Wie Tag und Nacht

Bei aller Ähnlichkeit sind meine beiden Großen in einigen Punkten unterschiedlich wie Tag und Nacht. Die Große ist die offensichtlich empathische, die, die eher auf andere zugeht und eine, die viel redet. Der Sohn ist eher mit sich beschäftigt, wartet lieber erstmal ab, hat nicht so einen großen Freundeskreis wie die Tochter, redet auch viel, aber nicht so überrollend und seine Empathie ist eher subtil, da er vieles gar nicht ausspricht. Ungeduldig können sie beide, aber die Frustrationsintoleranz des Söhnchens ist wesentlich ausgeprägter als beim Tochterkind.

So steht die Große schon immer gerne im Mittelpunkt, ist bei Aufführungen des Kindergartens, der Musikschule oder der Schule generell immer als erste Freiwillige dabei, ohne Scheu, in der ersten Reihe. Eine 1a Rampensau. Der Sohn hingegen kann sich zwar lautstark bemerkbar machen, steht aber nicht so gerne im Rampenlicht, Musikschule besuchen wollte er nicht und bei Aufführungen von Kita oder Schule ist er zwar dabei, aber eher nur weil alle mitmachen, nicht weil er sich dazu gedrängt fühlt. Nichtsdestotrotz ist der dann trotzdem stolz wenn er aufgeführt hat und legt besonderen Wert darauf, daß die Eltern sich das angeschaut haben.

So führten diese Unterschiede in den letzten Wochen zu einem komplett unterschiedlichen Umgang mit eigentlich dem selben Thema. Via twitter erfuhr ich von einem Casting des Stage Entertainments für ein neues, im November aufzuführendes Musical. Also fragte ich, die eigentlich immer (bis zu meiner Schmerzgrenze) rumsingende, -tanzende, -posierende Tochter, ob sie Lust hätte, an einem solchen Casting teilzunehmen. Sie war sofort Feuer und Flamme. Wir schrieben zusammen eine Bewerbung und sie bekamen relativ schnell die Einladung zu dem Casting Termin. Sie  überlegte sich einen vorzutragenden Song, übte mehr oder weniger ausgiebig, fragte noch eine entsprechende Lehrerin an der Schule nach Tipps und fuhr recht entspannt mit mir zum Termin. Ich gebe zu, ich war aufgeregter als sie. Nicht weil mir wichtig war, daß sie weiter kommt, sondern eher weil ich Sorge hatte man würde sie in ihrem Selbstbewusstsein treffen können. Dann trafen auch noch Kinder ein, die offensichtlich schon die Richtung Unterricht hatte, mit dementsprechenden Eltern. Wohlwissend wurden alle Eltern weg geschickt, während die Kinder gecastet wurden. Die Stunde verging recht zügig und ich holte ein immer noch recht ruhiges Tochterkind ab. Meine Nachfragen wie es war, wurden recht kurz beantwortet, nicht schlecht, aber sie wäre wohl etwas leise gewesen und die anderen hätten deutsch gesungen bzw. Stücke aus dem kommenden Musical (ich frage mich heute noch woher sie die kannten). Viel interessanter fand sie, daß der eine (fast unbemerkt) Junge weinte weil er wohl Schmerzen hatte und dass eines der Mädchen so toll gesungen hatte. Immerhin erfuhr ich noch, daß die Caster sehr nett zu ihnen gewesen waren und sie es ungerecht fand, daß die was zu Essen/Trinken hatten, die Kinder aber nicht. :) Unter Strich, war sie aber stolz teilgenommen zu haben und sich auch sehr bewußt, daß sie durchaus durchgefallen sein konnte. Einige Tage später, früher als angekündigt bekam ich den Anruf mit dem Ergebnis. Mir wurde mitgeteilt, daß die Caster(heißt das eigentlich so) das Tochterkind toll fanden (wie kann man auch nicht;)) und gerne mit ihr weitermachen wollen. Das bedeutet, dass Stage momentan eine Schule für Kinder aufbaut und in dieser werden die teilnehmenden Kinder auf das Musical vorbereitet und das Tochterkind ist dabei. Dies bedeutet zwar nicht, daß sie am Ende auch tatsächlich auf der Bühne stehen wird, aber sowas entscheidet sich eben im Laufe des dann statt findenden Unterrichts. Dreimal darf man raten wer stolz wie Bolle war (Die Tochter und natürlich auch die Eltern) und wer das sofort per WhatsApp seinen Freundinnen, eigentlich der ganzen Klasse mitteilen mußte. Soweit das Tochterkind.

