zeit zuvor eine Anleitung gekauft, dich ich hübsch fand, die nun passend für das Projekt erschien. Die Kombination von einfachem Checkerboard-Muster mit den Uni-farbenen Karos am Rand fand ich schick und mit den entsprechenden Techniken sollte das Zuschneiden und Nähen recht flott gehen. Weit gefehlt, die Autorin der Anleitung sieht vor, daß man jedes Stoffquadrat einzeln Zuschneidet. Nö, nicht mit mir.

Ich erinnerte mich daran, kurz zuvor ein ähnliches Quiltmuster gesehen zu haben und nach kurzer Suche fand ich es auch wieder. (Was mir nicht immer glückt, sollte wirklich mehr pinnen oder bookmarken) Dieses hier bei Rita von Redpepperquilts. Dort werden Streifen geschnitten, (in der Breite der Jelly Roll, weswegen diese für das Projekt ideal war, da ich die Streifen der Roll nur kürzen, aber nicht Streifen vom Meter schneiden mußte) diese Streifen einer bestimmten Länge mit einem uni-farbenen Streifen aneinander genäht, diese Paare wiederum mit zwei weiteren Paaren verbunden und dann wieder zerschnitten. Egal, kurz gesagt es kommen zeitsparende Techniken zum Einsatz, an deren Ende man einen sogenannten 16-patch block hat, ein Quadrat aus 16 Einzelquadraten. Davon nähte ich ziemlich viele, 60 Stück, das entspricht einer Anzahl von 960 kleinen Miniquadraten die vernäht wurden.

Die erste Legeprobe sah dann so ausIMG_0425Ich beschriftete alles mit Post-it Notes und nähte Block für Block zu Reihen zusammen, die ich danach miteinander verband. Bei dem einfarbigen Kontraststoff entschied ich mich gegen weiß, damit es nicht zu mädchenhaft wird und weil ich fand, dass der grau/beige Stoff besser zu dem bunten paßt. (und ich hatte ihn aus einer Materialpackung da und konnte sofort loslegen)

Da mir das Quilttopp nachdem Zusammennähen der Blöcke auch unter Anrechnung des anzufügenden Randes noch etwas klein vorkam um zu zweit gemütlich darunter zu kuscheln und damit das der Übergang zu dem einfarbigen grauen Rand nicht zu trist wird, entschied ich mich eine Einfassung in rot um die Blöcke zu machen. Außerdem waren meine einfarbig bunten Randblöcke nicht so kontrastreich wie in der ersten Anleitung.

IMG_0591So dann, nach Anfügen der  einfarbigen Randblöcke und der beiden Ränder. Außerdem hatte ich die Eckblöcke nur aus der Kontrastfarbe und dem Stoff der die Rückseite werden sollte genäht. (Ich habe grad mal nachgeschaut, das war der Stand vom 13. August)

Wie so gerne mal, hatte ich die Masse an Rückseitenstoff nur geschätzt und mich, wie auch gerne mal, verschätzt, so daß ich den Stoff nachbestellen mußte. Dies ging natürlich nur in den USA, da die Stoffserie a) schon älter ist und b) in D kaum oder nur viel zu teuer zu bekommen war. So bestellte und wartete ich auf die Nachlieferung. Dank fabric.com ging das aber relativ zügig.

Immerhin hatte ich schon das Vlies in ausreichender Menge da. Ich benutze am liebsten Quilters Dream Cotton oder Warm and White. Beides reine Baumwollen die nadelgefilzt sind und sich supergut quilten lassen.

Nach Ankunft des fehlenden Stoffes habe ich aus Zeitgründen den Quilt nicht mit Nadeln sondern mit Sprühkleber (spray basting) geheftet. Sprich die Rückseite, das Vlies und die Vorderseite miteinander verbunden, damit sie beim Quilten nicht verrutschen. Kleine Anekdote am Rande, da mir mitten im Sprühen der Kleber ausging, fuhr ich ratzifatzi zum Händler meines Vertrauens um Nachschub zu besorgen (man kann den Quilt ja nicht am Boden festgeheftet lange liegen lassen bei 3 Kindern und nem Hund) und ließ mir auf dem Rückweg das Portemonnaie klauen. Immerhin hatte ich in der Hektik meine EC Karte im Nähladen vergessen, so dass diese wenigstens nicht weg war.

