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Der Rest von Hamburg – Winterhude

In so einer großen Stadt wie Hamburg ist es durchaus normal, daß man sein Viertel, seinen Stadtteil kennt, vielleicht noch den angrenzenden oder den wo man dies kauft oder den besucht, aber dann ist oft Schluß. So fragte Herr Buddenbohm letztlich seine Leser ob man nicht über seinen Stadtteil berichten möge.

Zu Hause ist das erste was mir zu Winterhude einfällt. Hier begann meine Zeit in Hamburg (eigentlich Barmbek Süd, aber die damalige Adresse grenzt unmittelbar an Winterhude an, so daß man eigentlich genauso oft dort war), hier wollte ich nach dem Exil wieder hin.

Mein Winterhude spielt sich rund um den Mühlenkamp ab, erst südlich, nun nördlich, aber immer mit dieser charmanten Einkaufsstraße in der Mitte. Der Mühlenkamp und die angrenzenden Straßen weisen immer noch Einzelhändler jenseits der großen Ketten auf. Einen alteingesessenen Schuster, einen italienische Gemüse- und Feinkostläden, einen wunderschöner Blumenladen, eine eigenständige Boutique  und einen liebevoll geführter Buchladen findet man zum Beispiel hier. Klar, es gibt auch Budni, Edeka, Penny, Tchibo und Douglas, aber die füge sich hier eher ein, als den Einzelhandel zu verdrängen (Auch wenn mein Wollladen inzwischen weg gezogen ist, da die Vermieter lieber etwas hipperes in den Geschäftsräumen wollten). Dazwischen Cafes und Kneipen und das ein oder andere Restaurant, darunter die ausgezeichnete Küchenwerkstatt die schon fast an der Grenze zu Uhlenhorst zu finden ist. In den letzten Jahren kommen immer mehr Läden mit Kinderbekleidung, neu und Second Hand sowie Schnickeldi und Accessoires für die Kleinen hinzu.

Kinder sieht man hier viel. Wenn man um den Mühlenkamp herum spazieren geht, fragt man sich immer wo die Vergreisung der Gesellschaft statt findet, hier jedenfalls nicht. Die Kinderwagendichte ist hoch.

Man kann hier aber auch gut mit Kindern wohnen, es gibt diverse Betreuungseinrichtungen (die Frage ob man einen Platz bekommt steht auf einem anderen Blatt), Schulen, Kinderbespaßungsvereine/angebote, Kinderärzte, Bioläden und was man so als urbane Eltern ohne Garten und Großfamilie so braucht.

Es liegen hier zwei Spielplätze die mir sofort in den Sinn kommen, der „Schinkel“ ein in einem umbauten Platz integrierter Spielplatz, der vorallem im Sommer wegen seines Wasserbeckens beliebt ist. Am Goldbekplatz befinden sich zwei Spielplätze einer für die Kleinen, einer für die Großen. Letzterer wurde vor einiger Zeit umgestaltet und ist noch netter geworden und hat im Interesse der Mehrfacheltern nun auch Spielmöglichkeiten für die Kleinstkinder. Beide sind umzäunt, was es unglaublich erleichtert seine mehr oder wenig großen Kinder dort frei laufen zu lassen ohne Angst haben zu müssen, daß sie sich plötzlich auf der Straße unter Autoreifen wieder finden. Angrenzend an den Spielplatz hat es  ein Cafe in einem ehemaligen Toilettenhaus in dem man sich außer montags mit Getränken und Snacks versorgen kann und zu dem immer noch eine Toilette gehört, was durchaus seine Vorzüge hat.

Dreimal die Woche findet am Goldbekufer hinter dem Spielplatz der Wochenmarkt statt. Dort findet man von ökologisch angebauten Lebensmitteln, über handgeklöppelte Nudeln, Waren vieler regionalen Marktbeschickern, leckeren französischen Croissants,  bis hin zu Tupperware und Mützen, Käsegedöns und dem üblichen Krams, zwei recht gute Schlachter, einen Stand mit super leckerem Schafskäse und Antipasti-Leckereien und zwei bis drei Fischhöker. Während Dienstag und Donnerstag das Treiben dort eher beschaulich und gemütlich ist, die Anzahl der Stände geringer, wird am Samstag groß aufgefahren und das große Schaulaufen angesagt. Da kommen sie bei schönen Wetter alle in den feinen Fäden und monströser Sonnenbrille und flanieren gemütlich durch das große Angebot (sprich behindern mich und den Kinderwagen beim zügigen Einkauf ) um dann an dem einen oder anderen Kaffeestand gepflegt zu plaudern, diese oder jene Köstlichkeit im Täschchen. Irgendwann verschwinden sie dann wieder in ihre teuren Altbauwohnungen oder einem der schicken Cafes.

Altbau hat es hier in Winterhude noch ordentlich. Bezahlen kann ihn bald niemand mehr, zumindest so weit es sich nicht um Bestandsmieter handelt. Neben den Altbauten gibt es natürlich auch noch andere, Nachkriegsbauten, Bauten aus der Zeit zwischen den Kriegen, Neubauten und Baustellen Bunker und natürlich die Jarrestadt (dazu später mehr).

Wir hatten Glück, Wir scheinen eine der letzten noch bezahlbaren Wohnungen ergattert zu haben. Altbau ist es auch, aber Rotklinker und so schauen wir raus auf die schicken Altbauten gegenüber mit den großen schön eingerichteten Eigentumswohnungen, die man entweder vor Jahrzehnten erstanden/gemietet oder geerbt haben muß. Ist es ausgleichende Gerechtigkeit, daß Parkplätze rar sind?

