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Bye bye Wunder von Bern

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Ich hab über das Musical „Das Wunder von Bern“ schon an anderer Stelle geschrieben. Über den Inhalt und über meine Verwunderung, wie wenig es angenommen wurde.

Ich schrieb auch darüber, dass das Tochterkind dort mitspielte und wie gut sie das in meinen Augen gemacht hat. Letzte Woche hatte sie nun ihre letzte Aufführung (Derniere) und am gestrigen Abend schauten wir uns gemeinsam die allerletzte Show an. Damit ist das Stück nun eingestellt.

Obwohl das Kind nicht auf der Bühne stand, liefen bei mir doch wieder Tränen, nicht nur weil der Inhalt einfach bewegend ist, sondern diesmal auch weil es eine sehr schöne Abschiedsvorstellung war. Das Publikum war begeistert, wie ich es selten erlebt hatte, machte mit, jubelte, gab Zwischenapplaus und war einfach voll dabei. Es fing schon damit an, dass vor Showbeginn der Theaterleiter eine rührende Abschiedsrede hielt, in der auch all den Bühnenkindern (diese sassen alle im Publikum) gedankt wurde und diese alle unter heftigem Applaus des Publikums einmal aufstehen mussten. Während der zweiten großen Kinderszene gab es vor allem von diesen ehemaligen Bühnenkindern und dem Rest des Saales lautstarken Zuspruch und Jubel, was wirklich berührend war. Und dann natürlich der Abschied auf der Bühne. Schon kurz vor dem großen Finale holte das Publikum Knicklichter raus und begleitete das letzte Lied mit blauem Licht. Zum Abschiedsapplaus stand der komplette Saal, der Applaus nahm kein Ende und auf der Bühne sah man Tränchen fliessen. Bewegend.

Ich kann sowieso nicht gut mit Abschieden, aber dieser war für mich nochmal besonders. Über zwei Jahre haben wir die Tochter begleitet, wie sie von Hobbysängerin und Rampensau unter Anleitung der Trainer einen riesigen Sprung machte, wie sie sich persönlich weiter entwickelte, älter wurde und routiniert ihre Shows spielte. Es gehörte zu unserem Alltag dazu, dass sie zu den Proben ging und erst oft, später nicht mehr so oft, zu den Auftritten fuhr und abgeholt werden musste. Es war ein fester Bestandteil der familiären Planung. (Es war so präsent, dass K3 bei jeder Werbefläche brüllte „Wunnavon Bääan) Ich sah, wie das Kind vor Stolz platze, vor Erschöpfung nölte, mal lustlos, mal voll motiviert aber doch immer mit Herzen bei der Sache war. Und das hinterläßt nun ein Loch. Wir werden sehen, wie sie es füllen wird und was die Zukunft für sie bringt.

Mir bleibt die wehmütige Erinnerung an eine wunderschöne Show und eine intensive Zeit, nicht nur für sie.

 

 

 

 

Kinder an Baum

IMG_8351Wie jedes Jahr mußte sich die Brut vor der Bescherung vor dem Baum aufstellen, damit ich ein Foto machen kann. Man sieht den Sohn an, daß er meinte daß die Zeit bis zur Bescherung viel zu lang gedauert hat. Die Große, die in jeder Sekunde irgendwie posieren muß und die Interpretation der Kleinsten von der Aufforderung zu lachen.

Vielleicht nicht das allerschönste Bilder meiner Schätzchen, dafür 100% authentisch.

Wünsche Frohe Weihnachten gehabt zu haben!

 

Aus dem off

Neuer Hund, zwei Wochen Herbstferien, eine Woche KiTa Ferien, es war ein bischen was los so im Alltag außerhalb des Netzes. Nichts was besonders bloggenswert wäre, kein Raum um sich der ein oder anderen bloggenswerten Idee ein bischen zu widmen. Kaum genäht, nichts gestrickt, das Kochen größenteils dem Mann überlassen. Sechs Zähne beschliffen und neue Kronen eingesetzt bekommen, das große Zahnarztangstprojekt, ist fast vorbei, nur noch 1,5 Kronen unten, dann bin ich erstmal durch. Kinder die sich langweilen, Kinder die fordern, Kinder die einen brauchen, der Hund der erzogen und gelüftet werden muß, einiges an durchgepinkelten Hundedecken. Langweilig war es nicht. Bleibt mir gewogen, ich melde mich bald.

