Archiv der Kategorie: Tochterkind

First Day Dress

Neulich, freute sich eine Twitter-Freundin ein Loch in den Bauch, da eine Anleitung auf die sie schon länger wartete endlich verfügbar geworden war. Schnittmuster finde ich immer spannend und so klickte ich ihren Link und bestaunte den First Day Dress. Natürlich setzte sofort der “will ich haben Reflex” ein und bevor ich sie kaufen konnte,schenkte die Freundin  mir die Anleitung.

Relativ zügig fuhr ich mit K1 in die Stadt und ließ sie Stoffe auswählen, denn sie sollte das Kleid bekommen. Sie entschied sich für einen Stoff aus der Summer Loft Serie der neuen Stoffe von Gütermann. Schnitt also ausgedruckt, nur wenig fluchend zusammengeklebt und Zähne knirschend mit dem Zuschnitt angefangen. Kleidung nähen ist ja nicht so meins, ich mache das zwar immer wieder aber fühle mich immer unsicher dabei.

Wie die meisten Anleitungen aus dem englischsprachigen Raum, war auch diese sehr ausführlich beschrieben und bebildert und ihr zu folgen war ein Traum. So konnte ich nach einem Tag nähen das fast fertige Kleid präsentieren. Nur für den Saum hatte die Zeit nicht mehr gereicht. Denn machte ich dann am nächsten Vormittag.

IMG_0234von vorne

IMG_0236von hinten

IMG_0467Hier mal die Stoffe, das Kleid ist komplett gefüttert. Wir wählten einen grünen Voile dafür.

IMG_0189der Rückenausschnitt am lebenden Objekt

IMG_0185der weit schwingenden Rock in Aktion.

Fazit, das Nähen machte viel Spaß. das Kind ist begeistert und trug das Kleid schon mehrfach und auch die Waschmaschine haben meine Nähkünste überstanden. Also wer einen schicken Dress für sein Tochterkind sucht, dem sei dieses Schnittmuster wärmsten empfohlen. Es ist in den Größen 2-10 Jahre erhältlich und kann unter dem eingangs erwähnten link erworben werden.

Wie Tag und Nacht

Bei aller Ähnlichkeit sind meine beiden Großen in einigen Punkten unterschiedlich wie Tag und Nacht. Die Große ist die offensichtlich empathische, die, die eher auf andere zugeht und eine, die viel redet. Der Sohn ist eher mit sich beschäftigt, wartet lieber erstmal ab, hat nicht so einen großen Freundeskreis wie die Tochter, redet auch viel, aber nicht so überrollend und seine Empathie ist eher subtil, da er vieles gar nicht ausspricht. Ungeduldig können sie beide, aber die Frustrationsintoleranz des Söhnchens ist wesentlich ausgeprägter als beim Tochterkind.

So steht die Große schon immer gerne im Mittelpunkt, ist bei Aufführungen des Kindergartens, der Musikschule oder der Schule generell immer als erste Freiwillige dabei, ohne Scheu, in der ersten Reihe. Eine 1a Rampensau. Der Sohn hingegen kann sich zwar lautstark bemerkbar machen, steht aber nicht so gerne im Rampenlicht, Musikschule besuchen wollte er nicht und bei Aufführungen von Kita oder Schule ist er zwar dabei, aber eher nur weil alle mitmachen, nicht weil er sich dazu gedrängt fühlt. Nichtsdestotrotz ist der dann trotzdem stolz wenn er aufgeführt hat und legt besonderen Wert darauf, daß die Eltern sich das angeschaut haben.

