Archiv der Kategorie: Gaumenfreuden

Das Sauerteiexperiment

Wie ich berichtete, habe ich von unserem London Aufenthalt ein Brotbackbuch mitgebracht. Nachdem die bisherigen Versuche die Rezepte nachzubacken alle recht erfolgreich waren, dachte ich, kann ich mich an das Sauerteigrezept wagen. Sauerteig scheint ja beim Brotbacken sowas wie der heilige Gral zu sein, zumindest wenn man einschlägige Seiten in diesem Internetz liest.

Lange Rede kurzer Sinn, vor einer Woche machte ich mich dran mir meinen eigenen Sauerteigansatz zu ziehen. Dieser bestand aus 550er Weizenmehl, etwas Dinkelmehl, Honig und Wasser. Er tat auch brav was ich wollte, schlug Blasen, wurde innen schaumig etc. pp. Ich fütterte ihn nach Plan, bewegte ihn und schaute regelmäßig nach seinem Wohlbefinden. Nach zwei Phasen der Betüddelung trockenete ich einen Teil des Ganzen zu Granulat für einen späteren neuen Ansatz.

Am Ende der vierten Phase war der Sauerteig reif um zu Brot verbacken zu werden. Ich hatte ihn wie vorgeschrieben gut zwei Tage im Kühlschrank vor sich hin arbeiten lassen. Leider sah er unter der gebildeten haut nicht ganz so luftig aus wie im Buch, aber da ich nunmal dabei war beschloß ich trotzdem mit der Hälfte den Brotteig wie geplant anzumischen. Also gab ich weiteres Weizen- und Dinkelmehl hinzu. Außerdem natürlich mehr Wasser und dann versuchte ich aus der matschigen Masse sowas wie einen bindenden Teig zu erhalten. Das klappte halbwegs. Dieser kam in zwei Körbchen, mal wieder die Osterkörbchen der Kinder und durfte in kühler Umgebung außerhalb des Kühlschranks noch mal 17 Stunden ca. gehen. Besonders aufgegangen fand ich ihn dann nicht, hatte aber keine Geduld mehr und an dem Tag rasende Kopfschmerzen und wollte den weg verarbeitet haben.

Der Ofen mit dem neu erworbenen Pizzastein wurde aufgeheizt, die zwei Laibe hineingeschoben und ausgebacken. Dies erfolgte mit absteigender Temperatur. Am Ende der Backzeit fand ich die Brote noch etwas hell und gab ihnen sowas wie eine Nachspielzeit (stand auch so im Buch). Danach ließ ich sie auskühlen und zog mich schmerzgeplagt ins Bett zurück.

Der heimkehrende Gatte brachte mir später ein Stück von dem Brot ans Bett, aber wegen akuter Übelkeit verweigerte ich die Verkostung. Als es mir dann besser ging nahm ich das aufgeschnittene Brot in Augenschein. Es roch ganz gut, hatte aber einen großen Hohlraum unterhalb der Kruste und auch die Krume gefiel mir nicht besonders. Immerhin war es geschmacklich okay und hatte den Sauerteiggeruch fast verloren. Während des Teigpflegens ging der mir nämlich irgendwann auf den Keks.

Unter dem Strich bin ich nicht zufrieden mit dem Ergebnis, die Kruste etwas zu hart, das Innenleben unterdurchschnittlich, nicht besonders gut aufgegangen und eigentlich im Inneren auch noch ein wenig klitschig. Da mein Sauerteigansatz nicht schimmelig oder verdorben war, gehe ich davon aus, daß er noch nicht genug Kraft hatte oder ich beim Verarbeiten einen Fehler gemacht habe.

Ich habe noch die Hälfte des Ansatzes im Kühlschrank und werde am Wochenende mit diesem, weitergereiften, einen weiteren Versuch wagen, diesesmal mit dem Rezept für Roggenbrot. Wie Sie sehen, es bleibt spannend.

Und weil jeder in diesem Internetz der mitbekam daß ich einen Sauerteigansatz ziehe fragte, ob ich einen Hermann herstelle, habe ich meinen Ansatz bockig Horst getauft.

Ich hab da mal was gebacken – vom Reisen und Brot

Frei nach dem familiären Motto “Wir müssen mehr Weltreisen machen” ™ reisten der Mann und ich kürzlich mit dem Baby nach London. So vier Tage, nur Einkindeltern, hätte ich damals gewußt wie entspannt das sein kann, nur ein Kind und das in der Karre. Egal.