Das Biest aka der Hochzeitsquilt

Wer quiltet tut dies meist mit viel Leidenschaft. Für den Prozeß, das Entwerfen, die Umsetzung einer Anleitung oder einfach für die Stoffe. Man sucht sich aus was einen anspricht, gefällt oder fasziniert und setzt es so gut man kann um. Eine besondere Herausforderung ist die Umsetzung wenn man die Auswahl der Stoffe und/oder des Designs jemandem anders überläßt. Man verläßt seine Komfortzone und das zum Teil in eine Richtung die man so nicht gewählt hätte.

Vor einiger Zeit wurde ich von einer Bekannten gefragt wurde, ob ich für sie einen Hochzeitsquilt für ihre beste Freundin fertigen könne. Sie hatte vor sich von den Hochzeitsgästen Stoffe schicken zu lassen, die ich dann vernähen sollte. Ich fand das spannend und sagte zu.

Meine Komfortzone war ziemlich überschritten, als wir uns trafen und ich die inzwischen eingetroffenen Stoffe übergeben bekam. Ich war zum einen erstmal entsetzt was als vernähbarer Stoff angesehen wurde und wie schwer es einigen gefallen war die vorgegebenen Maße einzuhalten oder zu bedenken, daß ein Stoff der vernäht wird sowas wie eine Nahtzugabe braucht. Aber nun gut nicht jeder versteht Nähen und kennt sich damit aus. Und ja die Auftraggeberin und ich hatten im Vorfeld besprochen was für Stoffe in welchem Maß gebraucht werden.

Im ersten Moment wollte ich alles hinschmeißen, ich fand so viele Stoffe häßlich oder nichtssagend und dazu oft lieblos gestaltet. Aber es sollte nicht mein Quilt werden, nicht meinen Geschmack treffen und ich hatte zugesagt etwas daraus zu nähen. Irgendwie packte mich dann auch der Ehrgeiz etwas vorzeigbares zu gestalten.

IMG_8045Der noch unbeschnittene und ungeordnete Stapel der Stoffe

So saß ich dann daheim vor dem Haufen Stoffe den ich größtenteils doof fand und teilweise eigentlich ungeeignet für einen Quilt. Als ersten Schritt nahm ich die Polyester-, Jersey- und dünnen Teilstücke und bügelte sie mit Vlieseline auf einfache Baumwolle auf, damit sie vernähbar und waschbar werden. Fummelig war es die beiden bedruckten Polyesterfähnchen von der Baumwolle zu trennen auf der sie mit zu dicker und schiefer Naht aufgebracht worden waren.Die auf Stramin erfolgte Stickerei nähte ich mit Zickzack ebenfalls auf ein Stück Baumwolle auf.

Danach berechnete ich was die größtmögliche Fläche pro Stoff werden könnte und schnitt gleichmäßige Quadrate zu. Dabei vielen nochmal drei Stoffe raus, da sie dank des aufgebrachten Textes zu groß waren um sie irgendwie zu verwenden und/oder wegen des Materials (Wolle bzw. mit Knöpfen ohne Nahtzugabe eng benäht) nicht verarbeitbar waren. Bei einem konnte ich noch einen Teil des nicht beschriebenen Stücks als Blankoquadrat retten.

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IMG_8046Bilder aus dem Prozess des Sondieren, Fixieren und Zuschneiden.

Nachdem das alles durch war, machte ich erste Proben wie die Quadrate anzuordnen seien, was auch ein bischen durch die Anzahl der Quadrate vorgegeben war.

