Archiv der Kategorie: Die lieben Kleinen

Auf eigenen Füßen

Daß die Kleinste schon länger läuft ist dem ein oder anderen bekannt. Da sie aber inzwischen Schuhe besitzt, der Schnee geschmolzen ist und der Regen aufgehört hat, haben wir die Freiluft-Lauf-Saison für eröffnet erklärt. Saison ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, denn bisher lief sie nur drinnen.

So kam es, daß wir vorgestern zum Abendbrot nochmal schnell zum Bioladen wollten und beschlossen, daß sie die kurze Strecke ja auch laufen kann. Also Schuhe angezogen, runter und laufen lassen. War das aufregend, sie war nur am strahlen und so was von stolz.

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Nach einem kurzen Rundgang gestern sind wir dann heute nur mit dem Buggy (statt Kinderwagen) los und ließen sie auf einem unbefahrenen Platz ordentlich das Leben auf eigenen Füßen außerhalb der Wohnung erkunden.

Wir Eltern waren nach gefühlten zwei Sekunden absolut nicht mehr interessant, eher was dort auf dem Platz passierte. Andere Kinder, auf ihren Beinen, auf Fahrrädern oder Skateboards und natürlich der große Bruder mittendrin.

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Natürlich blieb es nicht beim Gucken, denn so ein Platz muß ja auf eigenen Füßen erobert werden.

IMG_7724Immerhin kam sie doch irgendwann zu uns zurück und mit nach Hause.

 

Vor einer Woche ein Jahr

Kaum zu Glauben aber genau so lange ist es her, daß wir ein weiteres Mal reich beschenkt wurden. Unsere zweite Tochter, unser drittes Kind erblickte das Licht der Welt.

Genauso, wie mich ihre Geburt etwas überrumpelte, genau so überrumpelte mich ihr erster Geburtstag. Beide Male bleib das Gefühl, es sei doch noch nicht so weit.

IMG_0511Und so wurde im Handumdrehen aus diesem kleinen zarten Menschlein, auf dem Bild gerade einen Tag alt, ein immer noch zartes und ebenso bezauberndes nicht mehr so kleines Menschlein.

IMG_7411Beim Geburtstagsfrühstück. Erfreut und fasziniert von ihren Ballons, die traditionsgemäß am Stuhl des jeweiligen Geburtstagskindes festgebunden werden. Der typische verschmitzte Gesichtsausdruck, die Neugierde, die Lebensfreude, die sie immer umgibt.

Ein erfülltes Jahr liegt hinter uns, ein Jahr in dem wir sie kennenlernten, in dem sie uns bezauberte, uns bereicherte und unzählige Male zum Lachen brachte. Wir sind so froh und glücklich, daß sie bei uns ist. Ein kleiner entspannter Sonnenschein mit Einschüben von Dramaqueen, wenn der kleine Kopf nicht oder nicht sofort durchgesetzt werden kann.

IMG_7423Sie ist ein Geschenk an uns; von uns ein Geburtstagsgeschenk für sie.

Halloween

Auch meine Brut ist mit dabei, wenn dieses Jahr die Gruselmonster um Süßes betteln gehen. Quasi Last Minute wurden noch ein paar Requisiten eingekauft und seit kurzem sind sie unterwegs. Hier hat bisher noch niemand geklingelt.

 

Graf Dracula und die Vampirbraut.

Während die Monster geschminkt wurden, schnitzte der Mann noch schnell die Deko.

Die ganze Truppe kurz vor dem Abflug.

Bin gespannt wann sie wieder kommen und ob sie was mitbringen.

Andere haben es anders

Heute im Drogeriemarkt meines Vertrauens hatte ich eine Begegnung, die mich bedrückt zurückließ. Während das Söhnchen zur Ergo war, schlenderte ich mit dem Tochterkind und der Babytochter durchs Viertel, bis letztere lautstark kundtat an dem Wechsel ihrer Windel interessiert zu sein. So landeten wir im Drogeriemarkt.

Auf dem Weg zum Wickeltisch fiel mir schon auf, daß da eine Mutter mit einem sehr kleinen Baby im Arm vor den Babyartikeln rumwunderte. Als ich näher kam bemerkte ich, daß sie sich mit einer Bekannten unterhielt. Während des Wickelns konnte ich nicht überhören, daß sie davon erzählte, daß beim Jugendamt war, da die Vaterschaft eingetragen werden sollte. Fand ich nicht weiter wild, hatten wir, da unverheiratet damals beim ersten Kind auch gemacht. Weiterhin erzählte sie dann, daß der Erzeuger im Amt meinte, er sei ja nicht sicher ob es sein Kind sei, daß sähe im ja gar nicht ähnlich, worauf die Jungmutter wohl mit dem Wunsch, ihn umzuhauen, reagierte. Ok, dann doch keine frische Glückseeligkeit zu dritt, sondern eine alleinerziehende Erstmama. Ich war immer noch am Wickeln, als sie völlig ratlos vor der Milchnahrung rumwunderte und ihrer Bekannten erzählte, das Kind würde nicht mehr satt und sie müsse nun zufüttern. Sie war völlig verunsichert, welche Milchnahrung denn die richtige sei. Mit Blick auf das wirklich noch minikleine Kind wunderte ich mich innerlich, wie man so ein kleines Baby nicht satt bekommen könne, wohlwissend, daß es eben Mütter gibt, die nicht oder nicht gut stillen können.

