Kein Tag für mich*

Ich habe so langsam den Verdacht, daß dieser Freitag ein dreizehnter in Verkleidung ist. Erst fing der Tag zu früh an, da die Babysitterin eine Stunde zu früh kam, irgendwelche Differenzen in der Absprache. Dann kam der angekündigte Techniker der Telekom eher spät, aber noch so, daß ich halbwegs pünktlich aus dem Haus kam. Pünktlich deswegen weil heute eine Klausur anstand. Auf dem Weg dahin überkam mich die bleiernde Müdigkeit, aber ich schaffte es anzukommen ohne im ÖPNV schlafend stecken zu bleiben.

Dann Klausur,  mir fiel zwar nicht mehr alles ein, aber irgendwie bekam ich die Lösungen hingepinselt und konnte eine Stunde vor dem geplanten Ende gehen. Immerhin, frühes Wochende. Aber vor dem Wochenende war die Wiederbeschaffung des familieneigenen Boliden (sprich Auto) gesetzt. Der Standort ist vom Schulort relativ umständlich zu erreichen, aber ich machte mich frohgemut auf dem Weg, das Wochenende fest im Blick. Wahrscheinlich zu fester Blick, denn aus der S-Bahn gestiegen, am Bahnhof angekommen rutschte ich erstmal fürchterlich aus. Sah bestimmt super aus, tat ziemlich weh (und tut es noch) und meine Knie waren vor Schreck erstmal weich. Natürlich dauerte es bis zum Anschlußbus unüblich lange elf Minuten. Aber auch die gingen rum. Dann Fußweg zum Autostandort, weiteres Eisbahn gerutschte, diesmal aber noch vorsichtiger und darum wenigstens sturzfrei.

Komplikationslos verlief die Übergabe des Autoschlüssels und das Verlassen des Geländes, trotz einer weiteren Eisbahn. Dann versuchte der Navi mich ein wenig zu verwirren, aber ich ließ mich nicht beirren und fuhr meinen Weg. Fast angekommen am ersten Zwischenstop, nachdem ich eine enge Stelle zwischen DHL und einem weitern Lieferwagen erfolgreich passiert wähnte, ein gewaltiger Rums. Ich hatte dem Lieferwagen den Außenspiegel abgefahren. Da ich so auf der Straße nicht stehen bleiben konnte, fuhr ich weiter um hinter der Kurve in der Haltestelle zu halten. Beim Warten auf die Ampelschaltung dann ein Klopfen am Fenster, eine übereifrige Passantin wies mich auf den abgefahrenen Spiegel hin, worauf ich sie darauf hinwies, dass ich deswegen trotzdem nicht mittig auf der Straße parken kann. Ist ja schliesslich eng dort. Also Auto abgestellt, natürlich mitten in der Haltestelle, da vor mir schon einige andere die Idee hatten dort zu halten.

An den Tatort zurück, wo die Passantin eifrig dabei war den Spiegel von der Straße zu sammeln. Im Lieferwagen lag ein Zettel, daß es ein Noteinsatz sei (der stand übrigens im eingeschränkten Halteverbot) und auf dem Zettel waren diverse Nummern hinterlassen. Erst die eine, mobil (des Monteurs), dann die andere (der Chef) angerufen. Der war sehr nett und unkompliziert und währenddessen kam dann auch der Monteur anschlawenzelt, der meinen Anruf auf dem Band abgehört hatte. Ich hatte großes Glück, denn er war sehr freundlich und nett und entspannt. Also konnte ich zitternd den Schauplatz verlassen, Kaffee, Brot einkaufen und die Tour fortsetzen.

Sohn einsammeln, check. Tochter einsammeln, check. Nach Hause fahren, Parkplatz finden. Parkplatz, nee gab es nicht, also eine Ehrenrunde drehen. Ehrenrunde bedeutet hier, noch eine engere Straße als unsere passieren. Dort ein weiterer Lieferwagen, natürlich genau dort, wo ein dreister Mini ziemlich herausragend geparkt hatte. Also vorsichtig durchfädeln, der Bolide ist wirklich breit, und gesch …, mist, schon wieder knallte es. Diesmal zeigte der Rückspiegel den Fremdrückspiegel noch am gegnerischen Auto verhaftet also weiter. Müde, gestresst, mit Schmerzen im Arm und den Kindern auf der Rückbank wollte ich nur noch heim. Vom Taxifahrer gelotst milimetergenau an dessen Fahrzeug vorbei manövriert, quer über die Straße, fast legal in den gesichteten Parkplatz gesprintet und Motor aus. Was das Schild mit dem Parkschein dort macht, seit wann überhaupt, überlege ich mir morgen früh.

Dann noch die Rutschpartie nach Hause, immer am Zaun lang, der Gehweg war kaum passierbar, ohne weitere Stürze meinerseits (Söhnchen flutschte ein paar mal) angekommen. Hurra wenigstens das Mittwoch ausgefallene DSL war repariert worden. Dann auf dem Sofa zusammengebrochen und nebenbei die herzallerliebsten Kindlein versorgt. Daß die bestellte Pizza am Abend mehr als eine Stunde brauchte um anzukommen und meine Nase seit heute früh läuft sind Details die heute kaum noch ins Gewicht fallen.
Hallo Samstag, machst Du es morgen besser?

*frei nach dem Kinderbuch Kein Tag für Juli (Ganz groß, uneingeschränkt empfehlenswert)

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Eine Antwort zu “Kein Tag für mich*

  1. Oha, solche Tage sind für die Mülltonne 😦 … ich wünsche euch ein um so schöneres Wochenende!

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