Also wir waren also unterwegs, im Ausland. Das mit dem Ausland ist wichtig, denn in fremden Ländern mutiert der shoppingmuffelige Mann zum Shoppingfan. Wir lieben es beide unbekannte kleine und große Läden zu entdecken. Rumzustöbern was es woanders gibt. Besonders gerne besuchen wir Supermärkte und Buchläden.

So verwundert es kaum, daß wir in London einen der vier Tage dazu nutzen ewig in einem Buchladen rumzulungern. Von der Belletristik zu den Kinderbüchern, bischen bei den Sachbüchern verweilt, ab in die Kochbuchabteilung und ich genehmigte mir noch die Handarbeitsbücher. Der Mann entdeckte dann dieses Buch, welches er mir freudestrahlend unter die Nase hielt.

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Ich dachte zunächst es handelt sich um Pie-Teige, entdeckte aber recht schnell, daß es um Brot und Brötchen geht. Der Autor sagte mir zunächst nichts, scheint aber in Großbritannien recht bekannt zu sein.

Nachdem wir, wieder daheim, unser anderes Mitbringsel, eine ordentliche Magen/Darmgrippe hinter uns gelassen hatten wollte ich eins der aufwändig klingenden Rezepte gerne ausprobieren.

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Es beginnt damit, daß man  aus Hefe, Weizenmehl, Wasser und Salz eine Art Vorteig (white fermented dough) herstellt, der möglichst über Nacht im Kühlschrank bleibt. Am nächsten Tag wird aus diem Teig und mehreren Mehlsorten, mehr Hefe, Salz und Wasser der endgültige Teig zusammengerührt, der nach bestimmten Methoden mehrfach geknetet und gefaltet wird um ihn dann mal im Ganzen und dann geteilt in Brotgehkörbchen aufgehen läßt. Ich hab zwar weder solche Körbchen, noch die erwünschten Backtücher, aber mit den Osterkörbchen der Kinder und den Aussteuerhandtüchern aus Leinen meiner Patentante klappte das auch ganz gut.

IMG_0521Dann bestand die Kunst darin, die aufgegangenen Brotlaibe mithilfe eines Holzbrettes vorsichtig auf das schon im Backofen befindliche Blech zu transferieren. Okay vorher sollte man noch ein nettes Muster reinschneiden, aber das klappte eher nicht so hübsch.

Transferiert bekommen habe ich sie aber und sie behielten auch halbwegs die Form. Lange Zeit änderte sich nichts am Farbton und ich wurde schon recht nervös. Oben auf dem Bild kann man sehen, wie die Farbe in dem Rezept vorgesehen ist. Da aber geschrieben stand, man solle so lange backen bis sie einen dunklen Goldton angenommen haben, kamen sie dann eben raus.

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Nach dem ich sie etwas auskühlen lies, mußte ich natürlich sofort anschneiden um rauszufinden ob mein Experiment gelungen war. Ich hatte bis dato kaum Brotbackerfahrung und die wenigen Versuche, schon vor Jahren oder mit einer Backmischung waren eher enttäuschend gewesen. Wie man sieht, optisch machte das Ganze etwas her, ich war beeindruckt, daß die Krume so richtig nach echtem Brot aussah.

Da der Gatte inzwischen heimgekehrt war, bestrich ich eine Scheibe mit Butter und etwas Salz und im Nullkommanix hatte die Familie, vom Baby bis zum Mann, vor dem Abendbrot einen halben Laib verputzt.

IMG_7387Mir schmeckte es auch ganz gut, es hätte etwas salziger/würziger sein können, aber für mein erstes ernsthaftes Brotbacken nach der langen Zeit, ganz ohne Automat und Fertigmischung war ich zufrieden. Eventuell war das verwendete Salz zu wenig salzig.

Da von dem Vorteig noch einiges übrig war und maximal 48 Stunden aufbewahrt werden konnte, hab ich mich am übernächsten Tag an das Rezept für Bagels gewagt. Es war etwas weniger aufwändig umzusetzen, nur daß der fertig geformte Teig vor dem Backen noch in kochendem Wasser schwimmen mußte. Da der Teig nicht so aufging wie er das bei dem Brotrezept tat, war ich lange skeptisch ob der Vorteig noch gut gewesen war und ob ich alles richtig gemacht hatte. Nach dem Backen und der ersten Verkostung waren hier jedoch wiederum alle begeistert von dem Endprodukt.

