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Machs noch einmal Sam …

In diesem Fall wohl eher, machs noch einmal Mama. Vor Jahren, also genauer gesagt vor fünf Jahren nähte ich der großen Tochter einen Mantel. Wie es dazu kam und wie er aussah sieht man hier. Nun äußerte sie letzens den Wunsch ich möge ihr doch bitte noch einmal diesen Mantel nähen. Das mag auch damit zusammen hängen, dass ich keine Lust hatte 200€ für einen Wollmantel für sie auszugeben oder eine günstigere Version in Kunstfaser zu erwerben. Wir entschieden uns dieses Jahr für kürzere Version des Schnittes.

So wartete ich bis der hiesige Karstadt endlich die Mantelstoffe auspackte und kaufte einen Wollmischstoff, der sich unglaublich weich und schön anfühlte. Ich war mir wegen der Farbe, ein sattes Himbeerrot zwar nicht ganz sicher, aber ich hatte Glück und sie findet ihn schön. Für das Futter hatte ich noch einen Voile-Stoff  aus der little Folks Linie von Anna Maria Horner liegen, den ich für ein nicht fertig gestelltes Mantelprojekt vorgesehen hatte.

Ich erbat mir ein Wochenende Nähzeit und fing an. Vom Ausschneiden des Schnittmusters am Freitag Nachmittag bis zur Fertigstellung am Montag war ich schwer beschäftigt. Ich hatte zwar trotz meiner Bitte Kinder und Hund um mich wuseln, aber irgendwie kam ich zurecht. Es fiel mir dieses Mal auch etwas leichter als das erste Mal, mag auch an der besseren Maschine und dem Obertransportfuß liegen. Lediglich die Knopflöcher, das Annähen der Knöpfe und das Säumen der unteren Kante ließ ich von einer Schneiderin machen.

Das ErgebnisIMG_0681

Detailaufnahme Futter und SaumIMG_0680

Der KragenIMG_0679

Am KindIMG_0674

Und von HintenIMG_0677

Meine Kamera meint übrigens sie müsse alles so seltsam belichten und ich habe keine Ahnung warum, wir sind extra nicht in die pralle Sonne gegangen. Damit werde ich mich noch beschäftigen müssen.

Neben der Herstellung der Jacke habe ich dem Kind auch einen Pullover gestrickt denn sie momentan eher blöd findet. Sie hatte die Wolle selber ausgesucht, aber ist nun der Ansicht der Pullover ist zu eng geworden. Trotzdem durfte ich nach nur wenig Bestechung das gute Stück an ihr fotografieren.

Ease am KindIMG_0665

RückansichtIMG_0668

Und einmal ohne InhaltIMG_0682

Der AusschnittIMG_0683

Es handelt sich um das Modell Ease (ravelry)
Gestrickt mit Nadeln Nr. 4,5
Garn: Mrs. Babs Yowza in Coco Bay

First Day Dress

Neulich, freute sich eine Twitter-Freundin ein Loch in den Bauch, da eine Anleitung auf die sie schon länger wartete endlich verfügbar geworden war. Schnittmuster finde ich immer spannend und so klickte ich ihren Link und bestaunte den First Day Dress. Natürlich setzte sofort der “will ich haben Reflex” ein und bevor ich sie kaufen konnte,schenkte die Freundin  mir die Anleitung.

Relativ zügig fuhr ich mit K1 in die Stadt und ließ sie Stoffe auswählen, denn sie sollte das Kleid bekommen. Sie entschied sich für einen Stoff aus der Summer Loft Serie der neuen Stoffe von Gütermann. Schnitt also ausgedruckt, nur wenig fluchend zusammengeklebt und Zähne knirschend mit dem Zuschnitt angefangen. Kleidung nähen ist ja nicht so meins, ich mache das zwar immer wieder aber fühle mich immer unsicher dabei.

Wie die meisten Anleitungen aus dem englischsprachigen Raum, war auch diese sehr ausführlich beschrieben und bebildert und ihr zu folgen war ein Traum. So konnte ich nach einem Tag nähen das fast fertige Kleid präsentieren. Nur für den Saum hatte die Zeit nicht mehr gereicht. Denn machte ich dann am nächsten Vormittag.

IMG_0234von vorne

IMG_0236von hinten

IMG_0467Hier mal die Stoffe, das Kleid ist komplett gefüttert. Wir wählten einen grünen Voile dafür.

IMG_0189der Rückenausschnitt am lebenden Objekt

IMG_0185der weit schwingenden Rock in Aktion.