So führten diese Unterschiede in den letzten Wochen zu einem komplett unterschiedlichen Umgang mit eigentlich dem selben Thema. Via twitter erfuhr ich von einem Casting des Stage Entertainments für ein neues, im November aufzuführendes Musical. Also fragte ich, die eigentlich immer (bis zu meiner Schmerzgrenze) rumsingende, -tanzende, -posierende Tochter, ob sie Lust hätte, an einem solchen Casting teilzunehmen. Sie war sofort Feuer und Flamme. Wir schrieben zusammen eine Bewerbung und sie bekamen relativ schnell die Einladung zu dem Casting Termin. Sie  überlegte sich einen vorzutragenden Song, übte mehr oder weniger ausgiebig, fragte noch eine entsprechende Lehrerin an der Schule nach Tipps und fuhr recht entspannt mit mir zum Termin. Ich gebe zu, ich war aufgeregter als sie. Nicht weil mir wichtig war, daß sie weiter kommt, sondern eher weil ich Sorge hatte man würde sie in ihrem Selbstbewusstsein treffen können. Dann trafen auch noch Kinder ein, die offensichtlich schon die Richtung Unterricht hatte, mit dementsprechenden Eltern. Wohlwissend wurden alle Eltern weg geschickt, während die Kinder gecastet wurden. Die Stunde verging recht zügig und ich holte ein immer noch recht ruhiges Tochterkind ab. Meine Nachfragen wie es war, wurden recht kurz beantwortet, nicht schlecht, aber sie wäre wohl etwas leise gewesen und die anderen hätten deutsch gesungen bzw. Stücke aus dem kommenden Musical (ich frage mich heute noch woher sie die kannten). Viel interessanter fand sie, daß der eine (fast unbemerkt) Junge weinte weil er wohl Schmerzen hatte und dass eines der Mädchen so toll gesungen hatte. Immerhin erfuhr ich noch, daß die Caster sehr nett zu ihnen gewesen waren und sie es ungerecht fand, daß die was zu Essen/Trinken hatten, die Kinder aber nicht. :) Unter Strich, war sie aber stolz teilgenommen zu haben und sich auch sehr bewußt, daß sie durchaus durchgefallen sein konnte. Einige Tage später, früher als angekündigt bekam ich den Anruf mit dem Ergebnis. Mir wurde mitgeteilt, daß die Caster(heißt das eigentlich so) das Tochterkind toll fanden (wie kann man auch nicht;)) und gerne mit ihr weitermachen wollen. Das bedeutet, dass Stage momentan eine Schule für Kinder aufbaut und in dieser werden die teilnehmenden Kinder auf das Musical vorbereitet und das Tochterkind ist dabei. Dies bedeutet zwar nicht, daß sie am Ende auch tatsächlich auf der Bühne stehen wird, aber sowas entscheidet sich eben im Laufe des dann statt findenden Unterrichts. Dreimal darf man raten wer stolz wie Bolle war (Die Tochter und natürlich auch die Eltern) und wer das sofort per WhatsApp seinen Freundinnen, eigentlich der ganzen Klasse mitteilen mußte. Soweit das Tochterkind.