Als nun endlich alle Schichten verbunden waren ging es ans Quilten. Hier hatte ich mich zumindest für den Mittelteil für einfaches “Straight Line Stitching” entschieden, da das im vergleich mit freien Mustern etwas zügiger geht. Immerhin sollte das alles ja rechtzeitig fertig werden.

IMG_0646Wie man sieht, mußte dazu unser Eßtisch herhalten, denn in meinem Büro/Nähzimmer gibt es keine Möglichkeit so etwas großes zu bearbeiten. Somit räumte ich einige Wochen immer wieder meine gerollte Quiltwurst hin- und her und der Sohn der den Platz neben der Maschine samt Quilt hattw wurde das ein oder andere mal angeherrschte nicht so dicht an den Quilt zu rücken bzw. diesen nicht einzusauen.

IMG_0892Nach Fertigstellung der Längsnähte sah das Ganze dann so aus.

IMG_0896Und so, nachdem ich auch die Quernähte gesetzt hatte. Ich hab dieses mal ein Baumwollgarn genommen, dass etwas dicker und Öko-zertifiziert ist. Dieses hatte zufällig die passende Farbe.

Für den Rand war es mir zu langweilig nur einfach gerade Linien zu nähen, somit überlegte ich was passen würde. Auch einfaches rumdoodeln wollte ich nicht und mein Versuch freihand Blumen zu nähen ging auf dem Probestück so schief, dass ich auch davon Abstand nahm.

IMG_0911Ich entschied mich dann für ein Spiralmuster. Ich hab dermaßen geflucht, weil ich die nicht so ordentlich hinbekam wie ich es gerne hätte. Dann kam auch noch Kritik auf twitter, dass es nicht regelmäßig sei, und ich war kurz davor alles aufzutrennen. Anbetracht der knappen Zeit und dem Kopfwaschen einer guten Freundin machte ich aber weiter und gab mein Bestes. Ich trennte zwar zwischendrin auf, aber nicht alles und ich machte es fertig. (man sieht auf dem Mittelteil einen Teil der Unmengen an Fäden die ich alle vernähen mußte) Natürlich kam ich auch hier mächtig in Zeitnot, denn die Rückseite der Einfassung ist rot und ich wollte nicht mit beigen Garn auf rot nähen, so daß ich extra Unterfadengarn bestellen mußte, was ein wenig auf sich warten ließ.

IMG_0919Beim Freihandquilten lag ein größerer Teil des Quilts auf mir, bzw. auf meinen Schultern, was dazu führte, daß ich mir auch noch ordentlich Verspannungen einfing, abgesehen davon, dass das Quilten eines Quilts dieser Größe, ob nun freihand oder nicht, echt körperliche Arbeit darstellt.

Mitte der Woche, ca vier Tage vor der Hochzeit rief ich meinen besten Freund an, und jammerte ein wenig über meine Unfähigkeit und wie wenig perfekt ich sei und mich sein Hochzeitsgeschenk ins Grab bringen würde. Er wußte zwar noch nicht was es geben würde, aber da er mich kennt, hatte er wahrscheinlich eine Ahnung.

Zwei Tage vor Hochzeit waren alle Quiltnähte gesetzt und es fehlte nur noch die Einfassung. Nur, ja, haha. Darüber hatte ich mir bis dato wenig Gedanken gemacht. Ein extra erworbener Stoff gefiel mir nicht mehr und so saß ich in einem Haufen Stoffreste von dem Quilt und grübelte was ich machen soll. Ich entschied mich dann von den einfarbigen Stoffen die übrig geblieben waren die rot/lila Töne zu nehmen, dazu ein bischen grau und auf Anraten des (sonst eher farbenblinden Gattens) auch türkis. Damit das aber passend aussah und sich die Farben gleichmäßig verteilten, mußte ich Stücke von der ungefähren Länge der einzelnen Quiltblöcke zuschneiden. Es wurden 7,4m Binding die ich im accord zuschnitt und aneinander nähte, bügelte und dann einseitig mit der Maschine am Quilt befestigte. Auf der Rückseite eines Quilts wird das Binding traditionell mit der Hand angenäht. Damit begann ich am Donnerstag vor der Hochzeit gegen 17 Uhr. (Hochzeit Samstag 12 Uhr)

Freitag mittag war ich dem Nervenzusammenbruch nah, hatte höllische Kopfschmerzen und beschloß, wenn das Mistding nicht fertig wird, dann wird es das eben nicht, dann gibt es einen Gutschein, ich kann nicht mehr. Ich nähte trotzdem weiter, versuchte genug Pausen zu machen und tadaaa, um 18 Uhr war die letzte Naht gesetzt. Alle Fäden vernäht und das Biest flog in die Waschmaschine.

