Mit Nadel und Faden gegen den Alltag

Es war wirklich anstrengend die letzten Wochen hier. Familie und Alltag erforderten viel Aufmerksamkeit. In solchen Phasen brauche ich dann dringend Auszeiten, in denen ich konzentriert nähen kann. Gut, das ungestört konzentrierte Nähen ist auch eher so eine Illusion, da die Kleinste gerne beim Nähen auf meiner Arbeitsfläche sitzt, Stecknadeln anreicht und mir lange Geschichten erzählt. Die Großen hingegen kommen gerne mal dazu und beklagen sich über Ungerechtigkeiten des anderen Elternteils, des Geschwisters oder des Lebens allgemein. Aber zwischendrin ist es wirklich fein mal wieder mit den Händen zu arbeiten und dabei etwas mehr oder weniger erfolgreich zu erschaffen 🙂 Zunächst habe ich mich an ein Quilttop gemacht, welches schon über ein Jahr rumliegt, da fehlen jetzt aber doch noch Teile, darum gibts das nicht mit Bild.

Während ich auf einer Nähzubehörverkaufswebsite rumsurfte wurde ich auf eine Gratisanleitung aufmerksam, die ich einfach nur toll fand. Dieses hier. Ich bestellte mir die Stoffe (inzwischen sah ich, daß es die meisten benötigten auch beim hiesigen Karstadt gibt) und legte los. Das hat wirklich Spaß gemacht, anstatt zu patchen zu applizieren. Herausgekommen ist das hier: IMG_0143Die Rückseite kann ich leider nicht zeigen, da die Kissenfüllung noch zu groß ist und daher der rückwärtige Hotelverschluß unschön aufspringt.

Unterwegs im Namen der Famillie machte ich in einen Abstecher in einen Buchladen und gewohnheitsmäßig schaute ich kurz in der Handarbeitsabteilung vorbei was es so neues gibt. Ich stolperte über das Buch (in der deutschen Ausgabe) und blätterte ein wenig drin rum. Obwohl ich vor einger Zeit noch das Ansicht war, so einen Quatsch mit Handnähen sei nichts für mich, erschien es mir plötzlich verlockend. Die Lösung des Problems nicht nähen zu können, da entweder unterwegs mit den Kindern oder die Unmöglichkeit sich ins Nähzimmer zurück zu ziehen. So was kleines um Papier genähtes ist schließlich transportabel, geht im Bus, im Auto, auf dem Sofa. Diesen Quilt aus dem Buch fand ich besonders hübsch. Ich recherchierte, besorgte mir das Buch im Original, Material, und fing einfach an.

Die Stoffe die ich verwende sind größenteils Reste von irgendwelchen anderen Projekten oder Reste die mir geschenkt wurden. Ein kleines bischen habe ich dazu gekauft, damit farblich mehr Vielfalt gegeben ist. IMG_0145Das ist mein bisheriger Stand, 13 der ca 134 Einheiten habe ich genäht. Mit der Hand, ich!

Die Vorstufe zu so einer Einheit sieht so aus:IMG_0146Kleine Rauten werden um eine Papier- oder Plastikschablone geheftet, dann erst zu einem halben und dann einem ganzen Stern verbunden. Danach werden die bunten Rauten drumrum genäht. Und wenn ich dann alle Einheiten fertig habe werden diese wiederum aneinander genäht. Faszinierend ist, was die richtige Nadel bzw der Faden für einen Unterschied machen bei der Arbeit. Ich habe nun diverse Nähfäden und -nadeln hier, die ich abwechselnd nutze. Ich bin gespannt wie lange das ganze Projekt dauern wird.

Während ich schon an dem Projekt des unendlichen Quilts saß, stolperte ich über diesen Blogeintrag. Ich lese dort schon lange und habe auch die erwachsene Version des Sherwater Kaftans einige mal dort gesehen, war mir aber nicht sicher ob das was für mich ist, ich das hinbekomme und überhaupt. Daher fand ich den Bericht über die Kinderversion verlockend. Nach kurzer Zeit entschied ich mich auch den Originalstoff zu verwenden, da er gut zu fallen scheint, mir aber Liberty oder Voile zu teuer und zu dünn erschien. Es ist eine sogenannte Double-Gauze, zwei Schichten feiner eher offen gewebter Stoff.

Am Samstag kam der Stoff und am späten Nachmittag als aller familiärer Kram erledigt war fing ich an. Ich habe sogar meine ungeliebte Overlock rausgekramt um die offenen Kanten zu versäubern. Der Kaftan besteht aus wenigen Teilen und ist relativ simpel zu nähen. Die Anleitung ist super, wenn man englische Anleitungen gewohnt ist zu lesen. Ich kam ziemlich weit am Abend, auch wenn ich zwischendrin mit der Großen einen Film schaute. Am Sonntag morgen säumte ich noch die Ärmel und dann war ich schon fertig.

IMG_0142Ich bin recht zufrieden, auch wenn es einige kleine Fehler zu finden gibt, wenn man genau hinschaut. Die Laschen zum Festknöpfen der aufgekrempelten Ärmel habe ich weg gelassen, weil ich keine Lust hatte mich mit meiner Nähmaschine um Knopflöcher zu streiten und weil die Tochter die eh als störend empfindet.

Kaum hatte ich das Bild gemacht, kam die Große auch schon an und probierte ihre neue Tunika.IMG_0138

Wie man sieht ist sie mit dem Ergebnis sehr zufrieden und trug das neue Teil gleich gestern und heute zur Schule.

Und nachdem das nun abgehakt ist widme ich mich wieder dem Zusammenfummeln kleiner Stoffrauten.

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Eine Antwort zu “Mit Nadel und Faden gegen den Alltag

  1. so schöne projekte! und bei dem vw-kissen könnte ich glatt versucht sein, das zu probieren….

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