Archiv der Kategorie: Das Leben und so

Happy Birthday

IMG_7728to me :)

Die Blumen sind vom Mann, den habe ich heute zu einem mir bisher unbekannten Blumenladen geschleift und dann brav draußen gewartet bis er die Blumen erstanden hat. Ansonsten ein relativ ereignisloser Tag, ein bischen grauverhangen, ein bischen sonnig. Kinder mal lieb mal nervig  Geschenke gab es auch und ganz viele online und offline Glückwünsche <3.

Ein Jahr mehr.

 

Mein Sofa

Als ich noch klein und kein Scheidungskind war, fuhr ich öfter mit meinen Eltern zu meiner Oma mütterlicherseits. Die wohnte in Hessen. Das Untergeschoß eines Mehrfamilienhauses war ihr zu Hause. Zu ihrer Hochparterrewohnung gehörte auch ein recht großer Garten in dem unter anderem mit die ersten Laufbilder von mir entstanden.

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In den Garten kam man durch die Tür des Wohnzimmers. Wortwörtlich dem Wohnzimmer, denn dort spielte sich, außer in der Küche, das Leben bei Oma ab. Die gute Stube die sich dem Wohnzimmer anschloß wurde weniger genutzt. Im Wohnzimmer stand der Fernseher, der runde Eßtisch und eben das Sofa.

Dort saß ich wenn wir dort waren, immer in der Mitte, denn ich war ja noch ne halbe Person und die anderen Erwachsenen, Eltern, Tanten/Onkel sollten auch irgendwo sitzen. Wenn wir zu Besuch waren schlief meine Oma auf dem Sofa und gab ihr Ehebett einem der anwesenden Paare. Morgens saß sie dann am Eßtisch, mit ihrem kleinen Standspiegel und ihrem Styroporkopf, vielen Haarnadeln und machte sich ihre Perücke zurecht. Gerne saß ich dabei auf dem Sofa und schaute zu.

Häufigster Grund auf dem Sofa zu sitzen waren jedoch die Mahlzeiten. Frühstück, Kaffee trinken (mit ihrem leckeren Schmandkuchen), Abendbrot (mit ebenfalls leckerem hessischem Brot und Wurscht). Und so lange ich mich erinnern konnte trank ich bei Oma immer Caro aus der roten Kunststofftasse mit der schwarzen Katze die eine gelbe Schleife um den Hals hatte. Leider ging diese Tasse bei dem letzten Umzug meiner Oma vor ihrem Tod verloren.

Wie dem auch sei, ich habe viele Erinnerungen mit um und an das Sofa und Bilder im Kopf wie irgendwer aus der Familie dort mit oder ohne mir sitzt. Bilder die auch im Fotoalbum sind, leider erkennt man da von dem Sofa nicht viel.

Nach dem meine Oma verstarb landete das Sofa samt Tisch und Stühle bei meiner Mutter. Irgendwann trennte sie sich von dem Tisch und den Stühlen und 2005 gab sie das Sofa an mich weiter. Sie hatte es zwischenzeitlich mit einem pflegeleichten, eher nicht so hübschen Stoff beziehen lassen. Das störte mich erstmal nicht, hatte ich doch jetzt das Familiensofa. Nachdem ich zuvor nur meine alte Studentenmatratze hatte, war es purer Luxus nun ein Sofa “für mich alleine” zu haben.

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Es wurde die Kommandozentrale, auf der ich saß, strickte, mein erstes Kind beaufsichtigte, den positiven Test für Kind 2 abwartete, am Rechner saß und die Familie organisiert. Nach dem Umzug ins Rheinland saß ich oft traurig auf dem Sofa und hatte Heimweh. Die Wehen zu Kind 2 veratmete ich auf dem Sofa. Kehrte mit Söhnchen zu diesem Sofa zurück, der sein Stillkissen dort platziert bekam. Saß plötzlich mit zwei Kindern auf dem Sofa. Kehrte mit dem Sofa nach Hamburg zurück. Verweigerte eine Auslagerung in die Diele, weil es doch schon so abgeranzt sei. Nutzte es weiter als mütterliche Kommandozentrale. Nutzte es während der Examenslernerei als Entspannungsort, las Stellenanzeigen, Absagen,brütete das dritte Kind in meinem Bauch, bis ich auch die Wehen zu Kind 3 dort veratmete und mit der Babytochter aus dem Krankenhaus zurück kam. Wieder ein Kind das sein Stillkissennest auf dem Sofa gerichtet bekam.