Der Sohn hingegen komplett anders. Meist eher etwas muffelig und pampig unterwegs knallte er mir vor einiger Zeit einen Zettel aufs Sofa. “Da Mama, da war heute ein Chortyp in der Schule, da gabs den Zettel, ich will da aber nicht hin” und er verschwand in sein Zimmer um sich wahrscheinlich dem iPad zu widmen. Ich schaute mir das erstmal nicht so genau an. Da kommen öfter mal Zettel aus der Schule von irgendwelchen Vereinen oder so, die Kinder anwerben wollen. Etwas später warf ich einen Blick drauf, stellte fest, daß sein Name drauf stand, las ein bischen und zitierte den Sohn zu mir, was es denn nun damit auf sich habe. Halb im Vorbeigehen, ganz beiläufig erfuhr ich, daß ein Chorassistent in der Schule war, sich die Jungen angehört hatte und danach auswählte, welche davon er zur Probestunde einlade. Als das Söhnchen schon fast wieder um die Ecke war, sagte er noch, daß er aus seiner Klasse der Einzige war, der eingeladen wurde, daß ihm sein Klassenlehrer das extra nochmal gesagt habe. Waaaaa? Ja mir war schon vor einigen Jahren aufgefallen, daß er ziemlich rasch und fehlerfrei Lieder nachsingen kann, dazu noch mit einer hübschen Stimme, wenn er sie nicht aus Unsicherheit verstellt. Als Mutter findet man aber vieles gut, was die Kinder machen, aber, jetzt von neutraler Seite gesagt zu bekommen, daß mein Sohn so gut ist, daß ein nicht unerheblicher Chor ihn gerne mal dabei hätte machte mich unendlich stolz. Aber der Sohn wäre nicht der Sohn, wenn er das nicht abgelehnt hätte. Da ich aber das musikalische Talent meiner Kinder durchaus kenne und es so bitterschade finde, wenn sie damit nichts anfangen möchten begann ich mit meiner Bestechung Überzeugungsarbeit. Ich erklärtem ihm wie toll das ist und wie stolz ich sei und daß man das Ganze doch mal probieren könne, immerhin sei er zu vier kostenfreien Probestunden eingeladen. Weiterhin führte ich aus, daß das etwas wäre, was er ganz alleine mit mir machen würde, ohne Schwestern, nur exklusive Mamazeit, die er öfter mal zu unpassenden Zeitpunkten einfordert. Das griff alles nicht, also fuhr ich andere Geschosse auf und lockte mit einer Skylanderfigur, die es nach minimaler Teilnahme von zweimal ohne popelnd unbeteiligtes in der Ecke Rumstehen geben würde. Er willigte ein und diese Woche gingen wir also endlich zur Probestunde. Auf dem Weg dorthin Dauergenörgel, daß er doch nicht wolle, daß er lieber für sich alleine singe, daß er Musikunterricht schon in der Schule doof fände und überhaupt. Ich bin der Ansicht, man darf Kinder zu nichts zwingen was sie nicht wollen, zumindest bei Freizeitaktivitäten und andererseits finde ich so eine Chance darf man nicht ungenutzt verstreichen lassen. So stand ich da und überlegte was wir nun tun sollten. Wie so oft waren wir etwas spät dran und lange Zeit blieb nicht. Ich antwortet dann irgendwann resigniert, daß er gerne Umdrehen und nach Hause gehen könne. Das erstaunte ihn so, daß er ganz perplex fragte was ich denn dann tun würde. Ich erklärte ihm, daß ich trotzdem hinfahren und sagen würde, dass er nicht komme. Das war ihm dann fast so peinlich, wie in der ersten Reihe stehen und singen. Im Endeffekt kam er also mit, motzend, aber weniger. Wir kamen also wenige Minuten zu spät, die Chorleiter war schon am Erklären des Ablaufs. Glücklicherweise waren es nur so 10-12 Jungs und der Leiter begrüßte uns sofort, fragte nach dem Namen des Söhnchens und zeigte ihm sofort den Platz wo er sich hinzubegeben habe. Kein Raum für lange Diskussionen. Ich blieb dabei und schaute zu und sah, wie der Sohn mitmachte. Eine andere Wahl hatte er auch nicht, der Chorleiter hat eine sehr ruhige freundliche aber durchaus bestimmte Art mit der er die Rabauken bei kleinsten Auffälligkeiten wieder einfing und zum Mitmachen brachte. Die Lieder die dort gesungen wurden kannte der Sohn zwar nicht, aber ich konnte beobachten wie er versuchte bei allem mitzumachen. Was ihm bei den Spaßliedern, die zur Auflockerung zwischendurch gesungen wurden leichter fiel, als bei den anderen. Aber er machte mit. Ich hatte eher erwartet er würde bockig in der hintersten Ecke stehen und sich das alles etwas mürrisch ansehen und versuchen sich zu verstecken. Durch das vorhandene Setting hatte er dazu keine Chance. Und im Laufe der 45 sah ich ihn eindeutig zweimal lächeln/grinsen und besonders gequält wirkte er nicht.  Die Zeit ging fix vorbei und wir verabschiedeten uns und gingen. Draußen sagte er mir, daß es nur ein bischen doof war und sang mir den Song aus dem Lego Film vor. Wir haben uns inzwischen geeinigt, daß er mindestens nächste Woche nochmal geht. Ich bin gespannt.

