Weihnachtsgedanken

Was war das früher doch schön, als man die Tage bis Weihnachten nicht erwarten konnte. Als Kind hatten die letzten Wochen vor Heiligabend etwas magisches und schienen ewig zu dauern.
Natürlich war man gespannt auf die Geschenke und ab und an wurde auch schon vor dem Fest das hochgeheime Versteck der Eltern gesucht um vorab rauszufinden ob das gewünschte unter dem Baum liegen würde.
Es waren aber nicht nur die Geschenke, es war auch die Zeit. Diese Tage in denen Die Stunden zäh wie Kleister verrannen, in denen die Familie zusammen war, man miteinander spielte, große Essen zu sich nahm, die Großeltern besuchte (oder von ihnen besucht wurde) und dazu überall die Lichter, die weihnachtliche Dekoration, die Kekse die freien Tage.

Ist man einmal erwachsen und pflegt nicht mehr die Tradition Weihnachten mit der Urfamilie zu feiern wird alles komplizierter. Man hat zumeist eine eigene Kernfamilie und zusätzlich die des Partners. Viele oder keine Traditionen prallen aufeinander und die Schwierigkeiten beginnen damit, diese zu vereinen.
Man ist kein Kind ohne Verantwortung mehr und die Verantwortung und die Anforderungen des Alltags lassen die Zeit vor Weihnachten verfliegen und plötzlich ist Heiligabend da. Die ehemalige Ruhe und Stille der Weihnachtstage wird ersetzt durch hektische Vorbereitungen in dem Bemühen es wieder zu schön zu haben wie damals, es dem eigenen Kind so heimelig zu gestalten wie man es selbst erlebt hat.

Dann steht man da am Tag vor Heiligabend und nichts ist so wie früher, man hat die Wohnung nicht auf Hochglanz bekommen, das letzte Geschenk fehlt noch, das Weihnachtsessen ist noch nicht mal in Zutaten vorhanden und der Baum im Wald.

Sicherlich ist Weihnachten jedes Jahr zum gleichen Datum und sicherlich nimmt man sich jedes Jahr vor dieses mal rechtzeitig anzufangen. Aber bei der Überflutung mit Weihnachtsartikeln schon Ende August schiebt man die Vorbereitungen vor sich her, da es schliesslich noch zu früh ist und wartet auf weihnachtlichere Zeiten.
Die Überflutung mit Weihnachtsreizen schon im Sommer fördert eine Verweigerungshaltung, dass man schlußendlich den richtigen Zeitpunkt um anzufangen verpasst. Und dann ist es wieder ganz überraschend Weihnachten und wieder schafft man es nicht, das idealisierte Bild aus der Vergangenheit welches man mit sich trägt, seit man das Elternhaus verlassen hat selber nachzugestalten.

Natürlich bin ich soweit realistisch um zu wissen, dass es nie so schön war wie in der Erinnerung, aber wenn ich es schaffe, dass trotz alledem mein Töchterchen später genauso ein idealisiertes Bild als Erinnerung und Vorbild für das Weihnachtsfest hat, dann ist nicht alles umsonst.

Wenn mit doch nur jemand morgen eine Putzfrau, einen Baum und ein wenig Zeit schicken würde.

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