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Man hätte sie optisch wohl etwas perfekter hinbekommen können, geschmacklich gab es aber wirklich nichts auszusetzen. Genau das richtige Maß an Fluffigkeit und Zähigkeit, was Bagel ausmacht.

Mein Fazit zu dem Buch? Es ist kein Rezept darin, was man mal eben nebenbei backen kann, aber das sind die Ergebnisse allemal wert. Immerhin ist alles andere um uns herum schon so schnellebig, daß man sich für gutes Brot ruhig ein wenig Zeit nehmen kann/sollte. Die Erklärungen und Anweisungen sind schlüssig und gut zu befolgen, soweit man Englischkenntnisse hat. Außer den eigentlichen Rezepten gibt es den vorgestellten allgemeinen Teil, der Zutaten und Werkzeuge erklärt, aber auch einzelne später gebrauchte Arbeitsschritte rezeptübergreifend mit vielen Bildern darstellt. Zusätzlich liegt dem Buch noch eine DVD bei, auf der sich wohl auch Erklärungen in Bild und Ton befinden, ich habe sie bisher noch nicht angeschaut.

Unter dem Strich, der London Ausflug war schön, das Buch lohnt sich und ich werde bestimmt nochmal Brot backen. Am liebsten würde ich als nächstes den selbst gemachten Sauerteig samt zugehöriger Rezepte probieren.

 

 

 

Hausgemachte Croissants – Craftsy Kurs ausprobiert

Wer ein bischen kreativ ist und nicht nur das deutsche Netz absurft, der stolpert irgendwann über Craftsy.

Dabei handelt sich um ein Portal welches online Kurse zu den verschiedensten kreativen Themen anbietet, sei es nun Nähen, Stricken, Quilten, aber auch Kochen, Gärtnern und einiges anderes. Weiterhin kann man Anleitungen und auch Materialien über die Website erwerben. Dazu kommt die Möglichkeit sich zu einem dort erworbenen Produkt, Kurs oder Anleitung auszutauschen oder einfach nur vorzuzeigen was man gemacht hat. Ein, wie ich finde tolles Konzept und die Anleitungen und Kurse machen einen sehr guten Eindruck. Wer also englisch versteht, findet dort alles Mögliche um seine kreativen, kullinairschen oder handwerklichen Ambitionen auszuleben.

Relativ früh nach dem ich die Seite entdeckte stolperte ich über den Kurs “Classic Croissants at home“. Ob es nun die schönen Bilder waren oder meine ohnehin vorhandene Leidenschaft für Croissants, ich wollte diesen Kurs gerne machen. Lediglich die Kursgebühr von ca. 40 $ fand ich etwas viel für mal eben so.

In der Weihnachtszeit warf Craftsy dann mit Sonderangeboten nur so um sich. Nach der dritten Mail mit den Hinweisen auf die reduzierten Kurse schaute ich mal nach und hatte das Glück den gewünschten Kurs für 10$ kaufen zu können.

Da ich überraschenderweise zu Weihnachten ein iPad Mini geschenkt bekam, war das die perfekte Kombination um diesen Kurs auszuprobieren. Zur Freude des Gatten begann ich auf dem Sofa oder im Bett mir die Kursstunden anzusehen, bevor ich überhaupt anfing zu backen. Erste Hürde war übrigens ein ausreichend großes Stück Pergamentpapier zur Erstellung des Butterblocks zu bekommen. (Sollte jemand wissen wo man hier überbreites Pergamentpapier bekommt, ich freue mich über Hinweise.) Ich hatte Glück und konnte in der Stadtbäckerei einen Bogen erwerben und konnte loslegen.

Mit dem Papier konnte ich den erste Arbeitsschrittes des Kursrezeptes perfekt absolvieren, ein Stück Butter zu einem sogenannten Butterblock formen.

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Dabei wird das Papier gefaltet, die weiche Butter hinein gegeben und dann in der vorgefalteten “Hülle” auf Maß ausgerollt. Dann kommt das ganze in den Kühlschrank, damit es wieder fest wird. Ich bin übrigens immer noch unglaublich stolz wie gut mir das gelungen ist.

In der Zwischenzeit bereitet man den Hefeteig zu, da gibt es auch jede Menge spezielle Anweisungen und Vorgehensweisen, damit er auch genau so wird wie die Kursleiterin das möchte. Wenn der Teig dann soweit fertig ist, wird der Butterblock in diesen eingeschlagen.

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Hier ist die Butter schon im Teig verschwunden. Den mit Butter gefüllten Teig mußte man dann auf Maß ausrollen und erneut einschlagen.