IMG_1496Wie man sieht ist ein Quadrat größer geblieben, aber da es relativ aufwändig mit Applikationen versehen ist, brachte ich es nicht übers Herz das nur aus Formatgründen rauszuwerfen.

Am Tag der Materialübergabe war ich mit der Auftraggeberin noch im Stoffladen gewesen, da wir uns einig waren, daß ich die Quadrate nicht einfach nur aneinander nähen soll/will. Es sollte etwas neutralisierendes, aber nicht weißes als Stege dazwischen.  Wir entschieden uns für ein recht neutrales Hellblau.

IMG_1497Da einfach nur Stege nähen ein bischen langweilig ist und ich von einem der eingereichten Stoffe noch einiges übrig hatte, verwendete ich diesen um „cornerstones“ zwischen die Stege zu setzen.

Die Auftraggeberin hatte schon beim ersten Treffen entschieden, daß sie gerne Pink an dem Quilt haben möchte und sich im Laden in einen Blumenstoff verliebt. Nachdem ich die Quadrate mit den Stegen und Cornerstones zu einem vorläufigen Quilttop vernäht hatte, war mir klar, daß das Top breiter werden muß, damit die Proportionen stimmen. So fuhr ich erneut in den Stoffladen um den gewünschten Stoff mit den Blumen und einen passenden für den Rand des Tops zu kaufen.

IMG_1519Der Blumenstoff und passend dazu gewählt vom gleichen Hersteller ein Punktestoff mit dem selben Pink.

Damit das entschiedene Pink nicht direkt an die Quadrate stößt hatte ich mich entschieden vor dem Hinzufügen des Pink umlaufend um die Quadrate auch einen hellblauen Rand anzunähen, das erschien mir wesentlich harmonischer und symetrischer.

Danach schnitt ich den Randstoff wie ursprünglich geplant zu und nähte eine Seite an.

IMG_1513Da der Punktestoff nicht die erforderliche Länge hatte und weil ich ihn mit dem Hellblau verbinden wollte nähte ich von diesem einen Streifen rein. Als ich das fertig hatte und so auslegte fand ich den pinken Rand zu wuchtig um die gleiche Breite auf der anderen Seite auch noch anzufügen, Einige SMS mit der Auftraggeberin und ein bischen Grübelei meinerseits später kam ich zu folgender Lösung.

IMG_1516Das gefiel mir richtig gut und auf diesem Bild sieht man nochmal wie ich die applizierte Kirche mittig integriert hatte.

Das Top war somit fertig, blieb noch die Rückseite. Das war etwas schwierig, da der Quilt jedes Maß üblicher Stoffbreiten überschreitet und ich nicht Unsummen für noch mehr Rückseitenstoff ausgeben wollte. Ich suchte dann ein bischen in  meinem Vorrat, drehte und wendete die vorhandenen Reststücke, rechnete, fluchte und bekam schlußendlich eine Rückseite hin, mit der ich zufrieden war.

IMG_1525so!

Dann folgte das Zusammenheften von Rückseite, Vlies und Top. Ich wagte mich auch aus Zeitmangel diesmal an Sprühkleber. Bisher war ich sehr skeptisch ob das wirklich hält, ob ich mich damit vergiftet und ob ich damit einen Quilt faltenfrei zusammengeheftet bekomme. Kurz, es klappte hervorragend, die Familie war ausquartiert, viele Fenster auf und ich arbeitet konzentriert und das Ergebnis war toll. Kein Verschieben unter der Maschine und kein stundenlanges stecken von Quiltnadeln auf dem Boden kniend.

Ich hatte mich schon im Vorfeld für entschieden den Quilt mit geraden Linien im Karomuster zu quilten und so begann ich dies und quiltet den Bereich entlang der blauen Stege.

IMG_1535Das ging dank Obertransportfuß auch ganz gut. Leider stellte ich am Ende fest, daß alle Nähte auf leichtem Zug rissen und durfte alle wieder auftrennen. Das kostete 2,5 Tage. Ich wurde etwas panisch und zog das Tempo an und nähte jeden Abend bis mindestens 22.00 Uhr damit ich den Abgabetermin einhalten kann.

