Unmut

Wie bereits berichtet, möchte ich dieses Jahr noch den mündlichen Teil meines Staatsexamens absolvieren und brauche dazu Zeit zum Lernen, was bedingt, dass das Kind in eine Betreuungseinrichtung geht.
Aus diesem Grund habe ich im Frühjahr/Frühsommer angefangen mich umzuschauen was es in unmittelbarer Nähe an Betreuungseinrichtungen gibt. Besonders gut gefallen auf meinen Spaziergängen hat mir immer der Kinderladen Pirateninsel. Zu der Zeit rief ich dort auch an und erkundigte mich und erfuhr, dass zur Aufnahme ein KiTa-Gutschein erforderlich sei, man mich aber gerne auf eine Warteliste für den August setzen würde.
Meine weiteren Bemühungen beim Jugendamt ergaben, dass es dieses Jahr für unter Dreijährige keine Gutscheine gäbe. Also richtete ich meine Aufmerksamkeit zunächst auf die Suche nach einer Tagesmutter, bis vor drei Wochen unerwartet die Bewilligung für einen KiTa-Gutschein ins Haus flatterte. Es traf sich gut, dass der favorisierte Kinderladen just angefangen hatte die Gegend mit der Information über freie Plätze zu plakatieren und am 19.6. einen Tag der offenen Tür ankündigte. Vor diesem Termin rief ich dort an und hinterliess schon mal die groben Daten und am 19.6. gingen wir gesammelt dort hin und besichtigten den Laden von innen und füllten den Neuafnahmebogen aus. Mit der Information, dass sich ein Elternteil vom Neuaufnahmeteam bei uns melden werde um ein Datum für ein Elterngespräch abzumachen verabschiedeten wir uns mit einem durch und durch guten Eindruck der Institution. Einige Zeit verstrich und am Anfang der vergangenen Woche erhielt ich den Anruf, dass am Montag Elterngespräch sei. Dies dient dazu mit den Erziehern zu sprechen und auch um zu sehen ob das Kind in die Gruppe passt.
Weiterhin hiess es, dass Töchterchen gut in die Gruppe passen würde, da sie noch ein Mädchen suchen. Beiläufig fiel der Satz, dass ihnen ja Kinder mit 8-Stunden Gutschein besser passen, da sie sich über diese Einnahme finanzieren. Aber das sei soweit erstmal kein Auswahlkriterium.

Am Donnerstag kam der nächste Anruf, der Platz sei weg, da man ja schon so viele Gespräche jetzt hatte und da wären Eltern dabei gewesen die schon länger auf der Warteliste stehen und die einen 8-Stunden Gutschein haben. Ich war etwas befremdet, dass so ohne ein Elterngespräch mit uns entschieden worden war und dass, unser Eintrag auf der Warteliste aus dem Frühjahr so gar nich aufzufinden war. Nun gut, dachte ich, dumm gelaufen kann passieren. Mir wurde auch gesagt, dass ab Januar wohl wieder etwas frei wäre. Außerdem müsse gerade alles so schnell entschieden werden, da ab dem 9.7. der Kinderladen Sommerpause hat.

Ich schloß innerlich mit dem Kinderladen ab und war nicht mehr ganz soo begeistert, aber noch in der Überlegung ob man warten, und das Töchterchen eventuell erst Ende des Jahres/Beginn des nächsten in die Betreuung gibt.

Am Montag erhielt ich dann den überraschenden Anruf, dass doch noch ein Platz zu vergeben sei und wir zu den 2-3 Eltern gehören, deren Kinder zur Auswahl der Aufnahme stünden. Wegen der bevorstehenden Sommerpause müsse jetzt aber alles ganz schnell gehen und ich wurde gefragt ob wir noch Interesse haben und zu einer kurzfristigen Entscheidung bereit sein. Nebenbei bemerkt, dies alles besprachen wir, während ich in der Notaufnahme auf die Behandlung meines verletzten Fusses wartete.
Ich sagte zu, noch interessiert zu sein und darauf hin sollte ich am folgenden Dienstag bzw. Mittwoch einen Anruf aus dem KiLa erhalten, sobald dort Zeit sei ein Elterngespräch zu führen, um dann sofort anzutraben.

Der Dienstag verging und der Mittwoch auch. Am späten Mittwoch nachmittag rief ich erneut den KiLa an um zu erfahren was denn nun geplant sei. Dort war nur eine planlose Mitarbeiterin, die meinte da müsse ich mich an die Person aus dem Neuaufnahmeteam wenden, mit der ich auch bisher immer gesprochen hatte. Also versuchte ich diese zu erreichen. Am Abend gelang dies und ich erfuhr mal so nebenbei, dass der Platz schon vergeben sei, sie hätten noch ein Kind mit einem 8-Stunden Gutschein genommen.