Das wieder saubere und angezogene Töchterchen rechtfertigte kein weiteres Verweilen am Wickeltisch und so zog ich weiter zu den Nagellacken, denn dem großen Töchterchen hatte ich zugesagt dort mit ihr ein wenig rumzuschauen.

Dieses “ich bekomme mein Baby nicht satt” ließ mich aber nicht los. Mein latentes Missionierungsbedürfnis bezüglich Stillen auch nicht. Aber mir war auch bewußt, daß man anderen Mamas nicht reinredet, ungefragt.

Es ist nicht so, daß ich mich in irgendeiner Weise als Expertin für Stillen und Babyernährung sehe. Beileibe nicht. Aber zu präsent ist mir die erste Zeit mit dem ersten Kind in Erinnerung. An ein Baby, das zögerlich zunahm, was mich oft an der Qualität meiner Milch zweifeln ließ. Ein Baby, bei dem ich weinend bei der Kinderärztin saß, weil ich dachte, meine Milch reiche nicht, sei schlecht, ich müsse zufüttern. Ich hatte das große Glück, eine sehr gute und gelassene Kinderärztin zu haben und eine eben so gute Stillberaterin zu kennen. Diese halfen mir über die Zweifel, ermutigten mich weiter zu machen und hatten trotzdem immer als erstes das Wohlergehen des Kindes im Blick und nicht das dogmatische “aber eine gute Mutter stillt”. Deren Erfahrung, Ruhe und Hilfestellungen halfen mir sehr, auch später als das Kind keine Beikost wollte und insgesamt wenig aß und dafür um so mehr stillen wollte. Vor diesem Hintergrund berühren mich immer wieder Mütter, die meinen sie, können nicht stillen oder die Milch reiche nicht. Aus Erfahrung weiß ich nun, daß das selten so ist und es einfach oft nur Hilfestellungen von erfahrener Stelle braucht, um weiter machen zu können, wenn man das will. Aber oft gibt es eben wenig bis keine Hilfestellung und dann kommt mein Helferchen-Gen ins Spiel und möchte am liebsten alles Wissen aus drei Stillzeiten abspulen um der “armen Mama” zu helfen (ob die das nun will oder nicht).

Ich riss mich jedenfalls zusammen, ging meiner Wege in dem Laden plauderte mit Töchterchen, bis mir die Erstmama wieder über den Weg lief. Dabei erhaschte ich den ersten richtigen Blick auf das Babygesicht und es war noch kleiner als miniklein. Da war meine Selbstbeherrschung dann schon fast vorbei, ich schaffte es aber noch nur freundlich zu fragen wie alt die Lütte denn sei, zwei Wochen war die Antwort.

Auf dem Weg zur Kasse ratterte mein Hirn, zwei Wochen, die Zeit des Erwachens, die Zeit eines Schubes, die Zeit in der Babys mehr und mehr trinken, die Zeit in der man denkt sie werden nicht satt weil sie öfter trinken, hat ihr das niemand gesagt, wieso sagt ihr das niemand, wieso hilft ihr niemand, sie muß doch nur nach Bedarf immer wieder anlegen, blablabla.

An der Kasse war es dann vorbei mit meiner Wohlerzogenheit und ich erklärte der vor mir stehenden Mutter, daß es normal sei, daß Babys mit zwei Wochen unglaublich Hunger haben. Total bemüht, nicht so ne Allescheckernummer abzuziehen. Was mich dann wirklich umhaute war, daß die Mutter sagte, das Baby hätte heute noch nichts gegessen, es war 16.30 Uhr, und daß es die letzten Tage ein wenig Diät gemacht hätte, denn sie hätte ja nicht genug Milch, aber nun würde sie dem Kind ja was zu essen geben.

Innerlich klappte mir die Kinnlade runter und ich bekam sofort Mitleid mit dem immer noch schlafenden Bündel in ihrem Arm (Und auch mit ihr). Ich fragte mich, wie das sein kann, dass man ein Baby zwei Tage nicht ausreichend ernährt? Ob sie keine Hebamme habe und ob sie, da sie wohl allein erziehend, niemand sonst habe, der ihr zur Seite steht. Wie kann das, wie geht das?

Natürlich kann es gut sein, daß sie an dem Tag die Hebamme sah, die ihr sagte sie müsse jetzt was unternehmen (aber warum wußte sie dann nicht welche Nahrung sie kaufen soll), es kann auch gut sein, daß sie nicht genug Milch produziert, es kann sein, daß sie Eltern und Freunde hat, die ihr unter die Arme greifen. Aber in dem Moment hatte ich nur das Bild der sich tapfer haltenden (so wirkte sie) völlig unerfahrenen Mutter, die sich irgendwie bemüht das mit dem Baby hinzubekommen, aber es irgendwie nicht schafft. Ich hoffe wirklich, sie hat die Unterstützung, die sie braucht. ich wünsche dem Baby, daß es sich gut umsorgt und geliebt fühlt.