Dafür haben wir die Ubahn dicht bei und wenn die Baustellen endlich fertig sind auch wieder zwei Buslinien um die Ecke. Verkehrstechnisch ist Winterhude ganz gut angebunden, es gibt Verbindungen zur U3 und zur U1, mehrere Buslinien und im Sommer kann man mit der Fähre zum Jungfernstieg fahren.

Apropos Wasser, Wasser haben wir auch. Winterhude wird im Westen von der Außenalster und im Süden vom Osterbekkanal begrenzt. Dazwischen liegen so einige Kanäle auf denen im Sommer reger (Paddel-/Ruder-/Tret-)Bootsverkehr herrscht. Flankiert von den Schwänen, die dann im Winter eingesammelt und ins Quartier gebracht werden um dann im Frühjahr wieder rausgesetzt zu werden.

Laut Wikipedia habe ich bisher eigentlich nur Winterhude Süd beschrieben, dabei wohnen wir eher in Winterhude Nord, dem Teil der sich der nördlichen Verlängerung des Mühlenkamps anschließt und bis rund um den Winterhuder Marktplatz reicht.

Der Winterhuder Marktplatz ist in meinen Augen eine Bausünde, nichts paßt so richtig zusammen und er wirkt unruhig, man weiß nicht wo man mit den Augen ankern soll. Aber zu ihm gehört auch eine kleine Einkaufspassage in der man neben Aldi, Roßmann und noch einem ganz netten Buchladen die Bücherhalle findet. Dies ist bei einem so lesehungrigen Kind wie meiner Großen nicht unwichtig. Die rundum den Platz und Richtung U Hudtwalkerstraße gelegenen Einkaufsmöglichkeiten  und Cafes sind durchaus reizvoll, so daß man sich nicht abschrecken lassen sondern ruhig einmal rumschlendern sollte. Auf dem Marktplatz selbst findet wöchentlich dreimal der Wochenmarkt statt, einmal in der Ökoversion.

Die hinter dem Marktplatz liegenden Straßen zwischen Alsterdorfer- und Ohlsdorferstraße sind wiederum geprägt von Altbauten, kleineren Läden und Lokalitäten.

Fährt man vom Winterhuder Markt in südlicher Richtung auf der Barmbeker Straße zurück Richtung Mühlenkamp vorbei am altehrwürden Hockeyclub, mehr oder weniger schöner Bebauung  und biegt fast am Ende in die Jarrestraße bekommt man eine weitere Facette des Stadtteils zu sehen. Läßt man den hässlichen Staples außer acht fällt der Blick rechterhand auf den Kampnagel. Einem ehemaligen Fabrikgelände welches inzwischen eine Kulturfabrik ist, vorrangig für Theater- und Musikveranstaltungen. Und dann ist man schon mittendrin in der Jarrestadt die sich von hier bis zur Saarlandstraße zieht. Ein am Reißbrett geplantes Wohnungsbauprojekt aus den Zwanziger Jahren, gebaut aus dem typischen Hamburger Rotklinker mit einer ganz eigenen liebenswerten Ausstrahlung. Es lohnt sich durchaus dort mal in Ruhe rumzustromern und das alte Viertel zu erkunden. Wären die Wohnungen nicht so klein, ich würd sofort dahin ziehen.

Was gibt es noch,die City Nord, ein riesiger künstlicher Bürokomplex, der aus Gebäuden besteht, die einem Architekturwettbewerb entsprungen sind. Nichts scheint so richtig zusammen zu passen und der den Gebäuden anhaftende Charme der späten Sechziger, frühen Siebziger Jahre gibt dem ganzen etwas von einer Geisterstadt in einem futuristischem Thriller.

Natürlich gehört auch der Stadtpark in seinen nördlichen Ausläufern zu Winterhude. Zum Stadtpark muß man nicht viel sagen, Naherholungsgebiet, Freilichtbühne, Hundewiese, Grillplatz, Fußballfeld, Naturbad, Spielplatz, Schwulentreff, Joggerstrecke, Plantarium, Rosengarten, für jeden etwas. Das mit dem Schwulentreff erwähne ich nur, weil ich mich lange fragte wieso auf vielen meiner Wege so oft eingepackte Kondome rumlagen, bis ich mal aufgeklärt wurde.

Man sagt Winterhude gerne ein schnöseliges Publikum nach, Sehen und Gesehen werden, zu schick, zu clean, keine Szene, kein Flair. Mag sein, gibt es hier sicherlicher, aber es gibt auch anderes. Alteingesessene, Neuzugezogene, alle mögliche Nationalitäten, Nachbarn die sich helfen, den Schnack mit seinem Höker um die Ecke, lachende Kinder ohne Markenklamotten die sich auf dem Spielplatz einsauen. Döner in der Jarrestraße, Portugiesische Natas in der Alsterdorfer Straße, gediegenes Frühstück im Drei Tageszeiten, Woolrich-Jacken-Ansammlung vorm TH2 an winterlichen Sonnentagen, Muttis in Funktionsjacken mit Tupperboxen auf den Spielplatzbänken. Alles ist möglich und ich wohne gerne hier. Mag daran liegen, daß ich zwei meiner Kinder in diesem Umfeld ausgetragen und geboren habe. Vielleicht auch daran, daß ich Landei mich hier relativ sicher fühle und das Umfeld für die Aufzucht der Brut angenehm finde. Was auch immer es ist, hier wohne ich, hier bin ich zu Haus.

Ein Adventsquilt

Ein kleiner Quilt ist fertig geworden, ein Quilt mit ein bisschen Geschichte.

Im Juni schickte mir die Frische Brise einen Karton voll mit Stoffresten, die von ihren Näharbeiten übrig geblieben waren. Sie näht ganz bezaubernde Sachen, die man hier sogar kaufen kann. Als sie auf Twitter fragte, wer etwas mit den Abschnitten ihrer Projekte anfangen könne, meldete ich mich und bekam nicht nur eine große Menge Stoffabschnitte, sondern auch noch ein Glas selbst gemachte Erdbeermarmelade von Wulksfelder Erdbeeren.