Ich hab schon viel mit dem Sofa erlebt. Es ist mein Herzensmöbel. Nur einen Wunsch konnte ich mir lange nicht erfüllen, den Bezug austauschen und das gute Stück aufarbeiten lassen. Immer wenn es schien, es würde finanziell passen kam doch etwas dazwischen. Bis jetzt.

Im November begann ich die Planung. Suchte mir einen Polsterer und einen Stoff. Die Stoffsucherei dauerte ein bischen, ich entschied mich dann für ein entschiedenes Himbeerrot. Das Sofa wurde abgeholt und ich verfiel  zur großen Freude des Nachwuchses nochmal ein bischen ins Studentenleben zurück, als statt des Sofas eine Matratze samt Kissen ins Wohnzimmer zog.

Kurz vor Weihnachten kam mein Schätzchen zurück und ich war erstmal etwas geblendet von der Farbe, doch inzwischen bin ich begeistert und freu mich immer noch sehr, daß ich es endlich geschafft habe das gute Stück aufarbeiten zu lassen.

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Ich hoffe im neuen Gewand wird es mir/uns noch viele Jahre Freude machen. Laut Polsterer hat es zumindest eine hervorragende Qualität, die heute so nicht mehr zu erreichen ist.

Lego Friends für Mädchen – Ein emanzipatorischer Alptraum?

Vor einigen Wochen hat unsere Tochter dank Wolfgang bzw. seinem Arbeitgeber zum Testen ein großes Paket mit Produkten der neuen Lego Friends Linie bekommen. Eigentlich wollte ich dazu etwas geschrieben haben: die Freude, die Spannung und über den Spaß beim Aufbauen und damit Spielen. Bevor ich aufgrund von Geburt und der ersten Babyzeit einen solchen Artikel verfassen konnte, erschien in der SZ ein Artikel, der diese Produktlinie in Grund und Boden kritisiert.

Ich las, lies die Kinnlade runterklappen und wurde wütend.

“Das Ergebnis ist ein emanzipatorischer Albtraum: Die zentralen Figuren, die Freundinnen Mia, Emma, Andrea, Olivia und Stephanie, leben in “Heartlake City”, einem Gender-Ghetto in Pink und Lila. Für die realen wie die Plastikmädchen gibt es nichts weiter zu tun, als Kuchen zu backen, in den Schönheitssalon zu gehen und sich um die Pferde zu kümmern.”

So der Autor Christopher Pramstaller.

Ich verstehe das richtig, ja? Wenn ich meine Tochter, äh Töchter mit diesen Produkten von Lego spielen lasse, dann werden sie zu unemanzipierten Mädchen denen außer der eigenen Optik, Gebäck und Tieren nichts am Herzen liegt? Bullshit, ganz großer Bullshit.

Ja die Themen sind solche, die zumeist weiblich besetzt sind, auch werden lila und pink häufiger von Mädchen als von Jungs als Lieblingsfarbe gewählt. So what?

Es handelt sich um eine Themenwelt die vorrangig weibliche Kinder ansprechen soll. Auch die bisherigen Lego Produkte sollen Mädchen ansprechen, doch sind es meist Szenarien die eher auf die Interessen von Jungen abgestimmt sind. Feuerwehr, Star Wars, Technik, etc.

Ich streite überhaupt nicht ab, daß es nicht auch Mädchen gibt die großes Interesse an diesem bisherigen Sortiment haben, aber ich stelle auch fest, daß ab einem gewissen Alter, Mädchen einfach, gerne in Mädchenwelten spielen.

Unsere Tochter wuchs die ersten 1-2 Jahre ohne rosa-flüsch-Herzchen-Umgebung auf. Wir waren zu sehr dagegen sie von Anfang an geschlechtsspezifisch durch Farbe oder Auswahl der Spielzeuge zu beeinflussen.

Es gab Klamotten auch aus der Jungsecke, Brio-Bahn und einen Flughafen von Duplo. Gleichzeitig gab es auch Puppen, Plüschtiere und hier und da ein Kleidchen.

Ab dem Zeitpunkt als die kleine Dame ihre Garderobe verbal mitbestimmen konnte, mußte es Pink sein, Rosa oder auch Lila, aber bitte kein Blau und keine Jungsfarben und die von den Eltern bevorzugten Hosen (im Alltag praktischer) waren auch doof. Es wurde sich eigenständig (!) tagsüber mehrfach neu angezogen, je mädchenhafter um so besser.

