Zwischenzeitliches

Mal abgesehen vom Stricken gibt es ja doch noch so das ein oder andere was hier passiert. Die Tochter ist nun in die KiTa eingewöhnt, was bedeutet, dass sie morgens hingebracht wird, dort isst und schläft und am frühen Nachmittag von mir abgeholt wird. Bisher gefällt uns die KiTa sehr gut, auch wenn wir uns nun schon wieder Sorgen machen müssen ob der hohe Standart gehalten werden kann. Dank konfuser Sparmassnahmen unseres lieben Senates wird im KiTa Bereich großzügig gekürzt werden. Dies hat dann zur Folge, dass zum einen mehr Kinder pro Betreuungsperson vorhanden sein werden und zum anderen, dass anstatt die bisher mittags vor Ort zubereitetem Essen durch gelieferte eingeschweisste Essen ersetzt werden. Das bisherige Hauswirtschaftspersonal wird überflüssig, das Erwärmen des Essens den Betreuern aufgedrückt. Wer sich um die Kinder kümmert, wenn die Erzieher das Essen erwärmen wird nicht mitgeteilt.
Ich hoffe, dass u.a. die vom Elternrat durchgeführte Unterschriftenaktion irgendwas bewirken wird und im Endeffekt die düsteren Prognosen sich nicht verwirklichen.

Durch Töchterchens Anwesenheit in der KiTa habe ich nun plötzlich morgens wunderbare 5 Stunden Zeit nur für mich. Das ist dermaßen ungewohnt, dass ich die Zeit kaum sinnvoll genutzt bekomme, die ersten Tage sass ich noch immer in Habachtstellung gleich aus dem Gedanken/ der Tätigkeit rausgerissen zu werden. Seit ca Tagen nun geniesse ich die Zeit nur für mich, wohlwissen, dass Sinn und Zweck der Fremdbetreuung der Tochter das Lernen und Bestehens des Examens ist und nicht das Erproben neuer Strickfertigkeiten und Verfolgen möglichst vieler Serien. Einige Tage sei es mir aber noch gegönnt, standen doch im vergangenen Jahr Töchterchens Bedürfnisse immer auf Rang eins der Prioritätenliste.

Und noch ein letztes zu Töchterchen, vor einer Woche erprobte sie die ersten freien Schritte um uns dann gestern stolz mit frei zurückgelegten Distanzen von 2-3 m zu erfreuen. Der elterliche Stolz kennt keine Grenzen.

In den letzten Tagen (muß an der freien Zeit liegen) ging mir öfter durch den Kopf, dass ich in einem Buch las, dass mit dem Geburt eines Kindes, die Frau endgültig ihre Tochterrolle aufgibt um im Familiengefüge als Mutter da zu stehen. Die daraus folgende Konsequenz aus meiner Sicht ist auch, dass man nicht mehr unbedingt das Objekt der elterlichen Sorge ist, sondern zum Erfüller der Bedürfnisse des kleinen Wesens mutiert. Eine weitere Stufe der Verantwortung die man für sein Leben ab einem gewissen Alter anfängt zu übernehmen wird erklommen.
Ist man als frische Mutter noch gesellschaftlich anerkannt ausgepowert undmit der neuen Rolle schnell mal überfordert, so wird von einer Mutter eines Einjährigen erwartet, dass sie die neue Rolle nun mehr oder weniger gekonnt übernommen hat. Wird man anfänglich noch „versorgt“, hat man nun zusätzlichen zur elterlichen Sorge die alleinige Sorge für sich und sein Wohlergehen. Unbeachtet, dass die eigenen Kräfte auch nach einem Jahr nicht unbedingt regeneriert sind und der neuerRhytmus seine Perfektion noch nicht gefunden hat.

So sehr Familie auch nerven kann, sei es durchüberbesorgtes Verhalten, ewiges Einmischen, etc. so sehr weiß man als „neue “ Mutter plötzlich die alten Familienbande zu schätzen. Die Großfamilie wo einem die ältere Generation mit Rat und Tat noch zur Seite stand.

Heute jedoch kaum noch lebbar, wenn Ausbildung und Jobangebot fast zwangsläufig die Abkehr von der Familie erfordern, unbeachtet der eigene Wunsch sich auch räumlich von den Wurzeln zu trennen. (Abgesehen davon, dass man seine Wurzeln ein leben lang mit sich trägt, wie weit man auch gehen mag).

Soweit die Meldungen aus der Zwischenzeit.

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Eine Antwort zu “Zwischenzeitliches

  1. Das hast du jetzt alles sehr schön erkannt, Schatz, dann setz es auch um! Serien gucken und tausend Strickstücke herstellen ist etwas, das man als „vollwertiges Erwachsenes (Eltern)Tier“ in „echter Freizeit“ macht. Es gibt da noch sowas wie endlichmal richtig Putzen, Aufräumen, Einkaufen, Wäschewaschen, Umräumen, Umstrukturieren und HAUPTAUFGABE: LERNEN damit endlich mal dieses Kapitel einen ordentlichen Abschluß findet!
    Ich wünsch Dir einen produktiven Tag!

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