Frauenquote? [Update]

Vorgestern las ich wegen eines Links auf twitter diesen Artikel. Er paßte hervorragend in den Kontext eines Gesprächs welches ich vor kurzem mit dem Mann führte, nachdem wir zur Zeit Matinee mit Scholz und Ahlhaus gewesen waren.

Fazit war, dass ich Scholz angenehmer, präziser, von den Zielen ansprechender und vor Allem wesentlich souveräner empfand als den Gegner Ahlhaus. Nur in einem Punkt fand ich Scholz genauso „wischiwaschi“ wie seinen Kontrahenten. Die Aussage Hamburg müsse familienfreundlicher werden fand ich inhaltslos. Denn im Wesentlichen beschränkte sich dieses familienfreundlicher auf mehr und bezahbarere KiTa-Plätze. Familienfreundlich bedeutet für mich aber nicht nur, daß die Kinder betreut werden können, es bedeutet für mich vielmehr, dass Mütter überhaupt die Chance haben, in ihrem Beruf (wieder) tätig zu werden.

Ich sehe, dass ein Teil der Problematik der berufstätigen Mütter in der Kinderbetreuung liegt. Genau das Problem liegt  immer noch zu großen Teilen bei den Müttern. Denn kaum ein Mann sagt, „ach Schatz geh Du mal arbeiten, ich bleibe dann bis zum Regelkindergartenplatz daheim“. Dies ist leider oft noch mit dem höheren Gehalt des Mannes logisch zu begründen, aber auch in dem Wunsch der Frau nach der Geburt Zeit mit dem Kind zu verbringen.

Und ab da an, ist es dann egal welche Art der Ausbildung die Frau jemals genossen hat, welche Position sie vor der Mutterrolle im Berufsleben besetzt hat. Möchte sie nach der Geburt und anschließender Betreuungszeit zurück in ihren Beruf, gestaltet sich sich dies in vielen Fällen problematisch. Zum einen hat sie durch den „Ausfall“ den Anschluß an das aktuelle Geschehen am Arbeitsplatz verloren. Zum anderen ist sie nun ein Arbeitnehmer, der garantiert wegen kranker Kinder oft ausfallen wird.

Natürlich gibt es gesetzliche Regelungen, die dafür sorgen, dass ein Kündigungschutz besteht. Aber diese beinhalten nicht, dass die Frau an ihre alte Stelle gesetzt wird. Oft werden die Frauen dann auf weniger verantwortungsvolle Stellen gesetzt. Ein Karriereknick häufig unausweichlich. Da hilft dann auch eine gesetzliche Quote wenig, wenn argumentiert werden kann, dass aus dieser neuen Postition heraus eine Führungsbesetzung faktisch nicht möglich ist.

Es klingt fortschrittlich, Gleichberechtigung fördernd, wenn Frauen der Zugang zur männerdomierten Chefetage gesetzlich verbrieft zugesichert werden soll. Das ist super, fördert in meinen Augen aber nur die Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden, oder es sich leisten können eine Entourage zu beschäftigen, die ihnen die Stolperfallen wie Kinderkankheiten, Nachmittagsverabredungen, Sportkurse, Arzttermine und ähnliches vom Hals halten. Damit sie, wie ein Mann ihre Frau im Beruf stehen könne, möglichst nicht mit Ausfallzeiten glänzen und bitte nicht auf familienfreundliche Arbeitszeiten bestehen.

Dem generellen Problem, der Skepsis der Arbeitgeber gegenüber Frauen diese als vollwertige und qualifizierte Arbeitskräfte anzusehen nachdem sie für den Fortbestand der Menschheit gesorgt haben hilft es nicht. Wir können dies nicht gesetzlich ändern.

Was man ändern kann, sind die Voraussetzungen für den (wieder) Einstieg in das Berufsleben für Mütter zu verbessern. Mehr Teilzeitstellen bzw. geteilte Stellen. Fortbildungen oder Qualifikationsangebote extra für Mütter während oder nach der Elternzeit damit diese den durch die Betreuungszeit verlorenen Anschluß aufholen können. Längere und flexiblere Betreuungszeiten in den entsprechenden Einrichtungen. Bezahlbarkeit dieser Kinderbetreuung. Anreize für Arbeitgeber Frauen auch nach der Betreuungszeit einzustellen. Ich kann mir da zB vorstellen, dass eventuelle Ausfallzeiten finanziell oder personell für eine Übergangszeit aufgefangen werden.

Und wenn Frauen dann so ihre Qualifiaktion auch wieder präsentieren können, dann bleibt die Hoffnung, dass dies langfristig zu einem Umdenken in den „oberen Etagen“ führt, dass die Vorraussetzungen geschaffen werden Familie und Führungsposition auch für Frauen lebbar zu machen. Ein Quotengesetz alleine schafft dies meiner Ansicht nach nicht, so lange die Gegebenheiten nicht auf unterer Ebene optimiert werden.

 

 

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Eine Antwort zu “Frauenquote? [Update]

  1. Ich glaube auch, dass es ohne Druck nicht geht. Deutsche Personaler und Firmenchefs denken mehrheitlich immer noch, dass Frauen mit Kindern nicht zuverlässig arbeiten können – und im Zweifelsfall wird dann lieber der flexible Mann eingestellt. Ich bin dennoch für die Quote, weil ich denke, dass genügend Frauen an der Spitze (30-40%) ein anderes Arbeitsklima schaffen (Inhaltliche Arbeit statt Anwesenheitskultur) und wiederum Frauen in den mittleren Führungsebenen nach sich ziehen, analog zum männlichen Klüngel (pardon, Netzwerken 😉 … und ansonsten müsste es einfach wieder normaler werden, Kinder zu haben und zu arbeiten …

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