Nachdenklich ging ich nach dem Bezahlen meiner Wege und bin immer noch froh, daß ich in schwierigen Situationen fast immer Hilfe hatte oder wußte wo ich sie erhalten konnte.

Kinderkram

Die lieben Kleinen, sind manchmal gar nicht mehr so klein und egal wie groß oder klein sie sind, sie nehmen doch gerne viel Zeit in Anspruch. Das ist auch ein Grund wieso es hier so still war. Eigentlich hätte jedes der drei Prachtexemplare aus gegebenem Anlaß einen eigenen Eintrag verdient gehabt, aber da nun schon einige Zeit verstrichen ist, werde ich das Neuste in diesem Artikel zusammenfassen.

K2
Das Söhnchen ist seit Anfang August ein Schulkind. Höchste Zeit wie ich finde, der braucht einfach mehr Anreiz und Arbeit für seinen Kopf. So richtig es war ihm statt Vorschule ein weiteres Jahr Kindergartenspielzeit zu gönne, so nötig war nun der Wechsel in die Schule. Bisher geht er gerne hin, erzählt auch mal was, macht Hausaufgaben halbwegs zuverlässig und viel mehr weiß ich noch nicht. Es steht aber ein Lehrergespräch auf dem Zettel, da werden wir mehr erfahren. Die Einschulung der Großen war viel emotionaler für mich, wahrscheinlich weil ich das erste Kind, mein Baby los schickte. Diesmal war es gefühlt schon Routine und das was ich ihm mit auf dem Weg geben wollte entspricht dem, was ich auch dem Tochterkind gewünscht habe. Darum kann ich guten Gewissens auf den Eintrag von damals verlinken.

Wie auch schon bei der Großen habe ich auch diesmal die Schultüte selber gebastelt, auch wenn der Mann meinte das tue nicht Not. Der Sohn fand es aber wichtig und ich meinte, wenn einer selbstgemacht bekommt, dann auch der andere. Große Motivation hatte ich zwar nicht, zwischendurch war ich kurz davor alles hinzuwerfen, im Endeffekt war ich dann aber doch voll dabei und zufrieden mit dem Ergebnis.

K1
Mein erstes Baby, mein immerwährendes Baby, meine inzwischen so große und oft selbständige Tochter. Genau dieses Kind, ist Ende August 9 Jahre alt geworden. In Worten NEUN. Ich verstehe ich inzwischen den Spruch “Wo ist nur die Zeit geblieben” immer besser. Ich habe eine neunjährige Viertklässlerin, wie kann das sein. Aber nun zu ihr. Der Beginn des neuen Schuljahres war für unspektakulär, einzig die Aussicht auf die Klassenfahrt Ende September sorgt für eine Aufregung.  Wir haben ihr eingeschärft, daß sie dieses Schuljahr etwas konzentrierter arbeiten muß, denn obwohl sie ein schlaues Mädchen ist, verschusselt sie gerne und ist nicht immer so aufmerksam bei der Sache wie es notwendig wäre um die ihr angemessene Leistung auch zu bringen. Wenn sie aber die freie Auswahl an weiterführenden Schulen haben möchte, dann muß sich das nunmal auch in ihren Noten wiederspiegeln. Noch sind wir alle halbwegs entspannt, ich hoffe das bleibt so und es kommt nicht im Laufe des Schuljahres zu größeren Auseinandersetzungen bezüglich der Noten/ des Zeugnisses. Und nein wir sind nicht überehrgeizig, sie selbst möchte gut sein, aber oft eben sich nicht so richtig anstrengen.

Zum Geburtstag bekam sie eine eigenen richtige Kamera geschenkt und war total begeistert (ich wiederum, da wir damit erstmal den Wunsch nach einem Smartphone abfedern konnten). Die ersten Tage sah man sie eigentlich nur hinter der Linse, sie fotografierte so ziemlich alles was sich nicht wehrte. Jetzt ist es nicht mehr lang bis zur Klassenfahrt und ich bin gespannt was sie für Bilder mitbringt.

Das ist jetzt kein Beautyshot, aber zeigt meine durchaus quatschige Tochter recht genau. Schicke Brille wie eine Große, Grimasse wie ein eher kleine. (Außerdem bin ich etwas vorsichtig geworden was Bilder von ihr angeht, da obskure Suchanfragen  auf dem Blog auftauchten.) Man merkt, daß das Kind langsam auf der Schwelle zum Teenager steht, aber noch sehr hin- und hergerissen ist. An einem Tag anziehen wollen wie ein verhinderter Popstar, am anderen eher kindliche Verhaltensweisen. Nunja da müssen wir jetzt alle durch.

