Archiv der Kategorie: Die Anderen da draußen

Sophie und wir

Als meine großen Kinder noch Babies waren, also im technischen Sinne, denn meine Babies bleiben sie natürlich immer, da war mir die Giraffe Sophie kein Begriff. Entweder war sie damals grad in unserem Land nicht angesagt oder zu teuer oder aus Sparsamkeit war ich nicht in den richtigen Läden, die diese als unverzichtbares Babyspielzeugs anbot.

Im Laufe der letzten Jahre trat sie dann ab und an in mein Bewußtsein, mangels Babies aber nicht nachhaltig und beeindruckend genug. Nun habe ich aber wieder ein klitzekleines Baby und dieses bekam zur Geburt von der lieben Maria unter anderem eben diese Giraffe geschenkt.

Kurz zuvor ging im Internet herum, das Ökotest das possierliche Tierchen als gesundheitsgefährdend einstuft und davon abrät es zu benutzen. Darauf entbrannte ein Rechtsstreit zwischen dem Hersteller und Ökotest. Lange Rede kurzer Sinn, ich war verunsichert, ob das neueste Baby im Haushalt nun ungefährdet an der Giraffe nuckeln darf. Kurz darauf wurde bekannt, daß inzwischen ein freiwilliger Rückruf des Produkts besteht und somit wand ich mich an den Vertrieb in Berlin und erfragte was zu tun sei, da ich ja schlecht das Geschenk vor Ort umtauschen konnte. Dieser erklärte mir, daß ich direkt bei Ihnen tauschen könne. Also schickte ich Sophie auf Reise und bekam nach einer guten Woche ein Exemplar der neuen, den deutschen Grenzwerten entsprechenden Charge zurück. Ohne Umverpackung und weiteres Anschreiben. Egal, Giraffe da, Giraffe nicht mehr böse. Kind und Eltern glücklich.

Weil besagtes Kind die Giraffe ins Herz geschlossen hat, kam sie mit in den Urlaub. Lange Rede kurzer Sinn, dort ging sie verloren. Ich hasse es wenn ich etwas nicht finden kann, also stellten wir alles auf den Kopf, das Auto, das Hotelzimmer, leerten alle Taschen aus, krochen unter das Bett und suchten in der Lounge unter den Sofas auf denen wir gesessen hatten. Nix. Da der Mann mich kennt, bot er an, nochmal auf den Berg hochzufahren auf dem wir Tage zuvor waren um dort auf dem Parkplatz nachzusehen ob sie dort aus dem Auto gefallen war. Nix. Letzter Hoffnungsschimmer war die Tankstelle auf dem Weg nach Innsbruck, dort rief ich an, ebenfalls erfolglos.

Um das Kind oder auch die Mama wieder glücklich zu machen, beschlossen wir am folgenden Tag auf der Rückreise am geplanten Zwischenziel Zürich eine neue zu kaufen. Vorsorglich riefen wir den uns dort bekannten Spielwarenladen an, wurden versichert, daß Sophie dort verfügbar wäre.

Als wir dort am nächsten Tag ankamen, fand ich die Giraffe, versuchte aber aus der Verkäuferin noch rauszubekommen ob es sich denn nun um neue Chargen handele, da wir in Deutschland ja der Ansicht seien, dass das seit fünfzig Jahren bestehende Produkt nun plötzlich böse sei. Sie meinte es sei alles aus neuer Produktion und wir kauften eine neue Sophie.

Tage später daheim, schaute ich nochmal auf der Rückrufseite des Vertriebs nach und die Giraffe hatte keine, der als unbedenklich eingestuften Chargennummern. Na toll. Also rief ich abermals bei Elements for Kids an um nachzufragen wie es denn mit unserer Nummer sei. Natürlich böse. In Erwartung nun die Giraffe noch einmal auf Reise nach Berlin zu schicken wollte ich schon auflegen, aber man belehrte mich, daß inzwischen der Austausch nur noch über die Firma consider.it in Bremen erfolgt und ich mich dorthin wenden müsse.