Ich muß abschließend noch anmerken, daß Bühnenauftritte bei der Tochter eigentlich nur eine Ausdrucksform ihrer eh schon extrovertierten Persönlichkeit sind, diese unterstreicht. Beim Sohn sehe ich so eine Teilnahme am Chor etwas differenzierter. Ist er zwar was Mathe angeht seiner Schwester überlegen, so ist er ihr verbal und an Präsenz oft etwas unterlegen, was dazu führt, daß er sich oft zurück gesetzt fühlt. Wenn er nun in etwas gefördert wird, was er besonders gut kann, in diesem Fall das Singen und damit auch noch auftritt. Dann wäre das so toll um seinen Selbstwert, sein Selbstvertrauen zu stärken, etwas, das ihm auf ganzer Linie gut tun würde, so daß er in gewissen Bereichen dadurch weniger Notwendigkeit sieht sich eher leicht aggressiv durchzusetzen zu müssen. Wie dem auch sei, stolz bin ich auf Beide, egal ob sie aus den Möglichkeiten nun etwas machen oder nicht und an meiner Liebe zu Ihnen ändert sich sowieso nichts.

Mein erstes Ostpaket

Als Kind verschickte meine Großmutter regelmäßig Pakete in den Osten. Ich hab nur dunkle Erinnerungen daran, aber ich weiß, daß immer Jacobs Krönung drin war und Schokolade. Ich weiß nicht ob es einer der Empfänger war oder ein anderer Kontakt, aber ich bekam über diese Oma zur Konfirmation Briefpapier einer der damals Beschenkten. Ein richtiges Ostpaket war das natürlich nicht.