Dies wurde weder von uns initiiert, beeinflußt noch unterbunden. Wir sind und waren der Ansicht, sie darf sich in ihrer Geschlechterrolle selber bestimmen, solange es altersgerecht ist und sie ausreichend bedeckt.

Barbie, Lilifee etc. sind keine Spielsachen, die die hiesigen Eltern großartig finden, gerade beim ersten Kind ist man ja noch so pädagogisch wertvoll. Und mir als Mutter gefiel einiges der von den Spielsachen vermittelten Werte nicht, aber mir war auch klar, je mehr ich das verbiete oder verweigere so interessanter wird es. Also gab es diese auch in vertretbarer Menge.

Unter dem Strich kann man sagen, unsere Tochter wuchs mit geschlechtsneutralem, sogenannten Mädchen- und sogenanntem Jungsspielzeug auf. Jetzt ist sie gut 8 Jahre alt und ein richtiges Mädchen. Sie liebt Schminke, Klamotten, Popstars, tratscht schonmal über Jungs, ist tierlieb und backt gerne mal mit uns. Diese Vorlieben hat sie selber entwickelt, trotz des “geschlechtsneutralen Angebots sowohl von Bekleidung als auch Büchern oder eben Spielwaren.

Es ist  nicht so, daß ich ihr ein ausgeprägtes Mädchen-Image vorlebe, eines wo sich jeden Tag geschminkt wird, die Bekleidung sehr feminin geprägt ist oder Mama ihre Erfüllung in der Kindererziehung und dem Haushalt sieht. Sie hat diese Vorlieben aus sich raus entwickelt. Und das ist der Punkt, Kinder entwickeln ihre Vorlieben eigenständig, egal was man ihnen anbietet. Und ich sehe einfach immer wieder, das die meisten Mädchen oder Jungs in meinem Umfeld auch ohne elterliche Beeinflussung mehr oder weniger zu sogenannten geschlechtsspezifischen Verhalten oder Interessen tendieren.

Laut dem Artikel hat Lego Marktforschung betrieben, um gezielt weibliche Kinder anzusprechen und wenn das dabei rausgekommen ist, daß Mädchen gerne solche Produkte zum Bespielen haben wollen, warum nicht?

Wird meine Tochter weniger emazipiert, weil sie damit spielt? Wird sie in eine Rolle gedrängt, die dem der modernen Frau nicht mehr entspricht? Wird mein Sohn schwul, weil er sich mal von mir die Nägel lackieren lassen wollte (und bekommen hat). Wird meine Tochter eine devote Hausfrau, weil sie sich gerne mit Babys und kleinen Kindern beschäftigt, Tiere liebt und gerne beim Backen hilft? Wird aus meinem Sohn kein “richtiger” Mann, weil er gerne kuschelt und beim Kochen mithilft? Ich glaube wohl kaum.

Was aus unseren Kindern wird, ob sie emanzipierte, selbständige und selbstbewußte Menschen werden,  die innerhalb oder außerhalb einer engen Geschlechterrolle leben, bestimmen immer noch wir, die Eltern. Dazu gehört ebend auch sie sich komplett in der einen oder anderen Rolle aufgehen zu lassen, den Vorlieben gerecht zu werden ohne das andere auszuschliessen.

Wenn Mädchen aus dem Alter der Zielgruppe in diesem Alter Pink und Lila bevorzugen, wenn sie nunmal gerne mit einer Tierklinik oder einem Schönheitssalon spielen, dann wäre Lego schön blöd, diesen Markt komplett der Konkurrenz zu überlassen und zum anderen, laßt doch die Mädchen Mädchen sein. Wenn wir sie weltoffen erziehen werden sie im Erwachsenenleben so oder so “ihren Mann” stehen.

Abschliessend sei noch erwähnt, daß beim Auspacken und Aufbauen und dem ersten Bespielen der jüngere Bruder mit Feuereifer dabei war und in den letzten Wochen die Beiden um die Wette Raumschiffe bauen, jetzt halt auch mit pinken und lila Steinchen dazwischen.

Aus zwei mach fünf – Ankunft

Am Ende einer jeden Schwangerschaft steht die Geburt, das weiß jeder das weiß auch ich, immerhin habe ich schon zwei Kinder ausgetragen und geboren. Und so groß der Wunsch nach einer Nummer drei auch war, dieses mal hatte ich wirklich Angst vor dem Finale. Je näher der Termin rückte um so nervöser wurde ich. Teils weil ich absolut noch nicht bereit war den Bauch gehen zu lassen, teils weil ich mir logistische Sorgen machte (wer nimmt die Großen, wie komme ich ins Krankenhaus, schaffe ich es rechtzeitig etc.) und ein großer Teil auch einfach irrationale Sorgen. Wohlwissend, daß ich aus der Nummer nicht mehr rauskomme, denn drinbleiben war nunmal auch keine Option.