Die gesammelte Familie fuhr erstmal zu Ikea und nach Rückkehr um 21.30 stopfte ich den Quilt in den Trockner um alle 15 min nachzusehen ob er denn jetzt endlich trocken sei. ich mußte ihn ja noch bügeln, letzte Qualtitätskontrolle und auftauchende Fäden vernähen. Schlußendlich brauchte er natürlich auch noch mein Lable :)

Um 23 Uhr 13 war er fertig, ich machte noch schnell Fotos mit dem iPhone und fiel erschöpft ins Bett.

Am nächsten morgen blieb glücklicherweise noch etwas Zeit, so daß ich halb angezogen, halb geschminkt mit dem Gatten in den Garten flitze und noch fix zwei drei Bilder mit der guten Kamera zu machen.

IMG_0426die Vorderseite

IMG_0427die Rückseite

IMG_0428die Spiralen

IMG_0429und ein bischen mit Abstand, damit man die mehrfarbige Einfassung erkennt

Morgens dann noch fix hübsch eingepackt und nach der Trauung offiziell überreicht. Und wiederum, mein bester Freund kennt mich schon ziemlich lange und gut, er wußte ich platze wenn sie sich das Geschenk nicht noch während meiner Anwesenheit anschauen. So öffneten er und die Braut nach dem Abendessen, oder war es Kaffee brav den Karton. So wie ich es verstanden habe scheint der Quilt ihnen zu gefallen und das ist ja auch das Wichtigste. Dafür macht man das alles.

First Day Dress

Neulich, freute sich eine Twitter-Freundin ein Loch in den Bauch, da eine Anleitung auf die sie schon länger wartete endlich verfügbar geworden war. Schnittmuster finde ich immer spannend und so klickte ich ihren Link und bestaunte den First Day Dress. Natürlich setzte sofort der “will ich haben Reflex” ein und bevor ich sie kaufen konnte,schenkte die Freundin  mir die Anleitung.

Relativ zügig fuhr ich mit K1 in die Stadt und ließ sie Stoffe auswählen, denn sie sollte das Kleid bekommen. Sie entschied sich für einen Stoff aus der Summer Loft Serie der neuen Stoffe von Gütermann. Schnitt also ausgedruckt, nur wenig fluchend zusammengeklebt und Zähne knirschend mit dem Zuschnitt angefangen. Kleidung nähen ist ja nicht so meins, ich mache das zwar immer wieder aber fühle mich immer unsicher dabei.

Wie die meisten Anleitungen aus dem englischsprachigen Raum, war auch diese sehr ausführlich beschrieben und bebildert und ihr zu folgen war ein Traum. So konnte ich nach einem Tag nähen das fast fertige Kleid präsentieren. Nur für den Saum hatte die Zeit nicht mehr gereicht. Denn machte ich dann am nächsten Vormittag.

IMG_0234von vorne

IMG_0236von hinten

IMG_0467Hier mal die Stoffe, das Kleid ist komplett gefüttert. Wir wählten einen grünen Voile dafür.

IMG_0189der Rückenausschnitt am lebenden Objekt

IMG_0185der weit schwingenden Rock in Aktion.

Fazit, das Nähen machte viel Spaß. das Kind ist begeistert und trug das Kleid schon mehrfach und auch die Waschmaschine haben meine Nähkünste überstanden. Also wer einen schicken Dress für sein Tochterkind sucht, dem sei dieses Schnittmuster wärmsten empfohlen. Es ist in den Größen 2-10 Jahre erhältlich und kann unter dem eingangs erwähnten link erworben werden.

