Urlaub fast geplatzt – Breizh15 – Teil 2

Auto jagen also. Und nicht nur das. Fast gleichzeitig mit meiner Äußerung quasi sofort weg fahren zu wollen begann der Mann mit der Suche nach einem geeigneten Mietwagen. (Er hatte vor Wochen schonmal vorausschauend einen für August reserviert, aber das war mir angesichts der Kita-Schließzeit zu spät) Es ist ja nicht so, dass wir die durchschnittliche Familie mit zwei Kindern darstellen. Nee wir müssen ja unbedingt vier Kinder, einen Hund und den Anspruch haben, dass wir genug Gepäckplatz bekommen und keins der Kinder halb im Kofferraum sitzt. War mit drei Kindern für kürzere Strecken der Touran und für längere der Sharan noch machbar, so sieht das inzwischen anders aus. Durch das Baby sind wir nun endgültig in der Bus-Klasse gelandet. Normale Siebensitzer reichen wegen mangelndem Platz einfach nicht mehr aus. Muss man für einen Sharan inzwischen schon eine gute Woche vor Bedarf einen solchen reservieren, scheint das kurzfristig Anmieten (besonders zur Urlaubszeit) eines 7-9 Sitzers unmöglich. Wir riefen alle bekannten und weniger bekannten Autovermieter an. Ich wand mich an zwei Reisebüros, der Mann stellte unzählige Anfragen online. Fast immer bekamen wir zu hören, nee so kurzfristig nicht. Im besseren Fall war wenigstens eine Reservierung auf Anfrage möglich. Sonntag nachmittag trudelten dann nach und nach die Absagen auf die auf Anfrage reservierten Autos ein. Die eine Möglichkeit des Reisebüros war unverhältnismäßig teuer, so daß wir diese ausschlossen. Wir fragten weiter an, recherchierten alle Vermieter diesseits des Urals und hofften weiter.

Sonntag Abend wurde mir bewusst, dass das Baby gar keinen Ausweis hat. Also schnappte ich mir Montag Morgen K3 (Kita zu, wir erinnern uns), und K4 und nahm zur Verstärkung K1 ein mit. Erste Station ein biometrisches Babyfoto erstellen. Klappte ganz gut. Ebenfalls Sonntag fiel mir ein, dass der Hund ja einen Impfpass braucht. Erstaunlicherweise fand ich den fix und fand heraus, dass er für Frankreich eine Tollwutimpfung braucht, die nicht länger als so und so zurück liegen darf. Natürlich lag die eingetragene Impfung länger zurück. Es gibt aber die Ausnahme, dass es einen Impfstoff gibt, der als drei Jahre wirksam anerkannt wird. Wir hatten zwar mit diesem Impfstoff impfen lassen, aber aufgrund des jungen Alters des Hundes hatte der Tierarzt eine Impfnotwendigkeit von nach einem Jahr eingetragen. Also mit der Praxis hin- und her telefoniert. Dann kam die erlösende Nachricht, dass man das im Impfpass umtragen kann und so war dieses Problem auch gelöst. Wieso dass jetzt direkt nach den Passfotos steht? Weil der Tierarzt genau nebenan ist, aaaber ich hatte dem Mann den Impfpass mitgegeben, damit er sich darum kümmert. So konnte ich nach den Passfotos nicht mal eben in die Praxis gehen. Wir sind ja sowas von organisiert.