In Erwarung unfreundlich abgebügelt zu werden wählte ich die angegebene Nummer und wurde unglaublich nett behandelt, man bat mich unter anderem darum meine email Adresse mitzuschicken, damit man mir den Eingang des Spielzeugs bestätigen kann, damit es nicht verloren geht. Außerdem wurde sofort mein Name notiert, damit sie auf den Empfang der Giraffe warten und diese bei Eintreffen abhaken kann. Dann wurde mir zugesagt wie schnell ich mit der Rücksendung rechnen kann und sich freundlich verabschiedet.

Ich schickte also unsere dritte Sophie auf Reisen und harrte der Dinge die da kamen. Ein zwei Tage nach Versand kam die angekündigte Mail. In dieser wurde mir mitgeteilte wann genau sie den Ersatz abschicken und mit wem. Zusätzlich bekam ich eine Nummer genannt an die ich ich wenden könnte, falls es zu Verzögerungen kommen sollte oder keine Sophie bei mir eintrudelt.

Noch einige Tage bekam ich eine originalverpackte neue Sophie aus der nach deutschem Recht unbedenklichen Charge und einen sehr netten Brief dazu, in dem mach sich bei mir (!) bedanke und uns viel Freude mit dem neuen Produkt wünschte. Wow

So nun haben wir also die vierte Sophie im Haus und ich hoffe, daß diese nun nicht mehr verloren geht, ausgetauscht werden muß oder sonstiges passiert, denn das kleinste Kind hier mag sie wirklich gern.

Whirly Wheels Quilt – done

Letztes Jahr bat mich der Mann für einen lieben Kollegen zur Geburt dessen ersten Kindes doch einen Quilt zu nähen. Klar mache ich, tönte ich und begab mich auf die Suche nach einer schönen Anleitung. Ich wurde dann bei Modas Bake Shop fündig. Eine Seite die ich gerne empfehle, da man dort kostenfreie schöne Anleitungen finden kann.

Ich entschied mich für den Whirly Wheels Quilt. Überzeugend fand ich, daß er etwas größer als ein normaler Baby Quilt ist und außerdem war es ein, für mich neues Muster, welches ich gerne ausprobieren wollte. Bradie von A Quilty Kind of Girl ist die Autorin dieses Quilts. Ich fand ihre Auswahl der Moda Stoffe (Frolic by Sandy Gervais for Moda), die sie dafür verwendete gut und entschied mich (mit kleinen Modifikationen) die gleichen zu nutzen.

Rechtzeitig ca 2-3 Monate vor der Geburt bestellte ich den Stoff und begann auch zügig mit dem Zuschnitt. Das Zusammensetzen der einzelnen Blöcke ging auch noch recht flott, aber dann kamen mir dies und das dazwischen, ich wollte den Quilt für meine Mama noch fertigstellen (ist er immer noch nicht) und dann wurde das Baby geboren. Am Geburtstag meiner Mutter auch noch, aber keiner der beiden Quilts war fertig.

Schwangerschaft, Müdigkeit, ein Sommer ohne Sonne, unausgeglichene Kinder in den Betreuungsferien, mehr Müdigkeit, dicker Bauch, Unlust, anderer Kram, all das führte dazu, daß das Baby älter und älter wurde und der Quilt immer noch halb bzw. dann dreiviertel fertig rumflog.

Der erste Geburtstag nahte, und er war immer noch nicht komplett. Also riss ich mich am Riemen und erschlich mir Nähzeit von der inzwischen gewachsenen Familie um endlich damit fertig zu werden.

Am Montag teilte mir der Gatte mit, daß der Kindsvater am Dienstag in der Stadt sein würde, was mir den Anstoß gab die letzten Handarbeiten, sprich das  händische Annähen der Einfassung in einer Marathonsitzung Montag abend und Dienstag vormittag endlich vorzunehmen. Just in time war der letzte Stich genäht, der Quilt gewaschen und durch den Trockner gejagt und konnte gestern übergeben werden. Das Kind ist heute dreizehn Monate alt.

