Nee is ja klar … LL.M für alle!(?)

JustitiaHier folgendes gefunden:

Es gibt wohl kaum einen Abschnitt in der Ausbildung eines Juristen, bei dem der kombinierte Nutz- und Spaßwert ähnlich hoch liegt wie bei einem Masters of Laws (LL.M.) Programm im Ausland.

und weiter:

Zudem kann man in dem Jahr gut die Wartezeit auf einen Referendarplatz oder die derzeitige Jobflaute überbrücken.

Sicher sind diese Aussagen richtig, aber ein winziges Detail hat der Verfasser übersehen. Der Erwerb dieses Abschlusses kostet nicht unerhebliche Summen an Geld. Da sind zum einen die Lebenshaltungskosten und zum anderen die an den meisten ausländischen Universitäten fälligen Studiengebühren.

Bevor man sich aber Gedanken macht wie man das ganze finanzieren will, steht zunächst das Prozedere an, überhaupt einen solchen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Dies bleibt in der Regel denjenigen vorbehalten die mit guten bis sehr guten Noten aufwarten können. Nicht dass es denjenigen nicht gegönnt sei. Aber gerade Kandidaten mit einem eher durchschnittlichen Notenspiegel haben großes Interesse daran, ihre Berufschancen durch einen solchen Auslandsaufenthalt zu verbessern.
Und das bleibt ihnen oft verwehrt.

Warum und wieso diese Noten entstanden sind, eventuell weil der Kandidat sich anderweitig engagiert hat oder neben dem Studium arbeiten musste (nicht um sich den schicken Wagen, den exclusiven Urlaub oder das Designerteil leisten zu können) bleibt im Bewerbungsverfahren leider häufig unbeachtet.

Was mich an dem ganzen so aufregt ist, dass solche Artikel wie der zitierte, besser noch die Artikel in den einschlägigen Fachzeitschriften, immer nur für den angehenden Superjuristen mit dem nötigen Kleingeld verfasst worden zu sein scheinen.
Diese Selbstverständlichkeit, dass wer Rechtswissenschaften studiert schon per se Eltern mit einem gut gefüllten Geldbeutel hat, finde ich realitätsfern heutzutage.

Dazu kommt dann, dass der finanzstarke Nachwuchs es eigentlich nicht nötig hat mit guten Referenzen aufzuwarten, da Papis Verbindungen eh ausreichend sind, um in der richtigen Kanzlei oder Firma einen Job zu bekommen. Der Notendurchschnitt spielt hier keine Rolle.

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2 Antworten zu “Nee is ja klar … LL.M für alle!(?)

  1. Alles korrekt! Aber worauf willst Du hinaus? Studiere doch (weiter – ) und werde die „Superjuristin – habilitieren trotz Kinder ;-))

    Das „solche Artikel wie der zitierte“ für bestimmte Zielgruppen sind ist doch nicht schlimm?

  2. @Tomy ich habe schon im Jahre 2000 das Studium beendet und letztes Jahr vor der Geburt der Tochter das schriftliche, zweite Examen absolviert. Da ist jetzt nix mehr mit eben nebenbei LL.M machen. Worauf ich hinaus will ist, dass der LL.M doch eher einer Minderheit zugänglich ist und trotzdem in solchen Artikeln beworben wird als wäre es ein leichtes einen solchen Studienplatz zu bekommen und für jeden möglich.

    @Alexander nichts ist schlimm an dem Artikel. Du scheinst aber was ich schrieb nicht wirklich verstanden zu haben.

    @Lieber_nicht wie meinen?

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