Also fuhr ich mit den drei Töchtern, mutig wie ich bin, ohne Termin zum Einwohnermeldeamt um den Pass für K4 zu besorgen. Passfoto, Ausweise der Eltern und die Einverständniserklärung des Mannes im Gepäck. Neuerdings werden die Wartemarken direkt am Tresen verteilt, aber nur wenn man sein Anliegen erklärt hat. Man fragte also die erforderlichen Unterlagen ab, ob ich sie dabei hätte. Ja, ja, ja, Geburtsurkunde?? Ich erklärte der Dame am Tresen dass davon nichts im Internet auf der Behördenseite stand und dass das Kind ja genau eben in diesem Amt angemeldet worden sei und man die Daten ja wohl im System hätte. Bingo, sie fand K4 und gab mir die Wartemarke. Was für ein Glück, nach gut 30min kamen wir dran. Die freundliche Sachbearbeiterin fragte nachdem ich alle Papiere und das Foto vorgelegt hatte ebenfalls nach der Urkunde. Ich antwortete wie oben. Worauf sie mich fast mitleidig anschaute und sagte, sie könne da aber nichts machen, sie bräuche eine. Ich schaute sie fassungslos an und dann auf die Uhr. Meine Problematik mit übermorgen in den Urlaub hatte ich ihr schon erklärt. Ich sagte ich würde jetzt ins Standesamt flitzen was ja im gleichen Gebäude sei und dann wiederkommen. Dies alles klärte ich btw. während K4 meinte, genau in dem Moment in dem ich dran war Hunger haben zu müssen, stillend. Ich rupfte das Baby von der Brust, schmiss es in den Kinderwagen und rannte mir K3 an der Hand aus dem Gebäude zum anderen Eingang, bellte der Dame am Infotresen nur entgegen wie ich zum Standesamt komme und hörte ein, die sind doch jetzt alle weg, haben sie keinen Termin? Dann wies sie mir den Weg und K3 und ich stürmten weiter. Es war 12.15, das Amt hat nur bis 12 auf. Im Keller angekommen trabten wir einen Flur lang, ich drückte alle Türklinken, alle, aber auch alle Türen zu. Nächster Flur, das gleiche Spiel. Ich war kurz vorm Verzweifeln, dann sah ich das Schild zu dem Flur in dem die Geburtsanmeldungen statt finden. Wagen halbe Strecke stehen gelassen, da auch eine Tür nach der anderen verschlossen, aber ein Paar mit Baby stand da noch und zeigte auf Nachfrage auf die allerletzte Tür in dem Gang, da sei noch jemand. Ich da hin, K3 auch irgendwo stehen gelassen und sah wie die Mitarbeiterin am Einpacken war. Ich hechelte irgendwas von, ich bräuchte jetzt eine Geburtsurkunde und Urlaub und Ausweis. Es war soweit verständlich, dass sie meinte, ich drucke ihnen das mal noch fix aus. Juhu. Also Kinderwagen, K3 und die Urkunde im Schlepptau rannte ich zurück zur Meldebehörde, K1 sass dort brav wartend. Die Sachbearbeiterin dort hatte mir versprochen, dass ich sofort dran käme wenn ich zurück sei. Ich also erfolgreich zurück, aber die Sachbearbeiterin weg. Leicht panisch nochmal lange warten zu müssen fragte ich die Kollegin des Nachbartisches wo diese denn hin sei und hörte nur, dass sie gleich zurück sei. Sie kam dann auch 10 min später zurück, erinnerte sich an mich, nahm mich sofort dran und wir hatten, JUHU, ein gültiges Ausweispapier für K4.

Wir verließen das Amt und ich sah weitere vom Mann an mich weiter geleitete Absagen von Autovermietern. Er hatte zwar am Morgen ein Auto in Berlin aufgetan, aber ich war wenig begeistert, dass er am folgenden Tag noch die Fahrt nach Berlin und zurück absolvieren wollte. Hinzukam, dass der Wagen dort nicht wirklich günstig war. Ich schrieb dem Mann von der erfolgreichen Passbesorgung und ging mit den Töchtern erstmal zu Sbux, stillen, Kaffee, kurze Pause. Der Mann rief an und berichtete von weiteren Absagen. Ich sah unseren Urlaub schon schwinden und rief danach einige große Autovermieter nochmal an. Ich hatte die vage Hoffnung, irgendjemand hätte eventuell einen Wagen unserer Größe kurzfristig abgesagt. Außerdem erweiterte ich den Suchradius nach Norderstedt, Kiel, Bremen, Lüneburg und nochmal Berlin. Absage über Absage, der eine Mitarbeiter der zurückrufen wollte hat bis heute nicht angerufen. Der Mann wurde langsam panisch und wollte das Auto in Berlin fest zusagen, ich war dagegen wollte noch den Rückruf abwarten und nochwas probieren.

