„Frauen hört auf zu jammern“ – Artikel bei SpOn vom 17.07.2013

Vor knapp zwei Wochen stolperte ich über diesen Artikel und regte mich fürchterlich auf. Dank der ferienbedingt anwesenden Kinder dauerte es bis heute um Zeit und einen klaren Kopf zu finden um dazu etwas zu schreiben.

Die Mutter gewordene Frau wird als das Heim dekorierende Wesen hingestellt, daß die Lust an eigener Karriere verloren hat oder wenn Karriere nur noch Teilzeit und wenn möglich aus dem Hobby einen Beruf machen. Daß diese beiden Alternativen keine großen Karriereerfolge mit sich bringen versteht sich quasi von selbst.

Weiterhin wird die These aufgestellt, daß die meisten Frauen nach der Kinderpause zwar noch gut 20 Jahre zu arbeiten hätten, aber an dem ursprünglich gewählten Beruf eigentlich das Interesse verloren haben, denn die Berufswahl erfolgte doch zumeist nach Bequemlichkeitsgründen.

Dazu kann ich nur sagen: Bullshit, ganz großer Bullshit.

Frauen wie mir, die hochqualifiziert zu Hause sitzen und durchaus nach dem ersten oder zweiten Babyjahr gerne wieder in den Beruf zurückgekehrt wären erscheint dieser Artikel wie blanker Hohn, ein Schlag ins Gesicht.

Ich frage mich ernsthaft ob die beiden Autorinnen derart weltfremd sind oder einen solch provokativen Artikel verfaßt haben, damit man auf ihre Agentur aufmerksam wird. Diese nämlich hat genau das Thema, Frauen zurück in den Beruf zu bringen.

Man muß kein Einstein sein um verstehen, daß eine Frau nachdem Sie ein (zwei drei) Kind (er) geboren hat nicht der biggest fish auf dem Arbeitsmarkt ist um den sich alle Arbeitgeber reißen. Dank der phänomenalen Betreuungssituation in diesem Land kann eine Frau es sich seltenst leisten Vollzeit arbeiten zu gehen.  Und Teilzeitkräfte bzw. Angestellte die wegen der Kinder nicht unendlich Überstunden leisten können werden ungern genommen. Außerdem fällt Mutti ja bei jeder Kinderkrankheit aus, nicht wahr? Die Schlaumeier die nun meinen, der Vater könne ja einen Teil der Betreuung übernehmen, der übersieht, daß dank der Gehaltsstruktur in diesem Land sein Gehalt in einem Großteil der Familien essentiell ist und eine Einbuße dessen schlecht abgefedert werden kann. Dazu kommt, daß egal wie modern der Kindsvater auch sein mag, die wenigsten die Bereitschaft mitbringen eventuell einen Karrieresprung auszulassen den eine reduzierte Arbeitszeit mit sich bringen würde um in die partielle Kinderbetreuung der Familie mit einzusteigen.

So, hat aber eine Mutter es dann zurück in ihren Beruf oder auf eine neue Stelle geschafft, ist sie seltenst diejenige die nun, wie im Artikel gefordert wird, eine (zweite) glänzende Karriere startet. Nicht nur, daß sie wie oben gesagt, meist nur Teilzeit leisten kann, nein sie wird auch oft nicht mehr als vollwertiges Teammitglied angesehen, Kompetenzen werden genommen, oder sind schon vorweg umverteilt worden. Was vor der Kinderpause noch nach einen guten Berufsweg aussah ist häufig eine Sackgasse geworden in der man seinen Zeit am Schreibtisch oder wo auch immer ableistet.

Klar verzichtet man darauf gerne, denn eigentlich kehrt man ja nur in einen Beruf zurück den man eigentlich nie so gewollt hat.

Gehts noch?

Wie unmündig und dämlich ist eine Frau in den Augen der Autorinnen? Traut sie diesen keine gut durchdachte und mit Leidenschaft getroffene Berufswahl zu? Ist es wirklich so, daß das Gros der Arbeitnehmerinnen ihren Lohnerwerb nur aus pragmatischen und bequemen Gründen gewählt hat? Ist es nicht vorstellbar, daß Frau sich sehr bewußt und überdacht für eine Profession entschieden hat?

Frauen sind, wie die Autorinnen richtig feststellen, heute qualifiziert wie nie, haben Möglichkeiten die vor Jahren noch unvorstellbar waren, und entscheiden sich unter diesen Umständen für einen Beruf weil Papi den gemacht hat?

Diese These ist kaum haltbar, erklärt aber in den Augen der Autorinnen wieso Frauen sich (animiert vom Nestbautrieb?) lieber in die Dekorations und Handarbeitswelt zurück ziehen? Ich glaube es hackt. Ich weiß nicht ob die werten Damen schon mal gehandarbeitet haben oder ihr Heim verhübscht haben.

Ich weiß nicht ob sie diese Zeiten kennen, in denen man so wahnsinnig gerne wieder Arbeiten gehen möchte, seinen mit Interesse und Liebe gewählten Beruf ausüben möchte, aber aufgrund der gesellschaftlichen Strukturen und der persönlichen Situation kaum dahin kommt. Ich weiß nicht ob sie das Bedürfnis kennen neben Arsch abschwischen und Spül- und Waschmaschine befüllen und leeren mal wieder etwas zu erschaffen, seinen Kopf zu benutzen.