K3
Meine kleinste, die ihrem in der Schwangerschaft verpaßten Spitznamen Rockerbaby alle Ehre macht. Ich nenne sie inzwischen das Turbobaby. Nachdem sie im Urlaub mit grad fünf Monaten meinte in den Vierfüßler gehen zu müssen und kurz danach ihre Methoden austestete vorwärts zu “morphen” ist sie mit sechs Monaten vorsichtig am Krabbeln üben gewesen. Morgen wird sie schon sieben Monate (waaah?) und sie krabbelt seit einer guten Woche recht flüssig und wird jeden Tag schneller und sicherer. Ebenso sitzt sie seit ein zwei Wochen frei, voher noch aus dem Vierfüßler abgestützt und neuerdings zieht sie sich an allem hoch und steht da rum. Nebenbei hat sie vor zwei Wochen zwei Zähnchen rausgedrückt. Den familiären Magen/Darm Infekt hat sie halbwegs übersprungen, dafür aber den brüderlichen Schnupfen aufgegriffen und an mich weiter gegeben. Weil das Leben so aufregend ist momentan stillt sie auch mehr. Die Einführung von Beikost war noch nicht so erfolgreich, sie quittiert jeglichen Versuch mit Würgen und Ablehnung. Auf Anraten der Hebamme haben wir nun mal Getreide-Milchbrei probiert, ein bischen besser geht der schon und wir bleiben dran. Körperlich ist sie immer noch auf der zarten Seite, aber der Kinderarzt war bei der U5 zufrieden und meint sie liegt auf den Kurven in der Mitte. Ansonsten ist sie immer noch weitestgehend das fröhliche entspannte Baby was sie schon immer war, genervt allerdings wenn sie nicht bekommt/kann was sie will und zusätzlich dezimiert sie gerade ihr Schlafbedürfnis.

Wache Strahleaugen und wer genau hinschaut, der sieht auch die zwei Zähnchen.

Das war es jetzt erstmal im Großen und Ganzen, ich hab bestimmt irgendwas vergessen, aber für einen Überblick sollte es genug sein.

 

Die Wurfprämie – oder so

Seid ich denken kann erinner ich mich daran, daß meine Mutter zur Geburt ihrer zwei Kinder von meinem Vater eine Perlenkette geschenkt bekam. Für mich eine weiße, für meinen Bruder eine grüne. Deshalb setzte sich bei mir im Hinterkopf fest, daß die Mutter zur Geburt eines Kindes ein Geschenk zu bekommen hat bekommt. Man könnte zwar argumentieren, das größte Geschenk sei doch das neue Leben, aber, so ein Geschenk zu so einem schönen Anlaß hat ja auch was.

Zu der Geburt unseres ersten Kindes bekam ich eine praktische Wickeltasche mit lauter Alltagsdingen für das neue Baby. Nett gedacht, aber irgendwie ja nix für mich. Trotzdem nutzte ich die Tasche recht lang, es war ja auch der Gedanke der zählt.

Zur Geburt vom Sohn bekam ich auch irgendwas, so Schnickeldi, ein kleines filzgebundenes Fotoalbum und an den Rest erinner ich mich nicht mehr so genau. Es hatte als keinen tiefen Eindruck hinterlassen.

Da man nicht immer stumm erwarten soll, sondern auch mal sagen kann, was man sich so sehr wünscht, machte ich dem Mann und Kindsvater diesmal recht deutlich klar, daß ich zur Geburt unseres dritten Wunders gerne ein Schmuckstück, einen Ring hätte.

Wir schauten ein bischen rum, ich fand alles nullachtfuffzehn oder zu teuer und landeten dann bei dieser Goldschmiedin. Die angebotenen Ringe auf der Website gefielen mir schon recht gut, aber _der_ Ring war nicht dabei. Also entwarfen wir einen gemeinsam, der den gleichen Stein wie in meiner Halskette erhalten sollte. Nach dem Eintreffen des Steines vervollständigten wir den Auftrag und es hieß warten. Da ich mir gewünscht hatte, daß alle Namen meiner unserer Kinder in den Ring graviert werden, dauerte es ein bischen länger, aber nun ist er fertig und bei mir. Ich präsentiere hiermit also meine Wurfprämie (so nennt meine gute Freundin Katja die Geschenke zur Geburt ihrer Söhne)

Es ist nicht nur ein schöner Ring mit einem Topaz, nein er kommt auch in einer äußerst hübschen Verpackung.

Und auf Wunsch einer einzelnen Dame auch ein Bild an der Hand.

Ist er nicht toll geworden?

 

 

Snappy Wallet

Am Freitag kam die neueste Ausgabe des Stitch Magazins hier an. Motto der Ausgabe ist diesmal “fun and hot summer projects”. Beim Durchblättern blieb mein Blick bei dem Snappy Wallet von Missy Shepler hängen. Ein, wie ich finde, interessantes Nähprojekt.

Die Kinder sind immer am quengeln nach Portemonnaies und Täschchen, darum fand ich dies ist ein geeignetes Projekt. Außerdem reizte es mich auszuprobieren ob ich das hinbekomme.