Hier nun die Bilder. Und auch wenn das Aufschieben und Rumtrödeln etwas anderes vermitteln mag, es hat viel Spaß gemacht diese Decke zu Nähen. Ich hoffe der Empfänger hat so viel Freude daran, wie ich an der Herstellung.

Quilttop

Quiltback

Straight line Quilting am Rand und Nahaufnahme der aufgenähten Zackenlitze

Freihand mäandergequiltet der Hauptteil des Quilts

Die schöne quilttypische Struktur der Oberfläche nach dem Waschen und Trocknen

Nahaufnahme des Bindings

Das wars und ich grübel schon was ich als nächstes in Angriff nehme, natürlich erst wenn der Quilt für meine Mutter fertig ist.

 

Noch mehr prima Kundenservice – Danke Katjes

Seid Kindertagen bin ich ein großer Fan von Katzenohren.  Ich hatte immer mal Pausen, aber irgendwann kam immer wieder mal ne Tüte mit nach Hause. In der Schwangerschaft habe ich recht viel davon gegessen und auch jetzt in der Stillzeit liegt meist eine Tüte am Sofa neben meinem Platz. Als ich kürzlich eine neue Tüte aufriss und mir freudig einige der geliebten Lakritzdinger in den Mund schob schmeckten diese nicht. Waaa?

Ich schob dieses erstmal aufs Malzbier welches ich zeitgleich trank, man kennt das ja, manche Dinge schmecken in Kombination mit etwas anderem plötzlich seltsam. Doch auch später und nach weiteren versuchen blieb der Geschmack ungewohnt, doof, ekelig.

Ich schrieb an Katjes eine Nachricht und fragte nach ob sie die Rezeptur geändert haben oder ob ich evtl. hormonbedingt seltsame Sachen schmecke. Recht schnell kam eine Antwort, in der man mich bat die beanstandete Tüte einzuschicken.

Damit ich nicht wie ein Vollhorst mit sensorischen Problemen da stehe öffnete ich die noch vorhandene andere Tüte nachdem ich die aufgedruckte Chargennummer verglichen hatte und sicher war, dass diese nicht aus der gleichen Produktionseinheit stammt. Geschmack? Anders, wieder gut, wie gewohnt. Abends ließ ich den Mann nochmal gegenschmecken um ganz sicher zu sein und schickte Katjes dann die erste Tüte.

Am Samstag bekam ich dann einen Brief von Katjes

In diesem Brief erklärte man mir sehr ausführlich, dass meine Sensorik nich gestört ist, sondern bei der Produktion der Charge aus der meine Tüte stammte ein Fehler passierte. (Man erklärte mir auch genau was) Normalerweise werden diese Fehlproduktionen aussortiert, aber igendwie ist meine Packung durchgerutscht. Man entschuldigte sich, erzählte noch, daß auch die Arbeiter eine erneute Anweisung zur Sorgfalt erhalten hätten und kündigte mir ein Päckchen mit einer Produktauswahl an. Der Brief war eine komplette DinA4 Seite.

Am Montag fand ich dann bei den Nachbarn nach meiner Heimkehr folgendes vor.

Drei Tüten Katzenohren, einmal Katzenkinder, einmal Steife Brise und zweimal Sallos, einmal  mit einmal ohne Pfefferminzkern. Ich war amüsiert/erfreut, dass man mir lauter Lakritzsachen schickte. Der Mann hingegen beleidigt, daß kein Gummizeugs für ihn dabei ist. Er meinte hinter jeder erfolgreich stillenden Frau stehe schliessliche ein erfolgreich und bedürftiger Mann.

Ich finde das sehr nett von Katjes. Man könne nun sagen, das sei eben Marketing und bringt ihnen positive Reaktionen für einen minimalsten Aufwand. Man könne weiterhin sagen, daß ich bereitwilliges Opfer bin, auch noch indirekt Werbung für Katjes zu machen. Ich sage Mumpitz!