Ja Handarbeiten sind gerade die heiße Scheiße, ja viele springen auf diesen Zug auf, probieren mal rein, lassen es wieder oder machen einen Dawanda Shop auf und verkaufen handgemachte Niedlichkeiten. Aber viele nutzen Handarbeiten auch um die tote Zeit neben der Kinderbetüddelung für sich zu nutzen, mal abzuschalten, was zu erschaffen und im besten Fall ein wenig Anerkennung für das Erschaffene zu bekommen. Denn sind wir mal ehrlich, das Ausbrüten, Ausquetschen und Aufziehen eines Kinder bringt in der Regel, genau wie das Wuppen der Familie und ihrer Belange nicht viel Anerkennung mit sich. Also sucht Frau sich ein Ventil. Dies aber als gewollte Flucht aus der (vorherigen) Arbeitswelt zu benennen finde ich vermessen.

(Ich gehe jetzt nicht weiter darauf ein, daß in diesem Artikel Handarbeiten und Heimverhübschung eher als mindere und Larifari Tätigkeiten klassifiziert werden)

Ich bin eine dieser hochqualifizierten Mütter, die länger als gewollt daheim ist. Ich entspanne mich durch Handarbeiten. ABER ich suche immer noch und immer wieder und dringlich eine Stelle in meinem Beruf.Mich möchte wegen der Kinder und mangelnder Berufserfahrung kaum jemand einstellen. Ich gebe noch nicht auf, aber eine gewisse Resignation schimmert immer wieder durch. Artikel wie diese sind für ein mich ein Schlag ins Gesicht.

Aber vielleicht haben die Autorinnen genau das erreicht was sie wollen. Ich habe ihre Agentur gegoogelt und die Website besucht. Vielleicht kanalisiere ich meinen Ärger und statte den Damen einen Besuch ab und frage was sie denn für mich tun können. Viel erwarte ich jedoch nicht.

 

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38 Antworten zu “„Frauen hört auf zu jammern“ – Artikel bei SpOn vom 17.07.2013

  1. an mein herz! besser hätte man es nicht ausdrücken können!

  2. Chapeau. Ich musste mich gestern fürchterlich echauffieren nach der Lektüre des genannten Artikels. (Dessen Fazit ich mit der Forderung nach der 32-Std.-Woche) durchaus für richtig halte – aber der Weg dahin … ach lassen wir das). Und ich bin keine Mutter und arbeite Vollzeit. Aber ich nähe ja gern – ggf lande ich dann eines Tages doch dekorierend am Herd? Danke für deine Gedanken. Ich werde sie jetzt teilen. So.

  3. Danke Dir! Ich habe mich nach der Lektüre dieses anmaßenden Artikels Mehreres gefragt, eine dieser Fragen ist bereits ein paar Jährchen alt: 1. Wieso machen Mütter das mit anderen Müttern? Wieso nur? WIESO? 2. Warum sollte ich/solltest Du/sollte irgendwer den beiden Geld für eine Beratung geben? Wir lernen aus dem Artikel, dass wir etwas finden sollen, wofür wir brennen. Wir brennen für Bücher? Toll, aber eine Buchhandlung aufmachen sollten wir lieber doch nicht. Wir suchen uns eine frei einteilbare Arbeit, vielleicht verkaufen wir sogar ein paar unserer unnützen Handarbeiten, weil es gerade so „in“ ist? Entspricht ja Frau Allmendinger, aber mal ehrlich: LAHM. Wo ist die Karriere, fragen die Damen. Und übersehen bereits jetzt, dass sie sich widersprochen haben. 3. Wie können die intelligenten, qualifizierten Mütter oder Vielleicht-Mütter die Gesellschaft dazu bewegen, sich an ihre Bedürfnisse anzupassen, wenn in vielgelesenen Zeitschriften getitelt wird, wir sollten „aufhören zu jammern“?

    Es ist eine Frechheit, so etwas lesen zu müssen. Und eine Wohltat, dass es diesen Blogpost gibt, in dem Du etwas von der Wut über diesen Artikel verschriftlicht hast. Geteilt!

  4. Hammer ! Der Artikel auf SPON bringt selbst mich als frischen Papa auf die Palme…da passt auch gut rein, dass der Arbeitgeber meiner Frau gerade versucht sie im Mutterschutz zu kündigen… und man stelle sich vor, meine Frau hat vorher noch sehr erfolgreich geschafft dieses Unternehmen für das Hamburger Familiensiegel zu qualifizieren und durch die Zertifizierung zu führen ! Job getan, Arschtritt kassiert… so sieht das aus. Die Kita-Situation in HH ist auch ein Witz, wir suchen schon länger und meien Frau will unbedingt wieder arbeiten gehen und als studierte Soziologin keine Teilzeitmutti an der Kasse sein… Es läuft gerade einiges schief in diesem Land. Ich drücke beide Daumen für einen tollen Job der sich mit der Familie vereinbaren läßt ! BG Hendrik

  5. Herrlich! Ganz einfach herrlich!

  6. Der Artikel bei SpOn ist reine Zeit- und Nervenverschwendung.

    Deiner nicht. Punkt.