Freitag waren die Kinder und ich dann zusammen in der Stadt und besorgten u.a. Stoff für die Snappy Wallets. Abends schnitt ich gleich zu und begann mit den ersten Nähten. Dann ging es los, ich verstand nicht, was die Autorin der Anleitung von mir wollte. Ich weiß nicht, ob es an meinen mangelnden Sprachkenntnissen, meinem Defizit an räumlichen Denken oder einem Konglumerat aus beidem lag. Eventuell sollte ich auch aufhören, bei Anleitungen immer rumzudenken und einfach stur befolgen was da steht, anstatt was reinzuinterpretieren oder rumzudeuteln.

Samstag abend war ich äußerst übellaunig, weil nix geklappt hatte, während nix klappte wurde ich auch permanent von einem der drei Kinder belatschert und so war ich kurz davor alles in die Tonne zu werfen.

Sonntag morgen war ich fast allein, eine an die Autorin geschriebene Email mit Verständnisfragen war nicht beantwortet worden und ich wollte einfach nicht klein beigeben. Ich trennte auf, nähte neu zusammen, trennte nochmal auf und nochmal und machte dann nur noch stur was da stand ohne zu Hinterfragen und Nachzudenken. Irgendwie klappte es dann und nachdem der Übeltäter, das Fach für die Münzen, verhaftet war, ging der Rest wie von selber. Mag auch daran gelegen haben, daß das Baby heute zweimal aushäusig und ich somit nicht in “Habachtstellung” war. Ich konnte mich fast zu 100 Prozent ganz auf das Nähzeugs konzentrieren. (Etwas was mir unglaubliche Entspannung verschafft.)

Lange Rede kurzer Sinn, hier nun das fertige Snappy Wallet:

von Außen

Aufgeklappt befinden sich auf der einen Seite zwei Fächer für Scheine.

Auf der anderen Seite kann es ebenfalls aufgeklappt werden und dort befinden sich das Münzfach und zwei Fächer für Karten.

Die Leichten Dellen an den Seiten stamm von den Einsätzen für das Münzfach, die sich einfach nicht total glatt bügeln lassen wollen. Aber ich bin ja eh, wie immer, mit der Ausführung meiner Näharbeit nicht ganz zufrieden. Vielleicht liegt es ja doch an meiner Uraltmaschine und ich brauche mal eine Neue.

Der Stoff ist irgendwas von Michael Miller und wurde vom Empfänger, dem Söhnchen, alleine ausgesucht. Und obwohl ich es versucht habe, ich durfte für das Innenleben keinen kontrastfarbenen Stoff verwenden. Nun darf ich das ganze nochmal nähen, denn der Stoff für Tochterkinds Version liegt schon bereit.

Update: Nach meiner Anfrage an die Autorin bekam ich nach Fertigstellung eine nette Antwortmail, die sogar nochmal bildlich zeigte wie die Sektion die mir so Probleme machte zu arbeiten ist. Ich hatte alles richtig gemacht.

Nachgetragen – Geburtstagssohn

Spät aber nicht vergessen. Das Söhnchen wurde vor einer Woche sechs. Nicht nur, daß er seit der Ankunft der Babytochter nicht mehr das Baby hier ist, nein dies wird auch untermauert davon, daß er dieses Jahr in die Schule kommt. Und wenn auch der Eintrag aufgrund ständig Baby gefüllter Hände etwas spät kommt, so kommt er nicht weniger von Herzen.

Mein kleiner Großer Sohn

Der beste Sohn den ich habe, eigenwillig, charmant, bockig, hilfsbereit, wild und ganz kuschelig. Auch wenn er mich in der letzten Zeit oft testet und an meine Grenzen bringt, ich möchte ihn nicht missen, ohne ihn wäre unser Leben um einiges ärmer und hätte ein großes Loch.

Da so ein Ehrentag trotz Babystress angemessen gewürdigt werden muß, stand der Tag davor im Zeichen der Vorbereitungen.

Es wurde ein Kuchen gebacken:

Dieser Kuchen wurde zu 90% von seiner großen Schwester gebacken. Da diese krank daheim war, beschloß sie, daß sie das übernimmt. Suchte sich ein Rezept, ging zum Bioladen und kaufte die fehlenden Zutaten, rührte alleine den Teig an und ließ sich von mir nur helfen als es ans Einfüllen und Aufräumen ging. Die Glasur hab ich dann abends fix aufgetragen, die Verzierung übernahm wieder sie.

Als die Kinder im Bett waren wurde dann die obligatorische Girlande aufgehängt:Diese Girlande schleppte der Mann mal zum ersten Geburtstag des Tochterkindes an und seid dem gehört sie an jedem Geburtstag dazu. Genauso dazu gehört, daß diese Girlande jedes mal mehrfach runterfällt, da das Klebeband nie richtig hält. Aber nun hab ich so Haken gekauft und sie damit befestigt, jetzt hält sie, endlich.

Es wurden die Geschenke eingepackt und aufgebaut:Nicht auf dem Bild sind das Fußballtor und der am Geburtstag zusammen ausgesuchte Ranzen.