Gestern hatten wir lieben Besuch aus der Hauptstadt. Und weil das so nette Menschen sind, brachten sie ein Gastgeschenk mit. Blumen fanden sie aber zu langweilig und so kam es, daß wir gestern unser erstes Ostpaket bekommen haben, damit wir die guten Produkte endlich mal schätzen lernen. :)

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Ich muß aber zu unserer Ehrenrettung sagen, daß wir gar keine solchen Banausen sind. Als ehemaliges Zonenrandgebietskind, kam ich schon kurz nach der Wende in den Genuß diverser Produkte. Bautzener Senf (den haben wir heute noch immer hier), Hallorenkugeln und Orwo Filme. Spreewaldgurken gabs hier genau wie diese Knusperflocken auch schon.

Nichtsdestotrotz haben wir uns sehr sehr gefreut. Nicht nur über den Inhalt, sondern auch die kreative Umverpackung und natürlich die Idee. Vielen lieben Dank nochmal lieber Hauptstadtbesuch, Parallelhaushalt.

Tapferes kleines Mädchen

Vor einiger Zeit bemerkte ich bei unserer Kleinsten einen Knubbel am Oberarm. Ich maß dem nicht so viel Bedeutung bei, tippte auf einen Pickel oder einen späten Mückenstich. Ich vergaß den wieder. Vor einigen Wochen jedoch stellte ich fest, dass der Knubbel immer noch da ist. Also machte ich einen Termin beim Kinderarzt, um das abklären zu lassen.

Mein zweiter Satz beim Kinderarzt lautete: “Sagen Sie bitte, dass das kein Tumor ist”, den er mit:”Das ist ein Tumor” beantwortete. Meinem panischen Blick begegnete er in seiner typischen Gelassenheit aber gleich mit dem Zusatz, daß das in der Regel etwas harmloses sei, irgendwas an der Haarwurzel, den schicken Fachbegriff vergaß ich schnell. Zur weiteren Abklärung und Behandlung gingen wir zum Hautarzt. Dort wurde die Diagnose bestätigt und mir auch noch im Fachbuch gezeigt, daß diese Art von Tumor fast immer harmlos sei und wenn nicht, das eher im höheren Alter so sei.

Mein Ansinnen, das Teil sofort unter lokaler Betäubung rauszuschneiden wurde mir sanft aber bestimmt ausgeredet, die Gefahr, dass ein Kleinkind dabei Zappele sei zu hoch. Also machten wir einen Termin zur OP aus, an dem der Knubbel unter Vollnarkose entfernt werden sollte. Ich war so erleichtert, daß es sich um nichts wildes handelt, daß das Thema Vollnarkose mich wenig beunruhigte.

Gestern war es dann soweit. Um 7.00 Uhr sollte die Kleine in der Tageklinik des Krankenhauses sein. Da ich bei sowas eher zur Nervosität neige und damit das Kind wuschig mache, ging der Mann mit ihr los. Währenddessen kümmerte ich mich um die Großen und war damit auch gut abgelenkt. Nachdem diese sauber, mit geputzen Zähnen und gefüllten Brotdosen das Haus verlassen hatten kam schon die Nachricht des Mannes, daß die Kleine im OP sei. Schon vorher hatte ich kurze Zustandsberichte per SMS erhalten, war dann aber doch überrascht, wie schnell das alles ging. Sehr anrührig fand ich die Mitteilung, daß die Anästhesistin und die OP-Schwester dem Kind zum Einschlafen ein Schlaflied sangen und die Händchen hielten. Überhaupt waren laut Mann alle sehr nett und bemüht.

Da ich um 10.00 einen Termin hatte, hatte ich im Vorfeld gesagt, daß ich die Beiden danach dort abholen wollte. Da nun alles aber viel schneller ging als gedacht und ich daheim doch eher unruhig war, beschloß ich vor meinem Termin zu den Beiden zu fahren, was ich dann auch tat. Kaum unterwegs kam schon die Nachricht vom Mann, daß das Kind nun wach und gnaddelig sei, aber bis zu meiner Ankunft hatte sie sich wieder beruhigt und ich leistete ihr und ihm Gesellschaft bis sie entlassen wurden. Beim Entlassungsgespräch wurde uns noch mitgeteilt wie toll die Kleinste das alles mitgemacht hat. Wir kamen den Entlassungszettel, auf dem unter Anderem folgendes vermerkt war.

