Archiv der Kategorie: Nähkrams

Machs noch einmal Sam …

In diesem Fall wohl eher, machs noch einmal Mama. Vor Jahren, also genauer gesagt vor fünf Jahren nähte ich der großen Tochter einen Mantel. Wie es dazu kam und wie er aussah sieht man hier. Nun äußerte sie letzens den Wunsch ich möge ihr doch bitte noch einmal diesen Mantel nähen. Das mag auch damit zusammen hängen, dass ich keine Lust hatte 200€ für einen Wollmantel für sie auszugeben oder eine günstigere Version in Kunstfaser zu erwerben. Wir entschieden uns dieses Jahr für kürzere Version des Schnittes.

So wartete ich bis der hiesige Karstadt endlich die Mantelstoffe auspackte und kaufte einen Wollmischstoff, der sich unglaublich weich und schön anfühlte. Ich war mir wegen der Farbe, ein sattes Himbeerrot zwar nicht ganz sicher, aber ich hatte Glück und sie findet ihn schön. Für das Futter hatte ich noch einen Voile-Stoff  aus der little Folks Linie von Anna Maria Horner liegen, den ich für ein nicht fertig gestelltes Mantelprojekt vorgesehen hatte.

Ich erbat mir ein Wochenende Nähzeit und fing an. Vom Ausschneiden des Schnittmusters am Freitag Nachmittag bis zur Fertigstellung am Montag war ich schwer beschäftigt. Ich hatte zwar trotz meiner Bitte Kinder und Hund um mich wuseln, aber irgendwie kam ich zurecht. Es fiel mir dieses Mal auch etwas leichter als das erste Mal, mag auch an der besseren Maschine und dem Obertransportfuß liegen. Lediglich die Knopflöcher, das Annähen der Knöpfe und das Säumen der unteren Kante ließ ich von einer Schneiderin machen.

Das ErgebnisIMG_0681

Detailaufnahme Futter und SaumIMG_0680

Der KragenIMG_0679

Am KindIMG_0674

Und von HintenIMG_0677

Meine Kamera meint übrigens sie müsse alles so seltsam belichten und ich habe keine Ahnung warum, wir sind extra nicht in die pralle Sonne gegangen. Damit werde ich mich noch beschäftigen müssen.

Neben der Herstellung der Jacke habe ich dem Kind auch einen Pullover gestrickt denn sie momentan eher blöd findet. Sie hatte die Wolle selber ausgesucht, aber ist nun der Ansicht der Pullover ist zu eng geworden. Trotzdem durfte ich nach nur wenig Bestechung das gute Stück an ihr fotografieren.

Ease am KindIMG_0665

RückansichtIMG_0668

Und einmal ohne InhaltIMG_0682

Der AusschnittIMG_0683

Es handelt sich um das Modell Ease (ravelry)
Gestrickt mit Nadeln Nr. 4,5
Garn: Mrs. Babs Yowza in Coco Bay

Hochzeitsquilt Version 2.0

Dieser Anruf meines besten Freundes im Sommer, bei dem er mich nach einigen Belanglosigkeiten nebenbei fragte ob ich denn die Whats app Nachricht seiner Freundin nicht gesehen hätte, war schon merkwürdig. Als echter Multitasker öffnete ich natürlich die App und sah sofort wieso es so wichtig war. Ich schaute auf einen waschechten Verlobungsring :) Noch im Laufe des Gespräches wurde mir klar, dass es nur ein Geschenk für diese besonderen Menschen geben kann, einen Hochzeitsquilt. Klar hatte ich beim letzten ordentlich geflucht und wer mich kennt weiß, daß ich auch gerne mal zwei Jahre an einem Quilt sitze. Das aber nur wenn ich 50 andere Sachen zwischendurch mache und oder die Lust verliere und oder das Muster zu komplex ist. Es war Juli und das angepeilte Hochzeitsdatum lautete Oktober. ich überschlug kurz und beschloß, dass es machbar sein muß.  (Weil ich öfter gefragt wurde wie lange ich für den kompletten Quilt gebraucht habe, am 15.7. habe ich den bunten Stoff bestellt)