Fazit, das Nähen machte viel Spaß. das Kind ist begeistert und trug das Kleid schon mehrfach und auch die Waschmaschine haben meine Nähkünste überstanden. Also wer einen schicken Dress für sein Tochterkind sucht, dem sei dieses Schnittmuster wärmsten empfohlen. Es ist in den Größen 2-10 Jahre erhältlich und kann unter dem eingangs erwähnten link erworben werden.

Wie Tag und Nacht

Bei aller Ähnlichkeit sind meine beiden Großen in einigen Punkten unterschiedlich wie Tag und Nacht. Die Große ist die offensichtlich empathische, die, die eher auf andere zugeht und eine, die viel redet. Der Sohn ist eher mit sich beschäftigt, wartet lieber erstmal ab, hat nicht so einen großen Freundeskreis wie die Tochter, redet auch viel, aber nicht so überrollend und seine Empathie ist eher subtil, da er vieles gar nicht ausspricht. Ungeduldig können sie beide, aber die Frustrationsintoleranz des Söhnchens ist wesentlich ausgeprägter als beim Tochterkind.

So steht die Große schon immer gerne im Mittelpunkt, ist bei Aufführungen des Kindergartens, der Musikschule oder der Schule generell immer als erste Freiwillige dabei, ohne Scheu, in der ersten Reihe. Eine 1a Rampensau. Der Sohn hingegen kann sich zwar lautstark bemerkbar machen, steht aber nicht so gerne im Rampenlicht, Musikschule besuchen wollte er nicht und bei Aufführungen von Kita oder Schule ist er zwar dabei, aber eher nur weil alle mitmachen, nicht weil er sich dazu gedrängt fühlt. Nichtsdestotrotz ist der dann trotzdem stolz wenn er aufgeführt hat und legt besonderen Wert darauf, daß die Eltern sich das angeschaut haben.

So führten diese Unterschiede in den letzten Wochen zu einem komplett unterschiedlichen Umgang mit eigentlich dem selben Thema. Via twitter erfuhr ich von einem Casting des Stage Entertainments für ein neues, im November aufzuführendes Musical. Also fragte ich, die eigentlich immer (bis zu meiner Schmerzgrenze) rumsingende, -tanzende, -posierende Tochter, ob sie Lust hätte, an einem solchen Casting teilzunehmen. Sie war sofort Feuer und Flamme. Wir schrieben zusammen eine Bewerbung und sie bekamen relativ schnell die Einladung zu dem Casting Termin. Sie  überlegte sich einen vorzutragenden Song, übte mehr oder weniger ausgiebig, fragte noch eine entsprechende Lehrerin an der Schule nach Tipps und fuhr recht entspannt mit mir zum Termin. Ich gebe zu, ich war aufgeregter als sie. Nicht weil mir wichtig war, daß sie weiter kommt, sondern eher weil ich Sorge hatte man würde sie in ihrem Selbstbewusstsein treffen können. Dann trafen auch noch Kinder ein, die offensichtlich schon die Richtung Unterricht hatte, mit dementsprechenden Eltern. Wohlwissend wurden alle Eltern weg geschickt, während die Kinder gecastet wurden. Die Stunde verging recht zügig und ich holte ein immer noch recht ruhiges Tochterkind ab. Meine Nachfragen wie es war, wurden recht kurz beantwortet, nicht schlecht, aber sie wäre wohl etwas leise gewesen und die anderen hätten deutsch gesungen bzw. Stücke aus dem kommenden Musical (ich frage mich heute noch woher sie die kannten). Viel interessanter fand sie, daß der eine (fast unbemerkt) Junge weinte weil er wohl Schmerzen hatte und dass eines der Mädchen so toll gesungen hatte. Immerhin erfuhr ich noch, daß die Caster sehr nett zu ihnen gewesen waren und sie es ungerecht fand, daß die was zu Essen/Trinken hatten, die Kinder aber nicht. :) Unter Strich, war sie aber stolz teilgenommen zu haben und sich auch sehr bewußt, daß sie durchaus durchgefallen sein konnte. Einige Tage später, früher als angekündigt bekam ich den Anruf mit dem Ergebnis. Mir wurde mitgeteilt, daß die Caster(heißt das eigentlich so) das Tochterkind toll fanden (wie kann man auch nicht;)) und gerne mit ihr weitermachen wollen. Das bedeutet, dass Stage momentan eine Schule für Kinder aufbaut und in dieser werden die teilnehmenden Kinder auf das Musical vorbereitet und das Tochterkind ist dabei. Dies bedeutet zwar nicht, daß sie am Ende auch tatsächlich auf der Bühne stehen wird, aber sowas entscheidet sich eben im Laufe des dann statt findenden Unterrichts. Dreimal darf man raten wer stolz wie Bolle war (Die Tochter und natürlich auch die Eltern) und wer das sofort per WhatsApp seinen Freundinnen, eigentlich der ganzen Klasse mitteilen mußte. Soweit das Tochterkind.