Freundlich aber verärgert wies ich darauf hin, das die bisher erfolgte Vorgehensweise ja nun doch etwas chaotisch sei und ich über das Hin- und Her recht verärgert.
Das tat ihr auch leid und sie entschuldigte sich damit, dass ihnen zur Zeit, durch die plötzliche Vergabe von KiTa-Gutscheinen die Bude eingerannt würde und es ja nun so kurz vor der Sommerpause sei. Zum Abschied wurde mir zugesagt, dass sich trotz allem am Donnerstag nochmal die Erzieherin melden würde, mit der ich auch am Tag der offenen Tür gesprochen hatte.

Heute ist Freitag, ich habe keinen Anruf erhalten, der KiLa ist nun bis August in der Sommerpause.

Ich sehe ja ein, dass eine Betreuungseinrichtung, die aus einer Elterninitiative hervorgegangen ist mehr als andere auf die Einnahmen über KiTa-Gutscheine angewiesen ist, ich sehe auch ein, dass da mehr geguckt wird wie die Familie des aufzunehmenden Kindes, gerade in Hinsicht auf die zu leistenden Mitarbeit der Eltern, ins Konzept passt.
Aber so wie dort in unserem Fall vorgegangen wurde finde ich untragbar.
Ein Spiel mit der „Hoffnung“, Absprachen die nicht eingehalten wurden und eine offensichtlich finanziell motivierte Entscheidung ohne erfolgtes Elterngespräch.

Wenn es denn nun schon so wichtig ist, dass der Laden über die KiTa Gutscheine finanziert wird, dann sollen sie den Kindern, die nur einen 6-Stunden Gutschein haben gleich komplett absagen. Dann sollen sie bei einer erneuten Auswahl diese Eltern nicht mehr anrufen. Vorallem sollte die rechte Hand wissen was dir linke tut und Zusagen zu einem Anruf eingehalten werden.
Ich muß sagen, ich habe kein Interesse mehr an diesem Kinderladen, wer weiß denn inwieweit sich dieses Chaos in der internen Organisation fortsetzt, inwieweit mein Kind dort wenn es denn aufgenommen werden sollte zuverlässig betreut wird.
Ein Teil der Verwaltung des Betriebs läuft dort über die Mitarbeit der Eltern, wie soll ich wissen ob das ordentlich funktioniert, ob wir nicht plötzlich wesentlich mehr übernehmen müssen als angekündigt, ob man sich auf die Organsisation der Mitarbeit der anderen Eltern verlassen kann.

Schade das eine Alternative zur öffentlichen Betreuung, die viele Vorteile z.B. in der Gruppengröße, dem erhöhten Mitspracherecht der Eltern und der persönlicheren Betreuung aufweist, einen so schlechten Eindruck hinterlassen hat.

Im Gegensatz dazu steht meine bisherige Erfahrung mit der KiTa hier im Umkreis. Ich rief nach der ersten Absage am vergangenen Donnerstag dort an und bekam sofort die Zusage für einen Platz. Ich hatte voher auf der Websitegeschaut wo etwas frei ist und dort angerufen. Eine sehr nette Erzieherin nahm sich Zeit für ein langes Gespräch und wenn uns deren Einrichtung nach der Besichtigung im August noch gefällt werden wir dort im September aufgenommen.
Positiv hervorzuheben ist zum einen, dass sie mir zu einer Aufnahme im September geraten hat, da zu diesem Monat kein weiteres Kind neu eingewöhnt wird und Töchterchen und Mutter dann die Erzieherin für sich „alleine“ haben und, dass sie mir riet ruhig noch mehrere Einrichtungen anzuschauen, damit ich das für uns am besten geeignete finde.
Letztendlich liegt der Besichtigungstermin auch deswegen so spät, damit die Eltern nicht bis zur möglichen Aufnahme vergessen haben welche KiTa welche Vorteile/ Nachteile hat.

Ich werde es erwarten und mir bis dahin noch andere Einrichtungen anschauen, schade, dass ich nun auch in Hinsicht auf den anderen „privaten“ Kinderladen um die Ecke ein ablehnendes Gefühl habe.

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2 Antworten zu “Unmut

  1. das hört sich ja ziemlich chaotisch an 😦 …
    Jonathan hat übrigens ab Oktober auch einen Platz in einer städtischen Kita, die einen sehr guten Eindruck machte. Können uns ja dann mal austauschen 😉

  2. Ja können wir, ich bin mega gespannt. Eventuell kommt ja auch Luca im Herbst in diese KiTa. Das wäre schön.

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