Lesen! Die liebsten Bücher der Deutschen

Am Samstag strahlte das ZDF eine Sendung zu den beliebtesten Büchern der Deutschen aus.
Das war recht unterhaltsam und viele der Bücher in den Top 50 sind mir bekannt bzw. wurden von mir gelesen.
Was mich aber wirklich geärgert hat, dass ein Buch, dass immerhin Platz 11 erreicht hat, von einem Promi kommentiert wurde, der das Buch nicht einmal gelesen hat. Es aber durch seine Kommentare diskreditierte.
Der Moderator samt seiner anwesenden „Beisitzer“ aka Promis und Bücherkenner ging mit keiner Silbe auf das Buch ein, was ansonsten zu fast jedem der platzierten Werke getan wurde.

Das Buch um das es sich handelt ist „Feuer und Stein“ von Diana Gabaldon. Ein Schmachtfetzen, Schmöker, ein Schinken. Ich hab es gelesen und ich habe, wie immer im Winter oder im Examen oder bei Liebeskummer schon so einige Bücher dieser Art verschlungen. Daher meien ich sagen zu können, dass es sich von den üblichen Büchern dieser Art abhebt. Es ist humorvoll, bis brüllend komisch geschrieben, es ist unglaublich gut recherchiert. Die Autorin braucht Jahre um einen Band dieser Saga (es gibt inzwischen fünf Bände) zu verfassen, es ist ausgesprochen fantasievoll und ebend sehr spannend und herzzerreissend geschrieben ohne in den absoluten Kitsch und ins Arztroman-Niveau zu verfallen. Ein fesselndes Buch.

Es hat seinen Grund, dass es von den Lesern auf Platz 11 gewählt wurde und der liegt sicherlich nicht nur darin, dass ein Großteil der Wahlbeteiligten Frauen waren. Ich finde es den Stimmenden gegenüber abwertend, wenn ein von ihnen gewähltes Buch dermassen mit Nichtbeachtung gewürdigt wird.
Aber eigentlich auch wieder absehbar, denn es wird ja nicht als intelektuelles Machwerk angesehen, nicht der eigentlichen Literatur zugehörig angesehen.
Schade, denn für das Genre für das es steht ist es ein herausragendes gutes Beispiel.

Dafür wurde dann für das Buch „die Päbstin“ einige Zeit aufgewand, ein Buch, welches ich fast angewidert beendet habe.

Bei vielen der Titeln hab ich mich auch gefragt, ob die Leute einfach die Liste der Pflichtlektüre aus dem Deutschunterricht angegeben haben, da sie nicht wagten die präferierte leichte Lektüre anzugeben um einen gewissen Schein zu waren.

Sehr gefreut hat mich allerdings, dass das Buch, „Der Schatten des Windes“, vertreten war, ich habe es hier schon einmal vorgestellt und war ziemlich begeistert. Und für die, die jetzt folgern mögen, es handele sich um einen weiteren Schmachtfetzen, sei gesagt, beileibe nicht.

Ein wenig „der Club Dumas“, ein wenig „die Entdeckung des Himmels“ und wie damals erwähnt eine wunderschöne Sprache und spannend.

Schlußendlich, wieso haben prozentual so wenig Männer abgestimmt, lesen Männer nicht? Sind Männern Umfragen zu dumm?
Oder ziehen sie der Literatur das Verschlingen von Computerbüchern vor?
Hallo Männer lest ihr noch? (Irgendwas ausser CT, dem Herren der Ringe …)

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9 Antworten zu “Lesen! Die liebsten Bücher der Deutschen

  1. Also, der meinige liest hat gerade 2 seltsame BÜcher von einem total verrückten moppedheizer, abgedreht aber kurzweilig, der typ hat die vollmeise, das eine buch heißt auch dementsprechend „am Limit“ einer von denen, der alle moppedfahrer in die Verkehrsraudi-ecke bringt. egal, man kann es vor dem einschlafen lesen… „gehobene Literatur“ liegt ihm auch eher fern, das ist wohl mein resort. Dafür lesen männer wohl meistens hobby-bezogene zeitschriften, ist meine vermutung.

  2. Ich hatte ja bisher angenommen, daß „ebend“ (und auch „ebent“) ein reines Ruhrpottphänomen sei 😉

    @rina: lang leben die Vorurteile über das andere Geschlecht 😉

  3. Nachtrag (man sollte den Artikel auch vor dem Schreiben eines Kommentars ganz lesen): Der Herr der Ringe ist, zumindest im Original, sicherlich zur Literatur zu zählen, und auch hier ist die Sprachwahl außerst stimmig.

    Und ja, wir lesen; und ja, uns sind Umfragen zu dumm; und ja, es sind auch andere Bücher als O’Reillys und LOTR

  4. Kochbücher. 🙂

  5. @Nico: Wo du davon sprichst, ich hab gerade wieder ein schönes in der Hand gebhabt: „Desserts. Die 100 besten Rezepte aus aller Welt“ Teubner Edition, Gräfe und Unzer, 15 EUR. Im grunde unwiderstehlich 😉

  6. Also, von „zuhause“ kann sie das „ebenD“ nicht haben! wir sagen dafür sachen wie „er wurde überGEfahren“.
    Ich hab so ein fettes Angeber-Desserts-Buch(Weihnachtsgeschenk), da möchte man sich nur noch von Nachtisch ernähren, wenn man ne weile drin geblättert hat.

  7. An Deinem Deutschunterrichtstheorem ist sicher was dran. Und den Schatten des Windes muss ich auch endlich mal lesen 😉

  8. nur mal so am Rande: kann mir einer erklären, warum anscheinend jedes usamerikanische Schüler „der fänger im roggen“ gelesen haben muss, wenn das wohl auch bei vielen das einzige buch zu sein scheint? was macht das buch so wichtig, dass es reihenweise in pop-song-texten und teenie-kömodien erwähnt wird?

  9. Hallo – ich habe sie gefunden von PapaScott. Ich finde Diana Gabaldon’s Buecher auch ganz entspannt und warten im weider fuer das naechte Ausgabe. Schaede das es dauert so lange zwischen Buecher, aber dafuer sind sie auch Super gut. Zum Thema „der fänger im roggen“ kann ich nichts sagen – ich habe es leider noch nicht gelesen.

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