Ich entschied mich für ein relativ einfaches Muster. Durchforstete meine Vorräte und stolperte dann bei Quiltzauberei über eine reduzierte Jelly Roll (aus der Linie Novella von Valori Wells)  in Farben die ich angenehm und passend fand. Ich hatte schon einige Zeit zuvor eine Anleitung gekauft, dich ich hübsch fand, die nun passend für das Projekt erschien. Die Kombination von einfachem Checkerboard-Muster mit den Uni-farbenen Karos am Rand fand ich schick und mit den entsprechenden Techniken sollte das Zuschneiden und Nähen recht flott gehen. Weit gefehlt, die Autorin der Anleitung sieht vor, daß man jedes Stoffquadrat einzeln Zuschneidet. Nö, nicht mit mir.

Ich erinnerte mich daran, kurz zuvor ein ähnliches Quiltmuster gesehen zu haben und nach kurzer Suche fand ich es auch wieder. (Was mir nicht immer glückt, sollte wirklich mehr pinnen oder bookmarken) Dieses hier bei Rita von Redpepperquilts. Dort werden Streifen geschnitten, (in der Breite der Jelly Roll, weswegen diese für das Projekt ideal war, da ich die Streifen der Roll nur kürzen, aber nicht Streifen vom Meter schneiden mußte) diese Streifen einer bestimmten Länge mit einem uni-farbenen Streifen aneinander genäht, diese Paare wiederum mit zwei weiteren Paaren verbunden und dann wieder zerschnitten. Egal, kurz gesagt es kommen zeitsparende Techniken zum Einsatz, an deren Ende man einen sogenannten 16-patch block hat, ein Quadrat aus 16 Einzelquadraten. Davon nähte ich ziemlich viele, 60 Stück, das entspricht einer Anzahl von 960 kleinen Miniquadraten die vernäht wurden.

Die erste Legeprobe sah dann so ausIMG_0425Ich beschriftete alles mit Post-it Notes und nähte Block für Block zu Reihen zusammen, die ich danach miteinander verband. Bei dem einfarbigen Kontraststoff entschied ich mich gegen weiß, damit es nicht zu mädchenhaft wird und weil ich fand, dass der grau/beige Stoff besser zu dem bunten paßt. (und ich hatte ihn aus einer Materialpackung da und konnte sofort loslegen)

Da mir das Quilttopp nachdem Zusammennähen der Blöcke auch unter Anrechnung des anzufügenden Randes noch etwas klein vorkam um zu zweit gemütlich darunter zu kuscheln und damit das der Übergang zu dem einfarbigen grauen Rand nicht zu trist wird, entschied ich mich eine Einfassung in rot um die Blöcke zu machen. Außerdem waren meine einfarbig bunten Randblöcke nicht so kontrastreich wie in der ersten Anleitung.

IMG_0591So dann, nach Anfügen der  einfarbigen Randblöcke und der beiden Ränder. Außerdem hatte ich die Eckblöcke nur aus der Kontrastfarbe und dem Stoff der die Rückseite werden sollte genäht. (Ich habe grad mal nachgeschaut, das war der Stand vom 13. August)

Wie so gerne mal, hatte ich die Masse an Rückseitenstoff nur geschätzt und mich, wie auch gerne mal, verschätzt, so daß ich den Stoff nachbestellen mußte. Dies ging natürlich nur in den USA, da die Stoffserie a) schon älter ist und b) in D kaum oder nur viel zu teuer zu bekommen war. So bestellte und wartete ich auf die Nachlieferung. Dank fabric.com ging das aber relativ zügig.

Immerhin hatte ich schon das Vlies in ausreichender Menge da. Ich benutze am liebsten Quilters Dream Cotton oder Warm and White. Beides reine Baumwollen die nadelgefilzt sind und sich supergut quilten lassen.