Der Sohn hingegen komplett anders. Meist eher etwas muffelig und pampig unterwegs knallte er mir vor einiger Zeit einen Zettel aufs Sofa. “Da Mama, da war heute ein Chortyp in der Schule, da gabs den Zettel, ich will da aber nicht hin” und er verschwand in sein Zimmer um sich wahrscheinlich dem iPad zu widmen. Ich schaute mir das erstmal nicht so genau an. Da kommen öfter mal Zettel aus der Schule von irgendwelchen Vereinen oder so, die Kinder anwerben wollen. Etwas später warf ich einen Blick drauf, stellte fest, daß sein Name drauf stand, las ein bischen und zitierte den Sohn zu mir, was es denn nun damit auf sich habe. Halb im Vorbeigehen, ganz beiläufig erfuhr ich, daß ein Chorassistent in der Schule war, sich die Jungen angehört hatte und danach auswählte, welche davon er zur Probestunde einlade. Als das Söhnchen schon fast wieder um die Ecke war, sagte er noch, daß er aus seiner Klasse der Einzige war, der eingeladen wurde, daß ihm sein Klassenlehrer das extra nochmal gesagt habe. Waaaaa? Ja mir war schon vor einigen Jahren aufgefallen, daß er ziemlich rasch und fehlerfrei Lieder nachsingen kann, dazu noch mit einer hübschen Stimme, wenn er sie nicht aus Unsicherheit verstellt. Als Mutter findet man aber vieles gut, was die Kinder machen, aber, jetzt von neutraler Seite gesagt zu bekommen, daß mein Sohn so gut ist, daß ein nicht unerheblicher Chor ihn gerne mal dabei hätte machte mich unendlich stolz. Aber der Sohn wäre nicht der Sohn, wenn er das nicht abgelehnt hätte. Da ich aber das musikalische Talent meiner Kinder durchaus kenne und es so bitterschade finde, wenn sie damit nichts anfangen möchten begann ich mit meiner Bestechung Überzeugungsarbeit. Ich erklärtem ihm wie toll das ist und wie stolz ich sei und daß man das Ganze doch mal probieren könne, immerhin sei er zu vier kostenfreien Probestunden eingeladen. Weiterhin führte ich aus, daß das etwas wäre, was er ganz alleine mit mir machen würde, ohne Schwestern, nur exklusive Mamazeit, die er öfter mal zu unpassenden Zeitpunkten einfordert. Das griff alles nicht, also fuhr ich andere Geschosse auf und lockte mit einer Skylanderfigur, die es nach minimaler Teilnahme von zweimal ohne popelnd unbeteiligtes in der Ecke Rumstehen geben würde. Er willigte ein und diese Woche gingen wir also endlich zur Probestunde. Auf dem Weg dorthin Dauergenörgel, daß er doch nicht wolle, daß er lieber für sich alleine singe, daß er Musikunterricht schon in der Schule doof fände und überhaupt. Ich bin der Ansicht, man darf Kinder zu nichts zwingen was sie nicht wollen, zumindest bei Freizeitaktivitäten und andererseits finde ich so eine Chance darf man nicht ungenutzt verstreichen lassen. So stand ich da und überlegte was wir nun tun sollten. Wie so oft waren wir etwas spät dran und lange Zeit blieb nicht. Ich antwortet dann irgendwann resigniert, daß er gerne Umdrehen und nach Hause gehen könne. Das erstaunte ihn so, daß er ganz perplex fragte was ich denn dann tun würde. Ich erklärte ihm, daß ich trotzdem hinfahren und sagen würde, dass er nicht komme. Das war ihm dann fast so peinlich, wie in der ersten Reihe stehen und singen. Im Endeffekt kam er also mit, motzend, aber weniger. Wir kamen also wenige Minuten zu spät, die Chorleiter war schon am Erklären des Ablaufs. Glücklicherweise waren es nur so 10-12 Jungs und der Leiter begrüßte uns sofort, fragte nach dem Namen des Söhnchens und zeigte ihm sofort den Platz wo er sich hinzubegeben habe. Kein Raum für lange Diskussionen. Ich blieb dabei und schaute zu und sah, wie der Sohn mitmachte. Eine andere Wahl hatte er auch nicht, der Chorleiter hat eine sehr ruhige freundliche aber durchaus bestimmte Art mit der er die Rabauken bei kleinsten Auffälligkeiten wieder einfing und zum Mitmachen brachte. Die Lieder die dort gesungen wurden kannte der Sohn zwar nicht, aber ich konnte beobachten wie er versuchte bei allem mitzumachen. Was ihm bei den Spaßliedern, die zur Auflockerung zwischendurch gesungen wurden leichter fiel, als bei den anderen. Aber er machte mit. Ich hatte eher erwartet er würde bockig in der hintersten Ecke stehen und sich das alles etwas mürrisch ansehen und versuchen sich zu verstecken. Durch das vorhandene Setting hatte er dazu keine Chance. Und im Laufe der 45 sah ich ihn eindeutig zweimal lächeln/grinsen und besonders gequält wirkte er nicht.  Die Zeit ging fix vorbei und wir verabschiedeten uns und gingen. Draußen sagte er mir, daß es nur ein bischen doof war und sang mir den Song aus dem Lego Film vor. Wir haben uns inzwischen geeinigt, daß er mindestens nächste Woche nochmal geht. Ich bin gespannt.