Und dann natürlich wurde der Kerzenkranz bestückt und aufgebaut.

Eigentlich bekam den Kranz die Tochter letztes Jahr zum Geburtstag aber da er da zu spät ankam, durfte er dieses Jahr für Söhnchens Geburtstag benutzt werden.

Am Geburtstag selber war morgens große Aufregung angesagt und nach dem Familiegeburtstagfrühstück und Geschenke aufreissen auspacken ging er in den Kindergarten um sich dort feiern zu lassen. Früher als sonst wurde Söhnchen dann abgeholt und wir gingen, nachdem das Tor aufgebaut und ausprobiert worden war, den Ranzen kaufen, Eis essen und abends so auf seinen Wunsch ins Blockhouse. Die Feier mit den Freunden holen wir an einem Wochenende nach.

Ich bin so glücklich dieses Kind zu haben und dankbar, daß er bei uns ist.

Lego Friends für Mädchen – Ein emanzipatorischer Alptraum?

Vor einigen Wochen hat unsere Tochter dank Wolfgang bzw. seinem Arbeitgeber zum Testen ein großes Paket mit Produkten der neuen Lego Friends Linie bekommen. Eigentlich wollte ich dazu etwas geschrieben haben: die Freude, die Spannung und über den Spaß beim Aufbauen und damit Spielen. Bevor ich aufgrund von Geburt und der ersten Babyzeit einen solchen Artikel verfassen konnte, erschien in der SZ ein Artikel, der diese Produktlinie in Grund und Boden kritisiert.

Ich las, lies die Kinnlade runterklappen und wurde wütend.

“Das Ergebnis ist ein emanzipatorischer Albtraum: Die zentralen Figuren, die Freundinnen Mia, Emma, Andrea, Olivia und Stephanie, leben in “Heartlake City”, einem Gender-Ghetto in Pink und Lila. Für die realen wie die Plastikmädchen gibt es nichts weiter zu tun, als Kuchen zu backen, in den Schönheitssalon zu gehen und sich um die Pferde zu kümmern.”

So der Autor Christopher Pramstaller.

Ich verstehe das richtig, ja? Wenn ich meine Tochter, äh Töchter mit diesen Produkten von Lego spielen lasse, dann werden sie zu unemanzipierten Mädchen denen außer der eigenen Optik, Gebäck und Tieren nichts am Herzen liegt? Bullshit, ganz großer Bullshit.

Ja die Themen sind solche, die zumeist weiblich besetzt sind, auch werden lila und pink häufiger von Mädchen als von Jungs als Lieblingsfarbe gewählt. So what?

Es handelt sich um eine Themenwelt die vorrangig weibliche Kinder ansprechen soll. Auch die bisherigen Lego Produkte sollen Mädchen ansprechen, doch sind es meist Szenarien die eher auf die Interessen von Jungen abgestimmt sind. Feuerwehr, Star Wars, Technik, etc.

Ich streite überhaupt nicht ab, daß es nicht auch Mädchen gibt die großes Interesse an diesem bisherigen Sortiment haben, aber ich stelle auch fest, daß ab einem gewissen Alter, Mädchen einfach, gerne in Mädchenwelten spielen.

Unsere Tochter wuchs die ersten 1-2 Jahre ohne rosa-flüsch-Herzchen-Umgebung auf. Wir waren zu sehr dagegen sie von Anfang an geschlechtsspezifisch durch Farbe oder Auswahl der Spielzeuge zu beeinflussen.

Es gab Klamotten auch aus der Jungsecke, Brio-Bahn und einen Flughafen von Duplo. Gleichzeitig gab es auch Puppen, Plüschtiere und hier und da ein Kleidchen.

Ab dem Zeitpunkt als die kleine Dame ihre Garderobe verbal mitbestimmen konnte, mußte es Pink sein, Rosa oder auch Lila, aber bitte kein Blau und keine Jungsfarben und die von den Eltern bevorzugten Hosen (im Alltag praktischer) waren auch doof. Es wurde sich eigenständig (!) tagsüber mehrfach neu angezogen, je mädchenhafter um so besser.

Dies wurde weder von uns initiiert, beeinflußt noch unterbunden. Wir sind und waren der Ansicht, sie darf sich in ihrer Geschlechterrolle selber bestimmen, solange es altersgerecht ist und sie ausreichend bedeckt.

Barbie, Lilifee etc. sind keine Spielsachen, die die hiesigen Eltern großartig finden, gerade beim ersten Kind ist man ja noch so pädagogisch wertvoll. Und mir als Mutter gefiel einiges der von den Spielsachen vermittelten Werte nicht, aber mir war auch klar, je mehr ich das verbiete oder verweigere so interessanter wird es. Also gab es diese auch in vertretbarer Menge.