Als der Mann letzten Sonntag den Kindern freudig erklärte, daß dies wohl nun unser letzter Sonntag zu viert sein werde, fauchte ich ihn empört an, daß ich noch nicht soweit und es bis zum Termin ja noch vier Tage hin sei und ich diese mindestens noch bräuchte. Dabei hegte ich die stille Hoffnung vielleicht auch mal über den Termin zu gehen, Aufschub zu bekommen.

Nachdem ich am Sonntag noch einiges aufgeräumt hatte und wenig zur Ruhe kam, war der Bauch am Montag recht unruhig, wurde oft hart. Dies kannte ich schon aus der Schwangerschaft und es war immer ohne weitere Folgen geblieben. Frei nach dem Motto beim Dritten tut es eben mehr weh. So schenkte ich dem Bauch nicht so viel Aufmerksamkeit, versuchte zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Trotzdem wurde ich leicht nervös und war nicht mehr gern alleine als ich feststellte, daß der Bauch relativ regelmäßig, wenn auch schmerzlos im zehnminütigen Abstand hart wurde. Der Mann spürte wohl meine Anspannung und versprach nach seinem Termin nach Hause zu kommen. Gegen mittag stellte ich fest, daß das Hartwerden mit leichten Schmerzen einherging und dachte ich sollte eventuell dieses doch mal kontrollieren lassen und drängelte den Mann aus seinem Termin raus. Ein Anruf bei meinem Frauenarzt bestätigte mich darin, dochmal ins Krankenhaus zu fahren um ein CTG zu schreiben.

Da ich immer noch nicht soweit war den Bauch gehen zu lassen und recht sicher wieder heimgeschickt zu werden organisierte ich die Kinder für kurzfristig weg, denn die Abholzeiten würden wir nicht einhalten können und schmiß für alle Fälle ein sauberes T-shirt, einen Massageball und ein Ladekabel in meine Handtasche. Die Kliniktasche mitzunehmen fand ich affig.

Wir kamen so gegen 14 Uhr im Krankenhaus an und nach 10 min wurde ich an das CTG gehängt. Zunächst scherzte ich noch mit dem Mann, daß nun alles Hartwerden vorbei sei, was aber ein Irrtum war, denn nach 10 min kam es relativ regelmäßig wieder. Da ich es aber wenig schmerzhaft fand war ich schon halb auf dem Sprung nach der dreißigminütigen Aufzeichnung heimwärts zu fahren. Doch die Hebamme dort sah das anders, sie untersuchte mich noch und meinte ich solle mal zwei Stunden spazieren gehen, auf dem Gelände, am Besten in der Nähe des Kreissaalbereichs und dann um 17 Uhr ein weiteres CTG schreiben. Ich fand das übertrieben, aber zottelte mit dem Mann zum Fahrstuhl um unten etwas rumzulaufen. Dort stellte ich fest, daß aufrecht der Schmerz etwas heftiger war, aber tolerabel. Trotzdem fühlte ich mich unwohl damit und so fuhren wir wieder hoch.

Ich war immer noch überzeugt, daß es noch nicht Zeit war ein Kind zu bekommen und war dementsprechend überrumpelt als die Hebamme meinte, sie gebe mir jetzt schonmal den Kreissaal damit ich meine Sachen dort ablegen kann. Häh? Wie? Jetzt schon? Ich spürte doch kaum was.

So gegen 15.30 bekam ich im Kreissaal meine Braunüle gesetzt, Blut abgenommen und mußte noch irgendwas ausfüllen. Innerlich dachte ich nur, was für ein Theater, ihr schickt mich doch dann eh wieder heim.

Die Zeit bis 17 Uhr verflog relativ fix, der Mann holte uns mal was zu Essen, wir hatten beide nur gefrühstückt und ich lümmelte rum, spielte am iPhone, redete und lachte mit ihm. Spürte immer mal das Ziehen, fand es aber nicht besonders. Dann war 17Uhr und ich kam wieder ans CTG, ich sollte wieder 30 min aufgezeichnet werden. Da die doofe Sonde immer verrutschte wurde diese Zeit 10 min und nochmal 10 min und nochmal verlängert, so daß ich bis gut 18 Uhr dranhing. Ich war am Schimpfen wie ein Rohrspatz, daß ich da so lange dran hängen mußte, wollte aufstehen und nicht doof rumliegen und fand die ganze Situation sowieso obskur. Der Mann lachte sich eins und meinte andere würden beseelt da liegen und dem Kind entgegenfiebern während ich nur am motzen sei.