Ich muß abschließend noch anmerken, daß Bühnenauftritte bei der Tochter eigentlich nur eine Ausdrucksform ihrer eh schon extrovertierten Persönlichkeit sind, diese unterstreicht. Beim Sohn sehe ich so eine Teilnahme am Chor etwas differenzierter. Ist er zwar was Mathe angeht seiner Schwester überlegen, so ist er ihr verbal und an Präsenz oft etwas unterlegen, was dazu führt, daß er sich oft zurück gesetzt fühlt. Wenn er nun in etwas gefördert wird, was er besonders gut kann, in diesem Fall das Singen und damit auch noch auftritt. Dann wäre das so toll um seinen Selbstwert, sein Selbstvertrauen zu stärken, etwas, das ihm auf ganzer Linie gut tun würde, so daß er in gewissen Bereichen dadurch weniger Notwendigkeit sieht sich eher leicht aggressiv durchzusetzen zu müssen. Wie dem auch sei, stolz bin ich auf Beide, egal ob sie aus den Möglichkeiten nun etwas machen oder nicht und an meiner Liebe zu Ihnen ändert sich sowieso nichts.

Halloween-Kinder

In den letzten Tagen las ich hier und da Kritik daran, daß die Kinder in unserem Land den Brauch aus den USA übernommen haben zu Halloween von Tür zu Tür zu ziehen. Ich sehe das ganz entspannt, klar hier ist Reformationstag, sollte man nicht vergessen, aber nichtsdestotrotz habe ich nichts dagegen wenn meine Brut sich mit Freuden verkleidet, anmalen läßt und ein Reim aufsagend nach Süßigkeiten fragt. Solange sie dabei nicht sinnlos Sachen zerstören oder in gefährliche Situationen geraten, alles kein Ding.

So und nach diesen Worten unsere diesjährigen Bilder.

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Das Söhnchen als Vampir, leider ein bischen glitzerig, weil ich das Gesichtsweiß verwechselt habe :)

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Das Tochterkind als Katze, mit Babytochter auf dem Arm, die es sich nehmen lassen wollte mit ins Bild zu schlüpfen.

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Als Neuigkeit gab es dieses Jahr sogar Deko an der Tür. Die Große wollte unbedingt was basteln und draußen anhängen. Ging ich mit ihr zum Kreativmarkt, beriet ein bischen und half später ein wenig beim Basteln. Die grobe Idee und die Umsetzung stammen von ihr.

Das war es schon,  bis zum nächsten Jahr.

Nachgetragen – Kanga

Wenn man das große Kind öfter mit den in den Stoffladen nimmt und wenn eine der dort arbeitenden Personen gefühlt jedesmal eine andere Version eines gewissen Sweaters anhat, dann kann das schonmal dazu führen, daß das große Kind irgendwann sagt, es möchte genau _diesen_ Sweater haben.

