Bei sich sein

Bei clickclack las ich heute im aktuellen Eintrag
folgendes:

„In der Psychologie gibt es den Begriff des Flow für einen Glückszustand, den man durch eine Beschäftigung erreicht, in der man ganz und gar aufgeht. Wenn man weder über- noch unterfordert ist und die Welt um sich herum ausblendet, bei der Arbeit oder bei einer Sportart wie Segeln. Oder beim Stricken. Ich sitze abends, wenn das Kind friedlich schläft, manchmal noch einige Stunden auf dem Sofa vor der geöffneten Balkontür, schaue in den Abendhimmel und lausche dem Lärm der Großstadt, stricke dabei Reihe um Reihe und bin glücklich. Flowing.“

Ich finde das ist sehr zutreffend ausgedrückt. Ich kenne diese Versunkenheit in ein Strickstück nur zu gut. Man blendet die Welt fast aus, ist komplett konzentriert auf das Strickstück, läßt nebenbei Gedanken schweifen und ist eins mit sich.
Ich hab mal zum Göttergatten gesagt, es hat etwas sehr meditatives, wenn man ganz in seiner Arbeit aufgeht, in diesem Falle dem Stricken.

Einen ähnlichen Zustand erreiche ich auch wenn Musik auf Kopfhörern höre, dabei schreibe.
Beides sind Dinge die ich nur machen kann, wenn man mich absolut in Ruhe läßt.
Meine Kinder lassen mich aufgrund des Alters leider zu selten so in Ruhe, ihr Aufmerksamkeitsbedürfnis ist zu groß, ihre Schlafenszeiten meist so, daß ich wenn beide friedlich sind so erschöpft bin, daß ich dann keine Energie mehr habe mich in ein Strickstück zu versenken. So nadel ich eher nebenbei mal hier und da eine Reihem stehle mir die Zeit von meinen Kleinen. Stricke eventuell spät abends noch, damit es weiter geht. Aber die oben beschriebenen Ruhe das dadurch eintretende Entspannen, Regenerieren kommt einfach zu kurz.

Ich hab das bis heute nicht so wahrgenommen, nur gespürt, daß mich eine innere Unruhe stört, daß irgendwie das Bedürfnis besteht nach Ruhe, danach wieder ganz bei mir zu sein, alleine. Und dann dieser Artikel, der mir die Erinnerung an andere Zeiten hervor rief, als man ununterbrochen stundenlang sich versenken konnte.

Dies ist kein Jammerposting, mehr ein wenig ein wehmütiges, sehnsuchtsvolles. Mit Kindern ist es eben so, sie werden auch wieder besser und früher und berechenbarer schlafen. Davon geh ich fest aus.

Bis dahin gibt es eben weniger Bilder von fertig gestelltem. Bilder von angefangenem spare ich mir zur Zeit, bei meinem Perfektionismus weiß man nie was dem Aufribbeln zum Opfer fällt und darum gibt es nur noch beendetes zu sehen, vorerst.

Und um den Bogen zu schließen, wann etwas beendet werden kann, das bestimmen die Lütten.

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