  7. Danke für diesen Beitrag, von dem ich – obwohl ich keine Mutter bin – jedes einzelne Wort unterschreiben kann. Ich weiß auf jeden Fall, welche Agentur ich garantiert NIE aufsuchen würde, um mich beraten zu lassen. Ich drücke dir und allen anderen Müttern, die sehnlichst wieder einen adäquaten Job suchen, die Daumen, dass Ihr diesen auch findet. Und dass sich in den Köpfen der Verantwortlichen endlich etwas ändert.

  8. Ich habe den Artikel gerade gelesen: Über viele Details kann man sich sicher streiten. Vielleicht wird auch zu viel verallgemeinert und vereinfacht (wobei man allerdings bedenken muss, dass der heutige deutsche Standard im Bereich Journalismus eher niedrig ist). Die Schilderung oben liegt aber recht weit von den Gedanken und Absichten die in meiner Lesung rüberkommen, und ich muss die Befürchtung äussern, dass einige hier zu weitgehende Deutungen machen, inklusive die Blogautorin.

    Es darf auch hier nicht vergessen werden, dass Frauen und Männer, wohl schon aus biologischen Gründen, im Durchschnitt leicht unterschiedliche Entscheidung fällen, Wünsche und Prioritäten haben, usw.—während feministische Extremisten zum Teil sehr lautstark jeden Unterschied in „Outcome“ als in sexueller Diskriminierung, dem fiktiven „Patriarchat“, o.ä. , begründet sehen wollen. Zu diesen Extremisten stellt der Artikeln einen moderateren Gegenpol dar—auch sollte er zu weit verallgemeinern.

    Auch nicht zu vergessen: Auch die Kritiker verallgemeinern zu weit, insofern sie von sich selbst oder einem kleinen Freundinenkreis (die wegen Eigenselektierung und Größe keine gute Stichprobe bildet) auf der Gesamtheit der Frauen schließen würden.

  9. Ich kann Euch beide gut verstehen – also beide Artikel… Was die beiden SPON-Mädels sagen wollen ist glaube ich, dass man manchmal nach einem Kind merkt, dass es Wichtigeres gibt als den Beruf. Während man sich vorher über den Beruf definiert hat, erhascht man jetzt einen Hauch des „wahren Lebens“ – denn so ein Kind zeigt einem doch, wie schön das Leben sein kann. Ohne Hetze, ohne Zeitdruck, einfach leben. Nicht am Montag schon auf’s Wochenende hinfiebern, sondern sogar den Montag schon genießen. Und nicht Jede hat einen Beruf, der erfüllend ist, kreativ, sie denken lässt.
    Ich selber hab nach drei Monaten wieder angefangen zu arbeiten und es hat mir sehr gut getan und das tut es noch, aber als Freiberufler ist das auch relativ einfach. Ich könnte mir nicht vorstellen, mein Kleinkind 9 Stunden in die Krippe zu geben. Aus rein egoistischen Gründen. Ich will Mama sein. Also bedeutet die Kleinkindzeit eben, Nachtschichten zu machen und nachts zu arbeiten, um tagsüber Mama sein zu können. Wie gesagt: ich habe das Glück, dass das bei mir geht.
    Ein anderer Punkt: Sorry, aber viele Männer haben es einfach immer noch nicht kapiert. Während sie in der Zweierbeziehung noch kochten und machten und überhaupt, werden sie nach der Geburt Höhlenmenschen. Kind ist Frauensache, Kochen auch („Du bist doch eh daheim, ich noch in der Arbeit“) und der Rest sowieso. Und wir Blödies wuppen dann alles. Und wenn der Laden läuft fällt auch nicht weiter auf, wieviel Arbeit eigentlich dahintersteckt. Ich weiß – es gibt auch gaaaanz tolle Männer. Aber in meinem Freundinnenkreis hat keine einen abgekriegt…

  10. Pingback: Von den jüngsten zu den ältesten Programmiererinnen und Sci-Fi – der Linkspam

  11. toller artikel
    bin auf den spon-artikel erst durch das rebloggen im stern aufmerksam geworden und bin leider noch nicht fertig mit würgen.

    wie können diese frauen so arrogant sein und über die lebenswirklichkeit von frauen urteilen. nur weil sie zufällig das selbe geschlecht teilen?

    du hast mir echt aus der seele gesprochen.

    schon mit einem kind ist es nicht einfach eine stelle nach der elternzeit bzw. nach einer trennung zu finden. wie das mit 3 kindern ist, das will ich mir mal gar nicht erst vorstellen. ich glaube ich würde ne krise kriegen.

    meine persönliche alternative war selbständigkeit, da kann ich auch jetzt noch für mein kind da sein.

    vom rest des spon artikels muß ich mich nun mal erholen. scheint aber methode zu werden, lieber den stellensuchenden als schuldigen zu sehen, als die wirtschaftlichen gegebenheiten!

    danke nochmal für die gedanken dazu!!!