IMG_7353Das sieht dann so aus. Das macht man insgesamt drei mal, wobei der Teig zwischendrin immer wieder in die Kühlung kommt, damit die Butter nicht zu warm wird und beim Ausrollen aus dem Teig läuft.

Für diejenigen Leser, die schon Erfahrung mit Blätterteig haben, mag das alles ein bischen langweilig sein, aber ich hatte das vorher noch nie probiert und war fasziniert, wie gut das alles klappt, auch dank der guten Anweisungen aus den Videos. Ich erspare jetzt auch weitere Falt-, Roll- und Schneidebilder.

Nachdem der Teig wie beschrieben bearbeitet worden war, noch eine gute Standzeit zum Gehen hinter sich gelassen hatte und ein weiteres Mal auf Maß gerollt worden war, ging es an die Ausformung der Backwaren.

Ein Croissant ist ja nicht einfach nur ein gerolltes Dreieck, nein für ein klassisches Croissant muß ein gewisses Verhältnis von Seiten- zur Grundfläche eingehalten werden und, der geneigte Leser mag Lachen, aber ich hab mit meinen großen Schneidelinealen die ich sonst zum Quilten benötige vor dem endgültig ausgewalzten Teig gestanden und die Dreiecke zugeschnitten, am unteren Ende eingeschnitten und mit einer gewissen Ziehtechnik aufgerollt.

IMG_7354Die sahen dann so aus.

Eigentlich hätte man diese dann in einem übergroßen Beutel gehen lassen müssen, aber da ich keinen hatte, hab ich es im vorgeheizten Backofen probiert, was eine ziemlich blöde Idee war, denn die Butterschichten fingen an auszulaufen.

IMG_7355Hier die aufgegangenen Croissatns mit Ei bepinselt im Backofen.

Was ich übrigens beim ersten Durchlesen/Ansehens des Rezepts nicht bedacht hatte ist, daß der Teig über nacht in den Kühlschrank muß. Gut, daß ich mit der Zubereitung aus Ungeduld abends angefangen hatte und wir somit an einem Sonntag Morgen die frischen Croissants essen konnten.

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So sahen die guten Teile dann aus. Es gab spezifische Anweisungen zur Farbe und sie blos nicht zu früh raus zu nehmen, da ansonsten der Teig partiell noch roh wäre. Als die Farbe dann perfekt war fand ich die Konsistenz nicht gut, mir waren sie zu hart/schwer und nicht fluffig genug und auch der Geschmack war halt anders als aus der hiesigen Bäckerei. Ich führe die leichte Enttäuschung im Endergebnis eher auf meinen Fehler beim letzen “Geh-Vorgang” zurück (zu warm). Ich hatte die Hälfte des Teiges davor eingefroren und werde diesen demnächst nach dem Formen an einem kühleren Ort gehen lassen, fertig backen und dann vergleichen.

Mein Fazit zum dem Kurs und wie er dargeboten wurde ist jedoch durchaus positiv. Die Lehrerin macht das super. Denkt man an der ein oder anderen Stelle, sie solle sich mal etwas kürzer fassen, kommt man im nächsten Moment zu der Erkenntnis, daß nicht jeder Kursteilnehmer Erfahrung im Backen hat und es dementsprechend gut ist, daß sie einiges ausführlicher erklärt. Weiterhin gibt sie einem jede Menge Basiswissen zu Materialien, Utensilien, Zutaten, Teigverhalten, Hefe etc. weiter, welches man aus normalen Backbüchern so nicht bekommt und was einem hilft die Materie so zu verstehen, daß man auch weiß wieso man genau dies oder jenes tut. (zB: nicht den Teig an einem zu warmen Ort gehen lassen …)

Obwohl der Kurs ein durchgehendes Video ist, kann man die verschiedene Kapitel separat anwählen, so daß man mal überspringen oder schnell nochmal zurück schauen kann. Einmal bezahlt kann man die Klasse unendlich oft abrufen, dazu bekommt man das Rezept und etwas Herstellerhinweise als .pdf zum download. Wobei das Rezept ohne das Video nicht so schlüssig ist bzw. einige Anweisungen aus dem Video in dem Rezept nicht auftauchen. Aber es handelt sich ja auch um einen Kurs.

Ich würde jederzeit wieder so einen Kurs bei Craftsy kaufen, auch wenn man nicht weiß wie die anderen Lehrkräfte sind, denke ich doch, daß die Website diesen einen gewissen Rahmen vorgibt den sie ausfüllen müssen.