Nach Ankunft des fehlenden Stoffes habe ich aus Zeitgründen den Quilt nicht mit Nadeln sondern mit Sprühkleber (spray basting) geheftet. Sprich die Rückseite, das Vlies und die Vorderseite miteinander verbunden, damit sie beim Quilten nicht verrutschen. Kleine Anekdote am Rande, da mir mitten im Sprühen der Kleber ausging, fuhr ich ratzifatzi zum Händler meines Vertrauens um Nachschub zu besorgen (man kann den Quilt ja nicht am Boden festgeheftet lange liegen lassen bei 3 Kindern und nem Hund) und ließ mir auf dem Rückweg das Portemonnaie klauen. Immerhin hatte ich in der Hektik meine EC Karte im Nähladen vergessen, so dass diese wenigstens nicht weg war.

Als nun endlich alle Schichten verbunden waren ging es ans Quilten. Hier hatte ich mich zumindest für den Mittelteil für einfaches “Straight Line Stitching” entschieden, da das im vergleich mit freien Mustern etwas zügiger geht. Immerhin sollte das alles ja rechtzeitig fertig werden.

IMG_0646Wie man sieht, mußte dazu unser Eßtisch herhalten, denn in meinem Büro/Nähzimmer gibt es keine Möglichkeit so etwas großes zu bearbeiten. Somit räumte ich einige Wochen immer wieder meine gerollte Quiltwurst hin- und her und der Sohn der den Platz neben der Maschine samt Quilt hattw wurde das ein oder andere mal angeherrschte nicht so dicht an den Quilt zu rücken bzw. diesen nicht einzusauen.

IMG_0892Nach Fertigstellung der Längsnähte sah das Ganze dann so aus.

IMG_0896Und so, nachdem ich auch die Quernähte gesetzt hatte. Ich hab dieses mal ein Baumwollgarn genommen, dass etwas dicker und Öko-zertifiziert ist. Dieses hatte zufällig die passende Farbe.

Für den Rand war es mir zu langweilig nur einfach gerade Linien zu nähen, somit überlegte ich was passen würde. Auch einfaches rumdoodeln wollte ich nicht und mein Versuch freihand Blumen zu nähen ging auf dem Probestück so schief, dass ich auch davon Abstand nahm.

IMG_0911Ich entschied mich dann für ein Spiralmuster. Ich hab dermaßen geflucht, weil ich die nicht so ordentlich hinbekam wie ich es gerne hätte. Dann kam auch noch Kritik auf twitter, dass es nicht regelmäßig sei, und ich war kurz davor alles aufzutrennen. Anbetracht der knappen Zeit und dem Kopfwaschen einer guten Freundin machte ich aber weiter und gab mein Bestes. Ich trennte zwar zwischendrin auf, aber nicht alles und ich machte es fertig. (man sieht auf dem Mittelteil einen Teil der Unmengen an Fäden die ich alle vernähen mußte) Natürlich kam ich auch hier mächtig in Zeitnot, denn die Rückseite der Einfassung ist rot und ich wollte nicht mit beigen Garn auf rot nähen, so daß ich extra Unterfadengarn bestellen mußte, was ein wenig auf sich warten ließ.

IMG_0919Beim Freihandquilten lag ein größerer Teil des Quilts auf mir, bzw. auf meinen Schultern, was dazu führte, daß ich mir auch noch ordentlich Verspannungen einfing, abgesehen davon, dass das Quilten eines Quilts dieser Größe, ob nun freihand oder nicht, echt körperliche Arbeit darstellt.

Mitte der Woche, ca vier Tage vor der Hochzeit rief ich meinen besten Freund an, und jammerte ein wenig über meine Unfähigkeit und wie wenig perfekt ich sei und mich sein Hochzeitsgeschenk ins Grab bringen würde. Er wußte zwar noch nicht was es geben würde, aber da er mich kennt, hatte er wahrscheinlich eine Ahnung.