Mit Nadel und Faden gegen den Alltag

Es war wirklich anstrengend die letzten Wochen hier. Familie und Alltag erforderten viel Aufmerksamkeit. In solchen Phasen brauche ich dann dringend Auszeiten, in denen ich konzentriert nähen kann. Gut, das ungestört konzentrierte Nähen ist auch eher so eine Illusion, da die Kleinste gerne beim Nähen auf meiner Arbeitsfläche sitzt, Stecknadeln anreicht und mir lange Geschichten erzählt. Die Großen hingegen kommen gerne mal dazu und beklagen sich über Ungerechtigkeiten des anderen Elternteils, des Geschwisters oder des Lebens allgemein. Aber zwischendrin ist es wirklich fein mal wieder mit den Händen zu arbeiten und dabei etwas mehr oder weniger erfolgreich zu erschaffen :) Zunächst habe ich mich an ein Quilttop gemacht, welches schon über ein Jahr rumliegt, da fehlen jetzt aber doch noch Teile, darum gibts das nicht mit Bild.

Während ich auf einer Nähzubehörverkaufswebsite rumsurfte wurde ich auf eine Gratisanleitung aufmerksam, die ich einfach nur toll fand. Dieses hier. Ich bestellte mir die Stoffe (inzwischen sah ich, daß es die meisten benötigten auch beim hiesigen Karstadt gibt) und legte los. Das hat wirklich Spaß gemacht, anstatt zu patchen zu applizieren. Herausgekommen ist das hier: IMG_0143Die Rückseite kann ich leider nicht zeigen, da die Kissenfüllung noch zu groß ist und daher der rückwärtige Hotelverschluß unschön aufspringt.

Unterwegs im Namen der Famillie machte ich in einen Abstecher in einen Buchladen und gewohnheitsmäßig schaute ich kurz in der Handarbeitsabteilung vorbei was es so neues gibt. Ich stolperte über das Buch (in der deutschen Ausgabe) und blätterte ein wenig drin rum. Obwohl ich vor einger Zeit noch das Ansicht war, so einen Quatsch mit Handnähen sei nichts für mich, erschien es mir plötzlich verlockend. Die Lösung des Problems nicht nähen zu können, da entweder unterwegs mit den Kindern oder die Unmöglichkeit sich ins Nähzimmer zurück zu ziehen. So was kleines um Papier genähtes ist schließlich transportabel, geht im Bus, im Auto, auf dem Sofa. Diesen Quilt aus dem Buch fand ich besonders hübsch. Ich recherchierte, besorgte mir das Buch im Original, Material, und fing einfach an.

Die Stoffe die ich verwende sind größenteils Reste von irgendwelchen anderen Projekten oder Reste die mir geschenkt wurden. Ein kleines bischen habe ich dazu gekauft, damit farblich mehr Vielfalt gegeben ist. IMG_0145Das ist mein bisheriger Stand, 13 der ca 134 Einheiten habe ich genäht. Mit der Hand, ich!

Die Vorstufe zu so einer Einheit sieht so aus:IMG_0146Kleine Rauten werden um eine Papier- oder Plastikschablone geheftet, dann erst zu einem halben und dann einem ganzen Stern verbunden. Danach werden die bunten Rauten drumrum genäht. Und wenn ich dann alle Einheiten fertig habe werden diese wiederum aneinander genäht. Faszinierend ist, was die richtige Nadel bzw der Faden für einen Unterschied machen bei der Arbeit. Ich habe nun diverse Nähfäden und -nadeln hier, die ich abwechselnd nutze. Ich bin gespannt wie lange das ganze Projekt dauern wird.

Während ich schon an dem Projekt des unendlichen Quilts saß, stolperte ich über diesen Blogeintrag. Ich lese dort schon lange und habe auch die erwachsene Version des Sherwater Kaftans einige mal dort gesehen, war mir aber nicht sicher ob das was für mich ist, ich das hinbekomme und überhaupt. Daher fand ich den Bericht über die Kinderversion verlockend. Nach kurzer Zeit entschied ich mich auch den Originalstoff zu verwenden, da er gut zu fallen scheint, mir aber Liberty oder Voile zu teuer und zu dünn erschien. Es ist eine sogenannte Double-Gauze, zwei Schichten feiner eher offen gewebter Stoff.