Um 18 Uhr wurde ich endlich abgehängt und kurz danach kam eine neue Hebamme zusammen mit der Ärztin zu mir und schlug mir vor die Blase zu sprengen um mich zu erlösen, damit ich mich nicht so quälen muß. Es könnte ja beim Dritten auch noch was dauern jetzt. Häh, was? Ich quäle mich nicht, das war alles gut auszuhalten, ich mußte nichmal reinatmen. Ein weiteres mal fühlte ich mich komplett überrumpelt und fragte mich, wie die darauf kommen, daß es jetzt schon fast soweit sei. Langsam dämmerte mir aber, daß ich nicht ohne das Kind diesen Raum verlassen würde.

Da ich so wenig wie Medikamente mag, wenn jemand an mir rummanipuliert, erbat ich mir wegen der Blasensprengung ein wenig Bedenkzeit, ich wollte endlich mal aufstehen, auf Toilette und dann entscheiden. Aufgestanden bekam ich relativ starke Wehen und mußte diese dann auch mal veratmen. Also begab ich mich zum Bett zurück und nach einigen heftigen Wehen, bei denen ich dachte, nö, das mache ich nicht noch Stunden mit, begannen schon die Preßwehen (laut dem Mann nur 2-3), so daß um 19.04 unsere Tochter geboren war.

Bis heute bin ich noch nicht ganz darin angekommen, daß ich mal so eben ratzfatz ohne Vorankündigung meinen Bauch losgeworden bin. Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen, das Kind, das gebe ich nicht wieder her.

Aus zwei mach fünf – Vorgeplänkel

Als der Mann und ich noch recht frisch zusammen waren sprachen wir, damals noch Studenten, bei einem unserer Spaziergänge zwischen den Wohnheimen auch über das Thema Kinder. Immerhin waren wir damals schon in einem Alter wo man davon ausgehen konnte, daß wir eventuell länger zusammenbleiben würden und der jeweils andere derjenige für die Familiengründung sein könnte. Es beruhigte mich sehr, daß er in seinem Lebensplan Kinder vorgesehen hatte. Wir scherzten damals ein wenig über die Anzahl und einigten uns auf mindestens zwei.

Wir blieben zusammen, trennten uns, fanden wieder zueinander, durchlitten das Examen und starteten fast zeitgleich ins Berufsleben. Er in seinem ersten Job, ich als Referendarin. Kinder waren zwar immer mal wieder Thema, aber kein aktuelles.

Dann schlich sich unser ungeplantes Wunschkind ein, ich unterbrach das Referendariat und nahm ihr Angebot bei uns sein zu wollen freudig an. Daß sie für unsere Pläne ein halbes Jahr zu früh kam war dann auch egal. Nach zwei Jahren kündigte sich dann mehr oder weniger geplant unser Söhnchen an. Somit blieb ich weiterhin daheim, verschob das Examen gezwungenermaßen weiter raus und kümmerte mich um die Brut während der Mann fürs Einkommen zuständig war.

Ziemlich bald nach der Geburt des Sohnes war mir klar, daß noch jemand fehlt bei uns. Aber andere Dinge sollten erstmal zu Ende gebracht werden. Der Rückzug in die Heimat, das Examen, mein endgültiger Berufseinstieg. Der Rückzug klappte, das Examen auch, nur einstellen wollte man mich als Mutter mit zwei Kindern nicht. Somit wurde der Wunsch nach Kind Nummer drei immer weiter rausgeschoben.

Angesichts meines Alters sah ich mich leicht gezwungen eine Entscheidung zu treffen. Die einzige die ich nicht treffen konnte war die, entweder noch ein Kind oder Beruf. Ich bin da bockig und der Ansicht, daß es möglich sein muß als qualifizierte Frau beides leben zu können. Nur war mir klar, daß ich absehbar eher mit 40++ noch eingestellt werde als mit 40+ noch ein Kind zu bekommen. Und als dann der Mann sich letztendlich durchringen konnte, sich nochmal auf das Abenteuer Baby einzulassen war der Weg frei, unsere Nummer drei zu uns einzuladen. Unsere Einladung war erfolgreich und durfte ich die letzten Monate meinem Bauch beim Wachsen zusehen.