Der Sohn hingegen komplett anders. Meist eher etwas muffelig und pampig unterwegs knallte er mir vor einiger Zeit einen Zettel aufs Sofa. “Da Mama, da war heute ein Chortyp in der Schule, da gabs den Zettel, ich will da aber nicht hin” und er verschwand in sein Zimmer um sich wahrscheinlich dem iPad zu widmen. Ich schaute mir das erstmal nicht so genau an. Da kommen öfter mal Zettel aus der Schule von irgendwelchen Vereinen oder so, die Kinder anwerben wollen. Etwas später warf ich einen Blick drauf, stellte fest, daß sein Name drauf stand, las ein bischen und zitierte den Sohn zu mir, was es denn nun damit auf sich habe. Halb im Vorbeigehen, ganz beiläufig erfuhr ich, daß ein Chorassistent in der Schule war, sich die Jungen angehört hatte und danach auswählte, welche davon er zur Probestunde einlade. Als das Söhnchen schon fast wieder um die Ecke war, sagte er noch, daß er aus seiner Klasse der Einzige war, der eingeladen wurde, daß ihm sein Klassenlehrer das extra nochmal gesagt habe. Waaaaa? Ja mir war schon vor einigen Jahren aufgefallen, daß er ziemlich rasch und fehlerfrei Lieder nachsingen kann, dazu noch mit einer hübschen Stimme, wenn er sie nicht aus Unsicherheit verstellt. Als Mutter findet man aber vieles gut, was die Kinder machen, aber, jetzt von neutraler Seite gesagt zu bekommen, daß mein Sohn so gut ist, daß ein nicht unerheblicher Chor ihn gerne mal dabei hätte machte mich unendlich stolz. Aber der Sohn wäre nicht der Sohn, wenn er das nicht abgelehnt hätte. Da ich aber das musikalische Talent meiner Kinder durchaus kenne und es so bitterschade finde, wenn sie damit nichts anfangen möchten begann ich mit meiner Bestechung Überzeugungsarbeit. Ich erklärtem ihm wie toll das ist und wie stolz ich sei und daß man das Ganze doch mal probieren könne, immerhin sei er zu vier kostenfreien Probestunden eingeladen. Weiterhin führte ich aus, daß das etwas wäre, was er ganz alleine mit mir machen würde, ohne Schwestern, nur exklusive Mamazeit, die er öfter mal zu unpassenden Zeitpunkten einfordert. Das griff alles nicht, also fuhr ich andere Geschosse auf und lockte mit einer Skylanderfigur, die es nach minimaler Teilnahme von zweimal ohne popelnd unbeteiligtes in der Ecke Rumstehen geben würde. Er willigte ein und diese Woche gingen wir also endlich zur Probestunde. Auf dem Weg dorthin Dauergenörgel, daß er doch nicht wolle, daß er lieber für sich alleine singe, daß er Musikunterricht schon in der Schule doof fände und überhaupt. Ich bin der Ansicht, man darf Kinder zu nichts zwingen was sie nicht wollen, zumindest bei Freizeitaktivitäten und andererseits finde ich so eine Chance darf man nicht ungenutzt verstreichen lassen. So stand ich da und überlegte was wir nun tun sollten. Wie so oft waren wir etwas spät dran und lange Zeit blieb nicht. Ich antwortet dann irgendwann resigniert, daß er gerne Umdrehen und nach Hause gehen könne. Das erstaunte ihn so, daß er ganz perplex fragte was ich denn dann tun würde. Ich erklärte ihm, daß ich trotzdem hinfahren und sagen würde, dass er nicht komme. Das war ihm dann fast so peinlich, wie in der ersten Reihe stehen und singen. Im Endeffekt kam er also mit, motzend, aber weniger. Wir kamen also wenige Minuten zu spät, die Chorleiter war schon am Erklären des Ablaufs. Glücklicherweise waren es nur so 10-12 Jungs und der Leiter begrüßte uns sofort, fragte nach dem Namen des Söhnchens und zeigte ihm sofort den Platz wo er sich hinzubegeben habe. Kein Raum für lange Diskussionen. Ich blieb dabei und schaute zu und sah, wie der Sohn mitmachte. Eine andere Wahl hatte er auch nicht, der Chorleiter hat eine sehr ruhige freundliche aber durchaus bestimmte Art mit der er die Rabauken bei kleinsten Auffälligkeiten wieder einfing und zum Mitmachen brachte. Die Lieder die dort gesungen wurden kannte der Sohn zwar nicht, aber ich konnte beobachten wie er versuchte bei allem mitzumachen. Was ihm bei den Spaßliedern, die zur Auflockerung zwischendurch gesungen wurden leichter fiel, als bei den anderen. Aber er machte mit. Ich hatte eher erwartet er würde bockig in der hintersten Ecke stehen und sich das alles etwas mürrisch ansehen und versuchen sich zu verstecken. Durch das vorhandene Setting hatte er dazu keine Chance. Und im Laufe der 45 sah ich ihn eindeutig zweimal lächeln/grinsen und besonders gequält wirkte er nicht.  Die Zeit ging fix vorbei und wir verabschiedeten uns und gingen. Draußen sagte er mir, daß es nur ein bischen doof war und sang mir den Song aus dem Lego Film vor. Wir haben uns inzwischen geeinigt, daß er mindestens nächste Woche nochmal geht. Ich bin gespannt.

Ich muß abschließend noch anmerken, daß Bühnenauftritte bei der Tochter eigentlich nur eine Ausdrucksform ihrer eh schon extrovertierten Persönlichkeit sind, diese unterstreicht. Beim Sohn sehe ich so eine Teilnahme am Chor etwas differenzierter. Ist er zwar was Mathe angeht seiner Schwester überlegen, so ist er ihr verbal und an Präsenz oft etwas unterlegen, was dazu führt, daß er sich oft zurück gesetzt fühlt. Wenn er nun in etwas gefördert wird, was er besonders gut kann, in diesem Fall das Singen und damit auch noch auftritt. Dann wäre das so toll um seinen Selbstwert, sein Selbstvertrauen zu stärken, etwas, das ihm auf ganzer Linie gut tun würde, so daß er in gewissen Bereichen dadurch weniger Notwendigkeit sieht sich eher leicht aggressiv durchzusetzen zu müssen. Wie dem auch sei, stolz bin ich auf Beide, egal ob sie aus den Möglichkeiten nun etwas machen oder nicht und an meiner Liebe zu Ihnen ändert sich sowieso nichts.