Beim Durchsehen und Sortieren der Stoffreste kam mir sofort ihr erwartetes Adventsbaby in den Sinn. Die Stoffe sagten geradezu “wir wollen ein Quilt für eben jenes Baby werden!” Ich fand das eine angemessene Aussage und folgte dem Ruf nur zu gerne. Ziemlich zeitgleich kam mir dieses Quiltmuster von Elizabeth Hartman in den Sinn, welches ich schon vor einiger Zeit entdeckt und als spannendes Projekt abgespeichert hatte. Angesichts der Stoffe war ich erst etwas unsicher, denn es befand sich kein einfarbiger Stoff bei den geschickten, aber ich wollte so viel möglich eben dieser Stoffe verwenden. Der in großer Menge vorhandene rot-karierte schien aber ein adäquater Ersatz, bzw ein guter Hintergrund zu sein. Die nächste Fragestellung war dann, ob denn der rote Rosenstoff sich nicht mit den Rot des karierten Stoffes beißen würde. Da sie aber auch beide Stoffe zusammen verwendet hatte, beschloss ich, daß das dann hier auch geht.

Die nächste Hürde war, daß noch niemand wusste, welches Geschlecht das Adventsbaby haben wird. Ich hoffte natürlich angesichts des Rosenmusters auf ein Mädchen und nutze einen Samstag, den der Mann mit allen Kindern unterwegs war, zum Zuschneiden der Einzelteile. Ich schneide selten  alle Teile eines  Quilts auf einmal zu, aber die Stoffe, die nur in kleinerer Anzahl vorhanden waren, schnitt ich komplett zu, ebenso eine große Menge für den Hintergrund.

Dann gab es erstmal eine Pause, ich habe was Nähen angeht ja so ein Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom. Ich sehe was, fang das an, sehe was anderes, fange das auch an und muß dann erstmal das andere Nähen usw. usf. Ich nähte ein bischen für mein Baby, für die Großen, es war Sommer, das Baby ließ mich nicht immer nähen, ich hatte keine Motivation, was einem immer so dazwischen kommt.

Ende des Sommers, nachdem ich genug anderen Kram genäht hatte, wollte ich wieder quilten. Das Geschlecht des Adventsbabys stand inzwischen fest, kein Mädchen, was mich bezüglich der Farben noch einmal verunsicherte. Ich kramte in meinem Fundus nach weniger rosa-rot Stoffen, die zu den  vorhandenen und dem Adventthema passen. Ich fand einen grünen, der sich gut machte.

Einige Twitterdamen , die auch Nähen, wurden mit Fotos zu Rate gezogen und gemeinsam wurden die nun vorhandenen Farben auch als jungstauglich abgenickt. Also kamen zu den braunen und roten Sternen grüne hinzu. Ich schnippelte und nähte und schnippelte und konnte endlich die ersten Sterne zusammenlegen. Grün und braun waren recht bald alle und ich wollte angesichts des Geschlechts nicht noch mehr roten Rosenstoff verwenden. Da dies aber nun ein Adventsquilt für ein Adventsbaby werden sollte, kam mir die Idee, das etwas gold/gelb/weißes mit hinein muß. So ging ich auf die Suche und wurde bei Karstadt fündig.

Ein abgetönter weißer Stoff mit ganz zartgelber Musterung fand seinen Weg als weitere Sterne in den Quilt.

Ich kam dann auch mal auf die Idee, die fertigen Teile zusammenzulegen und mir Gedanken über die Endgröße zu machen, was ich bisher vermieden hatte, mir war nur klar, so groß wie die originale Anleitung wollte ich für so einen kleinen Menschen nicht nähen. Als ich also ausgelegt hatte und überlegte, welcher Stern an welche Stelle soll, konnte ich dann auch mal abschätzen, unter der Berücksichtigung der noch vorhandenen Stoffe, wieviel Teile ich noch brauchen würde. Gesagt getan, aus den Einzelteilen wurden Blöcke, aus den Blöcken Reihen und daraus das fertige Quilttop. Angeschaut, ausgemessen und für zu klein befunden. Fast alle der fertigen Quilts mit diesem Muster waren ohne Rand, da dies so auch nicht vorgesehen ist. Ich grübelte und beschloß, es muß einen Rahmen geben, damit der Zwerg etwas länger etwas von der Decke hat.

Darauf folgte mein Einkaufstag mit viel Frustration und großer Erleichterung, nachzulesen hier. Die dort erstandenen Stoffe und den aus dem Fundus, der zu der Rosenserie gehört, schob ich hin und her bis ich ein Design hatte, was mir gefiel. Nicht ohne mich mehrfach bei einer dreifachen Jungsmutti rückzuversichern, daß das geht.

Das Grün was hier nun in der Rückseite verwendet wurde, sollte erst die schmale Einfassung (Binding) des Quilts werden, dann der braungemusterte von der Rückseite, aber nachdem ich den hellen Rand um die Sterne genäht hatte, fand ich beides doof. Mir war klar, daß ich nicht eine einfache Rückseite haben will und dass ein Stern drauf soll. Somit fanden sich die beiden Stoffe dort wieder.


Hier nochmal im Detail zu sehen: bei dem braunen Stoff fiel ich wieder in die Unsicherheit, ob er wegen des Rosa-Anteil denn geeignet sei, aber die nette Dame bei Karstadt meinte, ich hätte den Stoff, das Braun sei perfekt und das bischen Rosa mache nix.