Am Samstag kam der Stoff und am späten Nachmittag als aller familiärer Kram erledigt war fing ich an. Ich habe sogar meine ungeliebte Overlock rausgekramt um die offenen Kanten zu versäubern. Der Kaftan besteht aus wenigen Teilen und ist relativ simpel zu nähen. Die Anleitung ist super, wenn man englische Anleitungen gewohnt ist zu lesen. Ich kam ziemlich weit am Abend, auch wenn ich zwischendrin mit der Großen einen Film schaute. Am Sonntag morgen säumte ich noch die Ärmel und dann war ich schon fertig.

IMG_0142Ich bin recht zufrieden, auch wenn es einige kleine Fehler zu finden gibt, wenn man genau hinschaut. Die Laschen zum Festknöpfen der aufgekrempelten Ärmel habe ich weg gelassen, weil ich keine Lust hatte mich mit meiner Nähmaschine um Knopflöcher zu streiten und weil die Tochter die eh als störend empfindet.

Kaum hatte ich das Bild gemacht, kam die Große auch schon an und probierte ihre neue Tunika.IMG_0138

Wie man sieht ist sie mit dem Ergebnis sehr zufrieden und trug das neue Teil gleich gestern und heute zur Schule.

Und nachdem das nun abgehakt ist widme ich mich wieder dem Zusammenfummeln kleiner Stoffrauten.

Ein Geburtstagskissen

Es ist ja nicht so, daß Geburtstage so unvorhersehbar sind, aber mir fiel erst einen Tag vorher ein, womit ich der lieben Simetra zu ihrem runden Ehrentag eine Freude machen könnte. Und daß ich ihr eine Freude machen wollte, war klar, nur was blieb unklar, bis ich in einem alten Blogbeitrag einen Kommentar von ihr fand, der sich auf das der Hebamme genähte Kissen bezog. Ich überlegte hin und her ob ich das Kissen nochmal nähen wollen würde. Eigentlich kein Problem, aber ich war mir nicht ganz sicher, auch wegen der Stoffauswahl. Dann kam mir eine Anleitung in den Sinn, die ich erst kürzlich gelesen hatte und die ich gerne ausprobieren wollte. Ich fragte nach, überlegte und stellte mögliche Farben zusammen. Das Ergebnis sieht so aus:

IMG_0132Die Anleitung war super gut, einige Kleinigkeiten hätte ich mir deutlicher gewünscht, aber ich kam nach einer Anfangsschwierigkeit gut zurecht. Die Wellen sind  in freier Schneidetechnik mit dem Rotarycutter geschnitten. Es macht richtig Spaß zu sehen, wie das alles zusammen kommt.Nach dem Zusammennähen wird das ganze mit Vlies und einer Rückseite hinterlegt und gequiltet. Ich habe es wie in der Anleitung gemacht und mit dem Obertransportfuß enge Linien den Wellen folgend genäht. Dabei habe ich jeweils Garn gewählt, was zu dem Stoff paßt. Leider hat meine Vorderseite durch das Quilten einiges an Breite verloren, so daß mein vorgesehenes bzw. irgendein Standartinnekissen als Füllung nicht mehr paßte. Ich hab dann die Füllung eines meiner Ikea Innenkissen benutzt und kurzerhand ein eigenes Inlet genäht, damit die Hülle ordentlich ausgefüllt ist.

IMG_0133Für die Rückseite habe ich mich für einen simplen Hotelverschluß aus zwei der verwendeten Stoffe entschieden. Die Autorin der Anleitung hatte ihr Kissen mit einem Reißverschluß genäht. Ich nähe aber zum Einen nicht gerne Reißverschlüsse und zum anderen konnte ich mir schwer vorstellen wie das ordentlich funktionieren soll, an die dreilagige Vorderseite einen Reißverschluß anzunähen. Um die Nähte innen noch etwas zu schützen, habe ich die Außenhülle zum Schluß noch einmal knappkanitig abgesteppt und dann folgte der obligatorische Waschgang um den endgültigen Look zu bekommen und die Haltbarkeit der Nähte zu testen.

Da eine andere Freundin meinte das ganze hat so etwas von einem Hippiekissen, bzw. sieht aus wie aus den Siebzigern, war ich dann doch unsicher ob meine Stoffwahl gefallen würde. Nach der Fertigstellung dauerte es noch etwas bis ich einen Karton hatte und mich aufraffte und alles zur Post brachte. Aber inzwischen ist es angekommen und gefällt. Vorallem dem reizenden Nachwuchs, wie ich auf Beweisfotos feststellen konnte.