Halloween-Kinder

In den letzten Tagen las ich hier und da Kritik daran, daß die Kinder in unserem Land den Brauch aus den USA übernommen haben zu Halloween von Tür zu Tür zu ziehen. Ich sehe das ganz entspannt, klar hier ist Reformationstag, sollte man nicht vergessen, aber nichtsdestotrotz habe ich nichts dagegen wenn meine Brut sich mit Freuden verkleidet, anmalen läßt und ein Reim aufsagend nach Süßigkeiten fragt. Solange sie dabei nicht sinnlos Sachen zerstören oder in gefährliche Situationen geraten, alles kein Ding.

So und nach diesen Worten unsere diesjährigen Bilder.

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Das Söhnchen als Vampir, leider ein bischen glitzerig, weil ich das Gesichtsweiß verwechselt habe :)

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Das Tochterkind als Katze, mit Babytochter auf dem Arm, die es sich nehmen lassen wollte mit ins Bild zu schlüpfen.

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Als Neuigkeit gab es dieses Jahr sogar Deko an der Tür. Die Große wollte unbedingt was basteln und draußen anhängen. Ging ich mit ihr zum Kreativmarkt, beriet ein bischen und half später ein wenig beim Basteln. Die grobe Idee und die Umsetzung stammen von ihr.

Das war es schon,  bis zum nächsten Jahr.

Nachgetragen – Kanga

Wenn man das große Kind öfter mit den in den Stoffladen nimmt und wenn eine der dort arbeitenden Personen gefühlt jedesmal eine andere Version eines gewissen Sweaters anhat, dann kann das schonmal dazu führen, daß das große Kind irgendwann sagt, es möchte genau _diesen_ Sweater haben.

Wenn man also sein großes Kind sehr lieb hat und versucht ihm möglichst viele Wünsche die halbwegs vernünftig erscheinen zu erfüllen und dazu noch gerne näht, dann kann es passieren, daß man seine Abneigung gegen Jersey und Sweat mal beiseite schiebt und überlegt dem Kind das gewünschte zu nähen.

Wenn man dann  an einem Tag durchs alte Viertel streift, dabei arg wehmütig wird, der Stoffladen um die Ecke liegt und man sich dort ein bischen aufmuntern geht. Dann kann das passieren, daß man mal so ganz nebenbei, weil man ja gerade keinen Stoff braucht, den Schnitt kauft und mit nach Hause nimmt.

Wenn dann zufälligerweise auch noch die ausreichende Menge Stoff im Haus ist,  die eigentlich mal ein Kleid für mich werden sollte, spricht nichtsmehr  dagegen den Schnitt tatsächlich auszuprobieren.

So geschehen vor einiger Zeit in diesem meinen Haushalt. Nach einigem Gefluche, vorsichtigem  Zuschneiden, Anmaulen der Nähmaschine, Auftrennen und dem Üblichen wurde tatsächlich ein vorzeigbarer Sweater angefertigt.

IMG_8150Seitlich und hinten, damit man die Taschen sieht.

IMG_8154Und einmal von Vorne.

Ich muß sagen ich bin ein bischen sehr stolz auf das Endergebnis und die Tatsache, daß die Große den Pulli gerne und oft trägt. Danke Sarah von Glücksmarie fürs Mutmachen.

Schnitt: Kanga von Jolijou

Stoff: Lillestoff und einfarbiger Jersey sowie Bündchenware

 

p.s. vor einiger Zeit hatte Glücksmarie auch einen Kurs zu dem Schnitt, der wohl momentan nicht mehr angeboten wird. Das trotzdem interessante Kursprogramm für die nächsten Monate findet ihr hier.

10 years (and two some days) after

Nach einem sehr heißer Sommer, geprägt von Vorfreude und Unsicherheit kam am 24.08. vor zehn Jahren unser erstes, unser ungeplantes Wunschkind auf die Welt. Easy as pie , schlich sie sich einfach ein, war wunderbar unkompliziert auszutragen und kam ohne Komplikation recht fix auf die Welt.

Ab dieser Minute war nichts mehr wie es war. Zwei neue Leben begannen, ihres und meines als Mutter.

