Ein Adventsquilt

Ein kleiner Quilt ist fertig geworden, ein Quilt mit ein bisschen Geschichte.

Im Juni schickte mir die Frische Brise einen Karton voll mit Stoffresten, die von ihren Näharbeiten übrig geblieben waren. Sie näht ganz bezaubernde Sachen, die man hier sogar kaufen kann. Als sie auf Twitter fragte, wer etwas mit den Abschnitten ihrer Projekte anfangen könne, meldete ich mich und bekam nicht nur eine große Menge Stoffabschnitte, sondern auch noch ein Glas selbst gemachte Erdbeermarmelade von Wulksfelder Erdbeeren.

Beim Durchsehen und Sortieren der Stoffreste kam mir sofort ihr erwartetes Adventsbaby in den Sinn. Die Stoffe sagten geradezu „wir wollen ein Quilt für eben jenes Baby werden!“ Ich fand das eine angemessene Aussage und folgte dem Ruf nur zu gerne. Ziemlich zeitgleich kam mir dieses Quiltmuster von Elizabeth Hartman in den Sinn, welches ich schon vor einiger Zeit entdeckt und als spannendes Projekt abgespeichert hatte. Angesichts der Stoffe war ich erst etwas unsicher, denn es befand sich kein einfarbiger Stoff bei den geschickten, aber ich wollte so viel möglich eben dieser Stoffe verwenden. Der in großer Menge vorhandene rot-karierte schien aber ein adäquater Ersatz, bzw ein guter Hintergrund zu sein. Die nächste Fragestellung war dann, ob denn der rote Rosenstoff sich nicht mit den Rot des karierten Stoffes beißen würde. Da sie aber auch beide Stoffe zusammen verwendet hatte, beschloss ich, daß das dann hier auch geht.

Die nächste Hürde war, daß noch niemand wusste, welches Geschlecht das Adventsbaby haben wird. Ich hoffte natürlich angesichts des Rosenmusters auf ein Mädchen und nutze einen Samstag, den der Mann mit allen Kindern unterwegs war, zum Zuschneiden der Einzelteile. Ich schneide selten  alle Teile eines  Quilts auf einmal zu, aber die Stoffe, die nur in kleinerer Anzahl vorhanden waren, schnitt ich komplett zu, ebenso eine große Menge für den Hintergrund.

Dann gab es erstmal eine Pause, ich habe was Nähen angeht ja so ein Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom. Ich sehe was, fang das an, sehe was anderes, fange das auch an und muß dann erstmal das andere Nähen usw. usf. Ich nähte ein bischen für mein Baby, für die Großen, es war Sommer, das Baby ließ mich nicht immer nähen, ich hatte keine Motivation, was einem immer so dazwischen kommt.

Ende des Sommers, nachdem ich genug anderen Kram genäht hatte, wollte ich wieder quilten. Das Geschlecht des Adventsbabys stand inzwischen fest, kein Mädchen, was mich bezüglich der Farben noch einmal verunsicherte. Ich kramte in meinem Fundus nach weniger rosa-rot Stoffen, die zu den  vorhandenen und dem Adventthema passen. Ich fand einen grünen, der sich gut machte.

Einige Twitterdamen , die auch Nähen, wurden mit Fotos zu Rate gezogen und gemeinsam wurden die nun vorhandenen Farben auch als jungstauglich abgenickt. Also kamen zu den braunen und roten Sternen grüne hinzu. Ich schnippelte und nähte und schnippelte und konnte endlich die ersten Sterne zusammenlegen. Grün und braun waren recht bald alle und ich wollte angesichts des Geschlechts nicht noch mehr roten Rosenstoff verwenden. Da dies aber nun ein Adventsquilt für ein Adventsbaby werden sollte, kam mir die Idee, das etwas gold/gelb/weißes mit hinein muß. So ging ich auf die Suche und wurde bei Karstadt fündig.

Ein abgetönter weißer Stoff mit ganz zartgelber Musterung fand seinen Weg als weitere Sterne in den Quilt.