  12. Marion Baudisch

    Wie schön, dass ich mich nicht alleine über diesen Artikel aufgeregt habe!
    Auf Grund meines „Nur-Hausfrauen-Daseins“ habe ich allerdings bereits nach dem Lesen die Zeit gefunden den beiden Autorinnen Folgendes zu schreiben:
    „Guten Morgen Frau Wilkens (und Frau Collée),
    gerade habe ich Ihren Artikel auf Spiegel.de gelesen – und jammere immernoch.
    Ja, wenn man hochqualifiziert ist und in eine gut bezahlte Stellung einsteigen könnte, dann könnte man sich vermutlich auch eine Kinderbetreuung zu den benötigten Zeiten leisten und hätte evtl sogar Arbeitszeiten, die sich mit der Familie vereinbaren lassen.
    Das hier ist meine Geschichte und meine Problematik:
    Abitur 1991
    Ausbildung an einer Hebammenschule, die ich aber nach 1,5 Jahren abgebrochen habe, weil mein Sohn Ende 1993 zur Welt kam.
    Dann „Familienzeit“ in der Mitte 1996 meine Tochter geboren wurde.
    Zunehmende innere Leere und der Wunsch nach etwas eigenem – einem Jodeldiplom vielleicht?
    Also Beginn eines Psychologie-Studiums und gleichzeitig Beendigung der Ehe.
    Alleinerziehend scheiterte mein Studium bereits im 2. Semester, da mein Sohn Windpocken bekam und meine Tochter daraufhin nicht mehr in die Studentische Krabbelgruppe gehen durfte, denn sie könnte ja bereits Pocken-Überträgerin sein.
    Also lieber doch weiter „Familienzeit“ bis 2002.
    Mit viel Hilfe meiner Eltern beendete ich 2004 meine 2jährige Vollzeit-Ausbildung als examinierte Altenpflegerin mit sehr gutem Ergebnis und arbeitete anschließend 2,5 Jahre Teilzeit (60%) bei einem ambulanten Pflegedienst.
    Auch das ließ sich nur bewerkstelligen indem meine Mutter jeden Morgen 3km zu uns fuhr, die Kinder zur Schule fertigmachte und auf den Weg schickte, denn ich arbeitete ausschließlich im Frühdienst und musste um 5.30 Uhr aus dem Haus.
    Zwischenzeitlich lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und wir bekamen Ende 2006 Zwillinge.
    Daraus folgte, welche Überrschung, eine „Familienzeit“!
    Mein Mann arbeitet Vollzeit als Bauzeichner und da bei 4 Kindern das Geld äusserst knapp war, meldete ich mich arbeitssuchend als die Zwillinge 3 Jahre alt waren. Nach 4 Monaten fand ich tatsächlich ein Altenpflegeheim, das mich trotz ungewöhnlicher Arbeitszeiten (unter der Woche konnte ich erst ab 9 Uhr und konnte nur für jedes 2. Wochenende eine komplette Frühschicht anbieten) befristet für ein Jahr anstellte.
    Ich arbeite(te) gerne dort! Obwohl es anfangs problematisch war mit den Kollegen, von denen einige wohl dachten ich würde ausschlafen und ausgiebig frühstücken und daher unter der Woche erst um 9 Uhr zum Dienst kommen.
    Kurz und gut, nach knapp einem Jahr stand ich plötzlich weinend im Supermarkt und wusste nicht mehr wo oben und wo unten ist: Burn out. Ich war wohl etwas zu engagiert.
    Hier schließt sich eine erneute und noch immer andauernde „Familienzeit“ an.
    Ich würde gerne arbeiten. Ich arbeite sehr gut und sehr gerne in der Altenpflege. Altenpflegefachkräfte sind überall händeringend gesucht.
    Aber:
    Die Zwillinge sind mittlerweile in der Schule und ich muss sie dorthin fahren und wieder abholen.
    Sie haben 12 Wochen Ferien im Jahr und hierfür gibt es keine Betreuung.
    Es werden ausschließlich Arbeitskräfte gesucht, die volle Schichten arbeiten können.
    Die Kosten für eine Betreuung der Kinder vor der Schule und in den Ferien würden meinen Verdienst bei weitem übersteigen.
    Mein Mann muss auch früh aus dem Haus und hat leider nur ca 4 Wochen Urlaub im Jahr.
    Also bin ich zu Hause – als examinierte Altenpflegerin, die gerne arbeiten würde – und jammere.
    Naja, ich jammere nicht immer. Manchmal verschönere ich auch unser Zuhause mit Handarbeiten – vielleicht ist DAS ja mein Jodeldiplom?
    Liebe Grüße aus der unteren Mittelschicht der Kleinverdiener“

    Eine Antwort bekam ich leider nicht…

  13. danke sehr !
    ein schrecklicher artikel in spon, unsolidarisch und duemmlich und unwahr.
    im uebrigen kann ich zu diesem blog als nichterwerbstaetige mutter von drei kindern mit zwei abgeschlossenen hochschulstudiengängen nur bestaetigend nicken.

  14. Ich fühle mich sowohl von deinem Artikel als auch der beiden Frauen angesprochen.

    Ich finde es ganz schrecklich, wie viele Mütter diesen unsäglichen Dawanda Quatsch machen, darüber herzallerliebst bloggen und um jeden Keksturm ein Schleifchen binden. Ich frage mich da manchmal, was die Frauen denken, die in den 1960er Jahren um die Emanzipation gekämpft haben, wenn es soviel bloggende rosa-schürzen tragende Weibchen gibt, bei denen bei mir ein fremdschämen spontan über die Leber kriecht. Vor allem wenn man mitbekommt, dass diese Damen keine Selbstständigkeit anstreben, Kalkulationen ein Fremdwort sind und sie gutbetuchte Männer haben, die mal eben ihre „Boutique in Wuppertal“ als Hobby finanzieren.