War ich vorher Referendarin die grad noch Examen geschrieben hatte, Freundin des Mannes und relativ frei in meiner Zeiteinteilung, verantwortlich für mich und mein Wohlergehen, hatte ich, zackbumm, einen neuen Bestimmer.  Das was ich seit Jahren immer wieder als den Kulturschock bezeichne, der Wechsel von selbst- zu total fremdbestimmt. Essen, Duschen, schlafen, sitzen, einkaufen, Kaffee trinken, egal was, fand nur statt wenn es das neue Menschlein zu ließ. Hatte sie hingegen ein Bedürfnis wurde dieses zumeist umgehend gestillt. Im Gegenzug lernte ich eine ganz neue Art von Liebe kennen, die der Mutter, bedingungslos, immerwährend.

Alles was mir bisher wichtig war rückte zunächst in den Hintergrund, es galt die Bedürfnisse, die der neue Menschen sehr vehement kund tat zu befriedigen, sie nicht kaputt zu machen und am Leben zu halten. Ja so krass fühlte sich das an, nur nichts falsch machen, viel Liebe geben und dafür Sorgen, daß ihr Körper und Seele gedeihen.

Mit diesem Einschnitt nahm mein Leben eine komplette Kehrtwendung, das was ich vorhatte wurde durch unser Überraschungsgeschenk eingeschränkt, gebremst. Wie oft zu lesen bewegt mich mein beruflicher Stillstand sehr, aber ich habe es nie bereut dieses Kind ausgetragen und geboren zu haben.

Es gibt kaum Worte für all die Freude die sie bereitet, das Lachen, die Liebe, das Staunen, das Verwirren, das sprachlos daneben stehen und der unbändige Stolz auf diesen wunderbaren Menschen der sie ist.

Ich habe noch weitere Kinder, jedes ist auf seine Art besonders, jedes wird genauso unbändig geliebt, aber keins hat mich, mein Leben so verändert wie dieser Mensch der sich vor fast elf Jahren in meinen Bauch wanzte und vor zehn Jahren greifbar wurde.

Danke mein großer Schatz, daß Du mich zur Mutter gemacht hast, eine wütende, enttäuschte, genervte, ungeduldige, geduldige, nachdenkliche, spontane, alberne, ernste, dumme, schlaue,kümmernde, gerechte, ungerechte, manchmal egoistische, unterstützende, glückliche Mutter mit unendlich Liebe im Herzen für Dich, für Euch.

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Wünsche erfüllen – Nähkrams

Letzten Sommer habe ich den Kindern Kissen genäht, den Artikel dazu gibt es hier. Diese Kissen sind dazu gedacht an der Bettseite die Lücke zwischen Gestell und Wand auszupolstern und inzwischen haben die Kinder befunden sie bräuchten noch eins mehr. Als liebende Mutter ist ein Kinderwunsch schon fast Befehl, zumindest wenn es sich um zu Nähendes oder ähnliches geht.

So mit präsentiere ich hier die Modern Bolster Version 2.0IMG_7665Vorderseite

IMG_7666Rückseite.

Das blaue Kissen gehört dem Sohn und ist aus Westfalenstoffen genäht, die ich neulich vom Stoffmarkt Holland mitgebracht habe. Das andere gehört folgerichtig dem Tochterkind und die Stoffe hat sie gemeinsam mit mir bei Frau Tulpe ausgesucht. Das Söhnchenkissen habe ich mit der bewährten Füllung aus den Ikeakissen gefüllt, das Tochterkind hat die Kügelchenfüllung aus dem “alten” Kissen des Söhnchen bekommen, da er auch in dem Vormodell lieber die Ikeakissenfüllung haben wollte. Beide sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Im Oktober 2010 habe ich dem Tochterkind ein Handtäschen genäht. Da ich damals eine Blogpause hatte gibt es das Bild und die Details hier. In letzter Zeit war sie der Ansicht, die Tasche geht nicht mehr, zu klein, zu Hello Kitty, was weiß ich und bat mich ihr eine neue zu nähen. Wir suchten einige Zeit nach einer Anleitung und einigten uns dann auf das Button Flap Purse von Jen Giddens.

Und so sieht meine Umsetzung aus:IMG_7667Die Stoffe haben die Tochter und ich wieder gemeinsam ausgesucht, diesmal im Alsterhaus, es handelt sich ein weiteres mal um Westfalenstoffe.

