Archiv der Kategorie: Mit meinen Händen

Lotta – Ich hab da mal was ausprobiert

Seit ich mich erinnern kann muß ich mit meinen Händen immer mal wieder was neues ausprobieren. Das war schon als Kind so und hat sich auch jetzt nicht geändert. Meistens will ich einfach wissen ob ich das hinbekomme und ob es mir Spaß macht. So versuche ich mich auch mal an ungewohntenProjekten.

Schon länger fiel mein Augenmerk immer mal wieder auf selbst genähte Puppen nach Waldorf Art. Was ich bisher davon sah, fand ich teilweise doof, teilweise hübsch aber irgendwie zu kompliziert für mich. Ich war einfach der Ansicht mit diesem größtenteils ohne Maschine zu nähendem Kram nicht zurecht zu kommen. Zumindest nicht so, daß ich mit dem Ergebnis zufrieden bin.

Es ließ mich aber nicht los und nachdem ich mitbekam, daß Mariengold eine ausführliche Anleitung und ein Materialpaket verkauft, dachte ich mir, ich kann es ja einfach mal ausprobieren und wenn es nichts wird, dann sag ich es keinem.

Also wurde die Anleitung bestellt, die netterweise als PDF Ebook versendet wird, was so ungeduldigen Menschen wie mir sehr entgegen kommt. Ich studierte die Anleitung vorwärts und rückwärts und beschloß, daß ich es wirklich mal probieren kann und bestellte das Materialset für die Puppe Mitzi.

Dank des unwilligen DHL Zustellers (andere Geschichte) dauerte es länger als vorgesehen, aber letzte Woche Montag war mein Material dann endlich hier. Die Familie vernachlässigend zog ich mich zurück und versank vollständig in der Herstellung des Kopfes und des Körpers. Mir war klar, daß wenn ich den Kopf nicht so hinbekam, daß er mir gefällt würde alles in die Ecke fliegen und das wollte ich nicht riskieren.

IMG_7731Erstmal den Mullschlauch zurechtlegen und abbinden. Das war einfach.

Dann kam das wickeln des Kopfes aus Schafwolle im Band. Man sollte möglichst lange Stränge wickeln und das möglichst fest. Natürlich riß mir der Strang mehrfach, aber irgendwie bekam ich dann eine Kugel hin, die relativ gleichmäßig rund war und ich stopfte sie in den Mullschlauch und band ihn zu.

IMG_7732Dann folgte das Abbinden, was ich ziemlich genau nahm, damit der Kopf auch die von mir gewünschten Proportionen hat.

IMG_1237So, ungefähr, man sieht noch das Band, welches am Hinterkopf langläuft, das wurde später noch runtergeschoben.

Dann kam das Beziehen mit dem Puppentrikot, welches vorher in Kopfform zusammengenäht wurde und nach dem Beziehen oben auf dem Kopf händisch festgenäht wird.

IMG_7735Ich hab ziemlich lange gefummelt, damit die Faltenlegung da oben gleichmäßig und nicht zu auffällig wird und dann alles angenäht. Obwohl ich ungern mit der Hand nähe, da ich finde, daß ich das nie ordentlich hinbekomme, war ich mit dem Zwischenergebnis zufrieden.

Natürlich macht ein Kopf noch keine Puppe und darum ging es dann an das Nähen des Körpers und entgegen meiner Abneigung elastische Stoffe zu nähen funktionierte auch das recht gut.

IMG_7736Die gestopften Arme der Körperform und die angenähten gestopften Arme. Die Naht oberhalb der Beine sieht krummer aus als sie ist, aber natürlich ist sie mir nicht gerade genug.

IMG_1238Ausgiebiges Gefluche, Gemotze, Gestopfe, Fingerbrechen und so später hatte ich dann den Kopf an dem Körper befestigt und alles ausgestopft.

Auch wenn es für mein überkritisches Auge eines zu motzen gab, war ich soweit zufrieden, sprich es flog nichts in die Ecke und ich begann die Perücke zu häkeln.

Meine Fresse, Mohair eng zu Häkeln ist auch eher etwas für sehr geduldige Menschen. Aber ich riß mich zusammen, machte und tat, trennte ein bischen, machte weiter, wechselte die Beleuchtung und irgendwann konnte ich vermelden, Perückengrundlage fertig.

IMG_1244Hier im aufgesteckten Zustand noch nicht angenäht. Zwischenzeitlich hatte ich mich trotz großem Respekt an das Aufsticken des Gesichts gewagt und war, oh Wunder, damit auch zufrieden.

Es folgten das Annähen der Perrücke, das Einknüpfen der Haare, das wieder Raustrennen der Haare, das Erneute Einknüpfen etc. pp. Was ich aber auch versuchte, mir reichte das Garn nicht und so mußte die Puppe eine Zwangspause einlegen bis ich neues Garn erhielt.

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Die Pause nutzte ich um die Bekleidung zu nähen, an der Unterwäsche wäre ich beinah gescheitert, habe aber dann alles gegeben und sie hat nun Unterwäsche die zusammengenäht und versäubert ist, mir aber von der Ausführung nicht besonders gefällt. Es gab dann noch eine Tunika und eine Bluse, auch Anleitungen von Mariengold. Die gelangen mir zwar auch nicht zur vollen Zufriedenheit, aber gut genug um sie zu lassen.

Und so wurde nach dem Einknüpfen der letzten Haare, dem Versuch einer Frisur und dem Röten der Wangen aus einem Haufen Stoff und Schafwolle eine richtige Puppe.

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Guckt mal, das Gesicht ist wirklich so geworden, daß ich es angucken mag und das will was heißen, denn bei Puppengesichtern bin ich dermaßen krüsch.

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Die große Tochter hat bestimmt, daß diese Puppe den Namen Lotta tragen muß. Ich hatte die Puppe eigentlich für die Kleinste hier gedacht, bin aber noch nicht schlüssig ob sie meine bleibt.

Als Fazit kann ich sagen, daß es unglaublich Spaß gemacht hat, daß die Anleitung sehr gut war, nur an wenigen Stellen war ich unsicher wie etwas gemeint ist oder am Besten handwerklich umzusetzen ist. Maria, die die Anleitung schrieb, war aber so nett und beantwortet Fragen per Email prombt und ausführlich. (Danke) Meine Ausführung ist mir (jaja!) mal wieder nicht ordentlich genug und ich sehe überall kleinere Fehler, aber das schluck ich jetzt mal. Dumm war es denn Aqua Trickmarker zu benutzen, denn an den Nähten sieht man den schön blau durch. Ich sollte also nochmal mit Wasser nacharbeiten, damit das verschwindet.

Jetzt wollen die Großen bitte sofort auch eine solche Puppe und ich warte mal wieder auf Materiallieferungen.

Das Sauerteiexperiment

Wie ich berichtete, habe ich von unserem London Aufenthalt ein Brotbackbuch mitgebracht. Nachdem die bisherigen Versuche die Rezepte nachzubacken alle recht erfolgreich waren, dachte ich, kann ich mich an das Sauerteigrezept wagen. Sauerteig scheint ja beim Brotbacken sowas wie der heilige Gral zu sein, zumindest wenn man einschlägige Seiten in diesem Internetz liest.

Lange Rede kurzer Sinn, vor einer Woche machte ich mich dran mir meinen eigenen Sauerteigansatz zu ziehen. Dieser bestand aus 550er Weizenmehl, etwas Dinkelmehl, Honig und Wasser. Er tat auch brav was ich wollte, schlug Blasen, wurde innen schaumig etc. pp. Ich fütterte ihn nach Plan, bewegte ihn und schaute regelmäßig nach seinem Wohlbefinden. Nach zwei Phasen der Betüddelung trockenete ich einen Teil des Ganzen zu Granulat für einen späteren neuen Ansatz.

