Die Sonne scheint …

Sonne ist schön. Besonders schön sind die ersten Sonnenstrahlen und die folgenden sonnigen Tage im Frühling. Der Mensch lebt auf und man geht wieder mehr raus.
Soweit so gut, so ist das allenortes,
In dieser schönen Stadt scheinen die Menschen aber das Auftreten von Sonnenstrahlen derart selten zu erleben, dass die erste Frühlingssonne zu mir verwunderlichem Verhalten führt. Schon in meinem ersten Frühling hier beobachtete ich, dass sobald sich die Andeutung von Sonnenstrahlen abzeichnete der Norddeutsche ansich auf das Tragen von Socken/Strümpfen/Nylons verzichtet. Dass Miniröcke und Shorts mit der Überschreitung der Frostgrenze aus dem Schrank gezerrt und dem erstaunten Publikum vorgeführt werden,
Schon vor zwei Wochen fragte ich lästerlicher Mensch mich, ob ich denn beim Gassi-gehen mit Kind wohl die ersten nackten Zehen/Beine zu Gesicht bekommen werde, da die Sonne schien.

Heute dann, Hurra, es war soweit.

Nichts Böses ahnend wurde ich heute von einer Radfahrerin überholt, in Hotpants!, sockenfrei und in Sandalen.
Wenige Meter später, eine junge Mutter in einem sehr dünnen wenn auch langem Rock, immerhin mit Nylons in Leinenschühchen. Sah nicht nur bekloppt aus, war auch meines erachtens dem Wetter bei Temepraturen von 12 Grad nicht wirklich angemessen. Am Rande sei erwähnt, dass das Blag mit dicker Daunendecke bei hochgeklapptem Verdeck im Kinderwagen mitgeführt wurde, als hätten wir Minusgrade.
Über die obligatorische Sonnenbrille, das Vorführen des offenen Cabrios, das demonstrative, den Gehweg blockierende Eisessen will ich mich ja gar nicht weiter auslassen.

Hallo ihr lieben eingeborenen Norddeutschen, es ist Frühling, wir hatten letzte Woche noch Nachtfrost, es gibt auch einen Sommer und diese unsere Stadt hat uns doch letztes Jahr gezeigt, dass sie auch warm kann.
Ihr müßt nicht jeden Sonnenstrahl ausnutzen um euer Sommergehabe zu perfektionieren. Was wollt ihr denn dann im Sommer machen? Im Bikini auftreten?

Aber vielleicht ist der Norddeutsche an sich ja auch resistent gegen Cystitis und Erkältungskrankheiten jeglicher Art, da er sich den Großteil des Jahres mit Regen arrangieren muss und ich bin nur ein niedersächsisches Weichei, dass keinerlei Verständnis für Lebensgefühl in der großen Stadt hat.

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Eine Antwort zu “Die Sonne scheint …

  1. Im Sommer sitzt doch der gemeine Hamburger bis zur Morgendämmerung an der Strandperle oder fährt (weniger umweltfreundlich) sein Cabrio nach Timmendorf, um im Café Wichtig eine latte macchiatio zu nehmen. ;D Auch immer wieder gern genommen sind: auf der Straße vor der Amphore Bier aus Flaschen trinken und auf den Hafen schauen, selbiges Bier auf dem Steg des Café Sommerterrassen bei livemusic. Aber die Krönung und nur für insider ist ein nächtliches Bad im wassergefüllten orangenen Frachtcontainer vor der Bildhauerwerkstatt der Kunsthochschule während der alljährlichen Party zur Jahresausstellunng!

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