Natürlich sollte/muß man fehlerhafte Produkte ersetzen oder erklären. Aber wie und in welchem Umfang man das macht ist nicht vorgeschrieben und ich finde hier wurde sich Mühe gegeben und eine Ersatztüte Katzenohren hätte es auch getan. Darum sage ich hiermit erfreut, Danke und ja ich werde weiterhin Katjesprodukte kaufen, auch wenn ich bei Gummisachen lieber Haribo mag :)

Gut gepaart – Werbung in fast eigener Sache

Wenn man deren Handwerk mit ihren Stoffen verpaart, kommen so hübsche Sachen wie dieses hier raus.

Mal zwischendurch …

Ich freu mich immer wenn ich die Zugriffe aus Australien bzw. Neuseeland sehe, H&V seid ihr das?

Winke und LG :)

Prima Kundenservice – Danke Prym

Ich hatte berichtet, daß ich den Kindern die Snappy Wallets nähe. In diese gehören  Magnetverschlüsse rein. Da ich wußte noch welche zu besitzen, habe ich beim Stoffkauf nur Verschlüsse für eines der Portemonnaies gekauft. Als ich nun letztens an dem zweiten saß und dabei war die Magneten reinzuprökeln fiel mir auf, daß bei jedem der zwei Verschlüsse jeweils eine Unterlegscheibe fehlte. Ärgerlich.

Beim nächsten Besuch der Innenstadt wollte ich Ersatz kaufen aber beide Kurzwarenabteilungen der einschlägigen Warenhäuser hatten diese gerade im Zuge der Sortimentsumstellung nicht vorrätig. Nichtsdestotrotz konnte ich sehen wie teuer diese eigentlich sind. Da ich nicht mehr wußte wann und wo ich die damals erstand, geschweige denn einen Bon habe, kam ein Umtausch/eine Reklamation nicht in Frage.

So kam ich auf die Idee bei Prym anzurufen und nachzufragen ob man mir die zwei fehlenden Unterlegscheiben zusenden könne. Die Auszubildende (wie sich selber bezeichnete) am Telefon war super nett und versprach mir die Zusendung, wahrscheinlich sogar noch am gleichen Tag.

Kurz darauf hatte ich dieses in der Post:

Den Magnetverschluß um den es ursprünglich ging sieht man oben links im Bild, den bekam ich komplett ersetzt. Dazu ein sehr nettes Anschreiben inklusive einer Entschuldigung und das Sortiment an netten Dingen, die nach dem beiligenden Brief, mir bestimmt nützlich sein können.

Das ist doch mal richtig schöner Service am Kunden. Danke Prym!

Diese komischen Leute da aus dem Internet

Es gibt bestimmt seitenweise Abhandlungen über die Anonymität im Internet, die  oberflächlichen Beziehungen die man da pflegt und so weiter. Auf der anderen Seite gibt es auch immer wieder Aktionen in denen “wildfremde” für in Not geratene Sammeln, Spenden oder was auch immer. Genauso gibt es Freundschaften die dort entstehen und das nicht nur am Monitor sondern darüber hinaus.

Im Zuge der Geburt unserer Babytochter bin ich mal wieder überrascht worden wieviel Zuneigung und Anteilnahme das Auslösen kann. So kamen in den letzten Wochen noch zwei Päckchen an von Menschen, die “aus dem Internet” kenne. Das waren sehr liebevolle Päckchen mit handgemachten Sachen und Süßem und vorallem wurde auch an die großen Geschwister gedacht. Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, war ich sehr gerührt und alle hier haben sich sehr gefreut.

Das kam von der lieben Mina und ihrer Familie, alles selber von ihr genäht und einfach nur schön. Und weil sie so tolle Sachen machen kann, verkauft sie die sogar, nämlich hier.

Eigentlich kennen wir uns, und das nicht mal persönlich, über andere Freunde aus dem Internet, bei denen ich schon Sachen die sie erschuf bewundert habe. Und genau diese Freunde schickten uns ebenfalls großartige Sachen zur Geburt.