Zwei Tage vor Hochzeit waren alle Quiltnähte gesetzt und es fehlte nur noch die Einfassung. Nur, ja, haha. Darüber hatte ich mir bis dato wenig Gedanken gemacht. Ein extra erworbener Stoff gefiel mir nicht mehr und so saß ich in einem Haufen Stoffreste von dem Quilt und grübelte was ich machen soll. Ich entschied mich dann von den einfarbigen Stoffen die übrig geblieben waren die rot/lila Töne zu nehmen, dazu ein bischen grau und auf Anraten des (sonst eher farbenblinden Gattens) auch türkis. Damit das aber passend aussah und sich die Farben gleichmäßig verteilten, mußte ich Stücke von der ungefähren Länge der einzelnen Quiltblöcke zuschneiden. Es wurden 7,4m Binding die ich im accord zuschnitt und aneinander nähte, bügelte und dann einseitig mit der Maschine am Quilt befestigte. Auf der Rückseite eines Quilts wird das Binding traditionell mit der Hand angenäht. Damit begann ich am Donnerstag vor der Hochzeit gegen 17 Uhr. (Hochzeit Samstag 12 Uhr)

Freitag mittag war ich dem Nervenzusammenbruch nah, hatte höllische Kopfschmerzen und beschloß, wenn das Mistding nicht fertig wird, dann wird es das eben nicht, dann gibt es einen Gutschein, ich kann nicht mehr. Ich nähte trotzdem weiter, versuchte genug Pausen zu machen und tadaaa, um 18 Uhr war die letzte Naht gesetzt. Alle Fäden vernäht und das Biest flog in die Waschmaschine.

Die gesammelte Familie fuhr erstmal zu Ikea und nach Rückkehr um 21.30 stopfte ich den Quilt in den Trockner um alle 15 min nachzusehen ob er denn jetzt endlich trocken sei. ich mußte ihn ja noch bügeln, letzte Qualtitätskontrolle und auftauchende Fäden vernähen. Schlußendlich brauchte er natürlich auch noch mein Lable :)

Um 23 Uhr 13 war er fertig, ich machte noch schnell Fotos mit dem iPhone und fiel erschöpft ins Bett.

Am nächsten morgen blieb glücklicherweise noch etwas Zeit, so daß ich halb angezogen, halb geschminkt mit dem Gatten in den Garten flitze und noch fix zwei drei Bilder mit der guten Kamera zu machen.

IMG_0426die Vorderseite

IMG_0427die Rückseite

IMG_0428die Spiralen

IMG_0429und ein bischen mit Abstand, damit man die mehrfarbige Einfassung erkennt

Morgens dann noch fix hübsch eingepackt und nach der Trauung offiziell überreicht. Und wiederum, mein bester Freund kennt mich schon ziemlich lange und gut, er wußte ich platze wenn sie sich das Geschenk nicht noch während meiner Anwesenheit anschauen. So öffneten er und die Braut nach dem Abendessen, oder war es Kaffee brav den Karton. So wie ich es verstanden habe scheint der Quilt ihnen zu gefallen und das ist ja auch das Wichtigste. Dafür macht man das alles.

First Day Dress

Neulich, freute sich eine Twitter-Freundin ein Loch in den Bauch, da eine Anleitung auf die sie schon länger wartete endlich verfügbar geworden war. Schnittmuster finde ich immer spannend und so klickte ich ihren Link und bestaunte den First Day Dress. Natürlich setzte sofort der “will ich haben Reflex” ein und bevor ich sie kaufen konnte,schenkte die Freundin  mir die Anleitung.

Relativ zügig fuhr ich mit K1 in die Stadt und ließ sie Stoffe auswählen, denn sie sollte das Kleid bekommen. Sie entschied sich für einen Stoff aus der Summer Loft Serie der neuen Stoffe von Gütermann. Schnitt also ausgedruckt, nur wenig fluchend zusammengeklebt und Zähne knirschend mit dem Zuschnitt angefangen. Kleidung nähen ist ja nicht so meins, ich mache das zwar immer wieder aber fühle mich immer unsicher dabei.