Einen Tag ohne Krabbelbaby brauchte es, bis ich aus Vorder- und Rückseite sowie dem Vlies ein Sandwich gesteckt hatte und dann ging es ans Quilten. Ich hatte mich für gerade Linien entschieden. Zum einen um dem Quilt ein bisschen das Verspielte zu nehmen und zum Anderen weil ich gerne meinen Obertransportfuß dafür ausprobieren wollte.

Blieb nur noch das Binding, der braune Stoff gefiel mir nicht mehr soo gut dafür, der grüne war verbraucht und war mir irgendwie doch zu frisch für einen wohlig warmen Adventquilt. Nochmal konferierte ich per iMessage mit der Freundin mit den Söhnen und machte dann am nächsten Tag einen weiteren Ausflug zum Alsterhaus, in der Hoffnung, daß die Westfalenstoffe fertig gezählt seien. Dort fand ich den Sternchenstoff.

Sternchen zu Sternen fand ich super, also kam er mit und wurde angenäht. Zwei Abende und einen wund gestochenen Finger später war alles fertig und ich konnte den Quilt waschen, trocknen und bügeln.

Alles was noch fehlte war das Fotoshooting fürs “Archiv” und wie ich mal in einer anderen Quiltanleitung las “Put a cute Baby on it”.

Leider hatte letzteres zur Folge, daß am Ende noch ein Erdefleck auf der Rückseite landete und ich durfte das Waschen, etc. nochmal wiederholen.

Vorgestern Abend half mir dann das Tochterkind beim Gestalten einer Karte und ich konnte das Päckchen fertig machen. Gestern ging es in die Post und heute kam es an und gefällt.

Yesterday Karstadt made my day

Ich näh grad was, etwas was ich hier noch nicht zeigen mag und kann. Einen kleinen Quilt, ich probier da was aus. Dafür brauche ich noch Stoff für die Rückseite und die Einfassung. Das was ich da habe ist nicht genug oder zu klein. Da ich zum Teil Stoffe von Westfalenstoffe verwendet habe, wollte ich etwas von denen dazu kaufen, damit es farblich harmonisch wird. Diese Stoffe gibt es nicht überall. Eine Suche auf der Website brachte viele nette Kruschläde am Rand und um Hamburg herum aber nur zwei die in einer machbaren Entfernung sind. Der eine davon ist ein Stoffladen mit einem eigentlich ganz netten Stoffsortiment, aber eine Inhaberin die ich als launisch und unfreundlich empfinde. (Mein zur Zeit Lieblingsladen führt die Stoffe nicht). Also schaute ich auf der Seite des besagten Ladens wieviel Auswahl sie haben und fand, daß es ausreichend war. Bevor ich mich und das Baby dann aber umsonst antüddelte und den etwas weiteren Weg mit dem Bus auf mich nahm rief ich extra an um nachzufragen ob das Online-Shopangebot dem im Laden entspräche. Ja bis auf eine wenige Ausnahmen sei eigentlich immer fast alles da. Gut genug, fand ich, um den Weg auf mich zu nehmen. Angezogen, Baby eingepackt und los.

Als wir ankamen bemerkte ich die fehlende Bank vor der Tür um dann den Aushang im Fenster zu sehen, daß der Laden noch diese und nächste Woche geschlossen sei, wtf. Ich hatte doch extra angerufen, gesagt, daß ich später vorbei komme, wieso hat sie (die Inhaberin) nix gesagt? Mir dämmerte, daß wohl eine Rufumleitung vom hiesigen in den recht neuen Laden im Rheinland bestehen muss. Trotzdem hätte man doch evtl. sehen können woher ich anrufe und mich informieren können.

Ok ich schluckte meinen leichten Ärger hinunter und beschloss, daß es von dort wo ich war nun auch kein Akt wäre noch in die Innenstadt zu fahren, was ich im Vorfeld eigentlich ausgeschlossen hatte, da im Alsterhaus die Auswahl an Westfahlenstoffen nicht so groß ist und die restliche Auswahl an Stoffen entweder sehr teuer oder unpassend ist. Egal, ich war unterwegs und ich hatte eine Mission, den fehlenden Stoff zu erlangen.

Angekommen im Alsterhaus fuhr ich frohgemut in die Handarbeitsabteilung und sah schon von weitem, daß die Regale wo diese Stoffe sonst liegen anders aussah. Nämlich so:

Völlig konstertiert, mit wirrem Haar, dem Kinderwagen, irrem Blick und müder Stimmt, fragte ich das anwesende Verkaufspersonal was denn mit ihren Westfalenstoffen passiert sei. Ich bekam eine eher patzige Antwort, daß die gezählt würden, da man mit denen gerade Inventur mache. Häh? Was? Im Oktober? Paah. Naja man sagte mir ich könne ja morgen wieder kommen, was ich mit einem meinerseits von Müdigkeit getragenen auch eher patzigen und leicht entrüsteten “Nääää, ich fahr doch nicht morgen nochmal quer durch die Stadt”, begleitet vom demonstrativen Kinderwagen vor mir hermanövrieren beantwortete. Es kann sein, dass ich ein gleichgültiges Schulterzucken wahr nahm, oder auch nicht. Zumindest fühlte ich mich etwas vor die Wand gelaufen. Man versuchte noch, eher unmotiviert mir was anderes zu verkaufen und ich ließ mich auf ein Stück Tilda Stoff ein, der das passenden Grün für die Einfassung zu haben schien. Ich verließ den Laden und obwohl von Schlafmangel leicht erschöpft und dazu unterzuckert, da ich ja nicht vorhatte so lange unterwegs zu sein, machte ich mich auf zu Karstadt um dort in der recht gut ausgestatteten Stoffabteilung nochmal zu schauen. Wenn ich einmal eine Mission habe, will ich die auch durchziehen. Diese lautete, nicht ohne Stoff zurück und so kehrte ich kurz beim Kaffeehaus meines Vertrauens ein, holte mir einen Kuchen und einen Kaffee zum mitnehmen und trottete weiter. Das zwischenzeitlich etwas unleidliche Baby schlief nun.