Telefonierend brachen wir auf und fuhren in die Innenstadt um weitere Dinge zu besorgen und erledigen. Also voll im Vorbereitungs- und Einkaufsmodus ohne zu wissen ob das mit dem Auto klappt. Wir kauften dies und das ein, hetzten von A nach B und es kamen weitere Autoabsagen vom Mann rein. Er erwähnte dabei, dass er es inzwischen bei der Vermietung von VW und Mercedes probiert habe, da er aber in Meetings war das nicht weiter verfolgen konnte. Ich kaufte derweil ein neues Telefon und stellte auch noch unseren Vertrag um, da wenn schon Stress, dann bitte richtig. Mir war am Wochenende aufgefallen, dass unser Telefon defekt war. Also stand ich um 17 Uhr im Telekom-Laden und telefonierte mit irgendwelchen Charterways Fillialen in Kiel, Bad Oldesloe oder sowas. Die wiederum verwiesen mich an Hannover, da die die größte Filliale hätten, denn sie seien auch ausgebucht. In Hannover war dann die Zuständige im Kundengespräch und man versprach mir den Rückruf. Wir waren zwischendrin endlich aus dem Telekom-Laden raus und wollten in de Bus nach Hause. Lasst es so 17.30 gewesen sein. Der Mann rief erneut an, am Rande der Kurzschlußhandlung und meinte er würde den Berlinern jetzt zusagen. Ich flehte ihn an den Rückruf aus Hannover abzuwarten. Beim Einsteigen in den Bus stellte ich fest, dass mein Handy fast leer war, gut organisiert wie ich bin, hatte ich das nachts nicht aufgeladen … Also nochmal in Hannover angerufen und nachgefragt, Zuständige immer noch am Platz. Handy angeschaut, zack war es bei 1 %. Während der Fahrt Richtung Wohnung schaute ich immer wieder auf mein Telefon ob denn inzwischen die Tante angerufen hätte/anruft, nix. Dann zum Umsteigen ausgestiegen und grad in dem Moment muss sie angerufen haben. Der Versuch mit meinem Handy zurück zu rufen scheiterte, nach dem Wählen ging es sofort aus. Hurra. Also mit dem Telefon von K1 versucht zurück zu rufen, keiner ging ran. Es war nun 17.50 und um 18 Uhr sollte sie Feierabend haben. Endlich erreichte ich sie und erfuhr, dass auch in Hannover bei Charterways nichts mehr zu holen sei. Völlig frustriert fragte ich sie ob sie noch eine Idee habe. Ganz selbstverständlich sagte sie, klar, die und die haben noch so Autos …
Waaaaa? Ich mit Wagen und müder K3 unter Assistenz von K1 inzwischen im Anschlußbus rief dort an und meine aufgeregte Anfrage nach dem Auto wurde nur mit einem “ja klar” beantwortet. Ich habe noch dreimal nachgefragt und die Modalitäten mit der Vermietung geklärt, es gäbe keine Bestätigungsemail, der Mann solle einfach am nächsten Tag vormittags vorbei kommen. Ja sie hätte meinen Namen notiert, nein das Auto wäre tatsächlich da. Ich konnte es kaum glauben. Telefonierend war ich aus dem Bus gestiegen und rief dann kurz darauf den Mann mit den freudigen Nachrichten an. Der war genau so ungläubig und rief bevor er am nächsten Morgen losfuhr um 7.00 gleich bei der Vermietung an und versicherte sich, dass er nicht umsonst los fahren würde. Ehrlich, die in Hannover dort müssen uns für komplett bekloppt halten. Aber egal, Dienstag mittag stand der Mann mit dem Auto vor der Tür. Montag Abend hatte ich (ich hatte um Verlängerung bis Abends wegen der Zusage gebeten) die Wohnung zugesagt und wir würden tatsächlich Mittwoch losfahren. Aber wir wären nicht wir, wenn es nicht so so einiges zu erledigen gehabt hätte bis wir endgültig Richtung Frankreich gehen sollte. Davon später mehr.

Konversation mit einer Dreijährigen

Heute nach der Kita, schlenderten wir so nach Hause. K3 fing dann aus irgendwelchen Gründen an zu trödeln und ich drehte mich grinsend um und sagte “Tschüss, ich gehe schonmal vor”. Das ergab dann folgendes Gespräch_

Sie: ” Du mußt mich doch mitnehmen, Du mußt auf mich warten”
Ich:”Wieso?”
Sie: “Ich bin doch Dein Kind”
Ich: “Wer bist Du, mein Kind? Wo kommst Du denn her?”
Sie: “Na ihr habt mich doch aus Frankreich mitgebracht”
Ich: “Wir haben ein kleines Mädchen einfach mitgenommen?”
Sie: “Ja!”