Unter dem Strich kann man sagen, unsere Tochter wuchs mit geschlechtsneutralem, sogenannten Mädchen- und sogenanntem Jungsspielzeug auf. Jetzt ist sie gut 8 Jahre alt und ein richtiges Mädchen. Sie liebt Schminke, Klamotten, Popstars, tratscht schonmal über Jungs, ist tierlieb und backt gerne mal mit uns. Diese Vorlieben hat sie selber entwickelt, trotz des “geschlechtsneutralen Angebots sowohl von Bekleidung als auch Büchern oder eben Spielwaren.

Es ist  nicht so, daß ich ihr ein ausgeprägtes Mädchen-Image vorlebe, eines wo sich jeden Tag geschminkt wird, die Bekleidung sehr feminin geprägt ist oder Mama ihre Erfüllung in der Kindererziehung und dem Haushalt sieht. Sie hat diese Vorlieben aus sich raus entwickelt. Und das ist der Punkt, Kinder entwickeln ihre Vorlieben eigenständig, egal was man ihnen anbietet. Und ich sehe einfach immer wieder, das die meisten Mädchen oder Jungs in meinem Umfeld auch ohne elterliche Beeinflussung mehr oder weniger zu sogenannten geschlechtsspezifischen Verhalten oder Interessen tendieren.

Laut dem Artikel hat Lego Marktforschung betrieben, um gezielt weibliche Kinder anzusprechen und wenn das dabei rausgekommen ist, daß Mädchen gerne solche Produkte zum Bespielen haben wollen, warum nicht?

Wird meine Tochter weniger emazipiert, weil sie damit spielt? Wird sie in eine Rolle gedrängt, die dem der modernen Frau nicht mehr entspricht? Wird mein Sohn schwul, weil er sich mal von mir die Nägel lackieren lassen wollte (und bekommen hat). Wird meine Tochter eine devote Hausfrau, weil sie sich gerne mit Babys und kleinen Kindern beschäftigt, Tiere liebt und gerne beim Backen hilft? Wird aus meinem Sohn kein “richtiger” Mann, weil er gerne kuschelt und beim Kochen mithilft? Ich glaube wohl kaum.

Was aus unseren Kindern wird, ob sie emanzipierte, selbständige und selbstbewußte Menschen werden,  die innerhalb oder außerhalb einer engen Geschlechterrolle leben, bestimmen immer noch wir, die Eltern. Dazu gehört ebend auch sie sich komplett in der einen oder anderen Rolle aufgehen zu lassen, den Vorlieben gerecht zu werden ohne das andere auszuschliessen.

Wenn Mädchen aus dem Alter der Zielgruppe in diesem Alter Pink und Lila bevorzugen, wenn sie nunmal gerne mit einer Tierklinik oder einem Schönheitssalon spielen, dann wäre Lego schön blöd, diesen Markt komplett der Konkurrenz zu überlassen und zum anderen, laßt doch die Mädchen Mädchen sein. Wenn wir sie weltoffen erziehen werden sie im Erwachsenenleben so oder so “ihren Mann” stehen.

Abschliessend sei noch erwähnt, daß beim Auspacken und Aufbauen und dem ersten Bespielen der jüngere Bruder mit Feuereifer dabei war und in den letzten Wochen die Beiden um die Wette Raumschiffe bauen, jetzt halt auch mit pinken und lila Steinchen dazwischen.

Aus zwei mach fünf – Ankunft

Am Ende einer jeden Schwangerschaft steht die Geburt, das weiß jeder das weiß auch ich, immerhin habe ich schon zwei Kinder ausgetragen und geboren. Und so groß der Wunsch nach einer Nummer drei auch war, dieses mal hatte ich wirklich Angst vor dem Finale. Je näher der Termin rückte um so nervöser wurde ich. Teils weil ich absolut noch nicht bereit war den Bauch gehen zu lassen, teils weil ich mir logistische Sorgen machte (wer nimmt die Großen, wie komme ich ins Krankenhaus, schaffe ich es rechtzeitig etc.) und ein großer Teil auch einfach irrationale Sorgen. Wohlwissend, daß ich aus der Nummer nicht mehr rauskomme, denn drinbleiben war nunmal auch keine Option.

Als der Mann letzten Sonntag den Kindern freudig erklärte, daß dies wohl nun unser letzter Sonntag zu viert sein werde, fauchte ich ihn empört an, daß ich noch nicht soweit und es bis zum Termin ja noch vier Tage hin sei und ich diese mindestens noch bräuchte. Dabei hegte ich die stille Hoffnung vielleicht auch mal über den Termin zu gehen, Aufschub zu bekommen.

Nachdem ich am Sonntag noch einiges aufgeräumt hatte und wenig zur Ruhe kam, war der Bauch am Montag recht unruhig, wurde oft hart. Dies kannte ich schon aus der Schwangerschaft und es war immer ohne weitere Folgen geblieben. Frei nach dem Motto beim Dritten tut es eben mehr weh. So schenkte ich dem Bauch nicht so viel Aufmerksamkeit, versuchte zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Trotzdem wurde ich leicht nervös und war nicht mehr gern alleine als ich feststellte, daß der Bauch relativ regelmäßig, wenn auch schmerzlos im zehnminütigen Abstand hart wurde. Der Mann spürte wohl meine Anspannung und versprach nach seinem Termin nach Hause zu kommen. Gegen mittag stellte ich fest, daß das Hartwerden mit leichten Schmerzen einherging und dachte ich sollte eventuell dieses doch mal kontrollieren lassen und drängelte den Mann aus seinem Termin raus. Ein Anruf bei meinem Frauenarzt bestätigte mich darin, dochmal ins Krankenhaus zu fahren um ein CTG zu schreiben.