    Gleichzeitig rege ich mich darüber auf, das es heißt, das wir Frauen nicht arbeiten wollen bzw. Jobs angeboten bekommen, die nicht mit Familie und Beruf vereinbar sind. Männer, die nur 20-jährige mit kurzem Rock einstellen oder 40-jährige karrieregeile Chefinnen ohne Kinder, die ihre untergebenen Kolleginnen mobben und den Arbeitsalltag zur Hölle machen. Ich weiß, worüber ich schreibe.

    Nach der Elternzeit habe ich mich selbstständig gemacht, weil alles andere untragbar war. Ich bin nicht unglücklich darüber, im Gegenteil, aber ich hätte es mir auch gerne anders gewünscht, vor allem um finanziell abgesicherter zu sein. Und ich hätte mir gewünscht, das man mir heute bei meiner Selbstständigkeit meine langjährige Berufserfahrung anerkennen würde und ich mich nicht täglich beweisen müsste.

    Und ich bin sehr dankbar, dass ich von Anfang an einen Kiga für mein Kind hatte und ich meine Selbstständigkeit ausüben kann. Und nein, ich bin keine Rabenmutter, wenn ich meinen Sohn gut betreut weiß…

  15. Bravo! Ich habe mich schon oft gefragt warum man den „Fachkräftemangel“ nicht einfach durch das Wiedereingliedern von höher qualifizierten Frauen löst. Ich kenne sehr viele Frauen, die nach den Kindern gerne wieder arbeiten würden!

  16. Wäre schön – bei dieser Fülle von bestätigenden Kommentaren – wenn ein paar Politiker/innen und Firmenchefs/chefinnen auch auf Deinem Blog vorbeischauen würden;) Noch ein paar Gedanken nach der Lektüre der vielen Kommentare: Ich denke nicht, dass sich die Frauenrechtlerinnen für die schürzentragenden, Marmelade einkochenden, das Heim dekorierenden Frauen schämen würden. Zunächst, so scheint mir, machen einige Frauen das zeitweise, um zuhause „mal was anderes“ zu machen, wie ja auch Sibylle schreibt. Zum anderen: Herzlichen Glückwunsch an alle Frauen, die sich darin finden. Wieso sollten sie denn nicht die selbstgehäkelten Mützen auf Dawanda verkaufen, wenn es ihnen Spaß macht? Weil sich Alice Schwarzer die Fingernägel deswegen abkaut? Ich denke, die steht da drüber. Frauen sollen sich selbst verwirklichen, egal, was sie machen wollen. Frauen sollten keine Steine in den Weg gelegt werden (und wenn man hier mitliest, reden wir von Findlingen, nicht nur von Steinchen), und Frauen sollten nicht anderen Frauen sagen, was „Way to go“ ist. Ich würde mir wünschen, dass eine Gesellschaft geschaffen wird, in der alles möglich ist – die Vollzeit-Hausfrau, die Nur-Ehefrau, die Karrierefrau, die Karrierefrau mit Kindern, Spätgebärend, Frühgebärend, Patchwork, Hochschulabschluss, Tischdecken bedruckend, Selbständigkeit, anerkannter Teilzeitjob… eben so, wie es kommt, und wie es die jeweilige Frau sich wünscht. Die Realität ist aber viel zu oft: fehlende Arbeit, fehlende Anerkennung, schlechte Arbeitszeiten, Unvereinbarkeit von Familie und Beruf, Vorwürfe der Eltern, des Mannes, der Kinder – da braucht es keine Vorhaltungen von anderen Müttern, sondern deren wohlwollende Unterstützung: Ein: „Hey, finde ich toll was Du machst, wenn Du glücklich bist!“ Und ein: „Wenn Du nicht glücklich bist, was können wir daran machen?“ auch von allen anderen im Umfeld.

