Das macht Dein Mann toll …

Heute auf dem Weg zur Arbeit traf ich eine Kita-Mutter. Wir plauderten und sie teilte mir mit, dass sie meinen Mann und den Vater meiner Kinder auch schon getroffen hatte. Gefolgt von der Anmerkung, dass er das ja wacker jeden Tag mache und dass das toll sei. Ich wand ein, dass er das macht soweit er da ist, da er freiere Arbeitszeiten hat und fühlte mich unwohl.

Später im Bus wurde ich fast wütend, nicht auf die Mutter sondern auf die Umstände, dass mein Mann dafür gelobt wird, das er Anerkennung dafür bekommt, dass er seine Kinder morgens zur Kita/Schule bringt. Mich lobt niemand dafür, dass ich meine Kinder (fast) jeden Tag abhole, dass ich einkaufen gehe, dass ich Geschenke besorgen, Termine mache und wahrnehme und aktuell zB die Adventskalender ( SECHSUNDNEUNZIG TÜTEN) und die Nikolausstiefel gefüllt habe. Nein ich brauche dafür eigentlich kein Lob, denn für mich gehört das neben der Arbeit zur Familie dazu. Ab und zu mal eine Anerkennung, das (neumodisches Wort) carework anstrengend ist und meist nebenbei erledigt wird wäre nett, aber nunja. Was mich vielmehr aufregt ist, dass sobald ein Mann und Vater sichtbar einen kleinen Teil der Fürsorgearbeit neben seinem ach so fordenden Vollzeitjob übernimmt, dies einer Erwähnung wert ist und man das sogar bewundert.

Es ist ja nicht so, dass eine Person alleine entscheidet Kinder zu bekommen, vier Kinder schon gar nicht. Insofern sollte es selbstverständlich sein, dass jedes Elternteil den ihm (zeitlich) möglichen Teil macht ohne, dass man darüber vor Freude Purzelbäume schlägt vor Bewunderung. Aber wie man sieht ist es was denn männlichen Teil einer Familie betrifft wohl doch nicht selbstverständlich, weder in der Erwartungshaltung der Gesellschaft noch in der Ausführung.

Eine Antwort zu “Das macht Dein Mann toll …

  1. Ach je, ich könnte das alles selbst geschrieben haben. Bin über Deinen Spiegel-Online Empörung auf Deinen Blog gekommen.. Ich habe zwar nur zwei Kinder, versuch aber seit 6 Jahren wieder in meinen Job als Designer einzusteigen. Inzwischen habe ich ein weiteres Studium absolviert und bin keinen Schritt weiter, nur reifer und gelassener. Bin gespannt ob ich als unfreiwillige Hausfrau / nichtsverdiendende Freelancerin sterbe oder doch mal jemand mein Potential erkennt…

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