Muddi goes Party

Wenn man nicht die liebe Verwandtschaft, gute Freunde mit Zeit oder viel Geld für Kinderbetreuung am Abend über hat, dann ist man als Eltern gemeinsam eher weniger auf Parties zu finden. Mag auch damit zusammenhängen, dass man oft abends einfach nur auf dem Sofa kollabiert, wenn die lieben Kleinen endlich schlafen. Natürlich erst, wenn man x Geschichten vorgelesen, mindest wenn nicht noch mehr mit ihnen gekuschelt hat, drei Toilettengänge und diverse „Ich hab noch Durst Rumrennereien“ absolviert wurden.

Wie lange man nicht mehr richtig aus war, wird einem dann bewußt, wenn man feststellt, dass schon einige Zeit nicht mehr gesagt wird, man gehe in die Disco, sondern natürlich geht man heutzutage in einen Club. Immerhin Parties heißen noch Parties und somit wußten wir dann auch ungefähr was auf uns zukommt, als wir für diese Woche drei Einladungen zu eben solchen erhielten.

Als Mutter stellt sich dann das schon immer bekannte Problem, was ziehe ich nur an. Früher ging es eher darum möglichst sexy, heiß, cool, was auch immer auszusehen. Heute geht es darum wenigstens irgendwas im Schrank zu finden, was nicht praktisch, leicht waschbar, bequem und kindertauglich ist. Zusätzlich soll es dabei gut aussehen, die gealterte Figur wohlwollend umhüllen und der Umwelt vermitteln, „Hallo ich bin nicht nur Mutti“.

Hat man diese Hürde überwunden, wohlmöglich auch noch Schuhe gefunden, die passen und nicht unter den Kriterien „spielplatztauglich“ und „damit kann ich nen Sprint hinlegen wenn das Gör abhaut“ gekauft wurden geht es an die Kriegsbemalung. Im Ernst welche Mutter ist so entspannt und erholt, dass sie sich am Abend ohne die minimalste Camouflage unter jung dynamische Feiernde wagen kann? Abgesehen davon, wer Kinder hat, ist aus den rosigen Jugendjahren meist raus. Hat man dann die diversen Malutensilien geortet, rausgefunden welche noch nicht vom ambitionierten Nachwuchs zweckentfremdet oder zerstört wurden, kann es losgehen. Immerhin manche Sachen verlernt man nicht und so gelingt es ganz gut, das müde Mamagesicht in ein halbwegs passables dynamisches Ausgehgesicht zu verwandeln.

Ist man dann nach diesen ganzen überwundenen Hürden nicht schon komplett erschöpft, der Babysitter pünktlich und keins der Kinder spontan erkrankt kann es losgehen.

So war es diese Woche auch bei uns. Hurra Ausgang, Hurra zu zweit. So stiefelten wir Mittwoch und Donnerstag los um uns der Illusion, wir sind immer noch die, die wir vor den Kindern waren hinzugeben.

Funktionierte ganz gut, Party eins, war super, Bullenreiten, GoGo Girls, ein Playmate, eine super lustige Band, Essen, Getränke und dreimal Ansprechen von fremden Männern. Party zwei war auch lustig, Kollegen, Essen und laute Musik. Party drei, eigentlich als das event angekündigt schwächelte ein wenig, aber unter dem Strich auch okay. Soweit alles wir früher.

Unterschiede zu früher:

– Man kommt mit dem gleichen Mann mit dem man auch geht

– Inzwischen ungewohntes Schuhwerk führt zu schmerzenden Füßen

– Räumen in denen geraucht wird erträgt man nur noch schwer

– Das Geld was man früher in Alkohol, Taxi etc. investiert hätte geht nun für die Kinderbetreuung drauf.

– Man muß um Mitternacht zu Hause sein, damit der Babysitter noch den letzten Bus bekommt, will man nicht noch einen Betrag für ihr Taxi drauflegen.

– Man braucht wesentlich länger um sich zu regenerieren.

Und dann sitzt man nach der Heimkehr auf dem Sofa, geht nochmal die Kinder küssen, tauscht sich darüber aus wie sehr die Ohren piepen und daß man auch nicht jünger wird und fragt sich ob man den nächsten Tag übersteht, plumpst ins Bett und versucht der Nacht noch möglichst viel Schlaf abzuringen.

Aber was solls, wenigstens einen Abend hat man sich der Illusion hingegeben man sei noch immer die, die man vor den Kindern war. 🙂

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Eine Antwort zu “Muddi goes Party

  1. Was bei sowas natürlich auch der Klassiker ist: wenn man – so wie ich gestern – in einer fremden Stadt ist und im Hotel nächtigt und halbwegs ausschlafen könnte, wacht man natürlich um 06:15 auf und kann nicht mehr einschlafen. Grmpf! Aber ich freu mich schon wieder aufs frühmorgendliche Legospielen…

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