Wie die meisten Anleitungen aus dem englischsprachigen Raum, war auch diese sehr ausführlich beschrieben und bebildert und ihr zu folgen war ein Traum. So konnte ich nach einem Tag nähen das fast fertige Kleid präsentieren. Nur für den Saum hatte die Zeit nicht mehr gereicht. Denn machte ich dann am nächsten Vormittag.

IMG_0234von vorne

IMG_0236von hinten

IMG_0467Hier mal die Stoffe, das Kleid ist komplett gefüttert. Wir wählten einen grünen Voile dafür.

IMG_0189der Rückenausschnitt am lebenden Objekt

IMG_0185der weit schwingenden Rock in Aktion.

Fazit, das Nähen machte viel Spaß. das Kind ist begeistert und trug das Kleid schon mehrfach und auch die Waschmaschine haben meine Nähkünste überstanden. Also wer einen schicken Dress für sein Tochterkind sucht, dem sei dieses Schnittmuster wärmsten empfohlen. Es ist in den Größen 2-10 Jahre erhältlich und kann unter dem eingangs erwähnten link erworben werden.

Mit Nadel und Faden gegen den Alltag

Es war wirklich anstrengend die letzten Wochen hier. Familie und Alltag erforderten viel Aufmerksamkeit. In solchen Phasen brauche ich dann dringend Auszeiten, in denen ich konzentriert nähen kann. Gut, das ungestört konzentrierte Nähen ist auch eher so eine Illusion, da die Kleinste gerne beim Nähen auf meiner Arbeitsfläche sitzt, Stecknadeln anreicht und mir lange Geschichten erzählt. Die Großen hingegen kommen gerne mal dazu und beklagen sich über Ungerechtigkeiten des anderen Elternteils, des Geschwisters oder des Lebens allgemein. Aber zwischendrin ist es wirklich fein mal wieder mit den Händen zu arbeiten und dabei etwas mehr oder weniger erfolgreich zu erschaffen :) Zunächst habe ich mich an ein Quilttop gemacht, welches schon über ein Jahr rumliegt, da fehlen jetzt aber doch noch Teile, darum gibts das nicht mit Bild.

Während ich auf einer Nähzubehörverkaufswebsite rumsurfte wurde ich auf eine Gratisanleitung aufmerksam, die ich einfach nur toll fand. Dieses hier. Ich bestellte mir die Stoffe (inzwischen sah ich, daß es die meisten benötigten auch beim hiesigen Karstadt gibt) und legte los. Das hat wirklich Spaß gemacht, anstatt zu patchen zu applizieren. Herausgekommen ist das hier: IMG_0143Die Rückseite kann ich leider nicht zeigen, da die Kissenfüllung noch zu groß ist und daher der rückwärtige Hotelverschluß unschön aufspringt.

Unterwegs im Namen der Famillie machte ich in einen Abstecher in einen Buchladen und gewohnheitsmäßig schaute ich kurz in der Handarbeitsabteilung vorbei was es so neues gibt. Ich stolperte über das Buch (in der deutschen Ausgabe) und blätterte ein wenig drin rum. Obwohl ich vor einger Zeit noch das Ansicht war, so einen Quatsch mit Handnähen sei nichts für mich, erschien es mir plötzlich verlockend. Die Lösung des Problems nicht nähen zu können, da entweder unterwegs mit den Kindern oder die Unmöglichkeit sich ins Nähzimmer zurück zu ziehen. So was kleines um Papier genähtes ist schließlich transportabel, geht im Bus, im Auto, auf dem Sofa. Diesen Quilt aus dem Buch fand ich besonders hübsch. Ich recherchierte, besorgte mir das Buch im Original, Material, und fing einfach an.

Die Stoffe die ich verwende sind größenteils Reste von irgendwelchen anderen Projekten oder Reste die mir geschenkt wurden. Ein kleines bischen habe ich dazu gekauft, damit farblich mehr Vielfalt gegeben ist. IMG_0145Das ist mein bisheriger Stand, 13 der ca 134 Einheiten habe ich genäht. Mit der Hand, ich!