Am Ende der vierten Phase war der Sauerteig reif um zu Brot verbacken zu werden. Ich hatte ihn wie vorgeschrieben gut zwei Tage im Kühlschrank vor sich hin arbeiten lassen. Leider sah er unter der gebildeten haut nicht ganz so luftig aus wie im Buch, aber da ich nunmal dabei war beschloß ich trotzdem mit der Hälfte den Brotteig wie geplant anzumischen. Also gab ich weiteres Weizen- und Dinkelmehl hinzu. Außerdem natürlich mehr Wasser und dann versuchte ich aus der matschigen Masse sowas wie einen bindenden Teig zu erhalten. Das klappte halbwegs. Dieser kam in zwei Körbchen, mal wieder die Osterkörbchen der Kinder und durfte in kühler Umgebung außerhalb des Kühlschranks noch mal 17 Stunden ca. gehen. Besonders aufgegangen fand ich ihn dann nicht, hatte aber keine Geduld mehr und an dem Tag rasende Kopfschmerzen und wollte den weg verarbeitet haben.

Der Ofen mit dem neu erworbenen Pizzastein wurde aufgeheizt, die zwei Laibe hineingeschoben und ausgebacken. Dies erfolgte mit absteigender Temperatur. Am Ende der Backzeit fand ich die Brote noch etwas hell und gab ihnen sowas wie eine Nachspielzeit (stand auch so im Buch). Danach ließ ich sie auskühlen und zog mich schmerzgeplagt ins Bett zurück.

Der heimkehrende Gatte brachte mir später ein Stück von dem Brot ans Bett, aber wegen akuter Übelkeit verweigerte ich die Verkostung. Als es mir dann besser ging nahm ich das aufgeschnittene Brot in Augenschein. Es roch ganz gut, hatte aber einen großen Hohlraum unterhalb der Kruste und auch die Krume gefiel mir nicht besonders. Immerhin war es geschmacklich okay und hatte den Sauerteiggeruch fast verloren. Während des Teigpflegens ging der mir nämlich irgendwann auf den Keks.

Unter dem Strich bin ich nicht zufrieden mit dem Ergebnis, die Kruste etwas zu hart, das Innenleben unterdurchschnittlich, nicht besonders gut aufgegangen und eigentlich im Inneren auch noch ein wenig klitschig. Da mein Sauerteigansatz nicht schimmelig oder verdorben war, gehe ich davon aus, daß er noch nicht genug Kraft hatte oder ich beim Verarbeiten einen Fehler gemacht habe.

Ich habe noch die Hälfte des Ansatzes im Kühlschrank und werde am Wochenende mit diesem, weitergereiften, einen weiteren Versuch wagen, diesesmal mit dem Rezept für Roggenbrot. Wie Sie sehen, es bleibt spannend.

Und weil jeder in diesem Internetz der mitbekam daß ich einen Sauerteigansatz ziehe fragte, ob ich einen Hermann herstelle, habe ich meinen Ansatz bockig Horst getauft.

Eine Hütte für mich alleine

In den End-Siebzigern, Anfang der Achtziger Jahre, kurz vor der Trennung meiner Eltern fing meine Mutter ihre persönliche Emanzipation an. Immer mehr Frauenliteratur lag bei uns rum. An einige erinnere ich mich und ein Titel ist mir, neben Häutungen, immer im Kopf geblieben. “Eine Hütte für mich alleine”, genau diese Ausgabe lag bei uns zu Hause rum.

Ich denke nicht, daß dieses Buch ursächlich ist für mein Bedürfnis ein eigenes Zimmer zu haben, aber als mein kleines Büro/Nähzimmer neulich umgestaltet wurde, kam mir immer wieder dieser Buchtitel in den Sinn.

Ich habe das Privileg gehabt ab dem Alter von fünf Jahren ein eigenes Zimmer zu haben. Ich bin als ich auszog in ein Studentenwohnheim gezogen und hatte dort meinen eigenen Raum, ich bin nach knapp sieben Jahren in das Wohnheim des Mannes gezogen und hatte dort auch meinen eigenen Raum. Als wir danach die erste gemeinsame Wohnung bezogen bestand ich auch dort auf mein eigenes Reich. Weder kam mir das wie eine reguläre Erwachsenenwohnung vor (nach gut 25 Jahren mit eigenem Zimmer plötzlich keins mehr zu haben kam mir auch seltsam vor), noch konnte ich die Hälfte der Miete bezahlen. Ich wollte das proportional zur Mietzahlung  gerecht aufteilen, er zwei Räume ich einen Raum. Außerdem wußte ich, daß ich zum einen mehr zu Hause arbeiten/lernen werde, zum anderen wollte ich meine Sachen um mich rum haben und sie nicht in seinem Chaos verschwinden lassen. (mein Chaos ist ein ganz anderes und nie so unordentlich wie seins :) )

Irgendwann kam das erste Kind, wir hatten inzwischen ein gemeinsames Schlafzimmer, aber mein Zimmer blieb und ich teilte es mit dem Tochterkind, zumindest ihrem Spielzeug und Wickeltisch. Ein weiteres Kind kündigte sich an und wir zogen aus anderen Gründen in eine neue Wohnung in eine neue Stadt.

Auch in der neuen Wohnung bestand ich auf mein Zimmer. Meinen Ort, meine Sachen, mein Rückzugsort. Interessanterweise nutze ich diesen Raum dann aber kaum, mit dann zwei Kindern war nicht viel Zeit für Rückzug, ich hatte aus Widerwillen gegen den Umzug den Raum kaum eingerichtet und im Grunde standen dann dort nur meine Sachen und ab und an nähte ich dort.

Nach dem Zwischenspiel in der ungeliebten Stadt ging es zurück in die Heimat und wir suchten erneut eine Wohnung, wieder war es mir unglaublich wichtig meine Sachen gebündelt an einem Ort zu haben, mich dort in meine Sachen zurückziehen zu können. Das bitte nicht falsch verstehen, ich habe inzwischen drei Kinder, Familie, ich liebe sie, ich möchte sie nicht missen. Aber genau wie der Beruf des Mannes sich Raum in meinem Leben nimmt, so nehmen die Kinder (und die Familie) noch mehr Raum von mir. Erst in meinem Körper, dann in meinem Leben. Ich bin zu großen Teilen fremdbestimmt, alle Orte um mich herum sind besetzt. Der Mann hat wenigstens immer ein Büro für sein erwachsenes selbst, einen Rückzugsort, wenn auch nicht unbedingt zur Entspannung. Mir bleibt die Wohnung, die aber eben von allen anderen auch genutzt wird. Also kurz gesagt, in der neuen Wohnung reklamierte ich das ehemalige Mädchenzimmer mit seinen knapp sechs Quadratmetern für mich. Inzwischen nähte ich mehr, brauchte einen Platz für die Nähmaschine, für meine Wolle und meine Fotos, Briefe und natürlich auch meine Studienunterlagen, denn bei Einzug stand die Vollendung des Examens noch aus. Und vor das Examen ist nunmal das Lernen angesetzt.

So wurde das Minizimmer mit den Möbeln die irgendwie über waren vollgestellt, eine provisorische nicht besonders große Tischplatte eingebaut und ich nutzte den Raum zum Lernen und später zum Nähen an dem alten Schätzchen, Papierkram machen, während des Minijobs zum Arbeiten oder einfach zum Musik hören. Letztes Jahr dann zog meine neue Nähmaschine ein, für die gab es im Zimmer kein Platz, deswegen lebte sie erstmal auf dem Eßtisch. Im übrigen war mein Stoffvorrat inzwischen gewachsen und belegten die Wohnung, auch dort wo der Platz eigentlich für anderes gebraucht wurde.