Ironisch nur, daß man mir knapp drei Wochen vor der Geburt ein Jobangebot machte, was fast perfekt gewesen wäre. Aber ich bleibe optimistisch und hoffe etwas ähnliches ergibt sich nochmal.

Wochenendschnipsel

Außer Einkaufen und den Markt besuchen stand dieses Wochenende noch einiges mehr an.

Samstag war wir nachmittags im Theater und sahen “Der kleine Vampir”

Die Kinder, die durch Fernsehen und Kino wesentlich kürzere Erzählstränge und mehr Action gewohnt waren, waren sehr begeistert und erzählen immer noch von der Vorstellung.

Weil das Theaterstück so gut ankam, ich es aber ein wenig albern inszeniert fand und außerdem (wie auch bei Filmen) der Ansicht bin, man muß das Buch zur Geschichte kennen, wurde anschliessen eben dieses erworben.

Sonntagmorgen fuhren wir schnell mal aufs Land um noch einen Kürbis zu bekommen, den wir voher in der Stadt nicht auftreiben konnten.

Am Sonntagnachmittag war das große Kind zu einer Halloweenparty eingeladen.Obwohl unscharf, finde ich das Bild trotzdem so nett, dass er hier eingestellt werden muß.

Kurz vor der Party mussten noch Kekse für die Halloween-Feier in der Schule gebacken werden.

Während Töchterchen feiern war, labte sich der Rest der Sippe an Kuchen und Torte von Cafe Schmidt. Wir waren in der einen Filliale schon zweimal Frühstücken und heute holten wir in der neusten Leckereien für den Nachmittag.

Zwischendurch fand ich noch Zeit, das kürzlich fertig gestellte Paar Socken zu fotografieren

Sonntagabend gab es Kürbissuppe.
Die Hauptzutat wurde natürlich stilecht ausgehölt und aufgestellt.

Außerdem wurde noch das Schlafzimmer aufgeräumt, ein Kleiderschrank entrümpelt, dem großen Kind eine Winterjacke gefunden (endlich, hurra) und trotz Zeitumstellung ausgeschlafen. Unter dem Strich ein durchaus er- und angefülltes Wochenende.

(Ich weiß, daß die Qualität der Bilder diesmal eher unterdurchschnittlich ist, aber entweder lags am Mobilphone oder daran, daß ich ohne Blitz fotografieren mußte)

R.I.P Steve Jobs

Bild via Jonathan Mak

Ich finde dieser Satz drückt eigentlich alles aus, was man sagen kann:

The world has lost a visionary. And there may be no greater tribute to Steve’s success than the fact that much of the world learned of his passing on a device he invented.

(President Obama on the White House Blog)

Vom Wachsen und Gedeihen

Der guten Hege und Pflege in diesem Haushalt ist zu Verdanken, dass der erste Sprössling nun acht Jahre zählt. Ich kann es kaum fassen, aber es entspricht der verbrieften Realität.

Großes, stolzes, hübsches Mädchen und dazu auch noch meins :) Das Bild ist vom Geburtstagsfrühstück letzte Woche und wurde von ihr zur Veröffentlichung frei gegeben.

Meinen braunen oder auch mal grünen Daumen hab ich hier schon ab und an erwähnt. Meiner Bockigkeit ist es zu verdanken, dass wir auf dem hinteren Balkon eine Versuchsanordnung haben, aka wir züchten Tomaten und Paprika.

Hier hätten wir exemplarisch einige Tomaten. Insgesamt sind es drei Pflanzen und diese tragen gut 30 Tomaten bisher von denen zwei zu erröten begonnen haben. Das sind schon doppelt soviel wie letztes Jahr, da wurde nur eine Tomate vor Frosteintritt am Stengel rot.

Dies sind die Paprika die ich auf Wunsch der Tochter ausgesät und hochgepäppelt habe. Trotz kritischer Anmerkung der DoP, dass ich viel zu spät dran sei, haben die vier Pflanzen nicht nur geblüht, sondern produzieren nun auch noch mindestens vier Paprika. Bin mal gespannt wann die geerntet werden können und ob sie schmecken.

Bilderlos wächst und gedeiht dagegen mein Bauch oder besser der Inhalt. Schaun wir mal.

 

 

Heimat

Und dann sitzt Du im Auto, neben Dir der Ehemann, auf den Rücksitzen die Kinder, auf der Straße die Du gefühlt millionenfach gefahren bist und plötzlich steigen die Tränen auf. Erst verhalten, dann ununterdrückbar. Mit Rücksicht auf die Familie schluckst Du sie runter. Jede Frage nach dem “Warum und Wieso” jeder Versuch zu trösten wäre jetzt verkehrt.