Die Vorstufe zu so einer Einheit sieht so aus:IMG_0146Kleine Rauten werden um eine Papier- oder Plastikschablone geheftet, dann erst zu einem halben und dann einem ganzen Stern verbunden. Danach werden die bunten Rauten drumrum genäht. Und wenn ich dann alle Einheiten fertig habe werden diese wiederum aneinander genäht. Faszinierend ist, was die richtige Nadel bzw der Faden für einen Unterschied machen bei der Arbeit. Ich habe nun diverse Nähfäden und -nadeln hier, die ich abwechselnd nutze. Ich bin gespannt wie lange das ganze Projekt dauern wird.

Während ich schon an dem Projekt des unendlichen Quilts saß, stolperte ich über diesen Blogeintrag. Ich lese dort schon lange und habe auch die erwachsene Version des Sherwater Kaftans einige mal dort gesehen, war mir aber nicht sicher ob das was für mich ist, ich das hinbekomme und überhaupt. Daher fand ich den Bericht über die Kinderversion verlockend. Nach kurzer Zeit entschied ich mich auch den Originalstoff zu verwenden, da er gut zu fallen scheint, mir aber Liberty oder Voile zu teuer und zu dünn erschien. Es ist eine sogenannte Double-Gauze, zwei Schichten feiner eher offen gewebter Stoff.

Am Samstag kam der Stoff und am späten Nachmittag als aller familiärer Kram erledigt war fing ich an. Ich habe sogar meine ungeliebte Overlock rausgekramt um die offenen Kanten zu versäubern. Der Kaftan besteht aus wenigen Teilen und ist relativ simpel zu nähen. Die Anleitung ist super, wenn man englische Anleitungen gewohnt ist zu lesen. Ich kam ziemlich weit am Abend, auch wenn ich zwischendrin mit der Großen einen Film schaute. Am Sonntag morgen säumte ich noch die Ärmel und dann war ich schon fertig.

IMG_0142Ich bin recht zufrieden, auch wenn es einige kleine Fehler zu finden gibt, wenn man genau hinschaut. Die Laschen zum Festknöpfen der aufgekrempelten Ärmel habe ich weg gelassen, weil ich keine Lust hatte mich mit meiner Nähmaschine um Knopflöcher zu streiten und weil die Tochter die eh als störend empfindet.

Kaum hatte ich das Bild gemacht, kam die Große auch schon an und probierte ihre neue Tunika.IMG_0138

Wie man sieht ist sie mit dem Ergebnis sehr zufrieden und trug das neue Teil gleich gestern und heute zur Schule.

Und nachdem das nun abgehakt ist widme ich mich wieder dem Zusammenfummeln kleiner Stoffrauten.

Ein Geburtstagskissen

Es ist ja nicht so, daß Geburtstage so unvorhersehbar sind, aber mir fiel erst einen Tag vorher ein, womit ich der lieben Simetra zu ihrem runden Ehrentag eine Freude machen könnte. Und daß ich ihr eine Freude machen wollte, war klar, nur was blieb unklar, bis ich in einem alten Blogbeitrag einen Kommentar von ihr fand, der sich auf das der Hebamme genähte Kissen bezog. Ich überlegte hin und her ob ich das Kissen nochmal nähen wollen würde. Eigentlich kein Problem, aber ich war mir nicht ganz sicher, auch wegen der Stoffauswahl. Dann kam mir eine Anleitung in den Sinn, die ich erst kürzlich gelesen hatte und die ich gerne ausprobieren wollte. Ich fragte nach, überlegte und stellte mögliche Farben zusammen. Das Ergebnis sieht so aus:

IMG_0132Die Anleitung war super gut, einige Kleinigkeiten hätte ich mir deutlicher gewünscht, aber ich kam nach einer Anfangsschwierigkeit gut zurecht. Die Wellen sind  in freier Schneidetechnik mit dem Rotarycutter geschnitten. Es macht richtig Spaß zu sehen, wie das alles zusammen kommt.Nach dem Zusammennähen wird das ganze mit Vlies und einer Rückseite hinterlegt und gequiltet. Ich habe es wie in der Anleitung gemacht und mit dem Obertransportfuß enge Linien den Wellen folgend genäht. Dabei habe ich jeweils Garn gewählt, was zu dem Stoff paßt. Leider hat meine Vorderseite durch das Quilten einiges an Breite verloren, so daß mein vorgesehenes bzw. irgendein Standartinnekissen als Füllung nicht mehr paßte. Ich hab dann die Füllung eines meiner Ikea Innenkissen benutzt und kurzerhand ein eigenes Inlet genäht, damit die Hülle ordentlich ausgefüllt ist.

IMG_0133Für die Rückseite habe ich mich für einen simplen Hotelverschluß aus zwei der verwendeten Stoffe entschieden. Die Autorin der Anleitung hatte ihr Kissen mit einem Reißverschluß genäht. Ich nähe aber zum Einen nicht gerne Reißverschlüsse und zum anderen konnte ich mir schwer vorstellen wie das ordentlich funktionieren soll, an die dreilagige Vorderseite einen Reißverschluß anzunähen. Um die Nähte innen noch etwas zu schützen, habe ich die Außenhülle zum Schluß noch einmal knappkanitig abgesteppt und dann folgte der obligatorische Waschgang um den endgültigen Look zu bekommen und die Haltbarkeit der Nähte zu testen.

Da eine andere Freundin meinte das ganze hat so etwas von einem Hippiekissen, bzw. sieht aus wie aus den Siebzigern, war ich dann doch unsicher ob meine Stoffwahl gefallen würde. Nach der Fertigstellung dauerte es noch etwas bis ich einen Karton hatte und mich aufraffte und alles zur Post brachte. Aber inzwischen ist es angekommen und gefällt. Vorallem dem reizenden Nachwuchs, wie ich auf Beweisfotos feststellen konnte.

 

 

Ein Hase und eine Decke

Der Vollständigkeit halber zeig ich mal grad, was ich so um Ostern rum fertig gestellt habe. Mein Schwager und seine Frau erwarteten Nachwuchs. Mit Verkündung der Schwangerschaft stellte ich die Beiden vor die Wahl ob sie einen Quilt oder eine Strickdecke zur Geburt haben wollten. Sie entschieden sich für eine gestrickte Babydecke und nach dem wir uns auf eine Farbe einigen konnte, legte ich los. Gerade rechtzeitig am Tag der Geburt wurde das gute Stück fertig. IMG_8823 Ich bekomme gerade nicht mehr zusammen welches Garn ich verwendet habe. Aber die Anleitung ist das Prairie Blanket, welches ich schonmal für Joris strickte. Nadelstärke diesmal meine ich 3,75. Interessanterweise ging die Strickerei flotter von der Hand, was eventuell am Garn lag, ein reines Merinogarn. Laut heutiger Post ist die Decke täglich in Gebrauch. :) Als sich zu Ostern mein Bruder mit Familie ankündigte, hatte ich die Idee den beiden Nichten ein Häschen zu nähen. Ich hatte auch noch geeigneten Stoff da, irgendwelche Fleecestoffe, die ich aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen angeschafft hatte. So setzte ich mich Karfreitag hin und fluchte nach kurzer Zeit, denn dieses fisselige mit diesen eher rutschigen Stoffen machte mich irre. Also keine Hasen. Da der eine aber nun schon angefangen war, riß ich mich Ostermontag zusammen und fummelte das Vieh zusammen. Kaum fertig entriss es mir die Kleinste und schleppte es fort. IMG_0127Ich hatte extra Pellets besorgt um den Hasen zu stopfen, damit er auch sitzen kann. Da ich aber die weichen gekauft habe funktioniert das dann halt doch nicht. IMG_0128Man beachte das puschelige Schwänzchen in Kontrastfarbe. Die Babytochter hat das Häschen übrigens Pups getauft. Dies mag daran liegen, daß eines ihrer momentanen Lieblingsbücher Pipikack ist und da sagt der Hase am Ende “PUPS”.  Anleitung über Sew Mama Sew, Stoffe, wie gesagt, aus dem Fundus. Als Füllung eine Mischung aus weichen Pellets von Glorex und dem Inner Kissen von Ikea.