Da ich immer noch nicht soweit war den Bauch gehen zu lassen und recht sicher wieder heimgeschickt zu werden organisierte ich die Kinder für kurzfristig weg, denn die Abholzeiten würden wir nicht einhalten können und schmiß für alle Fälle ein sauberes T-shirt, einen Massageball und ein Ladekabel in meine Handtasche. Die Kliniktasche mitzunehmen fand ich affig.

Wir kamen so gegen 14 Uhr im Krankenhaus an und nach 10 min wurde ich an das CTG gehängt. Zunächst scherzte ich noch mit dem Mann, daß nun alles Hartwerden vorbei sei, was aber ein Irrtum war, denn nach 10 min kam es relativ regelmäßig wieder. Da ich es aber wenig schmerzhaft fand war ich schon halb auf dem Sprung nach der dreißigminütigen Aufzeichnung heimwärts zu fahren. Doch die Hebamme dort sah das anders, sie untersuchte mich noch und meinte ich solle mal zwei Stunden spazieren gehen, auf dem Gelände, am Besten in der Nähe des Kreissaalbereichs und dann um 17 Uhr ein weiteres CTG schreiben. Ich fand das übertrieben, aber zottelte mit dem Mann zum Fahrstuhl um unten etwas rumzulaufen. Dort stellte ich fest, daß aufrecht der Schmerz etwas heftiger war, aber tolerabel. Trotzdem fühlte ich mich unwohl damit und so fuhren wir wieder hoch.

Ich war immer noch überzeugt, daß es noch nicht Zeit war ein Kind zu bekommen und war dementsprechend überrumpelt als die Hebamme meinte, sie gebe mir jetzt schonmal den Kreissaal damit ich meine Sachen dort ablegen kann. Häh? Wie? Jetzt schon? Ich spürte doch kaum was.

So gegen 15.30 bekam ich im Kreissaal meine Braunüle gesetzt, Blut abgenommen und mußte noch irgendwas ausfüllen. Innerlich dachte ich nur, was für ein Theater, ihr schickt mich doch dann eh wieder heim.

Die Zeit bis 17 Uhr verflog relativ fix, der Mann holte uns mal was zu Essen, wir hatten beide nur gefrühstückt und ich lümmelte rum, spielte am iPhone, redete und lachte mit ihm. Spürte immer mal das Ziehen, fand es aber nicht besonders. Dann war 17Uhr und ich kam wieder ans CTG, ich sollte wieder 30 min aufgezeichnet werden. Da die doofe Sonde immer verrutschte wurde diese Zeit 10 min und nochmal 10 min und nochmal verlängert, so daß ich bis gut 18 Uhr dranhing. Ich war am Schimpfen wie ein Rohrspatz, daß ich da so lange dran hängen mußte, wollte aufstehen und nicht doof rumliegen und fand die ganze Situation sowieso obskur. Der Mann lachte sich eins und meinte andere würden beseelt da liegen und dem Kind entgegenfiebern während ich nur am motzen sei.

Um 18 Uhr wurde ich endlich abgehängt und kurz danach kam eine neue Hebamme zusammen mit der Ärztin zu mir und schlug mir vor die Blase zu sprengen um mich zu erlösen, damit ich mich nicht so quälen muß. Es könnte ja beim Dritten auch noch was dauern jetzt. Häh, was? Ich quäle mich nicht, das war alles gut auszuhalten, ich mußte nichmal reinatmen. Ein weiteres mal fühlte ich mich komplett überrumpelt und fragte mich, wie die darauf kommen, daß es jetzt schon fast soweit sei. Langsam dämmerte mir aber, daß ich nicht ohne das Kind diesen Raum verlassen würde.

Da ich so wenig wie Medikamente mag, wenn jemand an mir rummanipuliert, erbat ich mir wegen der Blasensprengung ein wenig Bedenkzeit, ich wollte endlich mal aufstehen, auf Toilette und dann entscheiden. Aufgestanden bekam ich relativ starke Wehen und mußte diese dann auch mal veratmen. Also begab ich mich zum Bett zurück und nach einigen heftigen Wehen, bei denen ich dachte, nö, das mache ich nicht noch Stunden mit, begannen schon die Preßwehen (laut dem Mann nur 2-3), so daß um 19.04 unsere Tochter geboren war.

Bis heute bin ich noch nicht ganz darin angekommen, daß ich mal so eben ratzfatz ohne Vorankündigung meinen Bauch losgeworden bin. Aber eines kann ich mit Sicherheit sagen, das Kind, das gebe ich nicht wieder her.