IMG_0165Mein Mädchen, hach.

Ich ging dann zu meinem Termin und anschließend Besorgungen machen. Die Babytochter war schon auf der Rückfahrt vom Krankenhaus in der Karre eingepennt. Es ist ja nicht so, daß mich das kalt läßt wenn man an einem meiner Kinder rumschnippelt. So kam es daß ich auf meiner Tour am Plüschwarengeschäft vorbei kam und unbedingt noch eine Kleinigkeit erwerben mußte. Ob das nun mehr für das Mutterherz oder doch nur zur Aufmunterung der Kleinen war kann dahin gestellt bleiben. Zumindest kehrte ich mit dem folgenden Gesellen nach Hause zurück.

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Der Rest des Tages war unauffällig, mit meiner Heimkehr erwachte die Prinzessin und schlief auch erst Abends wieder. Da sie soweit fit ist und die Ärztin das OK gab, ist sie heute auch wieder in der KiTa. Morgen gehts zum Verbandswechsel und dann sollte die Sache durchgestanden sein. Das entnommene Gewebe wurde eingeschickt, aber die Ärztin meinte schon bei der Entlassung, daß alles harmlos aussah. Ich bin nun froh, daß das durch ist und stolz, auf mein tapferes kleines Mädchen.

Ein Hase und eine Decke

Der Vollständigkeit halber zeig ich mal grad, was ich so um Ostern rum fertig gestellt habe. Mein Schwager und seine Frau erwarteten Nachwuchs. Mit Verkündung der Schwangerschaft stellte ich die Beiden vor die Wahl ob sie einen Quilt oder eine Strickdecke zur Geburt haben wollten. Sie entschieden sich für eine gestrickte Babydecke und nach dem wir uns auf eine Farbe einigen konnte, legte ich los. Gerade rechtzeitig am Tag der Geburt wurde das gute Stück fertig. IMG_8823 Ich bekomme gerade nicht mehr zusammen welches Garn ich verwendet habe. Aber die Anleitung ist das Prairie Blanket, welches ich schonmal für Joris strickte. Nadelstärke diesmal meine ich 3,75. Interessanterweise ging die Strickerei flotter von der Hand, was eventuell am Garn lag, ein reines Merinogarn. Laut heutiger Post ist die Decke täglich in Gebrauch. :) Als sich zu Ostern mein Bruder mit Familie ankündigte, hatte ich die Idee den beiden Nichten ein Häschen zu nähen. Ich hatte auch noch geeigneten Stoff da, irgendwelche Fleecestoffe, die ich aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen angeschafft hatte. So setzte ich mich Karfreitag hin und fluchte nach kurzer Zeit, denn dieses fisselige mit diesen eher rutschigen Stoffen machte mich irre. Also keine Hasen. Da der eine aber nun schon angefangen war, riß ich mich Ostermontag zusammen und fummelte das Vieh zusammen. Kaum fertig entriss es mir die Kleinste und schleppte es fort. IMG_0127Ich hatte extra Pellets besorgt um den Hasen zu stopfen, damit er auch sitzen kann. Da ich aber die weichen gekauft habe funktioniert das dann halt doch nicht. IMG_0128Man beachte das puschelige Schwänzchen in Kontrastfarbe. Die Babytochter hat das Häschen übrigens Pups getauft. Dies mag daran liegen, daß eines ihrer momentanen Lieblingsbücher Pipikack ist und da sagt der Hase am Ende “PUPS”.  Anleitung über Sew Mama Sew, Stoffe, wie gesagt, aus dem Fundus. Als Füllung eine Mischung aus weichen Pellets von Glorex und dem Inner Kissen von Ikea.