Ich mußte sehr grinsen, denn sie weiß ganz genau wo die Babys/Kinder herkommen und grad durch die Ankunft von K4 fragt sie zur Zeit ganz oft nach bzw. erzählt, dass sie auch in meinem Bauch war und ihre Geschwister auch. Und dass ich im Bauch von meiner Mutter war etc. pp

Urlaub spontan – Breizh15 – Teil 1

Und das kam so. Seid gefühlt ewig lag mir der Gatte in den Ohren, dass wir dieses Jahr doch unbedingt in den Urlaub müssen. Vor der Geburt des Babys wollte ich nichts planen, danach auch nicht so richtig. Zu warm, zu weit, zu fliegen müssen, zu selbstversorgend, zu teuer. Nichts sprach mich an. Vorallem nicht das von ihm bevorzugte Mieten eines Ferienhauses in Dänemark.

Wirklich, das hab ich als Kind schon durchgespielt, in Dänemark sind wir immer mal wieder und monströse Siedlungen von Ferienhäusern, bei denen man irgendwo im Nichts im eigenen Saft schmort und außer Strand (Wenn es denn Wetter hat) und Abhängen nicht viel mehr drin ist, nö, keine Lust. Dazu die Erinnerung an mittelmäßig bis schlecht ausgestattete Küchen und die Notwendigkeit selber zu kochen, find ich nur bedingt verlockend. Denn da kommt noch Abwaschen, Aufräumen und was weiß ich dazu und groß anders als im Alltag ist es dann auch nicht mehr.

Dann kam dieser Freitag, der Tag an dem K3 Sommerfest in der Kita hatte und mir schlagartig bewußt wurde, dass der Eintrag im Kalender tatsächlich bedeutet, dass die Kita von nun an zwei Wochen Schließzeit hat und ich nicht nur zwei gammelige Schulkinder, und ein bedürftiges Baby daheim haben werde. Nein dazu sollte noch eine energiegeladene unterbespaßte Dreijährige kommen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe alle diese Kinder, sehr sogar. Aber 2 Wochen am Stück alle vier alleine betüddeln ohne dabei wirklich auf den Mann zählen zu können, das erschien mir ein unbezwingbarer Berg. Also schrieb ich dem Mann eine SMS ala wir müssen weg fahren, das geht so nicht. (Überflüssig zu erwähnen, dass er den Eintrag über die Schließzeit im Kalender gar nicht mitbekommen hatte)

So nahm der alltägliche Wahnsinn seinen Lauf. Ich sperrte mich weiterhin gegen die Dänemark-Lösung. Erinnerte mich aber daran, dass Frankreich vor zwei Jahren sehr schön war. Damals waren wir in der Nähe von St. Tropez, weil der Mann es gerne warm wollte. Ja auch ich hab in den letzten Monaten Bekanntschaft mit Dupin gemacht und hatte seit dem eine gewisse Lust mal wieder in die Bretagne zu fahren. Als Jugendliche war ich einmal in der nördlichen Bretagne und zweimal in der Normandie gewesen.

Ich googelte nach AirBnB (unergiebig, teuer und doof) und Ferienanlagen(viel zu teuer). Mit vier Kindern sind die Mittel ja doch ein wenig beschränkter. Meinen Traum von Unterkunft mit Kinderbespaßung gab ich fix auf. Mir fiel ein, dass ich mit meiner Herkunftsfamilie mehrfach Urlaub in Ferienwohnungen direkt von den Eigentümer verbracht hatte, diese wohnten dann mit dem auf dem Grundstück und so versuchte ich sowas zu finden. Dabei kam ich auf eine Seite die genau da, im Finistère Ferienwohnungen anbietet. Der Widerspruchsgeist an meiner Seite war erstmal dagegen und suchte seinerseits andere Möglichkeiten und ignorierte die von mir ausgesuchten, freien Fewo besagter Seite. Nichtsdestotrotz rief ich dort an und hinterliess eine Nachricht.

Wir rufen uns in Erinnerung, das war alles noch am Freitag. Wir hatten uns geeinigt, dass eine Abfahrt am kommende Mittwoch sinnvoll sei, um möglichst viel der Kita-Schließzeit abzudecken. Also hatten wir ja noch vier Tage :)

Samstag Morgen nach dem Aufwachen war von den Anbietern der FeWo noch keine Nachricht da. Ein wenig enttäuscht war ich da schon, und dann kam der Anruf, in dem ich erfuhr, welche Wohnungen genau und zu welchen Zeiten frei wären. Wir fassten ein/zwei ins Auge und es musste noch geklärt werden, ob der Hund mitdarf und ob eine Anmietung mitten in der Woche möglich sei. Nach langen Diskussionen am Samstag Abend waren wir Sonntag entschlossen und sagten der Agentur Bescheid und warteten auf Rückmeldung. Montag dann kam die Nachricht, dass trotz anderer Interessenten wir das Haus unserer Wahl bekommen könnten, auch schon ab Donnerstag und der Hund kein Problem sei.