 

 

 

Mutzenmandeln – ein Versuch in drei Akten

Ein Freund erwähnte neulich Mutzenmandeln. Er wünsche sich solche vom Weihnachtsmarkt im Süden mitgebracht zu bekommen. Damit setzte er mir einen ordentlichen Floh ins Ohr.

Während meiner Kindheit und Jugend im Niedersächsischen gab es oft Mutzenmandeln in der Heimatstadt, zu Stadtfesten, dem Weihnachtsmarkt oder einfach nur so. Ich hab immer die Konditorei Rupprecht (gibt es leider nicht mehr) an der Ecke in der Fußgängerzone vor Augen, wenn ich an Mutzenmandeln denke, sei es nun mit dem mobilen Stand vor dem Haus oder Bleche mit dem Gebäck im Laden.

Da ich hier im Norden noch nie ordentliche Mutzenmandeln, wenn überhaupt bekommen habe, war mein erster Gedanke, die könne man bestimmt auch selber machen. Also warf ich die Suchmaschine meines Vertrauens an, um nach Rezepten zu suchen. Dabei lernte ich, daß Mutzen und Mutzenmandeln nicht das Gleiche sind. Weiterhin gibt es Rezepte mit und ohne Mandeln, mit Rum, mit Vanille, mit Marzipan, mit Zimt oder ohne, auf Hefeteigbasis oder als Mürbeteig. Welches das richtige sei, erschloß sich mir nicht. Die Sucherei führte mich dann zu einem Rezept, welches klang als könne es so schmecken wie die Erinnerung. Also suchte ich weiter nach der richtigen Ausstechform, denn Mutzenmandeln müssen die richtige Form haben und dazu braucht man den richtigen Ausstecher.

Ich bestellte einen und da ich ja ein wenig ungeduldig bin rief ich in der Zwischenzeit die Läden meines Vertrauens an um das Förmchen noch schneller zu bekommen. Aber entweder kannte/führte man diese Ausstecher nicht, oder nicht zu dieser Zeit (November). Mein letzter Anruf ging an Gebr. Jürgens im Mittelweg (man beachte bitte auch deren Shop-Site, allein schon wegen des Namens). Dort wußte man weder, was ich genau meine, noch hatte man es da. Ich war frustriert und fand mich fast damit ab, doch auf meine Onlinelieferung warten zu müssen. Fünf Minuten nach meine Anruf klingelte mein Telefon und man meldete sich mit den Worten, ob ich die Frau sei, die die Mutzenmandelform haben wolle, sie hätten natürlich welche da. Im Nullkommanix warf ich meine nachmittäglichen Pläne um und führ zu Gebr. Jürgens, wo ich mit den Worten “Ach sie sind die Mutzenmandeln” begrüßt wurde. Man präsentierte mir den Ausstecher in Kunsstoff oder Metall und ich entschied mich für Ersteren, da dieser auch ein Rezept auf der Verpackung hatte.

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Auf dem Rückweg holte ich noch schnell die restlichen Zutaten und Frittierfett. Wieder daheim probierte ich zunächst das Rezept, welches ich im Netz gefunden hatte aus. Teig bereitet und mit der schicken neuen Form ausgestochen. Soweit klappte das alles schon ganz gut.

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Nun also die Angst vor heißem Fett überwinden. Glücklicherweise besitzen wir seit unserem Truthahnessen ein Bratentermomether, welches auch für heiße Flüssigkeiten geeignet ist. Also alle Kinder raus aus der Küche und das Fett in der richtigen temperatur geschmolzen.

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Ich erinnerte mich, daß bei dem Bäcker immer die frischen Mutzenmandeln sofort auf einem großen Blech in Unmengen Puderzucker gewälzt wurden. Darum belegte ich ein Blech mit Packpapier, kippte ordentlich Puderzucker drauf und warf jede Portion Mutzenmandeln die ich aus dem Fett hob, dort hinein.

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Sah schon recht gut aus, schmeckte aber nur so lala gut. Das war das erste Rezept, das ich im Netz gefunden hatte. Ich nahm mir vor, demnächst mal das von der Förmchenpackung auszuprobieren.

Während meiner Rezeptsuche im Netz hatte ich ein besonderes Augenmerk darauf, ein Rezept zu finden, das eindeutig aussagte, daß es in meiner Heimat verwendet wird. Da ich nicht fündig wurde, aber wenn ich etwas will, recht hartnäckig sein kann, schrieb ich den Innungsmeister der heimatlichen Bäckerei-Innung an. Ich fragte ob er mir sagen könne, welche der verschiedenen zu findenen Variationen wohl dem Geschmack meiner Kindheit entsprechen könne. Da ich aber noch keine Antwort erhalten hatte, ging es gleich am nächsten Tag mit dem Verpackungsrezept weiter.