Von Seelenorten und Familie

Ich war siebzehn als die Eltern meiner Freundin vorschlugen, daß ich sie in den Herbstferien auf diese Insel begleiten sollte. Ich war noch nie da gewesen, aber einen Urlaub mit meiner Freundin und ihrer Familie am Meer klang verlockend. So kam der Tag an dem ich meine Habseligkeiten in einen der zwei Wagen der Freundinfamilie verlud und wir losfuhren. Was für mich neu und aufregend, war für alle Anderen quasi Routine, denn die Familie verbachte seid Jahren diverse Urlaube dort, dank des großväterlichen Hauses. Der erste überwältigende Moment war, als wir auf der Fähre uns auf dem Oberdeck versammelten. Ich erinnere, daß es schon langsam dunkel wurde und meine Freundin und ich im jugendlichen Übermut Tanzschritte aus der damals besuchten Tanzschule übten. Teenager halt :) Es folgte eine wunderschöne Woche in der ich das Familienleben genoß, wunderbar aß, viel am Strand und auch auf dem Friedhof rumhing. Wir hörten bei Dorfspaziergängen Musik mit einem geteilten Walkman Kopfhörer und hatten eine großartige Zeit. Nach einer guten Woche war die Zeit um, wir packten unsere Sachen wieder ein und fuhren heimwärts. Einen Teil meines Herzens ließ ich jedoch zurück. Ich hatte meinen Seelenort gefunden. Der Ort an dem ich noch einige Male mit meiner Freundin zurück kehren sollte, bei Liebeskummer, einfach so im Sommer, nach dem Abitur und das letzte Mal gemeinsam nach dem Examen. Es war immer unser Ort zum Auftanken, zum Herz wieder flicken, der männerfreie Ort (zumindest den heimatlichen, denn lustige Begebenheiten hatten wir durchaus mit anwesenden), der Rückzugspunkt.

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Natürlich wurden wir älter, hatten feste Partner, heirateten, bekamen Kinder. Mein Freundin nahm ihre Männer und später ihren Ehemann und die Kinder regelmäßig mit dorthin. Ich konnte mich immer noch nicht so ganz damit anfreunden diese Insel zu teilen, mit einem Mann, mit einem Mann der vielleicht nicht in meinem Leben bleiben würde.  Trotzdem nahm ich einges Tages den Gatten, damals noch Freund für einen Tagesausflug mit hinüber. Später auch den besten Freund und den dann doch Gatten ein weiteres Mal. Aber dort Urlauben mit Familie, war irgendwie unvorstellbar. Mein Insel, mein Rückzug, mein Seelenort.

Nun wurden uns sehr kurzfristig die diesjährigen Frühjahrsferien bewußt und wir versuchten auf die Schnelle noch einen Kurzurlaub für uns und den Hund zu finden. Drei Kinder und Hund sind aber entweder finanziell oder überhaupt ein kleines Problem bei der Suche. Auf lustige Wege kam es dann, daß uns eine Wohnung auf meiner Insel für den gewünschten Zeitraum, auch mit Hund, und bezahlbar angeboten wurde. Wir überlegten nicht all zu lang und buchten. Ich wurde aufgeregt, freute mich und sehnte die kurze Auszeit dabei, ich war so lange nicht da und wer Familie hat, muß die Familie auch mitnehmen. :) Wir hatten alle nach einigen sehr anstrengenden Wochen dringend Abstand zum Alltag nötig. Bei der Ankunft standen mit die Tränen in den Augen, unzählige Erinnerungen von Ankunft und Abschied, von abgeholt werden, alleine ankommen, gemeinsamen Abfahrten in verschiedenen Personenkonstellationen, Fragmente aus verschiedenen Lebensphasen rotierten vor meinen Augen. Vorallem Erinnerungen an viele glückliche, entspannte Momente. Und dann kam ich auch schon wieder im hier und jetzt an. Fielen früher alle Sorgen mit Betreten des Oberdecks und dem Anblick des Meeres von mir ab, war ich diesmal panisch damit beschäftigt darauf zu achten, daß keines der Kinder über die Reling fiel. Im Auto auf dem Weg zur Unterkunft wurde sich auf der Rückbank gestritten, wahlweise gequengelt. Das war dann doch ein bischen anders als sonst. Das war der Auftakt zu dem Unterschied zu früher. Lief ich früher mit oder ohne Musik alleine am Spülsaum, saß ich entspannt mit der Freundin im Strandkorb, ging ich abends mit ihr in die Kneipe, blieb diesmal, dank Krankheit des Mannes, das ständige Regulieren der Kinder, das Haushalten in der Wohnung und sehr wenig Luft für Auszeit. Das war erstmal recht enttäuschend, andererseits ist das halt so mit Familie, auch wenn ich es mir anders gewünscht habe. Das soll nicht bedeuten, daß ich bereue meiner Familie gesammelt meinen Lieblingsort gezeigt zu haben, aber mit ihnen ist es eben einfach anders. Ich kümmere mich gerne um die Kinder und mache etwas mit ihnen, aber der Dauerbespaßungsanspruch der Kinder ist im Urlaub etwas anstrengend. Immerhin zum Ende der Tage konnte die großen Streithähne alleine an den Strand gehen, auch wenn das bedeutete, daß sie klatschnass zurück kamen.