Drei Tage vor Abgabe hatte ich alle Quiltnähte sitzen und fing an das Binding zusammenzustellen. Um etwas passendes zu finden war ich zweimal in meinem Stoffladen gewesen und erst beim zweiten Versuch war ich halbwegs mit meiner Auswahl zufrieden. Ich setze vier verschiedene Stoffe zusammen, die die Farben aus der Rückseite des Quilts wiederspiegelten. Ich nähte das Binding einseitig mit der Maschine an und am selben Abend begann ich noch mit dem händischen Annähen desselben auf der Rückseite. Ich nähte inzwischen wie eine Besessene denn dieser Teil dauert relativ lange und ich von mir eher ungeliebt, ich habe gerne mal monatelang einen Quilt rumliegen dem noch das Binding fehlt.

Dienstag früher nachmittag und ich hatte den letzten Stich genäht. Noch zwei bis drei Kleinigkeiten korrigieren und mein Lable angenäht und das gute Stück wanderte in die Waschmaschine. Das war ein sehr kritischer Punkt, den die Auftraggeberin und ich hatten hin und her diskutiert ob der fertige Quilt vorher zu waschen sei. Sie hatte Sorge die Schriften verschwinden/verschmieren, ich sehe hingegen das Waschen und Trocknen als letzte Qualitätskontrolle an und außerdem waren lauter Markierungen auf dem Quilt die nur mit Wasser zu entfernen waren.

Aber es ging bis auf einige Stellen alles gut, die meisten Schriften hielten, die Nähte auch und nach dem Trocknen war ich mit dem Endergebnis recht zufrieden. Ich schnappte mir meinen staatlich geprüften Quilthalter und schoß noch einige Fotos im Garten.

IMG_8055vorne

IMG_8057hinten

IMG_8061Details vom zusammengesetzten Binding

IMG_8062Last but not least, jetzt auch mit Label 🙂

Heute habe ich den Quilt ausgeliefert und so wie es aussieht war die Auftraggeberin sehr zufrieden. Nun bin ich gespannt was das zu beschenkende Hochzeitspaar sagt. Ich hoffe es gefällt ihnen.

Mein persönliches Fazit, ich habe oft geflucht und gegrübelt, hätte ein- zweimal gerne alles in die Ecke gepfeffert, aber unterm Strich war es eine spannende Herausforderung ich denke ich habe doch noch so einiges aus dem für mich zuerst unbefriedigendem Material rausgeholt.

 

Nachgetragen – Maxi die Puppe für den Sohn

Weil mir das Herstellen der Lotta Puppe soviel Spaß gemacht hat und weil die Großen auch eine wollen, wurde vor den Ferien noch eine genäht.Bild

Ich hab wieder die Anleitung von Mariengold benutzt und mit einem Tutorial aus dem Netz die Nase gemacht.

Der Sohn ist begeistert und hat seinen kleinen Freund Maxi getauft.

 

Soo lange?

– Mehrere Wohnheimvernetzungstreffen
– Ein genervtes Angemaule im Kabuff
– diverse abendliche Anrufe „einfach nur so“
– Besuche mit Hund
– Eine Verliebtheitsmeldung per Mail
– ein One Night Stand
– ein Zusammenkommen

 

 

 

 

 

– drei bis vier Trennungen (so genau weiß man das nicht)
– ebenso viele Versöhnungen
– zwei Katzen
– fünf Umzüge
– vier gemeinsame Wohnungen
– zwei Examen
– vier Arbeitgeber
– zwei Hochzeiten
– ein Todesfall
– zwei USA Reisen
– unzählige gekochte Essen
– drei Kinder
– Fünfzehn Jahre
kein Ende in Sicht.

Clear Eyes, Full Hearts, Can’t Lose!

I am so gonna miss it.