Das wäre jetzt alles schön und gut gewesen, hätten wir zu dem Zeitpunkt schon einen Mietwagen gehabt. Wir haben kein Auto. Problem, es ist Ferienzeit und größeres Problem, wir sind viele und brauchen ein großes Auto. Das zu dieser Zeit zu bekommen, sollte sich als sehr großes Hindernis für unsere Spontanität herausstellen. Somit konnte ich Montag vormittag die Wohnung noch nicht fest zusagen, da wir noch auf die Zusage einer Autovermietung warteten. Ich erbat mir Zeit bis zum späten Mittag. Wie es weiterging, und wie wir ein Auto jagten, schreibe ich dann im nächsten Beitrag.

Ich habe ne suuuper Ideee!

Im August wird die Große zwölf, ZWÖLF. Ich glaub das ja nicht, aber das tut grad nix zur Sache. Jedes Jahr gefühlt sobald Heiligabend vorbei ist fängt das Tochterkind mit dem Generve, dem Gefrage an, was sie denn an ihrem Geburtstag machen soll. JEDES JAHR. Und jedesmal bin ich von der frühen Planung so genervt, dass ich das auf später verschiebe, bis es kurz vor knapp ist. Zu ihrem zehnten haben wir eine riesen Sause gemacht, auch, weil Mutti so sentimal war. Der elfte war in ihren Augen nicht ganz so gelungen, wir hatten eine Stadtralley.

Seit einigen Wochen ist also wieder die aufkommende Geburtstagsfeier großes Thema, welches ich als liebende Mutter ein wenig abgewürgt hatte. Erstes Problem war der Termin, denn der Geburtstag liegt so, dass an dem ersten verfügbaren Wochenende nach den Sommerferien alle Feriengeburtstagskinder feiern wollen. Hinzu kommt, dass ich genau an dem Wochenende Patentante werden soll, eine Feier der wir also eher nicht absagen können. Wir haben uns jetzt also ungefähr auf einen Termin geeinigt und während wir das taten ging natürlich wieder die Fragerei los, was sie denn machen soll.

Und dann hatte ich die SUPER IDEE! Okay vielleicht findet ihr die auch alle total lame, aber Tochterkind und ich finden die super.

Was mich an der ganzen Geburtstagsfeierplanerei immer nervt ist die Tatsache, dass es immer mehr sein muß. Es wird kein Kindergeburtstag gefeiert, sonder es muß ein EVENT statt finden. Bowlen, Kegeln, Schwimmen, Kino, Zirkus, Museum irgendwas aufwändiges schickes. Kaum noch jemand feiert einen Geburtstag wie wir es von früher kennen. Ja jaa ich weiß, früher hatten wir auch noch einen Kaiser. Und wird dann mal zu Hause gefeiert werden Mottopartys veranstaltet wo mir bei der Betrachtung der Bilder ganz anders wird und ich mich als ideenlose, faule Versagermutti fühle. (Und ja ich weiß die meisten die ich kenne machen das aus Spaß an der Freude und nicht um andere mies aussehen zu lassen).

So genug geschwafelt, das Vorgeplänkel diente ja nur dazu zu verstehen wie ich auf die Idee kam. Wir machen eine “Retro Kindergeburtstagsfeier “Goodbye Childhood” Der nächste Geburtstag begründet nämlich die Teenagerjahre und somit ist das doch jetzt der perfekte Anlass. Also noch einmal richtig Kind sein, richtig toben, richtig Spaß haben bevor man für all das viel zu cool ist. Wahrscheinlich fühlen sie sich jetzt schon ein bischen zu cool dafür, aber noch kann man sie überzeugen, wenn alle mitmachen. Hoffe ich.

Meine Idee bisher sind, dass die Kinder natürlich in Klamotten kommen müssen, die an die 70er Jahre Kinderklamotten angelehnt sind. Dass wir dementsprechend die Deko gestalten und dass es natürlich das klassische Kindergeburtstagsessen gibt.

