Landpartie mit Familiengedöns

Heute sollte wieder einer der berühmt berüchtigten Sonntagsausflüge statt finden. Auf dem Plan stand, den Bruder bei seinem ersten Markt zu besuchen, die Nichte zu begutachten und anschließend Kaffeetrinken beim besten Freund und dessen Familie des Gatten.

Wie üblich kamen wir mal wieder nicht pünktlich los, heute schoben wir das auf die Zeitumstellung, irgendwer oder -was außer uns muß schließlich mal Schuld haben am miesen Zeitmanagement. Immerhin waren wir irgendwann mit Kindern und Gastgeschenken und Kinderunterhaltungsliteratur und der Kamera und allen Telefonen im Auto und machten uns auf. Kurz vorm Zielort piepte unser Auto (der Bollide) bedrohlich los und ein Zeichen blinkte hektisch im Display auf. Ein schärferer Blick auf eben dieses Display brachte zu Tage, daß ein Reifen einen Druckverlust hat. Trotzdem ließen wir die Tankstelle links liegen und parkten das Auto um zum ersten Höhepunkt des Tages zu gelangen.

Seit Dezember ist mein Bruder als Buchbindermeister Inhaber seiner eigenen Werkstatt. Diese befindet sich in einem Örtchen bei Lüneburg. Wer Interesse an dem Sortiment, den Möglichkeiten, der Adresse oder Ähnlichem hat, findet die Informationen hier. Ein Teil der Kundenaquise soll über die Ausstellung der Produkte auf Kunsthandwerksmärkten erfolgen und heute fand der erste mit ihm statt.

Ein Teil des Sortiments

Und der andere Teil des Präsentationstisches

Während wir so am Bewundern der Produkte waren, ging der Gatte zwischenzeitlich zum Auto zurück um mit der frohen Botschaft zurück zu kommen, daß der Wagen nun einen komplett platten Reifen hat. Wir mitten in der Pampa und kein funktionsfähiges Vehikel, großartig. Also ACE angerufen und nach dessen Erscheinen mitgeteilt bekommen, daß wir besser Audi anriefen, denn wir hätten ja eine Mobilitätsgarantie. Nun gut, also Audi angerufen, nochmal gewartet, zwischenzeitlich den Kaffeebesuch bei den Freunden abgesagt und weiter gewartet. Irgendwann kam dann der freundliche Mitarbeiter des Service, der dem erstaunten Gatten demonstrierte, daß in unserem Auto sowohl eine elektrische Notfallpumpe als auch so ein Notfallschaum vorhanden sind, mit denen man den Reifen provisorisch zum Fahren präparieren kann.

Während der Gatte auf die angeforderte Hilfe wartete, vertrieben wir uns die Zeit mit Eis essen, Kinder bespaßen und natürlich meinem Bruder Gesellschaft am Stand leisten. Dort tauchten dann auch meine Schwägerin samt Nichte auf, und weil wir die beiden Großen nicht darben lassen wollten und ihnen ein Eis mitbrachten, kam die Lütte unerwartet zu ihrem ersten Eis. Eigentlich war dieses für sie gar nicht vorgesehen, aber als sie auf dem Schoß der Mama sitzend sah, daß diese etwas aß ohne es mit ihr zu teilen, gab es kein Halten und sie konnte ihren kleinen Kopf durchsetzen und durfte probieren.

Man kann vielleicht erkennen wie sie nach dem ersten Probieren gierig die Waffel an sich riß

Und wie das in dem Alter so ist, ein Teil der Nahrung bleibt immer im Gesicht.

Unglaublich was so ein Bolide mit plattem Reifen für eine riesen Attraktion in so einem Ort wie heute ist, selbst wenn Frühlingstag und verkaufsoffen ist. Alle, wirklich alle, blieben stehen und kommentierten  bevor sie ihren Weg fortsetzten.

Ist ja auch spannend so ein großes Auto mit plattem Reifen.

Immerhin war ein Passant so nett, uns einen Zettel an die Scheibe zu heften mit dem Hinweis, daß wir einen platten Reifen hätten. Das fand ich irgendwie anrührend. Was ich wirklich faszinierend fand, waren die Rettungsmöglichkeiten für solche Situation, die in diesen modernen Wagen eingebaut sind. Der freundliche Serviemitarbeiter klärte uns darüber auf, daß, da keine Reservereifen mehr mitgeführt werden es nun üblich sei. Er schloß die Elektropumpe an (nun weiß ich wozu wir den Stromanschluß im Kofferraum haben), pumpte damit den Reifen auf (wir hatten die Pumpe bisher bei flüchtiger Musterung für die interne Festplatte gehalten), leitete uns zu einer freien Fläche, füllte komischen Schaum in den Reifen leitete uns weiter zu seiner Werkstatt, überprüfte den Druckverlust, der in der Zeit angefallen war und schickte uns dann mit unserem Wagen heimwärts unter der Auflage, alle 20 km den Druck zu prüfen und aufzufüllen. So kam es, daß wir dann mit 80 Km/h über die Landstrasse eierten, dafür aber unversehrt daheim eintrafen.

Pumpe in Aktion

Als Abschluß dieses Tages gönnten wir uns angesichts der Umstände ein Abendbrot aus dem Steakhaus, was durchaus als gelungen zu bezeichnen ist und morgen kümmern wir uns um einen neuen Reifen.

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4 Antworten zu “Landpartie mit Familiengedöns

  1. 😉

    Gebrauchsanweisungen von Autos werden ja prinzipiell überbewertet…

    Immerhin habt ihr es noch am gleichen Tag zurück nach Hause geschafft, dass ist doch auch schon mal was.

    lg
    DD

  2. Oh, was für schöne Bücher!!! Schade, dass es auf der Website keinen Onlineshop gibt, wird das noch nachgeholt? Auf jeden Fall wünsche ich viel Erfolg damit, ich liebe solche Bücher, da merkt man noch in jedem Milimeter die Liebe beim Handwerk! 🙂

  3. Ich finde die Bücher auch total schön! Gerade in meiner Branche gäbe es da sicher begeisterte Abnehmer für die Skizzenbücher 🙂

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