Ankunft Karstadt, zwei Verkäuferinnen, ein umlagerter Schneidetisch, ein geflöhter Tisch der Stoffe von Free Spirit, keine braunen Tilda Stoffe und die restlichen Patchworkstoffe eher zu piefig. Ich parkte das Baby am Tisch, stellte den Kaffee daneben und wuselte durch die Stoffe, mein Probestück des Quilts in der Hand, mal hier mal dort anlegend, mal einen Stoffballen rauszerrend um ihn dann genervt wieder zurück zu stopfen. Nebenbei hörte ich schon wie trotz des Andrangs die beiden Damen der Abteilung immer noch nebenbei einen guten Rat mit verkauften und super freundlich blieben.

Endlich war der Schneidetisch leer, in den letzten Zügen hängend fragte ich die eine der beiden Fachfrauen ob der Stress nun vorbei und sie mir helfen könne. Ich erklärte mein Anliegen, legte mein Probestück vor und beschrieb was ich mir als ergänzenden Stoff vorstellen könne. Nebenbei ließ ich noch meinen Frust los, wegen des geschlossenen Stoffladens und der leer geräumten Regal im Alsterhaus, zeigte sogar das obige Foto. Konnte sie gar nicht fassen die gute Frau, daß dort wegen der Stoffe Inventur gemacht würde. Egal, sie schien es nun als ihre Mission anzusehen mich glücklich zu machen. Rannte hier hin, dorthin, zog mich hinter sich her, wühlte unter den Tischen und versuchte mit mir etwas passendes zu finden. Beratschlagte, überlegte wie man die gewünschte Kombination hinbekommen könnte und war mehr als nur bemüht. Ganz großes Kino. Im Endeffekt passte keiner der braunen oder roten Stoffe wie es mir gewünscht hatte. Aber wir fanden etwas hübsch neutrales für die Rückseite. Als ich dann noch erwähnte aus der Westfalen Serie einen Stoff zu haben, den ich aber wegen des Rosa-Anteils nicht in dem Quilt verwenden wollte, sagte sie, daß das Quatsch sei und bestärkte mich den schon vorhandenen zu nutzen. Ich ging dann also nur mit dem Rückseitenstoff, keine große Summe, aber ich war glücklich.

Normalerweise bestelle ich viele meiner Stoffe, kaufe gerne im Stoffladen “um die Ecke” oder anderen kleinen Läden dieser Art. Zu Karstadt gehe ich meist nur wenn ich Kurzwaren brauche oder einen einfach Standardstoff. Trotzdem ist mir voher schon aufgefallen, daß gerade die zwei Damen die dort gestern waren, einen mit Leib und Seele beraten. Nix mit anonymen Warenhaus, Personal unmotiviert und unfreundlich. Es war fast so als wäre ich im kleinen Laden um die Ecke. So stelle ich mir Servie vor, so liebe ich das und so komme ich auch immer wieder, selbst wenn Karstadt nicht unbedingt die Stoffe führt die meine erste Wahl sind.

(Obwohl die sehr bemüht sind auch moderne und gewünschte Stoffe ins Sortiment zu bekommen und dort und vorallem im Alsterhaus dem neuen Trend, wir nähen uns Schnickeldi aus teuren Stoffen folgen und inzwischen einen Teil Stoffe anbieten, die es sonst nur in kleineren speziellen Stoffläden gab)

Danke liebe Damen aus der Stoffabteilung im Karstadt, ihr habt mir den Tag gerettet und ich bin mit einem Lächeln im Gesicht aus der Stadt gefahren.

Andere haben es anders

Heute im Drogeriemarkt meines Vertrauens hatte ich eine Begegnung, die mich bedrückt zurückließ. Während das Söhnchen zur Ergo war, schlenderte ich mit dem Tochterkind und der Babytochter durchs Viertel, bis letztere lautstark kundtat an dem Wechsel ihrer Windel interessiert zu sein. So landeten wir im Drogeriemarkt.

Auf dem Weg zum Wickeltisch fiel mir schon auf, daß da eine Mutter mit einem sehr kleinen Baby im Arm vor den Babyartikeln rumwunderte. Als ich näher kam bemerkte ich, daß sie sich mit einer Bekannten unterhielt. Während des Wickelns konnte ich nicht überhören, daß sie davon erzählte, daß beim Jugendamt war, da die Vaterschaft eingetragen werden sollte. Fand ich nicht weiter wild, hatten wir, da unverheiratet damals beim ersten Kind auch gemacht. Weiterhin erzählte sie dann, daß der Erzeuger im Amt meinte, er sei ja nicht sicher ob es sein Kind sei, daß sähe im ja gar nicht ähnlich, worauf die Jungmutter wohl mit dem Wunsch, ihn umzuhauen, reagierte. Ok, dann doch keine frische Glückseeligkeit zu dritt, sondern eine alleinerziehende Erstmama. Ich war immer noch am Wickeln, als sie völlig ratlos vor der Milchnahrung rumwunderte und ihrer Bekannten erzählte, das Kind würde nicht mehr satt und sie müsse nun zufüttern. Sie war völlig verunsichert, welche Milchnahrung denn die richtige sei. Mit Blick auf das wirklich noch minikleine Kind wunderte ich mich innerlich, wie man so ein kleines Baby nicht satt bekommen könne, wohlwissend, daß es eben Mütter gibt, die nicht oder nicht gut stillen können.

Das wieder saubere und angezogene Töchterchen rechtfertigte kein weiteres Verweilen am Wickeltisch und so zog ich weiter zu den Nagellacken, denn dem großen Töchterchen hatte ich zugesagt dort mit ihr ein wenig rumzuschauen.