Die Insel ist auch weiterhin mein Seelenort und ich werde auch die Familie wieder mitnehmen (so sie denn mag), aber ich werde mir vorher klar machen, daß momentan ein solcher Rückzug und eine solche Auszeit wie vor der Familie mit ihnen dort nicht möglich ist. Familienzeit hat auch etwas schönes, aber wenn ich nochmal ganz zur Ruhe kommen will, dann fahre ich ohne sie.

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Caifornia Dreamin – The neverending Quilt

Irgendwann im Spätsommer 2010 stolperte ich über das California Dreamin Schnittmuster für einen Quilt. Es wurde auf der Freespirit Website angeboten. Da diese nun zu Coats gehören, scheint es die Seite mit den freien Mustern so nicht mehr zu geben aber hier ist der link zu der Anleitung (pdf).

Während eines Besuches meiner Mutter bot ich ihr an einen Quilt zu nähen und dieser hier gefiel ihr. Da er im Original aber zu klein als Bettüberwurf ist, beschloß ich zwar der Anleitung zu folgen, aber soviel weiteren Stoff anzunähen bis die gewünschte Größe erreicht war. Da uns die Farb- und Mustergebung gut gefiel bestellte ich die Originalstoffe wie von der Designerin vorgegeben.

Wie das so ist bei einem neuen Projekt steckte ich anfänglich sehr viel Energie und Zeit hinein. Da ein großer Teil mit “paper piecing” genäht wurde, kam ich trotzdem nicht so richtig schnell vorwärts.  Anhand meiner Fotosammlung kann ich noch nachvollziehen, daß ich Anfang 2011 zumindest einen großen Teil des Originals fertig hatte. Dann fing es an mit den Unterbrechungen, der Mann der für einen Freund einen Babyquilt brauchte, die Schwangerschaft mit K3 in der ich irgendwann einfach nicht mehr nähen konnte, diverse andere Projekte, Unlust, Wartezeit auf nachbestellte Stoffe etc. pp. Irgendwann war das Vorderteil fertig, ein bischen trödelte ich dann noch an der zusammengesetzen Rückseite rum. Dann fehlte noch das Quilten. Ich hatte inzwischen eine neue Maschine, aber es war klar, daß ich das riesige Biest von 2,2 x 1,6m nur am Eßtisch und nicht an einem Nachmittag fertig bekommen würde. Irgendwann letztes Jahr raffte ich mich auf und kniete stundenlange auf dem Boden um die drei Schichten des Quilts zu heften. Blieb das Problem des Quiltens. Anfang diesen Jahres traf mich dann die Erkenntnis, dass alles nichts hilft und ich ja mal den Longarm-Quiltservcie des hiesigen Quilthouse ausprobieren könnte. Also schleppte ich alles im Februar dorthin, pulte 30 min alle Nadeln wieder raus und lies das gute Stück dort.