Ihr erreicht die Kleinstadt, die, wo an jeder Ecke eine Erinnerung lauert und die Tränen hören einfach nicht auf. Bilder rasen ungefiltert durch den Kopf. Erinnerungen, die nicht präsent schienen schaffen sich Raum. Dort geht es zu der Straße in der ihr wohntet als Dein Bruder geboren wurde. Gleich um die Ecke wohnt die mütterliche Freundin. Da standest  Du immer zum trampen, wenn Du nach Hause ins Dorf wollte. Hier den Weg hoch mußtest Du fahren als Du bei der KriPo eine Aussage machtest um dann danach eine fette Beule in Dein kleines Auto zu dengeln. Dahinten, da gehts zum Gymnasium, welches Du ab der Elf so stolz besuchtest. Dort in die Innenstadt, wo Du so oft mit Papa einkauftest, wo Du genauso oft kopflos rumliefst, häufig vor Liebeskummer, auf der Suche.

So sitzt Du da und versuchst weiter die Tränen zu verbergen während Du Dich fragst wieso jetzt, wieso so plötzlich. Bist Du nicht lang genug weg, liegt nicht alles weit genug hinter Dir. Hattest Du nicht auch Spaß. Warst Du nicht auch glücklich.

Heimat, der Ort, die Region in der Du dutzende Metamorphosen durchmachtest, die Kinderschuhe gegen die (zu) großen eintauschtest, einige Frösche zu küssen versuchtest, einige küßtest. Dort wo es Dir irgendwann zu eng wurde und Du raus wolltest, in die Welt zogst, Platz finden für all die Träume und Ideen.

Und dann fährst Du da lang und alles zieht ungefragt an Dir vorbei und stellst fest, egal wie oft Du Dich gehäutet hast, egal wie groß die Flügel geworden sind, wie weit weg Du gingst, die Heimat mit allem Gelebten klebt für immer an Dir. Wie ein Stück Cocon der sich nicht vom Flügel schütteln läßt, wie ein hartnäckiges Kaugummi unter dem Schuh. Irgendwo in Dir drin, bleibst Du immer ein wenig der, der Du warst, der Du nicht mehr sein wolltest.

Und Du guckst Deinem jungen Ich über die Schulter, siehst die Träume und Ideale von damals, den Schmerz, die Verluste, die Freude, den Optimismus, die Verzweiflung und das Glück und vor allem die Liebe, die die Du gesucht hast, die die Du bekommen hast aber auch die die unerreichbar war. Und alles wirbelt und rational nicht greifbar fließen die Tränen.

Dann reißt Du Dich zusammen, blickst noch einmal wehmütig auf die Träume die Du nicht erreicht hast, blinzelst nochmal und katapultierst Dich zurück ins Hier und Jetzt. Versprichst Dir nicht aufzugeben um wenigstens einen Teil der damals  gesetzten Ziele zu erreichen, schüttelst Dich, küßt sanft Deine Kinder auf den Kopf und schaust nach vorne.

Balkon 2011 – die Suche nach dem perfekten Pflanzenmarkt

Ich weiß nicht ob ich mal von meinem Talent berichtete, den meisten meiner Pflanzen eine eher kurze und oder trübe Lebenszeit zu verschaffen. Vor einiger Zeit beschloß ich, daß das so nicht weiter geht.

Letztes Jahr säte ich Tomaten und Blümchen auf dem Balkon, mittelprächtig erfolgreich. Außerdem erwarb ich eine Clematis und einen Feuerdorn mit der Intention, diese definitiv über den Winter zu bekommen. Tomaten gibt es dieses Jahr auch und die Clematis trieb nach dem Winter neu aus, nachzulesen hier. Der Feuerdorn lebt leider nicht mehr (Danke Winter), ebenso die zuvor noch fröhlich austreibende Hortensie. Die Tomaten sind inzwischen gewachsen, genauso die aus Saat gezogenen Paprikapflanzen.

Dieses Jahr wollte ich alles etwas durchdachter angehen. Ich erwarb ein Buch!Ein wirklich schönes Buch mit tollen Anregungen und Grundzügen an Pflanzenwissen, Sorten, Variationen, Standort und Pflege. Ich fand einige tolle Zusammenstellungen da drin, sah aber wenige der verwendeten Pflanzen in einer Gartenabteilung der üblichen Baumärkte.