Eine Innenansicht gibt es auch, da ich aber die Innentasche auf die falsche Seite genäht habe, ohne eben diese im Bild.IMG_7668Die Anleitung war recht simpel, auch wenn ich mir etwas mehr Details/Bilder oder Hinweise gewünscht hätte, wo ich besser vor oder nach dem Nähen bügele oder wie ich gewisse Sachen mache. Mir haben sich die Schritte soweit gut erklärt, frage mich aber wie das bei jemandem ist, der noch nicht soo lange näht.

Das Ergebnis überzeugt die Tochter und sie ist ganz glücklich mit ihrer neuen Tasche, die sie nun auch gerne mit sich rumschleppt.

Als ich vor einiger Zeit beschloß, das fertig genähte Namenskissen unverschämt teuer sind und man das ja wohl selber machen kann, war das erste genähte Exemplar für meine Nichte brüderlicherseits gedacht. Dann mogelte sich das Tochterkind dazwischen und forderte auch eins. Der Mann beschloß, daß alle Nichten gleich sind und auch die anderen eines bekommen müßten. Als wir nun am Wochenende endlich mal den Schwager nebst Familie besuchten um das neue Häuschen zu bewundern, hatte ich am Abend vorher die glorreiche Idee, mal eben schnell noch ein Kissen zu nähen.

Irgendwie habe ich es geschafft und wir konnte beim sonntäglichen Antrittsbesuch die Nichte mit einem Kissen beglücken.IMG_7628Vorderseite

IMG_7629Rückseite

Diesmal habe ich das Kissen ohne Kam Snaps verschlossen dafür aber endlich mal die Klappen beim Hotelverschluß lang genug gemacht, so daß es auch ohne diese hält. Wie immer habe ich die Hülle mit Stoff gefüttert, damit innen keine Nähte offen liegen und die Applikationsstiche geschützt sind. Die blauen Stoffe sind aus der Remix Serie von Anne Kelle für Robert Kaufman, der helle Punktestoff ist ein Tildastoff und das Grün ist ein Kona Cotton Rest.

Und schlußendlich noch ein Sneak Peak woran ich gerade sitze.IMG_7669

Die Idee entstand weil noch einige Reste von des Töchterchens Handtäschchen über waren. Mal sehen wir das fertige Produkt dann aussehen wird.

 

Halloween

Auch meine Brut ist mit dabei, wenn dieses Jahr die Gruselmonster um Süßes betteln gehen. Quasi Last Minute wurden noch ein paar Requisiten eingekauft und seit kurzem sind sie unterwegs. Hier hat bisher noch niemand geklingelt.

 

Graf Dracula und die Vampirbraut.

Während die Monster geschminkt wurden, schnitzte der Mann noch schnell die Deko.

Die ganze Truppe kurz vor dem Abflug.

Bin gespannt wann sie wieder kommen und ob sie was mitbringen.

Zwischendurch Gestrick

Das große Kind hat sich einen Schlauchschal gewünscht. Seid einiger Zeit liegt sie mir damit in den Ohren. Als nun Susan letztens ein neues Design veröffentlichte war es genau das, was ich mir vorgestellt hatte.

Während ich noch darüber nachdachte welches Garn gehen würde, fiel mein Blick in den Strickkorb am Sofa in dem immer so einiges rumlungert, was mal angestrickt war oder für ein WIP in Benutzung ist. Ganz obenauf lag ein Knäuel Lornas Laces Shephers Worsted, was fast schon in den Müll geflogen wäre, da schon mehrmals an/verstrickt und wieder aufgeribbelt. Es sah zumindest nicht mehr so toll aus.

Da das Tochterkind aber der absolute Lila-Fan ist und weil es die richtige Stärke hatte, nahm ich es trotzdem zur Hand und schlug an. Während des Strickens sah es so lala aus, ich fand auch einige dünne Stellen im Garn und ein Teil wirkte fast schon filzig bzw. war recht wellig. Naja das war ja zu erwarten. Da ich aber schon dabei war und nicht aufgeben wollte machte ich einfach weiter und hoffte auf die entspannende, flüschende Wirkung eines anschließenden Bades für das Strickstück.

Ich wurde nicht enttäuscht, das Waschen, Schleudern und anschliessende Spannen ergab ein tolles Maschenbild und die etwas zusammengedrückten Fasern wurden wieder schön voluminös.

Während die Tochter in der Schule weilte vernähte ich noch die Fäden und überreichte ihr den Cowl beim Abholen. Was soll ich sagen, er gefällt und wurde seit dem nicht mehr abgelegt. Was besseres kann man sich nicht wünschen.