Im Herbst bekam ich dann die Idee, daß in das kleine Zimmer mehr Stauraum muß, daß ich eine andere Arbeitsplatte brauche um die Nähmaschine vom Eßtisch zu entfernen und daß der Fußboden sowieso schrecklich ist.

Exemplarisch mal zwei Bilder, die, das muß ich zu meiner Verteidigung sagen, noch während des Ausräumens enstanden, da es sonst nicht ganz so rümppelig war.

IMG_0646Der Blick von der Tür zum Schreibtisch, links das zu tiefe aber zu niedrige alte Regal, rechts an der Wand zwei kleine Billy Regale.

IMG_0642Der Blick durch die Tür auf die gegenüberliegende Wand, die Nähmaschine in ihrem Schränkchen stand immer da, nur die Kisten davor nicht, die wurden nur beim Rumräumen da abgestellt. Man beachte diesen schrecklichen Plastikfußboden.

Ich überlegt also hin und her, hob den Boden an um zu sehen ob vielleicht doch Holz drunter sein, fand aber aber nur eine weitere PVC Schicht. Recherchierte und befand, daß ich einen Linoleum Boden wollte. Um genauer zu sein, nicht einfach irgendeinen, sondern den im Klicksystem zu verlegenden von Meister, die gibt es in so vielen schönen Farben, sind recht einfach einzubringen und haben ein bischen Trittschallkaschierung dabei. Also Muster angefordert, nochmal und nochmal, bis ich mich für eine Farbe entschieden hatte. X-mal versucht das winkelige Zimmer auszumessen, hin und her gerechnet und dann beschlossen, den will ich. Die Entscheidung für das Regal war schwieriger, die Stimme der Vernunft aka DoP schlug Ivar vor, da man es gut anpassen kann. Irgendwie hatte ich trotz aller Vernunft keine rechte Lust das wieder anzuschaffen, nachdem wir unseren Bestand im Zuge diverser Umzüge auf null dezimiert hatten. So wanderte ich durch Möbelläden, suchte im Netz und schaute mir so das ein oder andere System an. Fündig wurde ich dann bei Holzconnection. Mehrere Besuche, wieder hin und her gerechnet. Mit dem Mann gesprochen, Zeichnungen angefertigt, Oberflächen überlegt und keine Lösung gefunden die ich bezahlbar fand. Immerhin hatte ich anfänglich gesagt, dass man mit 500€ doch gut was schaffen könne. Diesen Betrag erreichte ich aber schon fast mit dem Fußboden, wenn ich den kleinen Vorflur mitmachen lassen wollte.

Und dann war da noch die Arbeitsplatte, L-förmig sollte sie werden, damit ich die Nähmaschine da hinstellen kann und trotzdem die Arbeitsfläche frei habe. Ein sehr netter Besuch im Bauhaus war zwar aufschlußreich, aber mit Lieferung, Oberflächenbearbeitung, Fräsen und ähnlichem war die eigentlich günstige Arbeitsplatte gar nicht mehr so günstig.

Im Laufe des Prozesses, nachdem ich wiederholt versuchte den Mann in die Entscheidung mit einzubeziehen und seine Meinung zu bekommen sagte er entnervt, ich solle jetzt mal die Summe X in die Hand nehmen, die Platte und das Regal einheitlich gestalten, sprich von Holzconnection machen lassen und gut sei.

Also berechnete ich neu, entschied nochmal um, besuchte wiederholt den netten Fillialleiter bei HC und traf eine Entscheidung. Gegen Nußbaumanleimer, da die Platte in gleichem Holz zu teuer werden würde und für Buche.

Im Dezember dann der große Tag, ich nahm meine Zeichnungen, die Verkaufsgesprächnotizen und bestellte die Möbel. Im Januar entschied ich, daß der Boden braun wird, auch auf das Risiko hin, daß dadurch der Raum zu dunkel werden könnte, und bestellte diesen auch.

Im Februar war es dann so weit, die Lieferung sollte Mitte des Monats erfolgen. Also suchte ich mir einen Handwerker für die Bodenverlegung und machte den Montagetermin für die Möbel fest. Zeitgleich wollte die Große noch eine Faschingsfeier machen und das Baby seinen ersten Geburtstag feiern. Alles auf einmal ist mal wieder typisch für mich/uns.

Am Abend vor dem Montagetermin für den Fußboden sagte mir der Fußbodenleger ab und war nicht mehr erreichbar, und das obwohl am übernächsten Tag die Möbel kommen sollten, ich die Wohnung mit all dem Kram aus dem Zimmer vollgestellt hatte und überhaupt endlich mal wieder nähen wollte. Irgendwie schaffte ich es dann einen anderen Bodenleger einen Tag später zu bekommen und die Möbelaufbauer sagten dann eh den ursprünglichen Termin ab. Also gab es Freitags Boden und Montags die Möbel. Ich hätte zwar gerne das Wochenende zum Einräumen gehabt, aber nun gut.

IMG_0683 Man erkennt, wie der Raum schon durch den neuen Boden gewann. (Es mußten drei Schichten bzw zwei Schichten alter Boden rausgerissen werden!)

Dann kamen endlich die Möbel und der Raum war nach deren Aufbau plötzlich ein ganz anderer.IMG_0708

Dann folgte das Einrichten, das Zurückschleppen meiner Sachen in das Zimmer, das Aufstellen der Nähmaschine und dank des Rumgenöles der Düsseldorferin das Dekorieren. Zusätzlich hatte meine Mutter in der Woche des Umbaus noch gemeint sie wolle ihren Sesse loswerden, also blieb noch die Überlegung wie der da reinpaßt. Ich hatte im Vorfeld schon gedacht, daß an die Stelle wo die alte Nähmaschine stand eine Sitzgelegenheit hinsollte, damit man da auch mal lesen oder so kann, fand aber bis dato nix passendes.

Lange Rede kurzer Sinn, der meiste Kram ist zurück in dem Raum, es ist ein bischen dekoriert,  vernachlässigen wir mal die Tatsache, daß ein bischen Krempel in der Wohnung rumsteht und schauen lieber wie das Resultat der monatelangen Planungs- und Wartezeit aussieht.

IMG_7670Der Blick von der Tür zu meinem Arbeitsplatz

IMG_7671Der Schenkel der Arbeitsplatte auf dem sonst die Nähmaschine steht, dort unter der Lampe. Die Tüten liegen auf dem Fußhocker vom Sessel auf einem Stapel angefangener Nähsachen.

IMG_7672Der Blick von der Arbeitsplatte zum Regal, die Kartonagen werden noch ausgewechselt, wenn mein Bruder mir endlich welche gebaut hat. Die Stehsammler sind schon neu. Man sieht vielleicht wie die alte Nähmaschine in ihrem Schränkchen nun in das Regal geschoben wird.

IMG_7673Der Blick von der Arbeitsplatte auf die andere Wandseite, den Sessel und die Tür.

IMG_0782Und extra für die Düsseldorferin nochmal die dekorierte Fensteransicht. :)

Auch wenn es in dem Raum gerade etwas kramig ist, ich bin mitten in zwei Projekten, ist er jetzt luftiger und wesentlich ruhiger als vorher, regelrecht gemütlich würde ich sagen. Zumindest so gemütlich, daß plötzlich der Rest der Familie ständig meint sich in diesem Raum aufhalten zu müssen. Der Mann meint das sei jetzt sein Arbeitsplatz wenn er daheim etwas arbeiten muß, die Kinder meinen wechselweise es sei ihr Leseort, Toberaum oder Hausaufgabenplatz, wenn sie nicht eh zu dritt meinen bei mir sein zu müssen wenn ich mich dort zurück ziehe. Ich hab zwar den relativ teuren Umbau damit gerechtfertigt, daß die anderen meinen Raum auch mal nutzen dürfen wenn sie es brauchen, aber das Betonung lag auf mal und meinen.