Besonders amüsiert habe ich mich über die Beschriftung “Eltern” und “Kinder”

Für mich gab es ja explizit eine eigene Schokolade, während der Mann sich dann scherzhaft beschwerte, daß er nur noch unter Eltern ein bischen was abbekommt.  Die Schuhe sind übrigens selber gehäkelt von der lieben Kommandomutti und ebenso die Blumenkette die auf dem Bild oben fehlt, aber unbedingt gewürdigt werden muß.

Ist sie nicht toll?  Auch diese Sendung überraschte, erfreut und rührte mich sehr.

Nochmal Tausend Dank in Richtung des Parallelhaushaltes und zu Mina & Co.

 

Nachgetragen – Ostern

Noch einen Feiertag der ein wenig unterging, aber nicht vergessen wurde.

Heute wurde ich nochmal auf das rührenste an die Ostertage erinnert. Unerwartet kam ein Päckchen an, das schon mit aufgeklebter Osterdeko beeindruckte. Beim Öffnen sah ich zunächst Knallfolie und gelbe Federn. Nach dem diese entfernt waren sah ich folgendes.

Schon ziemlich hübsch oder? Schaut mal genauer hin:

Die Bastel-Queen unter meinen Freundinnen hat wieder zugeschlagen und mir eine runterfallende Kinnlade beschert. Was man leider nicht so gut erkennt, es handelt sich um echte (ausgeblasene)Eier die mit Max&Moritz Motiven versehen sind. Jedes Ei bzw. den dortigen Streich dürfen wir nach Belieben einem der Kinder zuordnen. Soo hübsch und mal wieder in Perfektion vollendet. Danke Dir Du Liebe!

Nicht nur, daß wir natürlich mal wieder keine Osterkarten versendet haben, nein auch die Deko wäre hier fast vergessen worden, hätte sich das Tochterkind dessen nicht angenommen.

Exhibit A:Ja auch das Aufstellen aller findbaren Dekogegenstände auf einer freien Fläche gilt als Dekorieren.

Exhibit B:Den restlichen Dekokram füllt man dann mit bemalten Gips- und gefärbten Eiern in ein Körbchen und schon ist es fast österlich.

Nicht fehlen darf natürlich der Osterstrauss, noch in aller letzter Minute quasi besorgt und von der Tochter behängt.

Wie immer bin ich auch nach Jahren jedes Jahr angefressen, daß in der Stadt Zweige Geld kosten und nicht einfach irgendwo abgeschnitten werden können, aber ohne gehts halt auch nicht.

Unsere Osterdeko dieses mal also eher karg und etwas willkürlich arrangiert, aber wir waren ja auch noch nie so viele. Dafür hatten wir einige mehr oder weniger ruhige Tage zusammen, mit Besuch bei Neugeborenen, auf dem Markt, im Tierpark und einer Fahrraddtour der Restfamilie, die ich als Nähzeit nutzte.

Ich hoffe die werte Leserschaft hatte ein hübsches und angenehmes Osterfest.

Reich beschenkt

Heute sind es fünf Wochen. Fünf Wochen sind wir nun zu fünft. Ganz angekommen bin ich noch nicht, aber auf einem guten Weg dahin. Es ist auch (noch) nicht so, daß ich mir nicht mehr vorstellen kann, wie es ohne die Lütte ist, aber hergeben will ich sie absolut nicht mehr. Alle hier sind ganz verliebt und das hilft ungemein wenn es etwas chaotisch hergeht, da wir uns noch in den neuen Rollen zurecht finden müssen.

Man kann sagen die kleine Maus hat uns alle mehr oder weniger fest im Griff, vorallem mich.

Man beachte ihre kleine Speckhand und vergleiche wie diese kurz nach der Geburt aussahe.

Ich würde sagen, es geht ihr bei uns ganz gut und auch das Nahrungsangebot ist ausreichend.