City Creek Cowl bei Ravelry

 

Kinderkram

Die lieben Kleinen, sind manchmal gar nicht mehr so klein und egal wie groß oder klein sie sind, sie nehmen doch gerne viel Zeit in Anspruch. Das ist auch ein Grund wieso es hier so still war. Eigentlich hätte jedes der drei Prachtexemplare aus gegebenem Anlaß einen eigenen Eintrag verdient gehabt, aber da nun schon einige Zeit verstrichen ist, werde ich das Neuste in diesem Artikel zusammenfassen.

K2
Das Söhnchen ist seit Anfang August ein Schulkind. Höchste Zeit wie ich finde, der braucht einfach mehr Anreiz und Arbeit für seinen Kopf. So richtig es war ihm statt Vorschule ein weiteres Jahr Kindergartenspielzeit zu gönne, so nötig war nun der Wechsel in die Schule. Bisher geht er gerne hin, erzählt auch mal was, macht Hausaufgaben halbwegs zuverlässig und viel mehr weiß ich noch nicht. Es steht aber ein Lehrergespräch auf dem Zettel, da werden wir mehr erfahren. Die Einschulung der Großen war viel emotionaler für mich, wahrscheinlich weil ich das erste Kind, mein Baby los schickte. Diesmal war es gefühlt schon Routine und das was ich ihm mit auf dem Weg geben wollte entspricht dem, was ich auch dem Tochterkind gewünscht habe. Darum kann ich guten Gewissens auf den Eintrag von damals verlinken.

Wie auch schon bei der Großen habe ich auch diesmal die Schultüte selber gebastelt, auch wenn der Mann meinte das tue nicht Not. Der Sohn fand es aber wichtig und ich meinte, wenn einer selbstgemacht bekommt, dann auch der andere. Große Motivation hatte ich zwar nicht, zwischendurch war ich kurz davor alles hinzuwerfen, im Endeffekt war ich dann aber doch voll dabei und zufrieden mit dem Ergebnis.

K1
Mein erstes Baby, mein immerwährendes Baby, meine inzwischen so große und oft selbständige Tochter. Genau dieses Kind, ist Ende August 9 Jahre alt geworden. In Worten NEUN. Ich verstehe ich inzwischen den Spruch “Wo ist nur die Zeit geblieben” immer besser. Ich habe eine neunjährige Viertklässlerin, wie kann das sein. Aber nun zu ihr. Der Beginn des neuen Schuljahres war für unspektakulär, einzig die Aussicht auf die Klassenfahrt Ende September sorgt für eine Aufregung.  Wir haben ihr eingeschärft, daß sie dieses Schuljahr etwas konzentrierter arbeiten muß, denn obwohl sie ein schlaues Mädchen ist, verschusselt sie gerne und ist nicht immer so aufmerksam bei der Sache wie es notwendig wäre um die ihr angemessene Leistung auch zu bringen. Wenn sie aber die freie Auswahl an weiterführenden Schulen haben möchte, dann muß sich das nunmal auch in ihren Noten wiederspiegeln. Noch sind wir alle halbwegs entspannt, ich hoffe das bleibt so und es kommt nicht im Laufe des Schuljahres zu größeren Auseinandersetzungen bezüglich der Noten/ des Zeugnisses. Und nein wir sind nicht überehrgeizig, sie selbst möchte gut sein, aber oft eben sich nicht so richtig anstrengen.

Zum Geburtstag bekam sie eine eigenen richtige Kamera geschenkt und war total begeistert (ich wiederum, da wir damit erstmal den Wunsch nach einem Smartphone abfedern konnten). Die ersten Tage sah man sie eigentlich nur hinter der Linse, sie fotografierte so ziemlich alles was sich nicht wehrte. Jetzt ist es nicht mehr lang bis zur Klassenfahrt und ich bin gespannt was sie für Bilder mitbringt.

Das ist jetzt kein Beautyshot, aber zeigt meine durchaus quatschige Tochter recht genau. Schicke Brille wie eine Große, Grimasse wie ein eher kleine. (Außerdem bin ich etwas vorsichtig geworden was Bilder von ihr angeht, da obskure Suchanfragen  auf dem Blog auftauchten.) Man merkt, daß das Kind langsam auf der Schwelle zum Teenager steht, aber noch sehr hin- und hergerissen ist. An einem Tag anziehen wollen wie ein verhinderter Popstar, am anderen eher kindliche Verhaltensweisen. Nunja da müssen wir jetzt alle durch.