Kurz gesagt es wurde ein Disaster, das Fett wurde zu heiß, wurde schaumig und braun, der Teig ging im Fett so gar nicht auf und das geschmackliche Ergebnis war eher unterirdisch. Ich war recht enttäuscht und dachte schon daran, das Experiment Mutzenmandeln aufzugeben.

Am darauffolgenden Morgen bekam ich eine Email. Genau die, auf die ich gewartet hatte. Der Innungsmeister meldete sich. Er gab mir nicht nur Hinweise zur Zubereitung, sondern schickte mir gleich das Rezept mit, welches seine Bäckerei, die Altstadtbäckerei Richter, verwendet. Ich war glücklich und neu motiviert und wagte einen letzten Versuch.

Viel zu sagen gibt es nicht mehr, das Rezept entspricht zwar nicht ganz meiner Erinnerung aus Kinder-/Jugendtagen, kommt dem aber schon recht nahe. Lecker wurde das Gebäck mit dem Rezept auf alle Fälle und ich werde es bestimmt bald wieder einmal machen.

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Noch mehr prima Kundenservice – Danke Katjes

Seid Kindertagen bin ich ein großer Fan von Katzenohren.  Ich hatte immer mal Pausen, aber irgendwann kam immer wieder mal ne Tüte mit nach Hause. In der Schwangerschaft habe ich recht viel davon gegessen und auch jetzt in der Stillzeit liegt meist eine Tüte am Sofa neben meinem Platz. Als ich kürzlich eine neue Tüte aufriss und mir freudig einige der geliebten Lakritzdinger in den Mund schob schmeckten diese nicht. Waaa?

Ich schob dieses erstmal aufs Malzbier welches ich zeitgleich trank, man kennt das ja, manche Dinge schmecken in Kombination mit etwas anderem plötzlich seltsam. Doch auch später und nach weiteren versuchen blieb der Geschmack ungewohnt, doof, ekelig.

Ich schrieb an Katjes eine Nachricht und fragte nach ob sie die Rezeptur geändert haben oder ob ich evtl. hormonbedingt seltsame Sachen schmecke. Recht schnell kam eine Antwort, in der man mich bat die beanstandete Tüte einzuschicken.

Damit ich nicht wie ein Vollhorst mit sensorischen Problemen da stehe öffnete ich die noch vorhandene andere Tüte nachdem ich die aufgedruckte Chargennummer verglichen hatte und sicher war, dass diese nicht aus der gleichen Produktionseinheit stammt. Geschmack? Anders, wieder gut, wie gewohnt. Abends ließ ich den Mann nochmal gegenschmecken um ganz sicher zu sein und schickte Katjes dann die erste Tüte.

Am Samstag bekam ich dann einen Brief von Katjes

In diesem Brief erklärte man mir sehr ausführlich, dass meine Sensorik nich gestört ist, sondern bei der Produktion der Charge aus der meine Tüte stammte ein Fehler passierte. (Man erklärte mir auch genau was) Normalerweise werden diese Fehlproduktionen aussortiert, aber igendwie ist meine Packung durchgerutscht. Man entschuldigte sich, erzählte noch, daß auch die Arbeiter eine erneute Anweisung zur Sorgfalt erhalten hätten und kündigte mir ein Päckchen mit einer Produktauswahl an. Der Brief war eine komplette DinA4 Seite.

Am Montag fand ich dann bei den Nachbarn nach meiner Heimkehr folgendes vor.

Drei Tüten Katzenohren, einmal Katzenkinder, einmal Steife Brise und zweimal Sallos, einmal  mit einmal ohne Pfefferminzkern. Ich war amüsiert/erfreut, dass man mir lauter Lakritzsachen schickte. Der Mann hingegen beleidigt, daß kein Gummizeugs für ihn dabei ist. Er meinte hinter jeder erfolgreich stillenden Frau stehe schliessliche ein erfolgreich und bedürftiger Mann.

Ich finde das sehr nett von Katjes. Man könne nun sagen, das sei eben Marketing und bringt ihnen positive Reaktionen für einen minimalsten Aufwand. Man könne weiterhin sagen, daß ich bereitwilliges Opfer bin, auch noch indirekt Werbung für Katjes zu machen. Ich sage Mumpitz!