Natürlich startet so ein Geburtstag wie früher mit Hinsetzen und Kuchen essen. Bisher haben das Tochterkind und ich dabei an

  • Philadelphiatorte
  • Kalter Hund und eventuell
  • einen belegten Tortenboden gedacht.
  • Kakao
  • Zitronen und Orangenlimo
  • Tritop

Dann kommt der Spielteil und da sind wir bisher so weit:

  • Sackhüpfen
  • Apfel fischen
  • Negerkusswettessen
  • Eierlaufen
  • Zeitungstanz
  • Flaschen drehen
  • Schokolade auspacken
  • Topfschlagen
  • Slackline (ja nicht retro, aber spaßig)

Natürlich gehört auch ein Abendbrot dazu und bin ich noch etwas ratlos, aber auf alle Fälle

  • Kartoffelsalat
  • Würstchen, vielleicht auch einen
  • Nudelsalat und
  • Buletten dazu.

Damit das ganze dann aber nicht ganz so “kindisch” ist überlegen wir am Anschluss noch im Garten auf Decken lümmeln zu lassen und dabei per Beamer und Leinwand “La Boum” zu zeigen.

Soweit also die grobe Planung bisher, wenn ihr noch Ideen habt, Kritik oder Anmerkungen, die sind mehr als willkommen.

Ach und was mir grad noch einfiel, das Tochterkind hat vorgeschlagen, dass alle ihr Smartphone/Telefon am Eingang abgeben müssen. Großartig finde ich das :)

UPDATE:
Weil schon die ersten Stimmen kamen, dass das was wir planen doch nix besonderes sondern ein ganz normaler Kindergeburtstag sei, möchte ich noch etwas ergänzen. Als die Kinder kleiner waren klappten solche Spiele einfach noch nicht so gut. Als sie alt genug waren, damit man solches spielen konnte war es schon wieder uncool. Der Druck von außen, die eigene kindliche Erwartungshaltung etc. führten einfach dazu, dass ein Geburtstag eher als event als als Feier mit Spielen statt fand. Außerdem, da nehme ich mich nicht aus, ist es einfach auch ein Stück bequemer, wenn einem nicht eine Horde wildgewordener, feiernder Kids die Wohnung auseinander nimmt und man das ganze auslagert. Abgesehen davon, dass ich einige Angebote von Museen oder anderen echt nett finde. Nun sind die Kinder mit 12 eigentlich schon zu alt für so einen Kindergeburtstag. Aber wir verstehen es eher als ein Augenzwinkern in Richtung der vergangenen Kinderjahre und eins in Richtung der kommenden Teenagerjahre. Und letztendlich wird Muttis wehmütiges Retroherz bedient :)

Interview mit meiner ältesten Tochter

Sonja von Mama Notes twitterte gestern folgendes:

So liebe Eltern von noch Klein- oder Grundschulkindern. So sieht das aus, wenn unsere Babys 11 Jahre alt sind

Angefügt war der Link zu diesem Artikel bei “Stadt Land Mama”, wo eine Elfjährige Rede und Antwort steht.

Da ich selber so ein elfjähriges Exemplar habe, war ich natürlich neugierig und musste erstmal nachlesen. Die Antworten dort waren ganz amüsant, aber ich war mir nicht sicher, ob meine große Tochter nicht anders antworten würde. Also gab ich ihr gestern Nachmittag die Fragen, ohne ihr die Antworten des anderen Mädchens zu zeigen und ließ sie diese alleine beantworten. Das Ergebnis steht nun hier, korrigiert nur in der Rechtschreibung und unter Löschung zu personenbezogener Daten. Viel Spaß!

Stell Dich doch mal ganz kurz vor

Ich heiße R., bin 11 und werde im August 12 und gehe in die 6te

Was macht Dein Leben gerade so richtig schön?

Dass ich im Musical „Das Wunder von Bern“ spiele und die Menschen da (zweite Familie)

Wir schreiben hier ja für ganz viele Mütter: Was findest Du gut an Müttern?

Dass ich mit meiner Mutter abends geile Filme oder Serien gucken kann, dass wir viel zusammen machen und das ich wegen ihr Starbucks kenne :D

Und wann nerven Mütter am meisten?

Wenn ich das Zimmer aufräumen soll.

Können Väter das auch?

Nerven ja, abends Serien gucken nein.