Aber es ist nunmal so wie es ist und im Grunde zählt nur, daß mir das Endergebnis sehr gut gefällt und die kleinen Baustellen die es noch hat, werden im Laufe der Zeit noch verschwinden.

Wünsche erfüllen – Nähkrams

Letzten Sommer habe ich den Kindern Kissen genäht, den Artikel dazu gibt es hier. Diese Kissen sind dazu gedacht an der Bettseite die Lücke zwischen Gestell und Wand auszupolstern und inzwischen haben die Kinder befunden sie bräuchten noch eins mehr. Als liebende Mutter ist ein Kinderwunsch schon fast Befehl, zumindest wenn es sich um zu Nähendes oder ähnliches geht.

So mit präsentiere ich hier die Modern Bolster Version 2.0IMG_7665Vorderseite

IMG_7666Rückseite.

Das blaue Kissen gehört dem Sohn und ist aus Westfalenstoffen genäht, die ich neulich vom Stoffmarkt Holland mitgebracht habe. Das andere gehört folgerichtig dem Tochterkind und die Stoffe hat sie gemeinsam mit mir bei Frau Tulpe ausgesucht. Das Söhnchenkissen habe ich mit der bewährten Füllung aus den Ikeakissen gefüllt, das Tochterkind hat die Kügelchenfüllung aus dem “alten” Kissen des Söhnchen bekommen, da er auch in dem Vormodell lieber die Ikeakissenfüllung haben wollte. Beide sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Im Oktober 2010 habe ich dem Tochterkind ein Handtäschen genäht. Da ich damals eine Blogpause hatte gibt es das Bild und die Details hier. In letzter Zeit war sie der Ansicht, die Tasche geht nicht mehr, zu klein, zu Hello Kitty, was weiß ich und bat mich ihr eine neue zu nähen. Wir suchten einige Zeit nach einer Anleitung und einigten uns dann auf das Button Flap Purse von Jen Giddens.

Und so sieht meine Umsetzung aus:IMG_7667Die Stoffe haben die Tochter und ich wieder gemeinsam ausgesucht, diesmal im Alsterhaus, es handelt sich ein weiteres mal um Westfalenstoffe.

Eine Innenansicht gibt es auch, da ich aber die Innentasche auf die falsche Seite genäht habe, ohne eben diese im Bild.IMG_7668Die Anleitung war recht simpel, auch wenn ich mir etwas mehr Details/Bilder oder Hinweise gewünscht hätte, wo ich besser vor oder nach dem Nähen bügele oder wie ich gewisse Sachen mache. Mir haben sich die Schritte soweit gut erklärt, frage mich aber wie das bei jemandem ist, der noch nicht soo lange näht.

Das Ergebnis überzeugt die Tochter und sie ist ganz glücklich mit ihrer neuen Tasche, die sie nun auch gerne mit sich rumschleppt.

Als ich vor einiger Zeit beschloß, das fertig genähte Namenskissen unverschämt teuer sind und man das ja wohl selber machen kann, war das erste genähte Exemplar für meine Nichte brüderlicherseits gedacht. Dann mogelte sich das Tochterkind dazwischen und forderte auch eins. Der Mann beschloß, daß alle Nichten gleich sind und auch die anderen eines bekommen müßten. Als wir nun am Wochenende endlich mal den Schwager nebst Familie besuchten um das neue Häuschen zu bewundern, hatte ich am Abend vorher die glorreiche Idee, mal eben schnell noch ein Kissen zu nähen.

Irgendwie habe ich es geschafft und wir konnte beim sonntäglichen Antrittsbesuch die Nichte mit einem Kissen beglücken.IMG_7628Vorderseite

IMG_7629Rückseite

Diesmal habe ich das Kissen ohne Kam Snaps verschlossen dafür aber endlich mal die Klappen beim Hotelverschluß lang genug gemacht, so daß es auch ohne diese hält. Wie immer habe ich die Hülle mit Stoff gefüttert, damit innen keine Nähte offen liegen und die Applikationsstiche geschützt sind. Die blauen Stoffe sind aus der Remix Serie von Anne Kelle für Robert Kaufman, der helle Punktestoff ist ein Tildastoff und das Grün ist ein Kona Cotton Rest.

Und schlußendlich noch ein Sneak Peak woran ich gerade sitze.IMG_7669

Die Idee entstand weil noch einige Reste von des Töchterchens Handtäschchen über waren. Mal sehen wir das fertige Produkt dann aussehen wird.

 

Ich hab da mal was gebacken – vom Reisen und Brot

Frei nach dem familiären Motto “Wir müssen mehr Weltreisen machen” ™ reisten der Mann und ich kürzlich mit dem Baby nach London. So vier Tage, nur Einkindeltern, hätte ich damals gewußt wie entspannt das sein kann, nur ein Kind und das in der Karre. Egal.

Also wir waren also unterwegs, im Ausland. Das mit dem Ausland ist wichtig, denn in fremden Ländern mutiert der shoppingmuffelige Mann zum Shoppingfan. Wir lieben es beide unbekannte kleine und große Läden zu entdecken. Rumzustöbern was es woanders gibt. Besonders gerne besuchen wir Supermärkte und Buchläden.

So verwundert es kaum, daß wir in London einen der vier Tage dazu nutzen ewig in einem Buchladen rumzulungern. Von der Belletristik zu den Kinderbüchern, bischen bei den Sachbüchern verweilt, ab in die Kochbuchabteilung und ich genehmigte mir noch die Handarbeitsbücher. Der Mann entdeckte dann dieses Buch, welches er mir freudestrahlend unter die Nase hielt.

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Ich dachte zunächst es handelt sich um Pie-Teige, entdeckte aber recht schnell, daß es um Brot und Brötchen geht. Der Autor sagte mir zunächst nichts, scheint aber in Großbritannien recht bekannt zu sein.

Nachdem wir, wieder daheim, unser anderes Mitbringsel, eine ordentliche Magen/Darmgrippe hinter uns gelassen hatten wollte ich eins der aufwändig klingenden Rezepte gerne ausprobieren.

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Es beginnt damit, daß man  aus Hefe, Weizenmehl, Wasser und Salz eine Art Vorteig (white fermented dough) herstellt, der möglichst über Nacht im Kühlschrank bleibt. Am nächsten Tag wird aus diem Teig und mehreren Mehlsorten, mehr Hefe, Salz und Wasser der endgültige Teig zusammengerührt, der nach bestimmten Methoden mehrfach geknetet und gefaltet wird um ihn dann mal im Ganzen und dann geteilt in Brotgehkörbchen aufgehen läßt. Ich hab zwar weder solche Körbchen, noch die erwünschten Backtücher, aber mit den Osterkörbchen der Kinder und den Aussteuerhandtüchern aus Leinen meiner Patentante klappte das auch ganz gut.

IMG_0521Dann bestand die Kunst darin, die aufgegangenen Brotlaibe mithilfe eines Holzbrettes vorsichtig auf das schon im Backofen befindliche Blech zu transferieren. Okay vorher sollte man noch ein nettes Muster reinschneiden, aber das klappte eher nicht so hübsch.

Transferiert bekommen habe ich sie aber und sie behielten auch halbwegs die Form. Lange Zeit änderte sich nichts am Farbton und ich wurde schon recht nervös. Oben auf dem Bild kann man sehen, wie die Farbe in dem Rezept vorgesehen ist. Da aber geschrieben stand, man solle so lange backen bis sie einen dunklen Goldton angenommen haben, kamen sie dann eben raus.