Dieses “ich bekomme mein Baby nicht satt” ließ mich aber nicht los. Mein latentes Missionierungsbedürfnis bezüglich Stillen auch nicht. Aber mir war auch bewußt, daß man anderen Mamas nicht reinredet, ungefragt.

Es ist nicht so, daß ich mich in irgendeiner Weise als Expertin für Stillen und Babyernährung sehe. Beileibe nicht. Aber zu präsent ist mir die erste Zeit mit dem ersten Kind in Erinnerung. An ein Baby, das zögerlich zunahm, was mich oft an der Qualität meiner Milch zweifeln ließ. Ein Baby, bei dem ich weinend bei der Kinderärztin saß, weil ich dachte, meine Milch reiche nicht, sei schlecht, ich müsse zufüttern. Ich hatte das große Glück, eine sehr gute und gelassene Kinderärztin zu haben und eine eben so gute Stillberaterin zu kennen. Diese halfen mir über die Zweifel, ermutigten mich weiter zu machen und hatten trotzdem immer als erstes das Wohlergehen des Kindes im Blick und nicht das dogmatische “aber eine gute Mutter stillt”. Deren Erfahrung, Ruhe und Hilfestellungen halfen mir sehr, auch später als das Kind keine Beikost wollte und insgesamt wenig aß und dafür um so mehr stillen wollte. Vor diesem Hintergrund berühren mich immer wieder Mütter, die meinen sie, können nicht stillen oder die Milch reiche nicht. Aus Erfahrung weiß ich nun, daß das selten so ist und es einfach oft nur Hilfestellungen von erfahrener Stelle braucht, um weiter machen zu können, wenn man das will. Aber oft gibt es eben wenig bis keine Hilfestellung und dann kommt mein Helferchen-Gen ins Spiel und möchte am liebsten alles Wissen aus drei Stillzeiten abspulen um der “armen Mama” zu helfen (ob die das nun will oder nicht).

Ich riss mich jedenfalls zusammen, ging meiner Wege in dem Laden plauderte mit Töchterchen, bis mir die Erstmama wieder über den Weg lief. Dabei erhaschte ich den ersten richtigen Blick auf das Babygesicht und es war noch kleiner als miniklein. Da war meine Selbstbeherrschung dann schon fast vorbei, ich schaffte es aber noch nur freundlich zu fragen wie alt die Lütte denn sei, zwei Wochen war die Antwort.

Auf dem Weg zur Kasse ratterte mein Hirn, zwei Wochen, die Zeit des Erwachens, die Zeit eines Schubes, die Zeit in der Babys mehr und mehr trinken, die Zeit in der man denkt sie werden nicht satt weil sie öfter trinken, hat ihr das niemand gesagt, wieso sagt ihr das niemand, wieso hilft ihr niemand, sie muß doch nur nach Bedarf immer wieder anlegen, blablabla.

An der Kasse war es dann vorbei mit meiner Wohlerzogenheit und ich erklärte der vor mir stehenden Mutter, daß es normal sei, daß Babys mit zwei Wochen unglaublich Hunger haben. Total bemüht, nicht so ne Allescheckernummer abzuziehen. Was mich dann wirklich umhaute war, daß die Mutter sagte, das Baby hätte heute noch nichts gegessen, es war 16.30 Uhr, und daß es die letzten Tage ein wenig Diät gemacht hätte, denn sie hätte ja nicht genug Milch, aber nun würde sie dem Kind ja was zu essen geben.

Innerlich klappte mir die Kinnlade runter und ich bekam sofort Mitleid mit dem immer noch schlafenden Bündel in ihrem Arm (Und auch mit ihr). Ich fragte mich, wie das sein kann, dass man ein Baby zwei Tage nicht ausreichend ernährt? Ob sie keine Hebamme habe und ob sie, da sie wohl allein erziehend, niemand sonst habe, der ihr zur Seite steht. Wie kann das, wie geht das?

Natürlich kann es gut sein, daß sie an dem Tag die Hebamme sah, die ihr sagte sie müsse jetzt was unternehmen (aber warum wußte sie dann nicht welche Nahrung sie kaufen soll), es kann auch gut sein, daß sie nicht genug Milch produziert, es kann sein, daß sie Eltern und Freunde hat, die ihr unter die Arme greifen. Aber in dem Moment hatte ich nur das Bild der sich tapfer haltenden (so wirkte sie) völlig unerfahrenen Mutter, die sich irgendwie bemüht das mit dem Baby hinzubekommen, aber es irgendwie nicht schafft. Ich hoffe wirklich, sie hat die Unterstützung, die sie braucht. ich wünsche dem Baby, daß es sich gut umsorgt und geliebt fühlt.

Nachdenklich ging ich nach dem Bezahlen meiner Wege und bin immer noch froh, daß ich in schwierigen Situationen fast immer Hilfe hatte oder wußte wo ich sie erhalten konnte.

Sophie und wir

Als meine großen Kinder noch Babies waren, also im technischen Sinne, denn meine Babies bleiben sie natürlich immer, da war mir die Giraffe Sophie kein Begriff. Entweder war sie damals grad in unserem Land nicht angesagt oder zu teuer oder aus Sparsamkeit war ich nicht in den richtigen Läden, die diese als unverzichtbares Babyspielzeugs anbot.

Im Laufe der letzten Jahre trat sie dann ab und an in mein Bewußtsein, mangels Babies aber nicht nachhaltig und beeindruckend genug. Nun habe ich aber wieder ein klitzekleines Baby und dieses bekam zur Geburt von der lieben Maria unter anderem eben diese Giraffe geschenkt.

