Meine Brust gehört mir?

Als junge Mutter in der heutigen Zeit kommt man fast nicht drumrum in den einschlägigen Foren für Schwangere und Mütter zu lesen.

Eines der wichtigen Themen heutzutage ist das Stillen. Dieses war in den vergangenn Jahrzehnten ziemlich aus der Mode gekommen und somit wird man an allen Ecken und Enden dazu informiert. Es gibt stillfreundliche Krankehäuser, Stillgruppen Broschüren und Bücher aller Art.
Das ist auch gut so, das Stillen ist die bequemste und gesündeste Art sein Kind in den ersten Monaten zu ernähren und noch viel Unsicherheit und Unwissen was die Materie betrifft besteht.
Schade, dass es auch die Tendenz gibt, das ganze dogamtisch und als obligatorische Pflicht einer jungen Mutter auszulegen. Jeder so wie er kann und wie er mag.

Somit ist auch das Stillen in den Foren ein sehr präsentes Thema.
Im Zusammenhang mit der Einführung der Beikost liest man dann oft am Rande, dass andere Mütter schon viel früher damit angefangen haben und sich wundern, wieso frau sich das Stillen so lange angetan hat/antut.

Innerhalb einer solchen Diskussion stolperte ich über einen Satz den ich so oder ähnlich schon oft verbunden mit dieser Thematik gelesen/gehört habe.

Ich bin so froh meine Brust wieder für mich zu haben.

Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Was bedeutet das? Habe ich meine Brust, da ich noch stille nicht mehr für mich? Nehme ich sie ab und lege sie dem Kind zur freien Verfügung vor?

Mir dünkt eher, dass oft gemeint ist, dass nach dem Abstillen die Brust wieder komplett zur sexuellen Betätigung frei gegeben ist. Sprich der jeweilige Sparringspartner kann daran rumsaugen, kneten, beissen, streichen, was weiss ich was andere noch so treiben, ohne das schwallartig austretende Milch das ganze zu einer feuchten Angelegenheit werden läßt (Was spricht beim Sex eigentlich gegen Feuchtigkeit?). Die laktierende Frau könnte auchvor Schmerzen aufschreien, da der gesamte Bereich durch die Dauerbeanspruchung eines ewig hungrigen Pyranhas ziemlich gereizt ist.
Summa sumarum wird der Einbezug der Brust in sexuelle Aktivitäten von Frauen obiger Aussagen als unangenehm empfunden.
Interessant ist dabei, dass diese Frauen oft nicht lange gestillt haben, meist nicht mehr als 4-8 Wochen und in dieser Anfangszeit tut man tatsächlich gut daran, die sich in die Milchproduktion einspielenden Brüste in Ruhe zu lassen. Danach sind die beschriebenen Einschränkungen eher marginal.

Jedoch, wieso gehört meine Brust nicht mehr mir, wenn sexuelle Aktivitäten eingeschränkt sind. Weil der Partner sich nicht ekelfrei (Igitt Schatz Du tropfst) oder ungestört (Schatz nicht so fest) betätigen kann?
Kurz gesagt, meine Brust gehört nicht mir, weil ich sie nicht uneingeschränkt dem Partner zur Befriedigung seiner Gelüste zur Verfügung stellen kann?
Bin ich nur ein vollwertiger Sexualpartner wenn ich alle Körperteile uneingeschränkt dabei einsetzen kann?

Muss es dann nicht heissen:

Meine Brust soll wieder meinem Sexualpartner gehören

Ist aber nicht die Hauptaufgabe der weiblichen Brust das Ernähren eines Säuglings. Ist es nicht wunderschön, wenn man die Möglichkeit hat, sich und seinem Kind diese ureigenste Form der Nahrungszufuhr gönnen zu können, soweit es klappt und beide es genießen?

Schon interessant wie durch die Gesellschaft und Medien der Fokus auf die Brust als Geschlechtsmerkmal gessetzt wurde und alle anderen „Nutzugen“ eher als unnatürlich und störend empfunden werden.

Meine Brust gehört mir nicht weniger wenn ich damit mein Kind ernähre. Sicherlich bin ich gebunden und eingeschränkt. Sicherlich nervt es, wenn man monatelang nicht durchschlafen kann.

Meine Brust gehört erstrecht mir weil ich entschieden habe mit ihr meine wundervolle Tochter zu ernähren.

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4 Antworten zu “Meine Brust gehört mir?

  1. Es geht doch gar nicht um die Brust an sich, sondern darum, daß fünf bis sechs mal täglich jemand für mindesten ne Viertelstunde an mir rumnuckelt – vollkommen unbeeindruckt von meiner jeweiligen Befindlichkeit. Da macht es auch keinen Unterschied, ob dieses Wesen an meiner Brust, an meinem kleinen Finger oder am Ohrläppchen hängt. An Körperkontakt ist man nun mal irgendwann satt.

    Ich habe meine Töchter 11 bzw. 8 Monate lang gestillt(soviel zu Deiner 4 bis 8 Wochen Theorie), und habe die ersten Wochen sehr genossen. Irgendwann war dann aber gut, der Rest war Pflichterfüllung. Das hatte nur bestimmt nichts mit devotem Gehorsam meinem Sexualpartner gegenüber zu tun.

  2. Ich stille auch noch und ich stille auch oft als Pflichterfüllung, trotzdem ist es auch schön. Und natürlich kenne ich auch den Gedanken, endlich wieder unabhängig von Babys Hunger den Tag planen und gestalten zu können.
    Mir ging es aber um den Typ Frau, wenn man das so sagen kann, der kurze Zeit versucht hat zu Stillen, weil man das eben macht und dann so wie im Beitrag argumentiert. Ich bin eigentlich zu müde um das ausführlich zu erklären, aber eventuell hast Du mich jetzt trotzdem verstanden.

  3. ich bin weder mutter noch habe ich den artikel, auf den Du Dich beziehst gelesen, deshalb hab ich lange nichts dazu gesagt. für _mich_ klingt nichts in dem satz „meine brust gehört mir“ nach sex.

    und Du willst ne ehemalige lila-latzenhosenträgerin gewesen sein 😉

  4. Man muß den Satz im Kontext verstehen, wie er gesagt/geschrieben wurde und von wem.
    Und ich hatte nie eine lila Latzhose *grusel*

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