  17. Sybille, ich bin sehr dankbar, dass Sie mich mit Ihrem blog auf diesen Artikel aufmerksam gemacht haben. So etwas Einfaeltiges, Simplifiziertes und Voreingenommenes habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
    Und Ihre Antwort ist einfach hinreissend!
    Meine innigstgeliebte, intelligente, 1898 geborene Grossmutti, eine der wenigen Maedchen mit Abitur und Lehrerinnenstudium, sagte immer:“Solange die Frauen die Kinder kriegen, diskutiere ich nicht ueber Emanzipation.“ Und je laenger die Emanzipation vorangeht (DAS ist mit ziemlicher Sicherheit ein Oxymoron; ich finde auf die Schnelle keinen besseren Ausdruck!), je mehr muss ich ihr Recht geben, obwohl ich mich mit Haenden und Fuessen dagegen wehre.
    Wie immer schon geht es insgesamt um die Vereinbarung von Beruf und Familie, die viel gesuchte „life-work balance“.
    Ich arbeite seit nunmehr gut 30 Jahren im Bank- bzw. Rechnungswesen. Meine Profession macht mir Spass, ich arbeite gerne mit Zahlen und den dazugehoerigen Menschen. Und ich kann wirklich sagen, dass Lehre, Studium und Steuerberater- und Revisorrpruegung keine „bequeme“ Sache waren. Was fuer ein Schmarren von den beiden SPON Autorinnen. Und so lange dabei zu bleiben, trotz vieler chauvinistischer Betonkoepfe besonders in diesem Bereich, und auch noch Kinder zu kriegen/haben, war und ist ein anstrengender Balanceakt.
    Viele Personen, so auch die beiden Autorinnen des SPON Artikels, sehen und verstehen nicht, dass auch mit „nur“ 32 Stunden Arbeitszeit zuhause eine halbe bis ganze Schicht weiterer Arbeit wartet.
    Weiterhin sollte es fuer jedes Elternteil und damit auch fuer jeden Arbeitgeber langsam einmal selbstverstaendlich sein, dass Kinder krank werden, die Schule ausfaellt, bzw. andere Dinge wichtiger sind/sein koennen/geschehen muessen, als Arbeit. Denn ich bin ja nicht nur Mutter – ich bin auch Ehefrau (die Lust & Liebe sollte ja auch nicht zu kurz kommen), Tochter, Schwiegertochter, Schwester und, ganz grosses Kino!, 5-fache Omi!
    Solange qualitativ hochwertige, flexible (inkl. Arztbesuche, Krankenpflege etc.) und erschwingliche Kinderbetreuung nicht existent ist, ist ein unbeschwertes, engagiertes Arbeiten kaum moeglich, ob 15 oder 40 Stunden.
    Und ja, ich handarbeite, was das Zeug haelt. Weil es fuer mich meditativ ist, weil ich dann nicht in den Computer gucken muss, weil es etwas nur fuer mich ist, weil ich etwas „Fassbares“ (im Gegensatz zu ’ner schoenen, abgestimmten Bilanz) produziere, weil meine Wolle und Stoffe Farben haben, die ueber gruenes T-Kontenpapier, schwarz-weisse Exceltabellen, blau-grauen Microsoft Hintergrund und rote Zahlen hinausgehen, weil jede Faser eine eigene Erfahrung ist, weil es spannend ist aus einem Vlies Garn zu spinnen, weil meine Familie sich in meinen selbstgestrickten Socken ganz grossartig fuehlt:“Omi, da hab‘ ich immer warme Fuesse und da zwickt nix und die passen zu meinem Lieblingskleid/-hose/-dingsbums.“ Weil ein mit Liebe genaehter Quilt einfach etwas Besonderes in der Welt der internationalen Massenproduktion ist:“MaMa, wenn ich mich in Deinen Quilt einmummele, ist das, wie von Dir umarmt zu werden.“
    Seit Jahren bin ich stolzes Mitglied bei ravelry. Und Miriam und Katrin sollten bitte nicht vergessen, dass auch „Handarbeiten“ eine Fertigkeit, ein Handwerk ist. So ganz ohne Hirn, Training und Wissen geht auch in dem Bereich nix.
    In Sachen Heim aufhuebschen: Ist das Anbringen einer Holzdecke, das Renovieren, Streichen und Moebel restaurieren auch Lari-Fari?

    Und ja, manchmal vergeht mir wirklich die Lust an meiner Karriere, besonders wenn mir ein betonkopfertes Dreibein oder andere Frauen Knueppel zwischen die Beine werfen.

    Sybille, suchen Sie weiter und geben Sie bitte nicht auf. Jemand, der so schoen scharfsinnig wie Sie schreiben und argumentieren kann, wird ganz bestimmt gesucht.

    Nochmals danke fuer Ihren Beitrag.

  18. Ich bin Mutter von zwei Kindern und gerade in Elternzeit. Nach einem Jahr gehe ich – übrigens ganz normal für mein Umfeld – wieder in meinen hochqualifizierten Bauingenieurberuf zurück. Ich halte es dabei genau wie nach dem ersten Kind (haben 4 Jahre Altersunterschied) und arbeite Teilzeit – 30 Stunden. Das ist hier auch ganz normal. Ich kenne keine Mutter, die länger als 1,5 Jahre nach der Geburt zu Hause war, ihren Job aus der Unfähigkeit zu Wählen und zu Planen ausgesucht hat und kürzer als 30 Stunden die Woche arbeitet. Das lässt sich alles wunderbar kombinieren; der Kindergarten für die 8 Stunden muss eben da sein. Mein Mann bringt die Kinder (halb 8 Uhr); ich hole sie wieder ab (zwischen 15 und 16 Uhr). Ich habe zum Glück einen Beruf, der gesucht wird. In meiner Elternzeit habe ich oft im Büro reingeschaut und auch hier und da kleine Projekte abgepuffert. War toll und Nahrung für die Seele. Ich kenne natürlich auch Freundinnen, die z.B. Architektinnen sind und einfach keinen Job bekommen, weil zu viele auf dem Markt sind. Hier werden die Zügel angezogen und die Chefs wollen 14 Stunden Arbeit am Tag sehen. Dann heiß es eben Kind oder Job. Theoretisch finde ich es eh eine Sauerei, dass ich der Kinder wegen mit meinen 30 Stunden Teilzeit später eben auch nur 75% der Rente bekomme, die Vollzeit arbeitende haben und ich dafür nichtmal einen freien oder günstigeren Kindergartenplatz bekomme. Stattdessen kann ich, weil ich arbeiten gehe und mit 30 statt 0 oder 20 Stunden mehr verdiene auch noch einen höheren Kindergartenbeitrag zahlen. Irgendwie schräg!
    Handarbeiten sind für mich Entspannung am Abend. Es ist schwer ohne Großeltern und ordentlicher Nachtruhe abends auszugehen, aber Stricken oder Nähen kann man. Dabei ist Abschalten vom Tag Programm.
    Tatsache ist, dass die beiden Damen in irgendeiner 50er Jahrewelt (mit 20 Stunden Arbeitstagen -pfff) sicher etwas tolles geschrieben hätten. Die wirklichen Verhältnisse kennen sie nicht. Und: Meinen Nestbautrieb hatte ich jeweils vor der Geburt meiner Kinder. Jetzt habe ich neben der Arbeit für selbstgekochten Ketchup im Retroglas keine Zeit und Lust mehr. Meine kinderlose Schwester macht so etwas ständig neben ihrem 42 Stunden Job. Ich verbringe die freie Zeit lieber mit meinen Kindern, Freunden oder Stricke manchmal.
    Ahoi an alle, die Unterstützung durch Kita und Ehemann haben und für die ein Gebrauchtwerden im Job kein Fremdwort ist. Machmal ist der nach den Kindern eben auch nicht mehr der gleiche wie vorher. Man muss die Prinzipien richtig setzen, um glücklich zu sein.