 

 

Wie Tag und Nacht

Bei aller Ähnlichkeit sind meine beiden Großen in einigen Punkten unterschiedlich wie Tag und Nacht. Die Große ist die offensichtlich empathische, die, die eher auf andere zugeht und eine, die viel redet. Der Sohn ist eher mit sich beschäftigt, wartet lieber erstmal ab, hat nicht so einen großen Freundeskreis wie die Tochter, redet auch viel, aber nicht so überrollend und seine Empathie ist eher subtil, da er vieles gar nicht ausspricht. Ungeduldig können sie beide, aber die Frustrationsintoleranz des Söhnchens ist wesentlich ausgeprägter als beim Tochterkind.

So steht die Große schon immer gerne im Mittelpunkt, ist bei Aufführungen des Kindergartens, der Musikschule oder der Schule generell immer als erste Freiwillige dabei, ohne Scheu, in der ersten Reihe. Eine 1a Rampensau. Der Sohn hingegen kann sich zwar lautstark bemerkbar machen, steht aber nicht so gerne im Rampenlicht, Musikschule besuchen wollte er nicht und bei Aufführungen von Kita oder Schule ist er zwar dabei, aber eher nur weil alle mitmachen, nicht weil er sich dazu gedrängt fühlt. Nichtsdestotrotz ist der dann trotzdem stolz wenn er aufgeführt hat und legt besonderen Wert darauf, daß die Eltern sich das angeschaut haben.

So führten diese Unterschiede in den letzten Wochen zu einem komplett unterschiedlichen Umgang mit eigentlich dem selben Thema. Via twitter erfuhr ich von einem Casting des Stage Entertainments für ein neues, im November aufzuführendes Musical. Also fragte ich, die eigentlich immer (bis zu meiner Schmerzgrenze) rumsingende, -tanzende, -posierende Tochter, ob sie Lust hätte, an einem solchen Casting teilzunehmen. Sie war sofort Feuer und Flamme. Wir schrieben zusammen eine Bewerbung und sie bekamen relativ schnell die Einladung zu dem Casting Termin. Sie  überlegte sich einen vorzutragenden Song, übte mehr oder weniger ausgiebig, fragte noch eine entsprechende Lehrerin an der Schule nach Tipps und fuhr recht entspannt mit mir zum Termin. Ich gebe zu, ich war aufgeregter als sie. Nicht weil mir wichtig war, daß sie weiter kommt, sondern eher weil ich Sorge hatte man würde sie in ihrem Selbstbewusstsein treffen können. Dann trafen auch noch Kinder ein, die offensichtlich schon die Richtung Unterricht hatte, mit dementsprechenden Eltern. Wohlwissend wurden alle Eltern weg geschickt, während die Kinder gecastet wurden. Die Stunde verging recht zügig und ich holte ein immer noch recht ruhiges Tochterkind ab. Meine Nachfragen wie es war, wurden recht kurz beantwortet, nicht schlecht, aber sie wäre wohl etwas leise gewesen und die anderen hätten deutsch gesungen bzw. Stücke aus dem kommenden Musical (ich frage mich heute noch woher sie die kannten). Viel interessanter fand sie, daß der eine (fast unbemerkt) Junge weinte weil er wohl Schmerzen hatte und dass eines der Mädchen so toll gesungen hatte. Immerhin erfuhr ich noch, daß die Caster sehr nett zu ihnen gewesen waren und sie es ungerecht fand, daß die was zu Essen/Trinken hatten, die Kinder aber nicht. :) Unter Strich, war sie aber stolz teilgenommen zu haben und sich auch sehr bewußt, daß sie durchaus durchgefallen sein konnte. Einige Tage später, früher als angekündigt bekam ich den Anruf mit dem Ergebnis. Mir wurde mitgeteilt, daß die Caster(heißt das eigentlich so) das Tochterkind toll fanden (wie kann man auch nicht;)) und gerne mit ihr weitermachen wollen. Das bedeutet, dass Stage momentan eine Schule für Kinder aufbaut und in dieser werden die teilnehmenden Kinder auf das Musical vorbereitet und das Tochterkind ist dabei. Dies bedeutet zwar nicht, daß sie am Ende auch tatsächlich auf der Bühne stehen wird, aber sowas entscheidet sich eben im Laufe des dann statt findenden Unterrichts. Dreimal darf man raten wer stolz wie Bolle war (Die Tochter und natürlich auch die Eltern) und wer das sofort per WhatsApp seinen Freundinnen, eigentlich der ganzen Klasse mitteilen mußte. Soweit das Tochterkind.