Natürlich sollte/muß man fehlerhafte Produkte ersetzen oder erklären. Aber wie und in welchem Umfang man das macht ist nicht vorgeschrieben und ich finde hier wurde sich Mühe gegeben und eine Ersatztüte Katzenohren hätte es auch getan. Darum sage ich hiermit erfreut, Danke und ja ich werde weiterhin Katjesprodukte kaufen, auch wenn ich bei Gummisachen lieber Haribo mag :)

Wochenendschnipsel

Außer Einkaufen und den Markt besuchen stand dieses Wochenende noch einiges mehr an.

Samstag war wir nachmittags im Theater und sahen “Der kleine Vampir”

Die Kinder, die durch Fernsehen und Kino wesentlich kürzere Erzählstränge und mehr Action gewohnt waren, waren sehr begeistert und erzählen immer noch von der Vorstellung.

Weil das Theaterstück so gut ankam, ich es aber ein wenig albern inszeniert fand und außerdem (wie auch bei Filmen) der Ansicht bin, man muß das Buch zur Geschichte kennen, wurde anschliessen eben dieses erworben.

Sonntagmorgen fuhren wir schnell mal aufs Land um noch einen Kürbis zu bekommen, den wir voher in der Stadt nicht auftreiben konnten.

Am Sonntagnachmittag war das große Kind zu einer Halloweenparty eingeladen.Obwohl unscharf, finde ich das Bild trotzdem so nett, dass er hier eingestellt werden muß.

Kurz vor der Party mussten noch Kekse für die Halloween-Feier in der Schule gebacken werden.

Während Töchterchen feiern war, labte sich der Rest der Sippe an Kuchen und Torte von Cafe Schmidt. Wir waren in der einen Filliale schon zweimal Frühstücken und heute holten wir in der neusten Leckereien für den Nachmittag.

Zwischendurch fand ich noch Zeit, das kürzlich fertig gestellte Paar Socken zu fotografieren

Sonntagabend gab es Kürbissuppe.
Die Hauptzutat wurde natürlich stilecht ausgehölt und aufgestellt.

Außerdem wurde noch das Schlafzimmer aufgeräumt, ein Kleiderschrank entrümpelt, dem großen Kind eine Winterjacke gefunden (endlich, hurra) und trotz Zeitumstellung ausgeschlafen. Unter dem Strich ein durchaus er- und angefülltes Wochenende.

(Ich weiß, daß die Qualität der Bilder diesmal eher unterdurchschnittlich ist, aber entweder lags am Mobilphone oder daran, daß ich ohne Blitz fotografieren mußte)

Bauernmarkt Gut Wulksfelde

Da uns das Erdbeerpflücken auf dem Gut Wulksfelde gut gefallen hat, und die Kinder gerne nochmal dorthin wollten, um ins Tiergehege zu gehen, Frische Brise den Bauernmarkt ans Herz legte, auf dem Gut ein Eselbaby zu bewundern ist, eine Freundin sagte sie fahre da auch hin, und ich sowieso ein Fan solcher Veranstaltungen bin, wurde heute eben dieser Bauernmarkt aufgesucht.

Das Eselbaby. Außerdem gab es noch Ziegen und Kaninchen. Davon stellte sich eines tot, was ein anderes dazu nutze drüber zu springen und dabei zu pieschern. Bis heute wußte ich nicht, daß Kaninchenpipi riecht …

Interessanter als das Tiergehege war dann aber das Ponyreiten. Da wir nicht so spät gekommen waren, war die Schlange auch noch überschaubar.

Vor dem Ritt wurde jedem Kind ein passender Helm rausgesucht, das fand ich als besorgte Mutter mal klasse.

Töchterchen macht das schon wie ein Profi und bekam das größte der Tiere.

Söhnchen hat nun seinen Respekt vor der Größe überwunden und war das erste mal auch beim Ausritt dabei.

Auf dem Weg zur nächsten Attraktion mußte ich unbedingt diese Pracht festhalten.

Schon eine Idee was der nächste Höhepunkt war?

Richtig, eine große Stropyramide. Die schönen Bilder kann ich leider nicht bloggen, da die Tochterfreundin nicht auf die Website wollte und auf den Bildern mit drauf ist.

Während die Kinderlein Spaß hatten am Strohberg, schaute ich mir ein wenig die Stände an. Bei einem Antiktrödler sah ich obiges und fand es so schön nostalgisch.

Auf dem Weg zum Treckerfahren kam ich an dieser Farbenpracht vorbei.