Caifornia Dreamin – The neverending Quilt

Irgendwann im Spätsommer 2010 stolperte ich über das California Dreamin Schnittmuster für einen Quilt. Es wurde auf der Freespirit Website angeboten. Da diese nun zu Coats gehören, scheint es die Seite mit den freien Mustern so nicht mehr zu geben aber hier ist der link zu der Anleitung (pdf).

Während eines Besuches meiner Mutter bot ich ihr an einen Quilt zu nähen und dieser hier gefiel ihr. Da er im Original aber zu klein als Bettüberwurf ist, beschloß ich zwar der Anleitung zu folgen, aber soviel weiteren Stoff anzunähen bis die gewünschte Größe erreicht war. Da uns die Farb- und Mustergebung gut gefiel bestellte ich die Originalstoffe wie von der Designerin vorgegeben.

Wie das so ist bei einem neuen Projekt steckte ich anfänglich sehr viel Energie und Zeit hinein. Da ein großer Teil mit “paper piecing” genäht wurde, kam ich trotzdem nicht so richtig schnell vorwärts.  Anhand meiner Fotosammlung kann ich noch nachvollziehen, daß ich Anfang 2011 zumindest einen großen Teil des Originals fertig hatte. Dann fing es an mit den Unterbrechungen, der Mann der für einen Freund einen Babyquilt brauchte, die Schwangerschaft mit K3 in der ich irgendwann einfach nicht mehr nähen konnte, diverse andere Projekte, Unlust, Wartezeit auf nachbestellte Stoffe etc. pp. Irgendwann war das Vorderteil fertig, ein bischen trödelte ich dann noch an der zusammengesetzen Rückseite rum. Dann fehlte noch das Quilten. Ich hatte inzwischen eine neue Maschine, aber es war klar, daß ich das riesige Biest von 2,2 x 1,6m nur am Eßtisch und nicht an einem Nachmittag fertig bekommen würde. Irgendwann letztes Jahr raffte ich mich auf und kniete stundenlange auf dem Boden um die drei Schichten des Quilts zu heften. Blieb das Problem des Quiltens. Anfang diesen Jahres traf mich dann die Erkenntnis, dass alles nichts hilft und ich ja mal den Longarm-Quiltservcie des hiesigen Quilthouse ausprobieren könnte. Also schleppte ich alles im Februar dorthin, pulte 30 min alle Nadeln wieder raus und lies das gute Stück dort.

Zwei Wochen später konnte ich ihn abholen und als vor einigen Wochen mal die Familie gesammelt an einem Sonntag mir die Wohnung überließ machte ich mich am Eßtisch breit und nähte das Binding einseitig an. Nur zwei bis drei Tage später nach stundenlangen Nähsessions mit zerstochenen Fingern war es dann nach gut 3,5 Jahren endlich geschafft und mein Mammutprojekt war fertig. Ohne viele weiter Worte präsentiere ich hier nun das Ergebnis.

IMG_8807Die Vorderseite

IMG_8809Die Rückseite, zusammengesetzt aus den Resten

IMG_8812Das Medaillon in der Mitte (erkennt man, dass es zusammengesetzt ist?)

IMG_8811Die Halbkreise, ebenfalls zusammgensetzt, in der inneren Umrandung

IMG_8814Das Binding (meine Briefecken werden immer besser) und ein bischen vom Quilting

Morgen werde ich den Quilt auf den Weg bringen und ich bin gespannt was meine Mutter dazu sagt. (Zwischendrin hatte sie schon die Geduld verloren und gemeint ich solle den Quilt verkaufen wenn er mal fertig wird)