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Nach dem ich sie etwas auskühlen lies, mußte ich natürlich sofort anschneiden um rauszufinden ob mein Experiment gelungen war. Ich hatte bis dato kaum Brotbackerfahrung und die wenigen Versuche, schon vor Jahren oder mit einer Backmischung waren eher enttäuschend gewesen. Wie man sieht, optisch machte das Ganze etwas her, ich war beeindruckt, daß die Krume so richtig nach echtem Brot aussah.

Da der Gatte inzwischen heimgekehrt war, bestrich ich eine Scheibe mit Butter und etwas Salz und im Nullkommanix hatte die Familie, vom Baby bis zum Mann, vor dem Abendbrot einen halben Laib verputzt.

IMG_7387Mir schmeckte es auch ganz gut, es hätte etwas salziger/würziger sein können, aber für mein erstes ernsthaftes Brotbacken nach der langen Zeit, ganz ohne Automat und Fertigmischung war ich zufrieden. Eventuell war das verwendete Salz zu wenig salzig.

Da von dem Vorteig noch einiges übrig war und maximal 48 Stunden aufbewahrt werden konnte, hab ich mich am übernächsten Tag an das Rezept für Bagels gewagt. Es war etwas weniger aufwändig umzusetzen, nur daß der fertig geformte Teig vor dem Backen noch in kochendem Wasser schwimmen mußte. Da der Teig nicht so aufging wie er das bei dem Brotrezept tat, war ich lange skeptisch ob der Vorteig noch gut gewesen war und ob ich alles richtig gemacht hatte. Nach dem Backen und der ersten Verkostung waren hier jedoch wiederum alle begeistert von dem Endprodukt.

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Man hätte sie optisch wohl etwas perfekter hinbekommen können, geschmacklich gab es aber wirklich nichts auszusetzen. Genau das richtige Maß an Fluffigkeit und Zähigkeit, was Bagel ausmacht.

Mein Fazit zu dem Buch? Es ist kein Rezept darin, was man mal eben nebenbei backen kann, aber das sind die Ergebnisse allemal wert. Immerhin ist alles andere um uns herum schon so schnellebig, daß man sich für gutes Brot ruhig ein wenig Zeit nehmen kann/sollte. Die Erklärungen und Anweisungen sind schlüssig und gut zu befolgen, soweit man Englischkenntnisse hat. Außer den eigentlichen Rezepten gibt es den vorgestellten allgemeinen Teil, der Zutaten und Werkzeuge erklärt, aber auch einzelne später gebrauchte Arbeitsschritte rezeptübergreifend mit vielen Bildern darstellt. Zusätzlich liegt dem Buch noch eine DVD bei, auf der sich wohl auch Erklärungen in Bild und Ton befinden, ich habe sie bisher noch nicht angeschaut.

Unter dem Strich, der London Ausflug war schön, das Buch lohnt sich und ich werde bestimmt nochmal Brot backen. Am liebsten würde ich als nächstes den selbst gemachten Sauerteig samt zugehöriger Rezepte probieren.

 

 

 

Ein Adventsquilt

Ein kleiner Quilt ist fertig geworden, ein Quilt mit ein bisschen Geschichte.

Im Juni schickte mir die Frische Brise einen Karton voll mit Stoffresten, die von ihren Näharbeiten übrig geblieben waren. Sie näht ganz bezaubernde Sachen, die man hier sogar kaufen kann. Als sie auf Twitter fragte, wer etwas mit den Abschnitten ihrer Projekte anfangen könne, meldete ich mich und bekam nicht nur eine große Menge Stoffabschnitte, sondern auch noch ein Glas selbst gemachte Erdbeermarmelade von Wulksfelder Erdbeeren.

Beim Durchsehen und Sortieren der Stoffreste kam mir sofort ihr erwartetes Adventsbaby in den Sinn. Die Stoffe sagten geradezu “wir wollen ein Quilt für eben jenes Baby werden!” Ich fand das eine angemessene Aussage und folgte dem Ruf nur zu gerne. Ziemlich zeitgleich kam mir dieses Quiltmuster von Elizabeth Hartman in den Sinn, welches ich schon vor einiger Zeit entdeckt und als spannendes Projekt abgespeichert hatte. Angesichts der Stoffe war ich erst etwas unsicher, denn es befand sich kein einfarbiger Stoff bei den geschickten, aber ich wollte so viel möglich eben dieser Stoffe verwenden. Der in großer Menge vorhandene rot-karierte schien aber ein adäquater Ersatz, bzw ein guter Hintergrund zu sein. Die nächste Fragestellung war dann, ob denn der rote Rosenstoff sich nicht mit den Rot des karierten Stoffes beißen würde. Da sie aber auch beide Stoffe zusammen verwendet hatte, beschloss ich, daß das dann hier auch geht.

Die nächste Hürde war, daß noch niemand wusste, welches Geschlecht das Adventsbaby haben wird. Ich hoffte natürlich angesichts des Rosenmusters auf ein Mädchen und nutze einen Samstag, den der Mann mit allen Kindern unterwegs war, zum Zuschneiden der Einzelteile. Ich schneide selten  alle Teile eines  Quilts auf einmal zu, aber die Stoffe, die nur in kleinerer Anzahl vorhanden waren, schnitt ich komplett zu, ebenso eine große Menge für den Hintergrund.

Dann gab es erstmal eine Pause, ich habe was Nähen angeht ja so ein Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom. Ich sehe was, fang das an, sehe was anderes, fange das auch an und muß dann erstmal das andere Nähen usw. usf. Ich nähte ein bischen für mein Baby, für die Großen, es war Sommer, das Baby ließ mich nicht immer nähen, ich hatte keine Motivation, was einem immer so dazwischen kommt.

Ende des Sommers, nachdem ich genug anderen Kram genäht hatte, wollte ich wieder quilten. Das Geschlecht des Adventsbabys stand inzwischen fest, kein Mädchen, was mich bezüglich der Farben noch einmal verunsicherte. Ich kramte in meinem Fundus nach weniger rosa-rot Stoffen, die zu den  vorhandenen und dem Adventthema passen. Ich fand einen grünen, der sich gut machte.

Einige Twitterdamen , die auch Nähen, wurden mit Fotos zu Rate gezogen und gemeinsam wurden die nun vorhandenen Farben auch als jungstauglich abgenickt. Also kamen zu den braunen und roten Sternen grüne hinzu. Ich schnippelte und nähte und schnippelte und konnte endlich die ersten Sterne zusammenlegen. Grün und braun waren recht bald alle und ich wollte angesichts des Geschlechts nicht noch mehr roten Rosenstoff verwenden. Da dies aber nun ein Adventsquilt für ein Adventsbaby werden sollte, kam mir die Idee, das etwas gold/gelb/weißes mit hinein muß. So ging ich auf die Suche und wurde bei Karstadt fündig.

Ein abgetönter weißer Stoff mit ganz zartgelber Musterung fand seinen Weg als weitere Sterne in den Quilt.

Ich kam dann auch mal auf die Idee, die fertigen Teile zusammenzulegen und mir Gedanken über die Endgröße zu machen, was ich bisher vermieden hatte, mir war nur klar, so groß wie die originale Anleitung wollte ich für so einen kleinen Menschen nicht nähen. Als ich also ausgelegt hatte und überlegte, welcher Stern an welche Stelle soll, konnte ich dann auch mal abschätzen, unter der Berücksichtigung der noch vorhandenen Stoffe, wieviel Teile ich noch brauchen würde. Gesagt getan, aus den Einzelteilen wurden Blöcke, aus den Blöcken Reihen und daraus das fertige Quilttop. Angeschaut, ausgemessen und für zu klein befunden. Fast alle der fertigen Quilts mit diesem Muster waren ohne Rand, da dies so auch nicht vorgesehen ist. Ich grübelte und beschloß, es muß einen Rahmen geben, damit der Zwerg etwas länger etwas von der Decke hat.