Der Sohn hingegen komplett anders. Meist eher etwas muffelig und pampig unterwegs knallte er mir vor einiger Zeit einen Zettel aufs Sofa. “Da Mama, da war heute ein Chortyp in der Schule, da gabs den Zettel, ich will da aber nicht hin” und er verschwand in sein Zimmer um sich wahrscheinlich dem iPad zu widmen. Ich schaute mir das erstmal nicht so genau an. Da kommen öfter mal Zettel aus der Schule von irgendwelchen Vereinen oder so, die Kinder anwerben wollen. Etwas später warf ich einen Blick drauf, stellte fest, daß sein Name drauf stand, las ein bischen und zitierte den Sohn zu mir, was es denn nun damit auf sich habe. Halb im Vorbeigehen, ganz beiläufig erfuhr ich, daß ein Chorassistent in der Schule war, sich die Jungen angehört hatte und danach auswählte, welche davon er zur Probestunde einlade. Als das Söhnchen schon fast wieder um die Ecke war, sagte er noch, daß er aus seiner Klasse der Einzige war, der eingeladen wurde, daß ihm sein Klassenlehrer das extra nochmal gesagt habe. Waaaaa? Ja mir war schon vor einigen Jahren aufgefallen, daß er ziemlich rasch und fehlerfrei Lieder nachsingen kann, dazu noch mit einer hübschen Stimme, wenn er sie nicht aus Unsicherheit verstellt. Als Mutter findet man aber vieles gut, was die Kinder machen, aber, jetzt von neutraler Seite gesagt zu bekommen, daß mein Sohn so gut ist, daß ein nicht unerheblicher Chor ihn gerne mal dabei hätte machte mich unendlich stolz. Aber der Sohn wäre nicht der Sohn, wenn er das nicht abgelehnt hätte. Da ich aber das musikalische Talent meiner Kinder durchaus kenne und es so bitterschade finde, wenn sie damit nichts anfangen möchten begann ich mit meiner Bestechung Überzeugungsarbeit. Ich erklärtem ihm wie toll das ist und wie stolz ich sei und daß man das Ganze doch mal probieren könne, immerhin sei er zu vier kostenfreien Probestunden eingeladen. Weiterhin führte ich aus, daß das etwas wäre, was er ganz alleine mit mir machen würde, ohne Schwestern, nur exklusive Mamazeit, die er öfter mal zu unpassenden Zeitpunkten einfordert. Das griff alles nicht, also fuhr ich andere Geschosse auf und lockte mit einer Skylanderfigur, die es nach minimaler Teilnahme von zweimal ohne popelnd unbeteiligtes in der Ecke Rumstehen geben würde. Er willigte ein und diese Woche gingen wir also endlich zur Probestunde. Auf dem Weg dorthin Dauergenörgel, daß er doch nicht wolle, daß er lieber für sich alleine singe, daß er Musikunterricht schon in der Schule doof fände und überhaupt. Ich bin der Ansicht, man darf Kinder zu nichts zwingen was sie nicht wollen, zumindest bei Freizeitaktivitäten und andererseits finde ich so eine Chance darf man nicht ungenutzt verstreichen lassen. So stand ich da und überlegte was wir nun tun sollten. Wie so oft waren wir etwas spät dran und lange Zeit blieb nicht. Ich antwortet dann irgendwann resigniert, daß er gerne Umdrehen und nach Hause gehen könne. Das erstaunte ihn so, daß er ganz perplex fragte was ich denn dann tun würde. Ich erklärte ihm, daß ich trotzdem hinfahren und sagen würde, dass er nicht komme. Das war ihm dann fast so peinlich, wie in der ersten Reihe stehen und singen. Im Endeffekt kam er also mit, motzend, aber weniger. Wir kamen also wenige Minuten zu spät, die Chorleiter war schon am Erklären des Ablaufs. Glücklicherweise waren es nur so 10-12 Jungs und der Leiter begrüßte uns sofort, fragte nach dem Namen des Söhnchens und zeigte ihm sofort den Platz wo er sich hinzubegeben habe. Kein Raum für lange Diskussionen. Ich blieb dabei und schaute zu und sah, wie der Sohn mitmachte. Eine andere Wahl hatte er auch nicht, der Chorleiter hat eine sehr ruhige freundliche aber durchaus bestimmte Art mit der er die Rabauken bei kleinsten Auffälligkeiten wieder einfing und zum Mitmachen brachte. Die Lieder die dort gesungen wurden kannte der Sohn zwar nicht, aber ich konnte beobachten wie er versuchte bei allem mitzumachen. Was ihm bei den Spaßliedern, die zur Auflockerung zwischendurch gesungen wurden leichter fiel, als bei den anderen. Aber er machte mit. Ich hatte eher erwartet er würde bockig in der hintersten Ecke stehen und sich das alles etwas mürrisch ansehen und versuchen sich zu verstecken. Durch das vorhandene Setting hatte er dazu keine Chance. Und im Laufe der 45 sah ich ihn eindeutig zweimal lächeln/grinsen und besonders gequält wirkte er nicht.  Die Zeit ging fix vorbei und wir verabschiedeten uns und gingen. Draußen sagte er mir, daß es nur ein bischen doof war und sang mir den Song aus dem Lego Film vor. Wir haben uns inzwischen geeinigt, daß er mindestens nächste Woche nochmal geht. Ich bin gespannt.