Sind Deine Eltern Vorbilder oder möchtest Du später lieber alles ganz anders machen?

Es geht aber ich will nicht nur Internet Gedöns machen, aber ich will auch so gechillt sein.

Hättest Du gern später auch mal Kinder?

Ja

Was hast Du denn nach der Schule vor?

Weiß ich noch nicht aber weiter in Richtung Musical

Hast Du fünf Tipps, wie man Kinder bzw. Jugendliche in Deinem Alter als Eltern am besten behandeln kann?

Ne nicht wirklich, googelt doch mal :)

Wovon träumst Du?

Ich würde gern die Hauptrolle in einem Musical spielen

Ende

Da liebe Leser, jetzt wißt ihr Bescheid

Voll das Leben

Ich hatte gar nicht vor, nach dem letzten Eintrag so lange zu verschwinden, aber wie das so ist. Das volle Leben hatte mich fest im Griff.  Die Babytochter wurde drei (DREI!), wechselte in die Ü3 Gruppe in der KiTa und ist jetzt ein Elementarkind. Das Tochterkind hatte viele Proben und endlich die ersehnte Premiere im Musical in dem sie mitspielt. So stolz, man kann es nicht in Worte fassen wie sie nach der Premiere strahlte. Die Eltern natürlich anständig gerührt und mit Tränchen in den Augen. Das Söhnchen sang mit dem Chor im Choral der Matthäuspassion, hatte auch Geburtstag, der letzte einstellige und dann war da ja auch noch Ostern. Wie das mit Kindern (oder auch ohne) in Familien so ist, war das Leben prall gefüllt mir auf und abs, schönen und doofen Tagen, aber vorallem verging die Zeit der ersten Monate des Jahres recht schnell.

Neben allem habe ich es mir aber nicht nehmen lassen meine Inseln zu schaffen, in denen ich mit meinen Händen arbeiten konnte. Wenn immer möglich stahl ich mir ein wenig Zeit und schuf das ein oder andere Projekt.

Zunächst war da das Prairie Blanket welches ich zum dritten mal strickte, leider war ich so spät dran mit der Fertigstellung, dass ich diesmal vergaß ein Foto zu machen.  Es ist halt rot :)

Dann war da der Hase, liebevoll und verzweifelt auch Arschlochhase genannt. Sew Mama Sew hatte hatte die Aktion “Six weeks of love for softies” in der sie täglich einen Stofftier- Puppendesigner vorstellten und eine freie Anleitung von diesem veröffentlichten. Dort stiess ich auf die Funky Friends Factory und die Anleitung für den Baby Bunny.  Ich kaufte also die Anleitung, und fing an und trennte und nähte und trennte und nähte und war kurz davor den angefangenen Hasen in den Müll zu kloppen. Letztendlich sagte ich mir, einmal noch probieren ob es nicht doch klappt und es klappte. Tadaaa der (Arschloch-) HaseIMG_1721

Die Decke und der Hase waren für ein bezauberndes im Februar geborenes Mädchen. Wie es aussieht waren die Eltern erfreut und somit das Klassenziel erreicht.

Als ich erfuhr, dass liebe Freunde ein Baby erwarten war für mich klar, dass sie einen Babyquilt bekommen werden. Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte kam schon eine Anfrage von ihnen ob sie einen solchen bei mir in Auftrag geben könnten. Klar konnten sie und das bisherige Ergebnis sieht so aus.

IMG_1831

Dann stolperte ich auch noch über ein Buch, was meine Aufmerksamkeit erregte und welches ich mir ziemlich schnell digital kaufte. Und weil ich ja sonst nichts zu tun habe und immer gerne was neues probiere fing ich eine weitere Decke an.

IMG_1828Der Zwischenstand bisher, einige Linien habe ich schon gequilted, aber leider kein aktuelles Bild.

Da ich ja nun nicht den ganzen Tag an der Maschine sitzen kann habe ich gleichzeitig noch ein bischen was gestrickt.

IMG_1840Ein Babystrickjacke nach einer Anleitung von Ysolda. Wee Cria. Verwendet habe ich ein Madelintosh Garn, ich glaube Sockengarn.