Darauf folgte mein Einkaufstag mit viel Frustration und großer Erleichterung, nachzulesen hier. Die dort erstandenen Stoffe und den aus dem Fundus, der zu der Rosenserie gehört, schob ich hin und her bis ich ein Design hatte, was mir gefiel. Nicht ohne mich mehrfach bei einer dreifachen Jungsmutti rückzuversichern, daß das geht.

Das Grün was hier nun in der Rückseite verwendet wurde, sollte erst die schmale Einfassung (Binding) des Quilts werden, dann der braungemusterte von der Rückseite, aber nachdem ich den hellen Rand um die Sterne genäht hatte, fand ich beides doof. Mir war klar, daß ich nicht eine einfache Rückseite haben will und dass ein Stern drauf soll. Somit fanden sich die beiden Stoffe dort wieder.


Hier nochmal im Detail zu sehen: bei dem braunen Stoff fiel ich wieder in die Unsicherheit, ob er wegen des Rosa-Anteil denn geeignet sei, aber die nette Dame bei Karstadt meinte, ich hätte den Stoff, das Braun sei perfekt und das bischen Rosa mache nix.

Einen Tag ohne Krabbelbaby brauchte es, bis ich aus Vorder- und Rückseite sowie dem Vlies ein Sandwich gesteckt hatte und dann ging es ans Quilten. Ich hatte mich für gerade Linien entschieden. Zum einen um dem Quilt ein bisschen das Verspielte zu nehmen und zum Anderen weil ich gerne meinen Obertransportfuß dafür ausprobieren wollte.

Blieb nur noch das Binding, der braune Stoff gefiel mir nicht mehr soo gut dafür, der grüne war verbraucht und war mir irgendwie doch zu frisch für einen wohlig warmen Adventquilt. Nochmal konferierte ich per iMessage mit der Freundin mit den Söhnen und machte dann am nächsten Tag einen weiteren Ausflug zum Alsterhaus, in der Hoffnung, daß die Westfalenstoffe fertig gezählt seien. Dort fand ich den Sternchenstoff.

Sternchen zu Sternen fand ich super, also kam er mit und wurde angenäht. Zwei Abende und einen wund gestochenen Finger später war alles fertig und ich konnte den Quilt waschen, trocknen und bügeln.

Alles was noch fehlte war das Fotoshooting fürs “Archiv” und wie ich mal in einer anderen Quiltanleitung las “Put a cute Baby on it”.

Leider hatte letzteres zur Folge, daß am Ende noch ein Erdefleck auf der Rückseite landete und ich durfte das Waschen, etc. nochmal wiederholen.

Vorgestern Abend half mir dann das Tochterkind beim Gestalten einer Karte und ich konnte das Päckchen fertig machen. Gestern ging es in die Post und heute kam es an und gefällt.

Zwischendurch Gestrick

Das große Kind hat sich einen Schlauchschal gewünscht. Seid einiger Zeit liegt sie mir damit in den Ohren. Als nun Susan letztens ein neues Design veröffentlichte war es genau das, was ich mir vorgestellt hatte.

Während ich noch darüber nachdachte welches Garn gehen würde, fiel mein Blick in den Strickkorb am Sofa in dem immer so einiges rumlungert, was mal angestrickt war oder für ein WIP in Benutzung ist. Ganz obenauf lag ein Knäuel Lornas Laces Shephers Worsted, was fast schon in den Müll geflogen wäre, da schon mehrmals an/verstrickt und wieder aufgeribbelt. Es sah zumindest nicht mehr so toll aus.

Da das Tochterkind aber der absolute Lila-Fan ist und weil es die richtige Stärke hatte, nahm ich es trotzdem zur Hand und schlug an. Während des Strickens sah es so lala aus, ich fand auch einige dünne Stellen im Garn und ein Teil wirkte fast schon filzig bzw. war recht wellig. Naja das war ja zu erwarten. Da ich aber schon dabei war und nicht aufgeben wollte machte ich einfach weiter und hoffte auf die entspannende, flüschende Wirkung eines anschließenden Bades für das Strickstück.

Ich wurde nicht enttäuscht, das Waschen, Schleudern und anschliessende Spannen ergab ein tolles Maschenbild und die etwas zusammengedrückten Fasern wurden wieder schön voluminös.

Während die Tochter in der Schule weilte vernähte ich noch die Fäden und überreichte ihr den Cowl beim Abholen. Was soll ich sagen, er gefällt und wurde seit dem nicht mehr abgelegt. Was besseres kann man sich nicht wünschen.

City Creek Cowl bei Ravelry

 

Nach langer Zeit mal wieder – Deutsche Handarbeitsmagazine gekauft

[Warnung: eigentlich wollte ich nur kurz etwas zu zwei Heften schreiben, die ich neulich erworben habe, um meine Kritik besser zu verstehen habe ich voweg meinen Anspruch und woher der kommt aufgeschrieben, wem das zu lang ist, der scrollt einfach runter, dorthin wo die Bilder sind.]

Ich liebe Magazine, Illustrierte, wie man früher sagte, und ich liebe Handarbeiten. Als ich noch jung war, hab ich mir regelmäßig die Verena gekauft, hab ungeachtet von Maschenprobe, Garnstärke oder was auch immer, munter Modelle nachgestrickt und jedes Heft brav aufgehoben. Da ich ja gerne mal jeden Mist ausprobiere, gab es auch noch andere Hefte, zum Basteln, Häkeln oder was weiß ich. Irgendwann flogen fast alle Ausgaben weg, es entsprach nicht mehr meinem Geschmack und Stricken/Häkeln war mir nicht mehr so wichtig. Außer mal einem sporadischen Paar Socken oder Geschenken für Babys von Freunden geriet das Stricken in den Hintergrund.

Als dann das Tochterkind da war und ich nach Monaten durchwachter Nächte mal wieder klar denken konnte, kam das Bedürfnis, mit den Händen zu gestalten zurück. Ich begann, mich wieder nach Strickmustern umzusehen. Die erste Anleitung, die mich wieder interessierte war eine englische. Da das dazugehörige Buch fand ich unglaublich teuer. Ich war ja nur gewohnt, für ein paar Mark ein Heft zu kaufen. Also googelte ich nach der Anleitung, bzw. nach der Möglichkeit das Buch oder die Anleitung günstiger zu bekommen. Der große Vorteil zu meinen Strickjahren zuvor, damals, als ich noch jung war hatten wir ja nix, auch kein Internet.  Ich fand natürlich nicht die Anleitung (und habe das Buch im Endeffekt dann auch selber gekauft), aber ich entdeckte die Welt der Strickblogs. Da ich nach einer englischsprachigen Anleitung suchte,  hauptsächlich die der amerikanischen Strickblogs. Heissa was für ein Wunderland.

Die Berührungsangst mit den englischsprachigen Anleitungen war trotzdem groß. Meine Englischkenntnisse schätze ich eher nicht so gut ein und die Fachbegriffe des Strickens waren mir ein Buch mit sieben Siegeln. Mit der wunderbaren Liste von Wolle und Design, meinem Sturkopf und viel Geduld wagte ich mich trotzdem an die Anleitungen und war verfallen. Ein großer Teil der Anleitungen war so viel moderner und hübscher als das, was auf dem deutschen Markt zu bekommen war. Stricken war zu der Zeit als ich wieder anfing in den USA wieder modern, auch für junge Leute, weit ab vom “Oma und Ökos stricken” in Deutschland. Das spiegelte sich wiederum sowohl in den Anleitungen, den Garnen (welch Traumgarne es Übersee gab und gibt) und vorallem in dem Drumherum wieder. Die Strickblogger, dort, unzählige, viele untereinander bekannt, befreundet und Stricktreffen eine normale Sache.