Wenn man also sein großes Kind sehr lieb hat und versucht ihm möglichst viele Wünsche die halbwegs vernünftig erscheinen zu erfüllen und dazu noch gerne näht, dann kann es passieren, daß man seine Abneigung gegen Jersey und Sweat mal beiseite schiebt und überlegt dem Kind das gewünschte zu nähen.

Wenn man dann  an einem Tag durchs alte Viertel streift, dabei arg wehmütig wird, der Stoffladen um die Ecke liegt und man sich dort ein bischen aufmuntern geht. Dann kann das passieren, daß man mal so ganz nebenbei, weil man ja gerade keinen Stoff braucht, den Schnitt kauft und mit nach Hause nimmt.

Wenn dann zufälligerweise auch noch die ausreichende Menge Stoff im Haus ist,  die eigentlich mal ein Kleid für mich werden sollte, spricht nichtsmehr  dagegen den Schnitt tatsächlich auszuprobieren.

So geschehen vor einiger Zeit in diesem meinen Haushalt. Nach einigem Gefluche, vorsichtigem  Zuschneiden, Anmaulen der Nähmaschine, Auftrennen und dem Üblichen wurde tatsächlich ein vorzeigbarer Sweater angefertigt.

IMG_8150Seitlich und hinten, damit man die Taschen sieht.

IMG_8154Und einmal von Vorne.

Ich muß sagen ich bin ein bischen sehr stolz auf das Endergebnis und die Tatsache, daß die Große den Pulli gerne und oft trägt. Danke Sarah von Glücksmarie fürs Mutmachen.

Schnitt: Kanga von Jolijou

Stoff: Lillestoff und einfarbiger Jersey sowie Bündchenware

 

p.s. vor einiger Zeit hatte Glücksmarie auch einen Kurs zu dem Schnitt, der wohl momentan nicht mehr angeboten wird. Das trotzdem interessante Kursprogramm für die nächsten Monate findet ihr hier.

10 years (and two some days) after

Nach einem sehr heißer Sommer, geprägt von Vorfreude und Unsicherheit kam am 24.08. vor zehn Jahren unser erstes, unser ungeplantes Wunschkind auf die Welt. Easy as pie , schlich sie sich einfach ein, war wunderbar unkompliziert auszutragen und kam ohne Komplikation recht fix auf die Welt.

Ab dieser Minute war nichts mehr wie es war. Zwei neue Leben begannen, ihres und meines als Mutter.

War ich vorher Referendarin die grad noch Examen geschrieben hatte, Freundin des Mannes und relativ frei in meiner Zeiteinteilung, verantwortlich für mich und mein Wohlergehen, hatte ich, zackbumm, einen neuen Bestimmer.  Das was ich seit Jahren immer wieder als den Kulturschock bezeichne, der Wechsel von selbst- zu total fremdbestimmt. Essen, Duschen, schlafen, sitzen, einkaufen, Kaffee trinken, egal was, fand nur statt wenn es das neue Menschlein zu ließ. Hatte sie hingegen ein Bedürfnis wurde dieses zumeist umgehend gestillt. Im Gegenzug lernte ich eine ganz neue Art von Liebe kennen, die der Mutter, bedingungslos, immerwährend.

Alles was mir bisher wichtig war rückte zunächst in den Hintergrund, es galt die Bedürfnisse, die der neue Menschen sehr vehement kund tat zu befriedigen, sie nicht kaputt zu machen und am Leben zu halten. Ja so krass fühlte sich das an, nur nichts falsch machen, viel Liebe geben und dafür Sorgen, daß ihr Körper und Seele gedeihen.

Mit diesem Einschnitt nahm mein Leben eine komplette Kehrtwendung, das was ich vorhatte wurde durch unser Überraschungsgeschenk eingeschränkt, gebremst. Wie oft zu lesen bewegt mich mein beruflicher Stillstand sehr, aber ich habe es nie bereut dieses Kind ausgetragen und geboren zu haben.

Es gibt kaum Worte für all die Freude die sie bereitet, das Lachen, die Liebe, das Staunen, das Verwirren, das sprachlos daneben stehen und der unbändige Stolz auf diesen wunderbaren Menschen der sie ist.

Ich habe noch weitere Kinder, jedes ist auf seine Art besonders, jedes wird genauso unbändig geliebt, aber keins hat mich, mein Leben so verändert wie dieser Mensch der sich vor fast elf Jahren in meinen Bauch wanzte und vor zehn Jahren greifbar wurde.