  19. Danke, danke, danke für diesen Beitrag und den Artikel im Stern. Ich hatte den Artikel, auf den du dich beziehst auch gelesen und war fassungslos. Wie ignorant kann man sein?! Ist es das, was die Welt von uns Müttern denkt. Ich hoffe nicht! Halt die Ohren steif bei der Jobsuche – auf mich kommt das in 2 Jahren auch zu…

  20. …wenn ich diese Kommentare hier lese frage ich mich, warum wir uns, wo wir doch so viele Gleichgesinnte sind, nicht alle zusammentun – bis uns jemand hört und Politik und Wirtschaft uns nicht mehr ignorieren können…

  21. Pingback: „Männerkrise“, kitzliger Pinguin & Kohle fürs Bloggen « Reality Rags

  22. Der Arbeitsmarkt ist absolut schrägt. Selbst ich als 45-Jährige mit Flickmuster-Lebenslauf und Arbeitslosenzeite, aber inzwischen aus Eigeninitiative hoch qulifiziert bewerbe mir einen Wolf. Man nimmt eher 10 Jahre Jüngere für das halbe Geld. Ein schwieriges Zeitalter, besonders für meine Generation.

  23. Pingback: Die Arroganz der Akademikerinnen — myBeautyBlog

  24. Ich schmunzel ja nur ein bisschen, weil diese Probleme alle im „Osten“ schon mal gelöst waren… Während die Westfrau brav zu Hause am Herd die Kinderlein bekochte, war die Ostfrau voll im Berufsleben involviert. Solche Probleme kannte man dort gar nicht. Es ist für Westfrauen bis heute unvorstellbar, wie das gehen soll. Aber es ging, und wir sind alle auch so aufgewachsen, nicht ausgestorben, keine Rabeneltern gewesen.
    Naja, Wohlstandsprobleme eben…

    • Da hast du sicher recht, dass bei der Wiedervereinigung zwei völlig verschiedene „Frauenerziehungen“ aufeinander gestoßen sind. Das hatte allerdings nichts mit „Wohlstandsproblemen“ zu tun sondern mehr mit Politik und Gesellschaft. Umso mehr sollte vielleicht gerade hier politisch nachgearbeitet werden. Vielleicht sollte das Kontingent an höher qualifizierten Frauen, die zurück in den Beruf wollen, endlich abgeschöpft werden. Diese Frauen haben sich in der Regel nicht nur mit ihren Kochtöpfen beschäftigt, sondern waren sehr oft auch ehrenamtlich tätig. Sie bringen sicher neben Lernfähigkeit und Organisationstalent auch eine Menge anderer Erfahrungen mit.

  25. Ich habe den Artikel gestern auch gelesen. Sehr schade, dass die Damen anderen Müttern an den Karren fahren, nur um ihre Agentur besser zu vermarkten. Denn das ist offenbar das Ziel.

    Ich habe mir auf meinem Blog auch Luft gemacht zu diesem Thema. Wenn du Lust hast, schau doch mal vorbei: http://oekochick.blogspot.de/2013/07/ein-pladoyer-fur-solidaritat-unter.html

    Mütter dieser Welt verbündet euch!