K3
Meine kleinste, die ihrem in der Schwangerschaft verpaßten Spitznamen Rockerbaby alle Ehre macht. Ich nenne sie inzwischen das Turbobaby. Nachdem sie im Urlaub mit grad fünf Monaten meinte in den Vierfüßler gehen zu müssen und kurz danach ihre Methoden austestete vorwärts zu “morphen” ist sie mit sechs Monaten vorsichtig am Krabbeln üben gewesen. Morgen wird sie schon sieben Monate (waaah?) und sie krabbelt seit einer guten Woche recht flüssig und wird jeden Tag schneller und sicherer. Ebenso sitzt sie seit ein zwei Wochen frei, voher noch aus dem Vierfüßler abgestützt und neuerdings zieht sie sich an allem hoch und steht da rum. Nebenbei hat sie vor zwei Wochen zwei Zähnchen rausgedrückt. Den familiären Magen/Darm Infekt hat sie halbwegs übersprungen, dafür aber den brüderlichen Schnupfen aufgegriffen und an mich weiter gegeben. Weil das Leben so aufregend ist momentan stillt sie auch mehr. Die Einführung von Beikost war noch nicht so erfolgreich, sie quittiert jeglichen Versuch mit Würgen und Ablehnung. Auf Anraten der Hebamme haben wir nun mal Getreide-Milchbrei probiert, ein bischen besser geht der schon und wir bleiben dran. Körperlich ist sie immer noch auf der zarten Seite, aber der Kinderarzt war bei der U5 zufrieden und meint sie liegt auf den Kurven in der Mitte. Ansonsten ist sie immer noch weitestgehend das fröhliche entspannte Baby was sie schon immer war, genervt allerdings wenn sie nicht bekommt/kann was sie will und zusätzlich dezimiert sie gerade ihr Schlafbedürfnis.

Wache Strahleaugen und wer genau hinschaut, der sieht auch die zwei Zähnchen.

Das war es jetzt erstmal im Großen und Ganzen, ich hab bestimmt irgendwas vergessen, aber für einen Überblick sollte es genug sein.

 

Kreativ im Dienste des Kindes

Das Tochterkind ist jetzt in einem Alter in dem es wichtig wird eine BFF (neudeutsch für beste Freundin) zu haben. Wenn man sie gefunden hat (es wechselt übrigens wöchentlich), muß man das auch zeigen. Also hatte sie letztens die Idee aus Fimo einen Kettenanhänger zu basteln für sich einen und für die Freundin einen.

Solch ein Ansinnen unterstütze ich natürlich gerne, also kauften wir neues Fimo (muß ja für jedes Projekt unbedingt neues sein, da das alte wahlweise alle oder doof ist). Ich rückte meine Keksausstecher und das Brigitte Buchstabenkeksset raus und sie legte los, nicht ohne meine Hilfe, denn einiges gelang ihr nicht so gut.

Da wir kein taugliches Band im Haus hatten, mußte sie ein wenig warten bis ich mich in den Batelladen bemühte und was geeignetes erwarb. Dann kam mir die neue Nähmaschine dazwischen und sie mußte weiter warten.

Morgen  übernachtet sie bei der Freundin und das war die von ihr gesetzte  Deadline zu der ich das bitte fertig zu stellen hatte. Der ein oder andere mag sich wundern wieso sie das nicht einfach selber an ein Band gebunden bekam. Nunja Perfektionistin die ich bin, wollte ich den Verschluß einer ihrer  verstellbaren Ketten nachahmen. Heute abend dann großes Drama da die Kette noch nicht fertig ist, einschließlich theatralischem Geheule, was mich dann doch von der Nähmaschine losriß um mit ihr die Ketten fertig zu machen.

Tada:

Es wurden noch einige Perlen aus dem Bestand verarbeitet und auch den Verschluß bekam ich ihne weitere Recherche nach zweimal probieren hin.

Und damit ich zur “Beste Mama” Auszeichnung noch ein Sternchen hinzubekomme, bastelte ich noch schnell eine ansprechende Verpackung:

Ein zum Kreis geschnittenes Stück Filz mit Wellenkante, kann man hier nicht so gut erkennen, aber einen Eindruck bekommt man schon.

Nun liegt das Töchterchen glücklich im Bett und ich hoffe/wünsche ihr, daß die Freundin morgen begeistert ist.