Und dieser …

Und schliesslich durfte ich auch endlich was Essen. Von dieser Speise wurde mir eigentlich seit Betreten des Geländes vorgeschwärmt, aber erstmal mußten die Kinder ausgiebig bespasst werden bevor an Nahrung auch nur zu denken war.

Nach dem Essen kaufte ich noch ein wenig Gemüse und Brot und wir fuhren mit fliegenden Fahnen zurück, denn im Kindergarten mußte noch das Sommerfest besucht werden.

Pfingstschnipsel

Eine Woche später dann auch hier ein bebilderter Überblick über das Pfingstwochenende. Am Freitag kam das Tochterkind von seiner ersten Klassenfahrt zurück und war sichtlich gewachsen. Samstag war dann der Tag der Besorgungen und am Sonntag fuhren wir Erdbeeren pflücken in Wulksfelde.

Die Ausbeute der Kinder.Dazu kam noch ein großer Korb den wir Erwachsenen pflückten.

Wie es sich gehört, wurde daraus Marmelade gekocht.

Auf besonderen Wunsch einer jungen Dame wurde auch der Versuch von Erdbeereis gestartet.

Am Sonntag haben wir dann den Mühlentag genutzt und sind nach Braak zur Mühle gefahren.

Leider waren wir zu spät fürs Kinderbacken, aber eine schöne Tour durch die Backstube und die Mühle ging noch.

Und auf dem Gelände war es auch sehr schön.

Nach Erwerb eines Holzofen gebackenen Brotes und dem Verzehr von Fischbrötchen schauten wir uns noch die Wassermühel in Glinde an. Die war aber so unspektakulär und der sie umgehende Bauernmarkt so Klischee, daß wir recht schnell ohne Bilder heimwärts fuhren.

Dort hatte ich dann wenigstens noch Zeit für dieses:

Burger me

Es gibt so Tage, da hat keiner eingekauft, keiner gekocht und im Kühlschrank befindet sich grad nichts nach Geschmack. Immer Pizza bestellen ist öde und mal schnell improvisieren, dazu hat niemand Lust.

Da kommt es wie gerufen, wenn man sich daran erinnert im Vorbeifahren einen neuen Bringdienst gesehen zu haben und sogar noch den Namen weiß.

So geschehen letztens in diesem Haushalt. Also bei Burgerme auf die Website geschaut und sich was ausgesucht und so 20-30 min später das hier gegessen.

Lecker Cheeseburger, ergänzt um Bacon und Ketchup und reduziert in der Zwiebelmenge. Konnte sich durchaus sehen lassen, sprich war lecker.

Die dazu bestellten Pommes waren leider lauwarm und klitschig,  läßt sich wohl nicht verhindern bei einem Bringdienst.  Der mitbestellte Salat war frisch und ansehnlich, daß ich das Dressing nicht so mochte, dazu können sie ja nichts :)Die Lieferzeit war mit gut 20 min wie angegeben und hätte ich den Burger gleich essen können (danke Familie) wäre er auch heiß gewesen. :)

Was mir sehr gut gefällt ist, daß man sich jeden Burger, jede Beilage selber noch konfigurieren kann, Zutaten dazu oder weg bestellen kann.

Alles in allem kann ich sagen, daß die Verpackung ansprechend, die Burger und Beilagen frisch und ansehnlich und das geschmackliche Erlebnis gut war. Also Daumen hoch für Burgerme.

Na toll

da freu ich mir ein Loch in den Bauch, dass ich wieder bloggen kann und dann hab ich so gar nichts zu sagen. Hab noch überlegt die Fotos der letzten Projekte hier zu verwursten, aber irgendwie kam mir das auch komisch. Dann hab ich überlegt ob ich was zu Ägypten schreiben möchte, da schienen mir meine Gedanken zu banal oder emotional. Über die Arbeit kann man auch nicht so viel sagen, man weiß ja nie wer mitliest :) Ich könnte berichten, daß mich die andauernde Renitenz des Sohnes grad zum Weinen gebracht hat, aber das wäre dann so eine Jammermeldung. Was ich noch sagen kann ist, dass ich gestern dieses Rezept ausprobiert habe. Äußerlich sind die Cheescake Cupcakes nicht so ansehnlich geworden wie dort, aber geschmacklich ist die Familie begeistert. Und eben war ich ein bischen berührt, daß die Tochter in einer alten Bücherkiste von mir gewühlt hat und einige der Kinderbücher unbedingt lesen will. Ja das war es dann auch schon.