Ich näh mir was – Teil 3

Wie berichtet ging das Nähen der Schulter- und Seitennähte recht flott von statten, zumindest im Vergleich zum Rumgeprökel mit dem Einsatz im Vorderteil.

Was ich bisher bei dem Ganzen noch nicht erwähnte war das Problem der Versäuberung der Nahtzugaben. In der Anleitung steht explizit, daß die Nahtzugaben zum Versäubern mit einer Overlockmaschine vorgesehen sind. Ha, habe ich, mag ich nur bedingt, stand jetzt zwei Jahre rum.

Die neue Nähmaschine hingegen hat zusätzlich zum normalen Zickzackstich, den man benutzt wenn man versäubert auch einen genähten Zickzack, der noch toller sein soll und dazu einen Overlock- und einen Vari-Overlockstich. Die letzten Beiden benutzt man am Besten mit dem mitgelieferten Overlockfuß. Ich dachte das klingt ja alles ganz hübsch und macht doch bestimmt den Einsatz der Overlockmaschine überflüssig, dachte ich.

Also setzte ich mich vor dem eigentlichen Beginn der Tunika hin und probierte an Stoffresten all diese neuen Möglichkeiten aus und bekam den Föhn. Es zog sich, es rollte sich, es vertüddelte und egal was ich mit Fadenspannung hier und da probierte, welchen Nähfuß ich einsetzte, es kam kein vernünftiges Ergebnis raus. Also las ich bei diversen Herstellen nach, ob es nicht feineres Garn für diese Arbeiten gibt und fand auch eines was ideal klang. Da ich aber ganz sicher gehen wollte fuhr ich am nächsten Morgen nochmal in den Nähmaschinenladen um nachzufragen was und wie ich am besten einsetzen soll. Leider wurde ich von der einen Inhaberin bedient, die selber nicht nähen kann. Sie versuchte zwar mir zu helfen, aber ich hatte den Eindruck, daß für mein Problem dringend Näherfahrung notwendig ist um die richtige Lösung zu finden. Irgendwann mittendrin wies sie mich noch darauf hin, daß ich ja schliesslich ohne Service gekauft hätte. Da war ich dann kurz davor zu gehen. Anderes Thema. Ich verließ den Laden dann mit dem Garn was ich mir selber voher schon recherchiert hatte und startete zu Hause neue Versuche.

Ganz großes Kino, das Garn war so flitschig, daß ich es erst kaum auf die Unterfadenspule aufgespult bekam. Dann war es drauf, alles eingestellt und die Nähte wurden immer noch blöd. Ich startete daraufhin verzweifelt eine Anfrage in einem bekannten Nähforum, wo man sehr hilfreich war, mir aber eher alternativ Lösungen beschrieb und im Endeffekt meinte ich solle doch die Overlock benutzen.

Innerlich grummelnd gab ich nach, holte am nächsten Tag das gute Stück hervor, reinigte und ölte es um es dann einzufädeln.

Ewig tüddelte ich damit rum, immer wieder blöde Ergebnisse, bis mir auffiel, daß  ich das obere Messer nicht wirklich im Einsatz hatte. Als ich dies nun wirklich eingeklickt und im Anschlag hatte wurde die Probenaht dann auch ordentlich.

Ganz passabel oder? Ist ein dreifädiger Overlockstich. Leider habe ich nur das eine Garn und weigerte mich noch ein anderes, evtl. farblich passenderes zu erwerben.

Und so konnte ich dann alle Kanten vernünftig versäubern, nicht so perfekt wie das eine geübte Näherin wahrscheinlich hinbekommt, aber für mich gut genug.

Ich versäuberte die Einsatznähte, die Schulter und Seitennähte und machte mich dann daran den Saum ohne die Overlock zu nähen. Hier das Ergebnis

Und alles in allem sieht der Zwischenstand inzwischen so aus

Der Mann sagt es erinnert ihn an die Waschkittel seiner Oma, ich bin nur geringfügig beleidigt …

Die Ärmel sind inzwischen auch fast fertig und dann geht es ans Einsetzen und Annähen des Kragens, dazu mehr in der nächsten Folge.

<Teil 2
>Teil 4

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Eine Antwort zu “Ich näh mir was – Teil 3

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