Kurz zuvor ging im Internet herum, das Ökotest das possierliche Tierchen als gesundheitsgefährdend einstuft und davon abrät es zu benutzen. Darauf entbrannte ein Rechtsstreit zwischen dem Hersteller und Ökotest. Lange Rede kurzer Sinn, ich war verunsichert, ob das neueste Baby im Haushalt nun ungefährdet an der Giraffe nuckeln darf. Kurz darauf wurde bekannt, daß inzwischen ein freiwilliger Rückruf des Produkts besteht und somit wand ich mich an den Vertrieb in Berlin und erfragte was zu tun sei, da ich ja schlecht das Geschenk vor Ort umtauschen konnte. Dieser erklärte mir, daß ich direkt bei Ihnen tauschen könne. Also schickte ich Sophie auf Reise und bekam nach einer guten Woche ein Exemplar der neuen, den deutschen Grenzwerten entsprechenden Charge zurück. Ohne Umverpackung und weiteres Anschreiben. Egal, Giraffe da, Giraffe nicht mehr böse. Kind und Eltern glücklich.

Weil besagtes Kind die Giraffe ins Herz geschlossen hat, kam sie mit in den Urlaub. Lange Rede kurzer Sinn, dort ging sie verloren. Ich hasse es wenn ich etwas nicht finden kann, also stellten wir alles auf den Kopf, das Auto, das Hotelzimmer, leerten alle Taschen aus, krochen unter das Bett und suchten in der Lounge unter den Sofas auf denen wir gesessen hatten. Nix. Da der Mann mich kennt, bot er an, nochmal auf den Berg hochzufahren auf dem wir Tage zuvor waren um dort auf dem Parkplatz nachzusehen ob sie dort aus dem Auto gefallen war. Nix. Letzter Hoffnungsschimmer war die Tankstelle auf dem Weg nach Innsbruck, dort rief ich an, ebenfalls erfolglos.

Um das Kind oder auch die Mama wieder glücklich zu machen, beschlossen wir am folgenden Tag auf der Rückreise am geplanten Zwischenziel Zürich eine neue zu kaufen. Vorsorglich riefen wir den uns dort bekannten Spielwarenladen an, wurden versichert, daß Sophie dort verfügbar wäre.

Als wir dort am nächsten Tag ankamen, fand ich die Giraffe, versuchte aber aus der Verkäuferin noch rauszubekommen ob es sich denn nun um neue Chargen handele, da wir in Deutschland ja der Ansicht seien, dass das seit fünfzig Jahren bestehende Produkt nun plötzlich böse sei. Sie meinte es sei alles aus neuer Produktion und wir kauften eine neue Sophie.

Tage später daheim, schaute ich nochmal auf der Rückrufseite des Vertriebs nach und die Giraffe hatte keine, der als unbedenklich eingestuften Chargennummern. Na toll. Also rief ich abermals bei Elements for Kids an um nachzufragen wie es denn mit unserer Nummer sei. Natürlich böse. In Erwartung nun die Giraffe noch einmal auf Reise nach Berlin zu schicken wollte ich schon auflegen, aber man belehrte mich, daß inzwischen der Austausch nur noch über die Firma consider.it in Bremen erfolgt und ich mich dorthin wenden müsse.

In Erwarung unfreundlich abgebügelt zu werden wählte ich die angegebene Nummer und wurde unglaublich nett behandelt, man bat mich unter anderem darum meine email Adresse mitzuschicken, damit man mir den Eingang des Spielzeugs bestätigen kann, damit es nicht verloren geht. Außerdem wurde sofort mein Name notiert, damit sie auf den Empfang der Giraffe warten und diese bei Eintreffen abhaken kann. Dann wurde mir zugesagt wie schnell ich mit der Rücksendung rechnen kann und sich freundlich verabschiedet.

Ich schickte also unsere dritte Sophie auf Reisen und harrte der Dinge die da kamen. Ein zwei Tage nach Versand kam die angekündigte Mail. In dieser wurde mir mitgeteilte wann genau sie den Ersatz abschicken und mit wem. Zusätzlich bekam ich eine Nummer genannt an die ich ich wenden könnte, falls es zu Verzögerungen kommen sollte oder keine Sophie bei mir eintrudelt.

Noch einige Tage bekam ich eine originalverpackte neue Sophie aus der nach deutschem Recht unbedenklichen Charge und einen sehr netten Brief dazu, in dem mach sich bei mir (!) bedanke und uns viel Freude mit dem neuen Produkt wünschte. Wow

So nun haben wir also die vierte Sophie im Haus und ich hoffe, daß diese nun nicht mehr verloren geht, ausgetauscht werden muß oder sonstiges passiert, denn das kleinste Kind hier mag sie wirklich gern.

Whirly Wheels Quilt – done

Letztes Jahr bat mich der Mann für einen lieben Kollegen zur Geburt dessen ersten Kindes doch einen Quilt zu nähen. Klar mache ich, tönte ich und begab mich auf die Suche nach einer schönen Anleitung. Ich wurde dann bei Modas Bake Shop fündig. Eine Seite die ich gerne empfehle, da man dort kostenfreie schöne Anleitungen finden kann.

Ich entschied mich für den Whirly Wheels Quilt. Überzeugend fand ich, daß er etwas größer als ein normaler Baby Quilt ist und außerdem war es ein, für mich neues Muster, welches ich gerne ausprobieren wollte. Bradie von A Quilty Kind of Girl ist die Autorin dieses Quilts. Ich fand ihre Auswahl der Moda Stoffe (Frolic by Sandy Gervais for Moda), die sie dafür verwendete gut und entschied mich (mit kleinen Modifikationen) die gleichen zu nutzen.