Durch das Lesen vieler amerikanischer Strickblogs wurde ich nicht nur auf Einzelanleitungen, freie Anleitungen im Netz, sondern auch auf amerikanische Strickmagazine aufmerksam. Zeitweise hatte ich drei bis vier davon im Abo. Sie waren jünger, ausführlicher und viel spannender als das was man auf dem deutschen Markt kaufen konnte. Neben den Anleitungen gibt es immer einen redaktionellen Teil, Berichte, Produktvorstellungen, Techniken erklärt.

Ich fröhnte also fröhlich meinem Hobby und das vorzugweise mit Materialien und Inspirationen die nicht aus Deutschland stammten. Doch nicht nur ich, sondern auch einige andere schnupperten in die Strickwelt vom anderen Ende der Welt. In den letzten Jahren haben einige ausländische Garne Einzug in die deutschen Strickläden gehalten. Amerikanische und Britische Anleitungen sind teilweise nun vor Ort zu finden und auch die deutschen Zeitschriften öffnen sich seit einiger Zeit dem moderneren Interessen der jüngeren Handarbeiter.

Trotzdem begeisterte mich nichts so richtig was auf dem deutschen Markt zu bekommen ist und deutsche Strickanleitungen blieben meistens liegen.

Nun stolperte ich letztens im Supermarkt (!) bei den Zeitschriften, die ich trotz aller Möglichkeiten des Internetz immer noch liebe um sie abends im Bett zu lesen, über ein Strickmagazin, der Designerin die mich damals auf den englischen Strickpfad schickte.

Die Designs wie man sie von ihr kennt, klar, schlichter, traditionell britisch beeinflußt und schön. Die Anleitungen sind gut verständlich, aber weniger ausführlich wie man das von (den originalen und anderen) englischen Anleitungen kennt. Es gibt einen kleinen readktionellen Teil mit Produktvorstellungen, einem Artikel, einer Fragenrubrik und ein wenig Technik, die man für die Anleitungen braucht. Unter dem Strich kann man sagen ein rundes Magazin, wenn man nur die Anleitungen möchte, mir etwas zu mager aber ich bereue nicht, es gekauft zu haben. Einziger Manko, daß alle Modelle natürlich nur mit Garnen von Debbie Bliss gestrickt wurden und zu den verwendeten Garnen weder die Zusammensetzung noch die Lauflänge/Maschenprobe mitgeteilt wird.

Im Zuge der Entdeckung der amerikanischen Handarbeitswelt, schlich so langsam auch das Nähen bei mir ein. Eigentlich zunächst das Erstellen von Quilts. Und das nur weil 2006 bei unserem USA Aufenthalt neben den Strickbüchern ein Quiltbuch stand was mich anlachte. Ich nahm das mal mit und dachte mir, das sei was für später, wenn die Kinder groß sind und ich viel Zeit habe. Lange Rede kurzer Sinn, durch ein anderes Buch animiert begann ich 2007 meinen ersten Quilt und verfiel in dem Jahr dem Nähen. Genau wie beim Stricken war da die bunte Wunderwelt Internet größte Inspiration und Anleitungslieferer. Ich war recht unerfahren im Nähen, läßt man mal außer acht, daß ich in der 9. Klasse Nähen in der Schule hatte, irgendwann mal bockig versuchte Teddys zu nähen und im Studium noch mal einen VHS Kurs besuchte. Ich hatte also kaum genäht, keine Erfahrung und meine Maschine war aus den 60ern. Das hielt mich aber nicht ab, alles mal auszuprobieren, auch mal einen Mantel für das Kind, ein Kleid und diversen Kleinkram. Denn der Vorteil der Anleitungen aus den USA besteht zweifelsfrei darin, daß sie geschrieben werden als wäre man drei Jahre alt. Es wird fast immer alles ausführlich erklärt, sowohl in freien Anleitungen, als in den Büchern oder verkauften Einzelschnittmustern. Toll, genau was ich brauche, sag mir was ich machen soll und ich mache es.

Burda und Ottobre hatte ich dann auch mal gekauft und verzweifelte an den rudimentär beschriebenen Nähanleitungen, wußte oft nicht was die von mir wollen und schmiß den Kram frustriert in die Ecke. Farbenmix probierte ich auch, etwas ausführlicher sind deren Anleitungen schon, aber auch unbefriedigend für mich, als ich noch weniger Erfahrung hatte. Ich blieb also auch beim Nähen dem amerikanischen Markt (und den Blog, ja was für wundervolle es da gibt und erst die Stoffhöker, wow.) treu und nähte vorzugsweise mal hier mal da einen Quilt und diversen anderne Kram.

Nun ist das Nähen ja die heiße Scheiße unter “Muttis” – man näht dem Nachwuchs farbenfrohen möglichst individuellen Kram und wenn man schon dabei ist, macht man auch noch Spielzeug, Alltagskram und auch anderen Dekotüddel. Sehr gut zu beobachten in der deutschen Bloggerwelt, aber auch in den Buchhandlungen. Zum einen findet man einige der Bücher die ich schon jahrelang besitze ins Deutsche übersetzt, zum anderen gibt es plötzlich mannigfaltige Bücher zum Thema Nähen, Quilts nähen, Taschen(!) nähen,  Deko nähen (allen voran Tilda und Klons), Kinderkrams nähen und neuerdings habe ich sogar lustig bunte Einzelanleitungen gesehen. Da war es ja nur eine Frage der Zeit bis sich der Zeitschriftenmarkt bezüglich der Nähmagazine dem Trend anschließt. Neben den bisher klassischen und für mich zu biederen Patchwork/Quiltmagazine fand ich letztens folgendes Heft.

Die verwendeten Stoffe ließen mich das Magazin fast wieder zurück stellen, vieles war mir zu süß, zu niedlich. Aber auch da bin ich mal wieder leicht snobbistisch, verarbeite ich doch am liebsten  moderne Quilting Cottons von, natürlich, dem amerikanischen Markt. Mitgenommen habe ich das Heft dann, weil doch einige Accessoirs und Decken und Klamöttchen als Schnittmuster drin sind, die ich ansprechend finde. Klar, kann man für einiges die Schnitte selber entwerfen, sind oft nicht schwer, aber auch wie beim Stricken, agiere ich lieber nach dem Motto, sag was ich machen soll, ich setze das dann so oder so ähnlich um. Und bei einer Patchworkdecke ist es zB total arbeitserleichternd wenn schon jemand anders die Stoffstückgrößen ausgerechnet hat. Ich hab dann mal die Anleitungen studiert und festgestellt, daß sie Hand und Fuß haben, aber nur, wenn man schon Erfahrung hat. gerade bei den Quilts wird nur Beschrieben wie man das Top näht, aber nicht wie man daraus einen kompletten Quilt generiert. Bei einigen anderen Anleitungen fehlt die Angabe der Nahtzugabe und die Beschreibungen sind in gewohnt deutscher Manier recht knapp gehalten. Also nichts für Nähanfänger, zumindest nicht, wenn sie die Modelle alleine und ohne Hilfe nachnähen wollen. Interessant fand ich, daß die Anleitungen fast alle nicht von der Redaktion des Magazins erstellt wurden, sondern von Inhabern bzw.Mitarbeitern von Patchwork-/ oder Stoffläden. Schön, daß der jeweilige Shop auch mir URL angegeben wird, so daß ich in einer ruhigen Minute diese mal absurfen und inspizieren kann. Für die Modelle kann man auch bei eben diesen Shops komplette Materialpakete bestellen. Find ich gut, wenn man das genau so wie abgebildet nachnähen möchte. Sonst sucht man sich ja einen Wolf, vor allem, weil nur einmal angegeben wurde welcher Stoff von welchem Hersteller verwendet wurde. Unter dem Strich, bin ich auch mit diesem Kauf nicht unzufrieden, hätte mir ein bischen mehr gewünscht, aber das Leben ist ja schließlich kein Wunschkonzert.