Indem großen Kasten präsentiert sich das Pflanzensortiment “Pink Paradise”. Das soll mal so aussehen. Bestellt habe ich es bei der Gärtnerei Pötschke. Denn die hatten das ja schon praktisch zusammengestellt und schicken die Pflanzen ab einer gewissen Größe nach Hause. Ich bin soweit zufrieden, mal sehen ob ich der Mischung auch noch die Üppigkeit die das Produktfoto aufweist abtrotzen kann. (Leider läßt das aufscheinende helle Abendlich die Farben und Anzahl der bereits offenen Knospen verblassen)

Links daneben steht in einem lila Eimer ein Schopflavendel den ich so wie er da ist bei Garten Gudewer vor Ort erstanden habe. Ein Anbieter der in den Elbvororten ansässig ist (was, laut Mann schon alles sagt) und schöne gepflegte Pflanzen anbietet, nettes, wissendes Fachpersonal hat und inzwischen fast mehr edles Gartenzubehör aller Art anbietet als Pflanzen. Bemerkenswert ist deren Weihnachtsmarkt an den Adventswochenenden, aber das ist grad nicht Thema.In diesem Balkonkasten befindet sich das Pflanzensortiment “Romantischer Schattenmix”, den hatte ich zwar nicht bestellt (wieder Pötschke), durfte ihn aber behalten bei gleichzeitiger Nachsendung des ursprünglich bestellten Sortiments.  Ich hoffe bei entsprechernder Pflege sieht er dann auch mal so aus.

Schaut man aus dem Eßzimmer, sieht es auf dem Balkon ungefähr so aus.Man beachte meine (äh) Bank, die ist sehr gemütlich und läd zum Verweilen bei grünem Ausblick ein. Aber vorenthalten habe ich noch den Anblick zu den Seiten.

Rechts, Tadaaah, meine über den Winter gepflegte Clematis, inzwischen mit eigenem Rankgitter und Windrad. Sie steht auf einem Ikea Hocker auf dem sich noch ein Kasten mit noch lebenden Stiefmütterchen befindet. Links sieht man einen Teil eines Sommerjasmins auf dem Stämmchen, der auch einen eigenen Ikea Hocker hat.

Rechts jetzt auch mit Clematis. Und man beachte die Begonie los hingucken. Also nochmal in groß, ist die nicht toll?

Die mußte gestern einfach mit, genau wie die blaue Hortensie auf einem der oberen Bilder. Links neben der Begonie steht wie erwähnt meine zweite Clematis, diesmal eine dunkelrot blühende. Alle drei Pflanzen erwarb ich gestern in einem neuen Gartenmarkt auf den mich der Mann aufmerksam machte. Natürlich beschwerte er sich trotzdem, dass er dann da auch hinfahren mußte. Es handelt sich dabei um Pflanzen Kölle (Walddörfergegend, spricht auch für sich). Boah war das faszinierend, groß und eine unglaubliche Auswahl an gepflegte Pflanzen, welche teilweise in den eigenen Baumschulen gezogen werden. Gartengedöns und Dekokrams gibts natürlich auch, aber ich blieb beim Erwerb von Pflanzen, die ich eigentlich nicht mehr brauche, weil ich es kann und weil ich sie so schön fand.

Es wird ja behauptet ich kümmere mich nur noch um den vorderen Balkon und der hintere sei Parkplatz für gerade nicht mehr blühende Pflanzen, fast tote oder die Gemüsezucht. Um das zu widerlegen zeig ich noch welches Sortiment ich (ebenfalls bei Pötschke) für den Balkon bestellt und gepflanzt habe.

Das ist die “Gute Laune” Mischung. Soll mal so daher kommen. Ich dachte mir, es ist hübsch wenn man beim Aufwachen aus dem Fenster schaut und ein sonniges Meer an Gelb/Orangetönen erblickt. (Ja an dem Meer arbeite ich noch)

Außerdem stehen auf dem hinteren Balkon noch mehrere Erdbeerpflanzen, die Tomaten- und Paprikapflanzen, die von vorne verbannten Geranien und die Nelken. Alles jetzt nicht sooo spektakulär, daß ich den Artikel noch mit mehr Bildern beschweren wollte.

Wenn man mich diesen (Früh-) Sommer sucht, dann schaut mal auf dem Balkon vorbei, wo ich fleißig giesse, dünge und trockene Blüten auszupfe. Und nein den perfekten Pflanzenmarkt hab ich nicht gefunden, aber mehrere die sich gut gegenseitig ergänzen und was macht es schon pro Saison mehrfach quer durch die Stadt zu fahren.