Als wären wir mit diesem wundervollen, kleinen, perfekten, gesunden, Nachts meistens schlafendem Baby nicht schon reich beschenkt worden, haben wir für sie von Freunden und Verwandten noch einiges drauf gesetzt bekommen.

So viele haben an uns gedacht, mit Glückwünschen und mit wundervollen Geschenken.

Da die Maus immer noch am liebsten bei Mama schläft wurde der Stubenwagen von den Großen dazu auserwählt einen Teil der tollen Sachen aufzubewahren. Die Bekleidung die sie bekam und die Windeln sind schon verstaut und darum nicht auf dem Bild.

Ich kann nur sagen “Danke!”, danke für dieses Kind und danke, an alle die mit Worten und/oder Gaben an uns gedacht haben.

Lego Friends für Mädchen – Ein emanzipatorischer Alptraum?

Vor einigen Wochen hat unsere Tochter dank Wolfgang bzw. seinem Arbeitgeber zum Testen ein großes Paket mit Produkten der neuen Lego Friends Linie bekommen. Eigentlich wollte ich dazu etwas geschrieben haben: die Freude, die Spannung und über den Spaß beim Aufbauen und damit Spielen. Bevor ich aufgrund von Geburt und der ersten Babyzeit einen solchen Artikel verfassen konnte, erschien in der SZ ein Artikel, der diese Produktlinie in Grund und Boden kritisiert.

Ich las, lies die Kinnlade runterklappen und wurde wütend.

“Das Ergebnis ist ein emanzipatorischer Albtraum: Die zentralen Figuren, die Freundinnen Mia, Emma, Andrea, Olivia und Stephanie, leben in “Heartlake City”, einem Gender-Ghetto in Pink und Lila. Für die realen wie die Plastikmädchen gibt es nichts weiter zu tun, als Kuchen zu backen, in den Schönheitssalon zu gehen und sich um die Pferde zu kümmern.”

So der Autor Christopher Pramstaller.

Ich verstehe das richtig, ja? Wenn ich meine Tochter, äh Töchter mit diesen Produkten von Lego spielen lasse, dann werden sie zu unemanzipierten Mädchen denen außer der eigenen Optik, Gebäck und Tieren nichts am Herzen liegt? Bullshit, ganz großer Bullshit.

Ja die Themen sind solche, die zumeist weiblich besetzt sind, auch werden lila und pink häufiger von Mädchen als von Jungs als Lieblingsfarbe gewählt. So what?

Es handelt sich um eine Themenwelt die vorrangig weibliche Kinder ansprechen soll. Auch die bisherigen Lego Produkte sollen Mädchen ansprechen, doch sind es meist Szenarien die eher auf die Interessen von Jungen abgestimmt sind. Feuerwehr, Star Wars, Technik, etc.

Ich streite überhaupt nicht ab, daß es nicht auch Mädchen gibt die großes Interesse an diesem bisherigen Sortiment haben, aber ich stelle auch fest, daß ab einem gewissen Alter, Mädchen einfach, gerne in Mädchenwelten spielen.

Unsere Tochter wuchs die ersten 1-2 Jahre ohne rosa-flüsch-Herzchen-Umgebung auf. Wir waren zu sehr dagegen sie von Anfang an geschlechtsspezifisch durch Farbe oder Auswahl der Spielzeuge zu beeinflussen.

Es gab Klamotten auch aus der Jungsecke, Brio-Bahn und einen Flughafen von Duplo. Gleichzeitig gab es auch Puppen, Plüschtiere und hier und da ein Kleidchen.

Ab dem Zeitpunkt als die kleine Dame ihre Garderobe verbal mitbestimmen konnte, mußte es Pink sein, Rosa oder auch Lila, aber bitte kein Blau und keine Jungsfarben und die von den Eltern bevorzugten Hosen (im Alltag praktischer) waren auch doof. Es wurde sich eigenständig (!) tagsüber mehrfach neu angezogen, je mädchenhafter um so besser.