Rechtzeitig ca 2-3 Monate vor der Geburt bestellte ich den Stoff und begann auch zügig mit dem Zuschnitt. Das Zusammensetzen der einzelnen Blöcke ging auch noch recht flott, aber dann kamen mir dies und das dazwischen, ich wollte den Quilt für meine Mama noch fertigstellen (ist er immer noch nicht) und dann wurde das Baby geboren. Am Geburtstag meiner Mutter auch noch, aber keiner der beiden Quilts war fertig.

Schwangerschaft, Müdigkeit, ein Sommer ohne Sonne, unausgeglichene Kinder in den Betreuungsferien, mehr Müdigkeit, dicker Bauch, Unlust, anderer Kram, all das führte dazu, daß das Baby älter und älter wurde und der Quilt immer noch halb bzw. dann dreiviertel fertig rumflog.

Der erste Geburtstag nahte, und er war immer noch nicht komplett. Also riss ich mich am Riemen und erschlich mir Nähzeit von der inzwischen gewachsenen Familie um endlich damit fertig zu werden.

Am Montag teilte mir der Gatte mit, daß der Kindsvater am Dienstag in der Stadt sein würde, was mir den Anstoß gab die letzten Handarbeiten, sprich das  händische Annähen der Einfassung in einer Marathonsitzung Montag abend und Dienstag vormittag endlich vorzunehmen. Just in time war der letzte Stich genäht, der Quilt gewaschen und durch den Trockner gejagt und konnte gestern übergeben werden. Das Kind ist heute dreizehn Monate alt.

Hier nun die Bilder. Und auch wenn das Aufschieben und Rumtrödeln etwas anderes vermitteln mag, es hat viel Spaß gemacht diese Decke zu Nähen. Ich hoffe der Empfänger hat so viel Freude daran, wie ich an der Herstellung.

Quilttop

Quiltback

Straight line Quilting am Rand und Nahaufnahme der aufgenähten Zackenlitze

Freihand mäandergequiltet der Hauptteil des Quilts

Die schöne quilttypische Struktur der Oberfläche nach dem Waschen und Trocknen

Nahaufnahme des Bindings

Das wars und ich grübel schon was ich als nächstes in Angriff nehme, natürlich erst wenn der Quilt für meine Mutter fertig ist.

 

Noch mehr prima Kundenservice – Danke Katjes

Seid Kindertagen bin ich ein großer Fan von Katzenohren.  Ich hatte immer mal Pausen, aber irgendwann kam immer wieder mal ne Tüte mit nach Hause. In der Schwangerschaft habe ich recht viel davon gegessen und auch jetzt in der Stillzeit liegt meist eine Tüte am Sofa neben meinem Platz. Als ich kürzlich eine neue Tüte aufriss und mir freudig einige der geliebten Lakritzdinger in den Mund schob schmeckten diese nicht. Waaa?

Ich schob dieses erstmal aufs Malzbier welches ich zeitgleich trank, man kennt das ja, manche Dinge schmecken in Kombination mit etwas anderem plötzlich seltsam. Doch auch später und nach weiteren versuchen blieb der Geschmack ungewohnt, doof, ekelig.

Ich schrieb an Katjes eine Nachricht und fragte nach ob sie die Rezeptur geändert haben oder ob ich evtl. hormonbedingt seltsame Sachen schmecke. Recht schnell kam eine Antwort, in der man mich bat die beanstandete Tüte einzuschicken.

Damit ich nicht wie ein Vollhorst mit sensorischen Problemen da stehe öffnete ich die noch vorhandene andere Tüte nachdem ich die aufgedruckte Chargennummer verglichen hatte und sicher war, dass diese nicht aus der gleichen Produktionseinheit stammt. Geschmack? Anders, wieder gut, wie gewohnt. Abends ließ ich den Mann nochmal gegenschmecken um ganz sicher zu sein und schickte Katjes dann die erste Tüte.

Am Samstag bekam ich dann einen Brief von Katjes

In diesem Brief erklärte man mir sehr ausführlich, dass meine Sensorik nich gestört ist, sondern bei der Produktion der Charge aus der meine Tüte stammte ein Fehler passierte. (Man erklärte mir auch genau was) Normalerweise werden diese Fehlproduktionen aussortiert, aber igendwie ist meine Packung durchgerutscht. Man entschuldigte sich, erzählte noch, daß auch die Arbeiter eine erneute Anweisung zur Sorgfalt erhalten hätten und kündigte mir ein Päckchen mit einer Produktauswahl an. Der Brief war eine komplette DinA4 Seite.

Am Montag fand ich dann bei den Nachbarn nach meiner Heimkehr folgendes vor.

Drei Tüten Katzenohren, einmal Katzenkinder, einmal Steife Brise und zweimal Sallos, einmal  mit einmal ohne Pfefferminzkern. Ich war amüsiert/erfreut, dass man mir lauter Lakritzsachen schickte. Der Mann hingegen beleidigt, daß kein Gummizeugs für ihn dabei ist. Er meinte hinter jeder erfolgreich stillenden Frau stehe schliessliche ein erfolgreich und bedürftiger Mann.

Ich finde das sehr nett von Katjes. Man könne nun sagen, das sei eben Marketing und bringt ihnen positive Reaktionen für einen minimalsten Aufwand. Man könne weiterhin sagen, daß ich bereitwilliges Opfer bin, auch noch indirekt Werbung für Katjes zu machen. Ich sage Mumpitz!

Natürlich sollte/muß man fehlerhafte Produkte ersetzen oder erklären. Aber wie und in welchem Umfang man das macht ist nicht vorgeschrieben und ich finde hier wurde sich Mühe gegeben und eine Ersatztüte Katzenohren hätte es auch getan. Darum sage ich hiermit erfreut, Danke und ja ich werde weiterhin Katjesprodukte kaufen, auch wenn ich bei Gummisachen lieber Haribo mag :)