10 years (and two some days) after

Nach einem sehr heißer Sommer, geprägt von Vorfreude und Unsicherheit kam am 24.08. vor zehn Jahren unser erstes, unser ungeplantes Wunschkind auf die Welt. Easy as pie , schlich sie sich einfach ein, war wunderbar unkompliziert auszutragen und kam ohne Komplikation recht fix auf die Welt.

Ab dieser Minute war nichts mehr wie es war. Zwei neue Leben begannen, ihres und meines als Mutter.

War ich vorher Referendarin die grad noch Examen geschrieben hatte, Freundin des Mannes und relativ frei in meiner Zeiteinteilung, verantwortlich für mich und mein Wohlergehen, hatte ich, zackbumm, einen neuen Bestimmer.  Das was ich seit Jahren immer wieder als den Kulturschock bezeichne, der Wechsel von selbst- zu total fremdbestimmt. Essen, Duschen, schlafen, sitzen, einkaufen, Kaffee trinken, egal was, fand nur statt wenn es das neue Menschlein zu ließ. Hatte sie hingegen ein Bedürfnis wurde dieses zumeist umgehend gestillt. Im Gegenzug lernte ich eine ganz neue Art von Liebe kennen, die der Mutter, bedingungslos, immerwährend.

Alles was mir bisher wichtig war rückte zunächst in den Hintergrund, es galt die Bedürfnisse, die der neue Menschen sehr vehement kund tat zu befriedigen, sie nicht kaputt zu machen und am Leben zu halten. Ja so krass fühlte sich das an, nur nichts falsch machen, viel Liebe geben und dafür Sorgen, daß ihr Körper und Seele gedeihen.

Mit diesem Einschnitt nahm mein Leben eine komplette Kehrtwendung, das was ich vorhatte wurde durch unser Überraschungsgeschenk eingeschränkt, gebremst. Wie oft zu lesen bewegt mich mein beruflicher Stillstand sehr, aber ich habe es nie bereut dieses Kind ausgetragen und geboren zu haben.

Es gibt kaum Worte für all die Freude die sie bereitet, das Lachen, die Liebe, das Staunen, das Verwirren, das sprachlos daneben stehen und der unbändige Stolz auf diesen wunderbaren Menschen der sie ist.

Ich habe noch weitere Kinder, jedes ist auf seine Art besonders, jedes wird genauso unbändig geliebt, aber keins hat mich, mein Leben so verändert wie dieser Mensch der sich vor fast elf Jahren in meinen Bauch wanzte und vor zehn Jahren greifbar wurde.

Danke mein großer Schatz, daß Du mich zur Mutter gemacht hast, eine wütende, enttäuschte, genervte, ungeduldige, geduldige, nachdenkliche, spontane, alberne, ernste, dumme, schlaue,kümmernde, gerechte, ungerechte, manchmal egoistische, unterstützende, glückliche Mutter mit unendlich Liebe im Herzen für Dich, für Euch.

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