Fazit, ich werde bestimmt mal wieder mit offenen Augen die Regale mit Handarbeitsmagazinen anschauen, aber Hauptquelle bleiben für mich die Bücher in Originalsprache sowie die amerikanischen Strick-/Näh-/Quiltmagazine die ich auf Papier und Digital im Abo habe bzw. freie Onlinepublikationen. Für andere, die weniger Snob-Allüren haben als ich, sind diese Hefte aber bestimmt toll und gut zu nutzen. Man kann zumindest ein Blick reinwerfen.

Wohnt jetzt hier

Schaut mal,

knuffige Füße

Ein langer dünner Schwanz

Ein freches Gesicht

Ergibt zusammen einen Sock Monkey

Wenn ich das richtig verstehe ist der Sock Monkey in den USA ein Klassiker. Schon oft stolperte ich in der ein oder anderen Form im Internet über das lustige Kerlchen.

So sieht das klassische Original aus, aber ich find den nicht so hübsch. Es gibt diverse Anleitungen sowohl zum Nähen oder Stricken im Netz um sich seinen eigenen zu machen, sogar als Materialpaket mit der Socke aus denen er ursprünglich gefertigt wurde.

Ich bin dank meiner neuen Leidenschaft Pinterest über diese Anleitung gestolpert und dachte das müsse ich mal probieren. Das klang erstmal einfach. Die größte Herausforderung war das Finden einer geeigneten Socke. Sie darf nicht zu dünn und nicht zu elastisch sein und außerdem sollte weder die Sockengröße noch der Hersteller draufgedruckt sein.

Nachdem ich letztens beim Vorbeigehen an einem Kinderladen einen Sockmonkey mit langen Beinen und Armen sah, beschloß ich, daß ich auch lieber Kniestrümpfe als Socken verweden mag. Gestern wurde ich endlich fündig und brachte das Paar mit nach Hause.

Das eigentliche Nähen ist mit einer Jerseynadel, einer Maschine mit einem elastischen Stich und wenn möglich einem Obertransport (wegen der Streifen) nicht besonders schwer. Ich persönlich bin kein Fan von Handnähen und tat mich mich dem Anbringen der Extremitäten und der Ohren etwas schwer, aber im Endeffekt find ich den Affen dann doch ganz gelungen. Sollte ich mich nochmal aufraffen können, das Gefummel ein zweites Mal auf mich zu nehmen, würde ich für die Nähte kein weißes Garn mehr nehmen und voher darauf achten, dass die Socke beim Dehnen nicht so offen maschig aussieht. Aber das war es auch schon an Kritik.

Und was sagt ihr so?

 

Das Baby bekleiden – Nähkram

Da ich nun eine neue Nähmaschine besitze, dachte ich mir, ich könne mal meine Angst vor Jersey beiseite legen und versuchen damit etwas brauchbares zu nähen. Dachte ich so, ließ aber keine Taten folgen.

Bei einem meiner Besuche bei Glücksmarie stolperte ich dann über diese Jacke aus  der Zwergenverpackung von Farbenmix. Sie hing da so unschuldig rum, in türkis geringelt und rot und sah einfach herzallerliebst aus. Eigentlich mag ich die Anleitungen von Farbenmix nicht besonders, aber die Jacke hatte es mir nunmal angetan. Ich sinnierte so mehr oder weniger laut vor mich und wurde von der Mitarbeiterin von Glücksmarie aufs heftigste motiviert, daß ich das schon hinbekommen würde. Um mich nicht zu sehr herauszufordern wählte ich als Material zum Nicki einen Flanellstoff als Futter, in der Hoffnung, daß wenn der Nicki mein Nähen zu sehr verziehen würde, der Flanell dem Ganzen dann etwas Form zurück geben könnte. Lange Rede, kurzer Sinn. Nach einigen Tagen, etwas Getrenne und etwas mehr Gefluche, konnte ich das Jäckchen als fertig präsentieren.

 

Mit dem Ergebnis bin ich so lala zufrieden, es gibt da eine Beule, die mir nicht behagt, aber im großen und ganzen ist es okay.

Nach dem Beenden einer Näharbeit ist ja meistens vor einer Näharbeit. Und da ich wegen der Fotoanleitung zu dem Jäckchen mehr auf Farbenmix unterwegs war als in den Monaten zuvor stolperte ich über die Ankündigung der Zwergenverpackung Vol. 2. Darin enthalten ist die Anleitung für einen Overall. Ich liebe Overalls und dachte mir, leicht übermütig geworden, na den kann ich ja auch mal probieren. Diesmal mit Frottee außen und tatsächlich Jersey innen. Ich war gewillt, das ganze bei Nichtgelingen als teures Experiment abzutun und legte los. Was soll ich sagen, ich mußte aus diversen Gründen häufiger und zeitraubend trennen, aber unter dem Strich bin ich mit dem Endergebnis ziemlich zufrieden. Auch diesmal gibt es ein zwei Kleinigkeiten, die ich gerne etwas sauberer gehabt hätte. Aber wie meine Freundin immer sagt, das fällt wahrscheinlich außer mir niemandem auf. (Hoffe ich wenigstens). Also ohne weiteres Aufheben, hier der Kuschelanzug.

Und weil ich ja doch ein klitzekleines bischen Stolz bin und wegen Übermuts gleich nochmal versucht habe Jersey auf Frottee zu applizieren, gibt es hier noch ein Detailbild, auf dem man hoffentlich die Farben des Futters besser erkennt.

Man beachte bitte auch die Einfassung aus Jersey, die unter anderem Schuld am Auftrennen war.

Weil ich neben Mann und Kindern und Baby und Katze und Haushalt irgendwie immer noch nicht wirklich ausgelastet war und der Overall einfach so dann fertig war, meinte ich, ich könne dann jetzt ja mal was nähen was nur aus Jersey besteht. Also ging ich ein weiteres mal (nein ich wohne noch nicht dort) zu Glücksmarie und kaufte Stoffe um die Elfentunika aus der Zwergenverpackung 2 zu nähen.

Mit nur wenig Fluchen, ein bischen Geduld und viel geschenkter Zeit, in der man mir die familiären Pflichten erließ, wurde diese auch recht zügig fertig. Da mir nicht gefiel, daß der Rockteil nur gesäumt werde sollte und weil ich das Oberteil aus Sweat genäht hatte, habe ich kurzerhand den Jersey der nur zum Einfassen gedacht war dazu verwendet den Rockteil zu füttern. Sprich, ich habe einfach den Rock zweimal genäht und beide Röcke dann zusammengenäht um das Ganze dann als ein Teil an das Oberteil zu nähen. Mir gefällt noch nicht so gut wie der Futterstoff da unten rauslugt, deswegen werde ich das nochmal langsteppen. Dazu habe ich die Tunika aber erstmal gewaschen, denn bei diesem Projekt habe ich die Stoffe nicht vorgewaschen.

Und weil ich grad so dabei war, habe ich dann noch mein wirklich allererstes Jerseyprojekt wieder rausgekramt und nochmal den Kampf mit der Zwillingsnadel aufgenommen um dieses endlich unten mal zu säumen. Somit ist mein erstes Amelinchen auch fertig geworden. Aber da ich so knapp gesäumt habe, wellt es sich unten und ich bin am überlegen ob ich das nochmal ändere. Gut geklappt hingegen hat der erste Versuch mit Bündchenware. Finde ich jedenfalls. Aber seht selbst.

 

So und nachdem ich das alles mal ausprobiert habe und das Baby wirklich grad nicht noch mehr neues Zeug braucht, kann ich mich ja vielleicht mal aufraffen und endlich den Quilt für meine Mama fertig nähen.