Danke mein großer Schatz, daß Du mich zur Mutter gemacht hast, eine wütende, enttäuschte, genervte, ungeduldige, geduldige, nachdenkliche, spontane, alberne, ernste, dumme, schlaue,kümmernde, gerechte, ungerechte, manchmal egoistische, unterstützende, glückliche Mutter mit unendlich Liebe im Herzen für Dich, für Euch.

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Wünsche erfüllen – Nähkrams

Letzten Sommer habe ich den Kindern Kissen genäht, den Artikel dazu gibt es hier. Diese Kissen sind dazu gedacht an der Bettseite die Lücke zwischen Gestell und Wand auszupolstern und inzwischen haben die Kinder befunden sie bräuchten noch eins mehr. Als liebende Mutter ist ein Kinderwunsch schon fast Befehl, zumindest wenn es sich um zu Nähendes oder ähnliches geht.

So mit präsentiere ich hier die Modern Bolster Version 2.0IMG_7665Vorderseite

IMG_7666Rückseite.

Das blaue Kissen gehört dem Sohn und ist aus Westfalenstoffen genäht, die ich neulich vom Stoffmarkt Holland mitgebracht habe. Das andere gehört folgerichtig dem Tochterkind und die Stoffe hat sie gemeinsam mit mir bei Frau Tulpe ausgesucht. Das Söhnchenkissen habe ich mit der bewährten Füllung aus den Ikeakissen gefüllt, das Tochterkind hat die Kügelchenfüllung aus dem “alten” Kissen des Söhnchen bekommen, da er auch in dem Vormodell lieber die Ikeakissenfüllung haben wollte. Beide sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Im Oktober 2010 habe ich dem Tochterkind ein Handtäschen genäht. Da ich damals eine Blogpause hatte gibt es das Bild und die Details hier. In letzter Zeit war sie der Ansicht, die Tasche geht nicht mehr, zu klein, zu Hello Kitty, was weiß ich und bat mich ihr eine neue zu nähen. Wir suchten einige Zeit nach einer Anleitung und einigten uns dann auf das Button Flap Purse von Jen Giddens.

Und so sieht meine Umsetzung aus:IMG_7667Die Stoffe haben die Tochter und ich wieder gemeinsam ausgesucht, diesmal im Alsterhaus, es handelt sich ein weiteres mal um Westfalenstoffe.

Eine Innenansicht gibt es auch, da ich aber die Innentasche auf die falsche Seite genäht habe, ohne eben diese im Bild.IMG_7668Die Anleitung war recht simpel, auch wenn ich mir etwas mehr Details/Bilder oder Hinweise gewünscht hätte, wo ich besser vor oder nach dem Nähen bügele oder wie ich gewisse Sachen mache. Mir haben sich die Schritte soweit gut erklärt, frage mich aber wie das bei jemandem ist, der noch nicht soo lange näht.

Das Ergebnis überzeugt die Tochter und sie ist ganz glücklich mit ihrer neuen Tasche, die sie nun auch gerne mit sich rumschleppt.

Als ich vor einiger Zeit beschloß, das fertig genähte Namenskissen unverschämt teuer sind und man das ja wohl selber machen kann, war das erste genähte Exemplar für meine Nichte brüderlicherseits gedacht. Dann mogelte sich das Tochterkind dazwischen und forderte auch eins. Der Mann beschloß, daß alle Nichten gleich sind und auch die anderen eines bekommen müßten. Als wir nun am Wochenende endlich mal den Schwager nebst Familie besuchten um das neue Häuschen zu bewundern, hatte ich am Abend vorher die glorreiche Idee, mal eben schnell noch ein Kissen zu nähen.

Irgendwie habe ich es geschafft und wir konnte beim sonntäglichen Antrittsbesuch die Nichte mit einem Kissen beglücken.IMG_7628Vorderseite

IMG_7629Rückseite

Diesmal habe ich das Kissen ohne Kam Snaps verschlossen dafür aber endlich mal die Klappen beim Hotelverschluß lang genug gemacht, so daß es auch ohne diese hält. Wie immer habe ich die Hülle mit Stoff gefüttert, damit innen keine Nähte offen liegen und die Applikationsstiche geschützt sind. Die blauen Stoffe sind aus der Remix Serie von Anne Kelle für Robert Kaufman, der helle Punktestoff ist ein Tildastoff und das Grün ist ein Kona Cotton Rest.

Und schlußendlich noch ein Sneak Peak woran ich gerade sitze.IMG_7669

Die Idee entstand weil noch einige Reste von des Töchterchens Handtäschchen über waren. Mal sehen wir das fertige Produkt dann aussehen wird.