    In diesem Sinne liebe Grüße, DANKE für deine Arbeit am Kind, denn die ist auch sehr wertvoll und viel Erfolg auf dem Arbeitsmarkt – irgendwann vielleicht 🙂

  26. @TC @al: Schaut mal hier, gerade per Twitter zugeflogen: http://www.nido.de/artikel/familie-zwei-punkt-null/
    Gibt also nicht nur uns. Bildet Banden!! lg

  27. Pingback: Frauen, jammert (ihr habt allen Grund dazu!) | Quadrat im Kreis

  28. Pingback: Liebe künftige Bundesregierung | juna im netz

  29. Pingback: #16. Spaß. | Bloggen. Leben. Nähen.

  30. Bei so vielen jobsuchenden Müttern.. gibt es nicht eine, die in Hamburg wohnt und die Lust hat, mit mir ein Portal für Hamburger Kinder http://www.appelsnuten.de zu befüllen? Noch gibt es keine Einnahmen, doch irgendwann könnte es sich über die Premiumadressen finanzieren.. Es ist konzeptionell alles vorbereitet, nur ich schaffe es nicht allein..

  31. Ein Artikel, der mich richtig aus der Seele geschrieben ist! Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation. Ich habe eine gute Ausbildung (Studium und Promotion) hinter mir. Bei der Jobsuche vor der Geburt meines Sohnes konnte ich mich vor Vorstellungsgesprächen und positiven Reaktionen kaum erwehren. Leider hatte ich bei der Geburt meines Sohnes nur einen befristeten Vertrag, der dann auch prompt nicht verlängert wurde! Seitdem habe ich zig Bewerbungen geschrieben und sogar eine handvoll Einladungen zum Vorstellungsgespräch erhalten.
    Fazit: Betriebe ohne Betriebsrat sprechen das „Problem“ Kind direkt an, Betriebe mit Betriebsrat äußern ihre Bedenken indirekt.
    Das Problem „Kind“ aber bleibt: Kinder machen Frauen unzuverlässig. Sie werden häufig krank, weswegen Mütter öfters in der Arbeit fehlen als ihre
    kinderlosen Kolleginnen. Kinder machen unflexibel. Sie müssen zu
    bestimmten Uhrzeiten zu den Betreuungsplätzen gebracht und abgeholt
    werden. Dies erschwert Überstunden oder Reisetätigkeiten.
    Und anscheinend verhindern Kinder auch die Leistungsfähigkeit.
    Tätigkeiten, die vor einer Schwangerschaft problemlos ausgeführt
    werden konnten z.B. eine 45-minütige Fahrt zur Arbeit, sind
    nachher nicht mehr möglich (all dies wurde mir in verschiedenen Vorstellungsgesprächen teilweise ziemlich direkt mitgeteilt).
    Wie ich jedoch in dem von der Arbeitsagentur veranstalteten Gleichstellungsseminar feststellen durfte, zieht sich dieses Vorurteil Müttern gegenüber durch alle Berufe (unabhängig ob Ausbildung oder Studium). Vor diesem Hintergrund erscheint mir der in Deutschland oftmals diskutierte Fachkräftemangel als sehr amüsant ….

  32. Genau den Stern Artikel habe ich auch gelesen und ich habe ebenso darauf reagiert. Ich fand auch noch einen Kommentar von einem Mann der behauptete, „Mütter wollen gar nicht arbeiten gehen, selbst wenn sie es könnten. Die häben einfach keine Lust.“.. Unglaublich.
    So ein Alltag einer Mutter, wenn auch noch mit mehreren Kindern, kann zu echtem Streß ausarten. Eine Mutter muß sehr viel Können. Sie muß Organisieren, Erziehen, Lehren, Trösten, Kochen, Nähen, Spielen, Freundin sein und, und, und. Ohne Mütter geht nichts, so ist das einfach.
    Da soll eine bessere Gesellschaft her und niemand interessiert sich für diejenigen die diese zur Welt bringt. Für uns Mütter muß mehr getan werden damit wir unsere Kinder vernünftig erziehen und bilden können.
    Ich könnte mich jetzt auch noch mehr in das Thema hereinsteigern aber die Zeit ist wieder so knapp 🙂
    Auch ich führe ein Blog. Auf diesem geht es ebenfalls um die Themen „Mutter Kind Karriere“ und wie, oder ob man beides auf die Reihe bekommt. Wer Lust hat kann ja mal vorbeischauen.
    Bin gespannt wie es hier weiter geht.
    lg. Sue

  33. Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Durch ihn haben wir uns gefunden und unser Projekt MomPower gegründet mit der Absicht, dieses Thema aufzugreifen und etwas daraus zu machen! Wir wünschen allen Müttern, dass sie den Job bekommen, den sie sich wünschen und den sie verdienen . Den Müttern, die zuhause bleiben möchten wünschen wir die Kraft, dazu zu stehen und die Zeit zu genießen. Uns allen wünschen wir Respekt für einander und unsere Entscheidungen, denn das gibt uns die nötige MomPower!

    Liebe Grüße, Cathrin

  34. Vielen Dank für diesen Text.

  35. Liebe Sibylle,
    gleich nochmal MomPower.. wir wachsen, und sind gerade dabei, ein geparkt_magazin an unsere Website anzubauen, auf dem wir die vielen leidenschaftlichen Blogbeiträge von Müttern zu Wiedereinstieg, Beruf, Vereinbarkeit und Karriere sammeln möchten, mit den Namen und Links zum Blog. Wir würden sehr gern auch diesen Beitrag und den Nachschlag mit dazu nehmen, denn so fing für uns alles an.
    Wenn wir soweit sind mit dem geparkt_magazin würde ich dir den Link schicken..
    Wir würden uns freuen, wenn du mitmachst.
    Viele Grüße
    Suse

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