Zwei Wochen später konnte ich ihn abholen und als vor einigen Wochen mal die Familie gesammelt an einem Sonntag mir die Wohnung überließ machte ich mich am Eßtisch breit und nähte das Binding einseitig an. Nur zwei bis drei Tage später nach stundenlangen Nähsessions mit zerstochenen Fingern war es dann nach gut 3,5 Jahren endlich geschafft und mein Mammutprojekt war fertig. Ohne viele weiter Worte präsentiere ich hier nun das Ergebnis.

IMG_8807Die Vorderseite

IMG_8809Die Rückseite, zusammengesetzt aus den Resten

IMG_8812Das Medaillon in der Mitte (erkennt man, dass es zusammengesetzt ist?)

IMG_8811Die Halbkreise, ebenfalls zusammgensetzt, in der inneren Umrandung

IMG_8814Das Binding (meine Briefecken werden immer besser) und ein bischen vom Quilting

Morgen werde ich den Quilt auf den Weg bringen und ich bin gespannt was meine Mutter dazu sagt. (Zwischendrin hatte sie schon die Geduld verloren und gemeint ich solle den Quilt verkaufen wenn er mal fertig wird)

Taschen für die Mädchen

Nachdem die Decke und der Anzug für das Baby meiner Freundin fertig waren, hatte ich außer Großprojekten nicht wirklich was zu Nähen. Da kam der Newsletter von Lillesol und Pelle gerade recht. Dort wurde ein neues Täschchen vorgestellt, welches ich mir ganz gut für die Kleinste vorstellen konnte.

Da kurz nach dem Erscheinen des Newsletters bei uns eine Stoffmesse statt finden sollte, beschloß ich nach dem die Suche nach Material in der Stadt unergiebig war, dort die Stoffe und das Zubehör zu erwerben. Am Stand von Limetrees fand ich ein hübsches Stoffpäckchen. Bei meinem Haus-und Hofladen Glücksmarie passendes Gurtband und Schnallen und bei Handarbeiten Kaiser Magnetverschluß und Reißverschluß (Den ich dann doch nicht nutzte). Klar, ich hätte das also fast alles auch ohne Messe vor Ort kaufen können, aber dazu hätte ich eine Rundreise quer durch Hamburg unternehmen müssen, die mir so erspart blieb. Das Schnittmuster war relativ gut erklärt und üppig bebildert, so daß die Umsetzung kaum Probleme machte. Ich werde jedoch das Gurtband an den Enden wieder auftrennen und Schieber einsetzen, damit der Gurt auf die Körpergröße der Kleinen angepaßt werden kann.

IMG_8657Zu dem unruhigen Stoff fand ich keinen passenden Aufnäher, da aber an der Stelle wo nun der Name prangt der Magnetverschluß verborgen werden mußte, machte ich mir diese Namensapplikation. Ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden und die Lütte ist mächtig stolz ihre eigene Tasche zu haben.

Auf der Stoffmesse hatte ich meine Große dabei, die eifrig mit mir das Angebot begutachtete. Leider war es sehr voll, so daß man gar nicht alles so richtig anschauen konnte, gerade für sie war es schwer. Trotzdem gab es einen Stand  (by Bea) dessen fertige Taschen sie recht hübsch fand. Glücklicherweise wurden dort auch die Schnittmuster verkauft und so nahmen wir dieses und ein Aufbügelbild sowie die Verschlußschnalle mit. Bei einem Aussteller der mir schon bei der Kreativmesse gut gefiel fanden wir hübschen Stoff für das Täschchen. Netterweise wurde uns der Stoff auch als Fat Quarter verkauft, so daß ich nicht viel mehr als das Benötigte mitnehmen konnte. Die Anleitung war relativ simple und mit wenig Text gehalten, aber doch so, daß ich ihr ganz gut folgen konnte und so stellte ich in kurzer Zeit die Tasche fertig.

IMG_8656Auch hier bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden. Die Tasche ist übrigens nicht schief, sondern nur nicht so sehr gut von mir ausgebügelt worden.