Und nebenbei und immer gleichzeitig habe ich an meinem größten Projekt gearbeitet, was dann im April auch endlich fertig wurde.CETe_iwW0AIUk1ZUnser zweites Sonntagskind, unsere dritte Tochter unser vierter Nachwuchs. Sagt Hallo :)

Kite Flight – Ein Geburtstagsquilt

Ich erwähnte schonmal, dass ich bekennender Craftsy Fan bin. Einmal täglich schaue ich dort bestimmt vorbei und so kam es, während einer der ständigen Sale-Aktionen mir dieses Quilt Kit ins Auge fiel. Ich fand das faszinierend und die Konstruktion herausfordernd. Ich bestellte es und überlegte wofür, für wen ich es nähen könnte. Relativ zeitgleich wurde mir klar, dass ich meiner Freundin unbedingt mal einen Quilt schenken muß, aus Gründen. Ich zeigte ihr diverse Muster und auch eben dieses. Das war es was ihr gefiel. Pünktlich zehn Tage vor ihrem Geburtstag im Juli fing ich an. Ja das pünktliche terminieren von Geschenken übe ich noch.

Ich war ziemlich gut in der Zeit, aber dann kam der Hochzeitsquilt dazwischen. Ich konnte mich nach Fertigstellung des Tops für keinen Hintergrundstoff entscheiden und als ich eine Entscheidund getroffen hatte, bestellt ich zu wenig und überhaupt brauchte ich mehr Rot. Alles so Gründe wieso ein Quilt dann doch eben länger dauert. Im Oktober war der Hochzeitsquilt fertig, ich brauchte eine kurze Quiltpause, machte anderes um mich dann endlich wieder an den Geburtstagsquilt zu setzen. Erstmal wurde er durch Ansetzen der roten Ränder vergrößert. Dann die Entscheidung wie er zu quilten sei. Zur Wohnung der Freundin sowie zu dem Muster kam dann eigentlich nur in Frage im Nahtschatten zu quilten. Das ist an und für sich nicht so komplex. Ich habe aber dieses Mal einen Vlies verwendet der dicker ist als mein üblicher, dafür aber flüschiger. Das ist optisch erstmal gar nicht so  auffällig, aber an Gewicht und Volumen hatte dieser Quilt deutlich mehr als meine übrigen. Fast alle Nähte verlaufen diagonal und der Durchlass meiner Maschine ist recht klein, daher wurde es ein kleiner Kraftakt den ich immer nur in kleineren Portionen bewältigen konnte.

Ich nutzte dann die Zeit zwischen den Jahren, stellte alles fertig und hatte endlich eine Idee womit ich die Einfassung des Quilts machen wollte. Alle vorher gekauften Stoffe oder das was sonst so im Vorrat war paßte nicht so ganz. Bis mir die zündende Idee kam, die Einfassung aus zwei Grautönen des Tops und schwarz zusammenzusetzen. Da die Aufteilung nicht komplett symetrisch möglich war, wurde das letzte Stück rot. Das gefällt mir übrigens grad im Zusammenspiel mit der Rückseite richtig gut. Durch den relativ großen Abstand der Quiltnähte bekam der Quilt den gewünschten kuscheligen Effekt und erinnert mich ein wenig an eine Sommerbettdecke.

Jetzt aber genug erzählt, hier kommt der Quilt.

IMG_0720Die Vorderseite

IMG_0724Die Rückseite. Man beachte das kleine Stück Rot in der Einfassung.

IMG_0726Nahaufnahme der Quiltnähte und der dreifarbigen Einfassung.

Ich hoffe sehr, dass er ihr in der fertigen Fassung gefällt, zur Wohnung passt und kuschelig genug ist.

Muster: Kite Flight by Janice Ryan of Better Off Thread for Robert Kaufman Fabrics.

Stoffe: Alle einfarbigen sind Kona Cotton Solids von Robert Kaufman, als Kit erworben. (Auf der Herstellerseite gibt es die Anleitung  auch in einer anderenmögliche Farbzusammenstellung.) Der Hintergrundstoff ist von Lotta Jansdotter aus der Serie Mormor und heißt Blomster Slate.

Vlies: Wie immer nutze ich nur Baumwollvlies und dieses mal das recht neue Warm & Plush von der Warm Company. Es war wirklich toll damit zu arbeiten, auch wenn die Handhabung manchmal etwas erschwert war.

Quiltgarn: Alle Quiltgarne sind von Yli. Für die Rückseite nutzte ich Farbverlaufsgarn “London Drizzle“. Für die Oberseite das Yli Soft Touch in knallrot und natur.