Ich kam dann auch mal auf die Idee, die fertigen Teile zusammenzulegen und mir Gedanken über die Endgröße zu machen, was ich bisher vermieden hatte, mir war nur klar, so groß wie die originale Anleitung wollte ich für so einen kleinen Menschen nicht nähen. Als ich also ausgelegt hatte und überlegte, welcher Stern an welche Stelle soll, konnte ich dann auch mal abschätzen, unter der Berücksichtigung der noch vorhandenen Stoffe, wieviel Teile ich noch brauchen würde. Gesagt getan, aus den Einzelteilen wurden Blöcke, aus den Blöcken Reihen und daraus das fertige Quilttop. Angeschaut, ausgemessen und für zu klein befunden. Fast alle der fertigen Quilts mit diesem Muster waren ohne Rand, da dies so auch nicht vorgesehen ist. Ich grübelte und beschloß, es muß einen Rahmen geben, damit der Zwerg etwas länger etwas von der Decke hat.

Darauf folgte mein Einkaufstag mit viel Frustration und großer Erleichterung, nachzulesen hier. Die dort erstandenen Stoffe und den aus dem Fundus, der zu der Rosenserie gehört, schob ich hin und her bis ich ein Design hatte, was mir gefiel. Nicht ohne mich mehrfach bei einer dreifachen Jungsmutti rückzuversichern, daß das geht.

Das Grün was hier nun in der Rückseite verwendet wurde, sollte erst die schmale Einfassung (Binding) des Quilts werden, dann der braungemusterte von der Rückseite, aber nachdem ich den hellen Rand um die Sterne genäht hatte, fand ich beides doof. Mir war klar, daß ich nicht eine einfache Rückseite haben will und dass ein Stern drauf soll. Somit fanden sich die beiden Stoffe dort wieder.


Hier nochmal im Detail zu sehen: bei dem braunen Stoff fiel ich wieder in die Unsicherheit, ob er wegen des Rosa-Anteil denn geeignet sei, aber die nette Dame bei Karstadt meinte, ich hätte den Stoff, das Braun sei perfekt und das bischen Rosa mache nix.

Einen Tag ohne Krabbelbaby brauchte es, bis ich aus Vorder- und Rückseite sowie dem Vlies ein Sandwich gesteckt hatte und dann ging es ans Quilten. Ich hatte mich für gerade Linien entschieden. Zum einen um dem Quilt ein bisschen das Verspielte zu nehmen und zum Anderen weil ich gerne meinen Obertransportfuß dafür ausprobieren wollte.

Blieb nur noch das Binding, der braune Stoff gefiel mir nicht mehr soo gut dafür, der grüne war verbraucht und war mir irgendwie doch zu frisch für einen wohlig warmen Adventquilt. Nochmal konferierte ich per iMessage mit der Freundin mit den Söhnen und machte dann am nächsten Tag einen weiteren Ausflug zum Alsterhaus, in der Hoffnung, daß die Westfalenstoffe fertig gezählt seien. Dort fand ich den Sternchenstoff.

Sternchen zu Sternen fand ich super, also kam er mit und wurde angenäht. Zwei Abende und einen wund gestochenen Finger später war alles fertig und ich konnte den Quilt waschen, trocknen und bügeln.

Alles was noch fehlte war das Fotoshooting fürs „Archiv“ und wie ich mal in einer anderen Quiltanleitung las „Put a cute Baby on it“.

Leider hatte letzteres zur Folge, daß am Ende noch ein Erdefleck auf der Rückseite landete und ich durfte das Waschen, etc. nochmal wiederholen.

Vorgestern Abend half mir dann das Tochterkind beim Gestalten einer Karte und ich konnte das Päckchen fertig machen. Gestern ging es in die Post und heute kam es an und gefällt.

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3 Antworten zu “Ein Adventsquilt

  1. Sehr sehr schön! Da wird sich aber jemand gefreut haben nehme ich an.

  2. Oh ja! Ich bin sprachlos! Soooo viel Arbeit. Wow!
    Geheult habe ich auch schon…
    Ein ganz großes Dankeschön ❤ von hier und bald gibts Bilder mit Adventsbaby, versprochen (put a cute baby on it) 😉

  3. der ist so schön geworden, glückwunsch! =)

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