Ich muß abschließend noch anmerken, daß Bühnenauftritte bei der Tochter eigentlich nur eine Ausdrucksform ihrer eh schon extrovertierten Persönlichkeit sind, diese unterstreicht. Beim Sohn sehe ich so eine Teilnahme am Chor etwas differenzierter. Ist er zwar was Mathe angeht seiner Schwester überlegen, so ist er ihr verbal und an Präsenz oft etwas unterlegen, was dazu führt, daß er sich oft zurück gesetzt fühlt. Wenn er nun in etwas gefördert wird, was er besonders gut kann, in diesem Fall das Singen und damit auch noch auftritt. Dann wäre das so toll um seinen Selbstwert, sein Selbstvertrauen zu stärken, etwas, das ihm auf ganzer Linie gut tun würde, so daß er in gewissen Bereichen dadurch weniger Notwendigkeit sieht sich eher leicht aggressiv durchzusetzen zu müssen. Wie dem auch sei, stolz bin ich auf Beide, egal ob sie aus den Möglichkeiten nun etwas machen oder nicht und an meiner Liebe zu Ihnen ändert sich sowieso nichts.

Mein erstes Ostpaket

Als Kind verschickte meine Großmutter regelmäßig Pakete in den Osten. Ich hab nur dunkle Erinnerungen daran, aber ich weiß, daß immer Jacobs Krönung drin war und Schokolade. Ich weiß nicht ob es einer der Empfänger war oder ein anderer Kontakt, aber ich bekam über diese Oma zur Konfirmation Briefpapier einer der damals Beschenkten. Ein richtiges Ostpaket war das natürlich nicht.

Gestern hatten wir lieben Besuch aus der Hauptstadt. Und weil das so nette Menschen sind, brachten sie ein Gastgeschenk mit. Blumen fanden sie aber zu langweilig und so kam es, daß wir gestern unser erstes Ostpaket bekommen haben, damit wir die guten Produkte endlich mal schätzen lernen. :)

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Ich muß aber zu unserer Ehrenrettung sagen, daß wir gar keine solchen Banausen sind. Als ehemaliges Zonenrandgebietskind, kam ich schon kurz nach der Wende in den Genuß diverser Produkte. Bautzener Senf (den haben wir heute noch immer hier), Hallorenkugeln und Orwo Filme. Spreewaldgurken gabs hier genau wie diese Knusperflocken auch schon.

Nichtsdestotrotz haben wir uns sehr sehr gefreut. Nicht nur über den Inhalt, sondern auch die kreative Umverpackung und natürlich die Idee. Vielen lieben Dank nochmal lieber Hauptstadtbesuch, Parallelhaushalt.