Dies wurde weder von uns initiiert, beeinflußt noch unterbunden. Wir sind und waren der Ansicht, sie darf sich in ihrer Geschlechterrolle selber bestimmen, solange es altersgerecht ist und sie ausreichend bedeckt.

Barbie, Lilifee etc. sind keine Spielsachen, die die hiesigen Eltern großartig finden, gerade beim ersten Kind ist man ja noch so pädagogisch wertvoll. Und mir als Mutter gefiel einiges der von den Spielsachen vermittelten Werte nicht, aber mir war auch klar, je mehr ich das verbiete oder verweigere so interessanter wird es. Also gab es diese auch in vertretbarer Menge.

Unter dem Strich kann man sagen, unsere Tochter wuchs mit geschlechtsneutralem, sogenannten Mädchen- und sogenanntem Jungsspielzeug auf. Jetzt ist sie gut 8 Jahre alt und ein richtiges Mädchen. Sie liebt Schminke, Klamotten, Popstars, tratscht schonmal über Jungs, ist tierlieb und backt gerne mal mit uns. Diese Vorlieben hat sie selber entwickelt, trotz des “geschlechtsneutralen Angebots sowohl von Bekleidung als auch Büchern oder eben Spielwaren.

Es ist  nicht so, daß ich ihr ein ausgeprägtes Mädchen-Image vorlebe, eines wo sich jeden Tag geschminkt wird, die Bekleidung sehr feminin geprägt ist oder Mama ihre Erfüllung in der Kindererziehung und dem Haushalt sieht. Sie hat diese Vorlieben aus sich raus entwickelt. Und das ist der Punkt, Kinder entwickeln ihre Vorlieben eigenständig, egal was man ihnen anbietet. Und ich sehe einfach immer wieder, das die meisten Mädchen oder Jungs in meinem Umfeld auch ohne elterliche Beeinflussung mehr oder weniger zu sogenannten geschlechtsspezifischen Verhalten oder Interessen tendieren.

Laut dem Artikel hat Lego Marktforschung betrieben, um gezielt weibliche Kinder anzusprechen und wenn das dabei rausgekommen ist, daß Mädchen gerne solche Produkte zum Bespielen haben wollen, warum nicht?

Wird meine Tochter weniger emazipiert, weil sie damit spielt? Wird sie in eine Rolle gedrängt, die dem der modernen Frau nicht mehr entspricht? Wird mein Sohn schwul, weil er sich mal von mir die Nägel lackieren lassen wollte (und bekommen hat). Wird meine Tochter eine devote Hausfrau, weil sie sich gerne mit Babys und kleinen Kindern beschäftigt, Tiere liebt und gerne beim Backen hilft? Wird aus meinem Sohn kein “richtiger” Mann, weil er gerne kuschelt und beim Kochen mithilft? Ich glaube wohl kaum.

Was aus unseren Kindern wird, ob sie emanzipierte, selbständige und selbstbewußte Menschen werden,  die innerhalb oder außerhalb einer engen Geschlechterrolle leben, bestimmen immer noch wir, die Eltern. Dazu gehört ebend auch sie sich komplett in der einen oder anderen Rolle aufgehen zu lassen, den Vorlieben gerecht zu werden ohne das andere auszuschliessen.

Wenn Mädchen aus dem Alter der Zielgruppe in diesem Alter Pink und Lila bevorzugen, wenn sie nunmal gerne mit einer Tierklinik oder einem Schönheitssalon spielen, dann wäre Lego schön blöd, diesen Markt komplett der Konkurrenz zu überlassen und zum anderen, laßt doch die Mädchen Mädchen sein. Wenn wir sie weltoffen erziehen werden sie im Erwachsenenleben so oder so “ihren Mann” stehen.

Abschliessend sei noch erwähnt, daß beim Auspacken und Aufbauen und dem ersten Bespielen der jüngere Bruder mit Feuereifer dabei war und in den letzten Wochen die Beiden um die Wette Raumschiffe bauen, jetzt halt auch mit pinken und lila Steinchen dazwischen.