Näht sie noch? So zwei bis drei Quilts.

Vor der Geburt von K4 waren einige Projekte angefangen oder wurden noch schnell fertig gestellt. Mit der Geburt bleib dann viel liegen. Im Gegensatz zu K3 ließ sich K4 nicht einfach mal daneben legen, wollte lieber viel Körperkontakt und war generell etwas motziger. Also nähte ich wenig bis gar nicht.

Es gab da aber noch das Auftragsprojekt von vor der Geburt, was dringend fertig werden sollte. Und so stahl ich mir mit Unterstützung des Kindsvaters an den Wochenenden oder spät Abends Zeit und stellte den erbetenen Quilt fertig, bevor das zugehörige Baby ins Schulalter kommt. (Es ist nur 18 Tage jünger als K4 :))

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Bevor das gute Stück in die Post kam, konnte ich leider nur zwei Bilder machen, die qualitativ nicht besonders sind, aber immerhin kann man doch was erkennen.

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Die für mich typische, zusammengesetzte Rückseite. Dazu habe ich breite Streifen des Hauptstoffes und des Unistoffes aneinander gesetzt. In den grauen Grundstoff habe ich panels  des tweet together Stoffes die ich auseinander schnitt eingesetzt. Unten rechts habe ich ein selbst gestaltetes Quiltlabel aufgenäht.

Quiltstats:
Muster: Beach Ball by Jess Frost aus dem Modabakeshop. Um eine größere Decke zu erhalten habe ich das Muster um zwei Rahmen erweitert.

Stoffe: Tweet together by Monkey Bow für Studio E Fabrics, weitestgehend ausverkauft. Die Auswahl fand ich insofern hübsch, da ich die beauftragenden Freunde via twitter kennen lernte.
Moda Grunge Basic Bundle Sunset von patch yard
Diverse  Kona Cotton Solids und Bella Solids

Garn: Zum Zusammennähen nutze ich immer Gütermann Allesnäher. Zum Quilten habe ich diverse King Tut Verlaufsgarne von Superior Thread und einfarbige Baumwollgarne von Gütermann benutzt.

Vlies: Warm & Plush von der Warm Company. Ein etwas dickeres Vlies aus reiner Baumwolle. Perfekt um die Decke auch mal als Krabbeldecke zu benutzen.

Genäht habe ich auf meiner Bernina 350 und der Juki TL98P und gequiltet auf letzter.

Während ich an diesem Quilt arbeitete meldete mein Vater an, dass er auch gerne einen Quilt hätte. In den Farben rot und grün. Diese Kombination verursachte mir ein wenig Kopfschmerzen, aber ich konnte mich mit ihm einigen, dass auch Komplementärfarben wie orange/violett mit in die Palette einbezogen werden können. Da ich mit Baby nicht so viel Zeit für aufwändige Muster habe und mein Vater eh ein sehr klassisches Layout wollte, gab es eben zusammengesetzte Quadrate. Wobei ich für die roten, nur Unistoff verwendete und für die anderen Farben eine wilde Mischung aus Stoffen die ich bei Handarbeiten Kaiser aussuchte und diversen Resten aus meinem Fundus. Zunächst wählte ich nur einen Rotton ausIMG_0735.jpgLeider gibt es davon nur eine Aufnahme mit dem iPhone, aber man erkennt vielleicht doch was mich störte. Es sah spannungslos, langweilig und viel zu weihnachtlich aus.

Also fuhr ich nochmal in den oben erwähnten Shop und nahm den Stoff dazu, den ich erst als zu dunkel empfunden hatte und alternierte beim Layout helles und dunkleres Rot.

img_0823Das gefiel mir wesentlich besser. Ich stellte die 9 patch Blöcke fertig. Und um ein wenig Ruhe reinzubekommen gab es einen einfarbigen Rahmen aus dem dunkleren Rot.

Das Zusammennähen der Blöcke ging relativ zügig. Da ich die recht simpel fand und ich ein wenig mehr wollte, setzte ich eine Rückseite mit Sternen zusammen.

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Damit der erste Auftragsquilt aber nicht zu lange rumliegt, widmete ich mich nach dem Nähen von Vorder- und Rückseite erstmal diesem und liess Papas Quilt rumliegen. Dann wollte ich gerne wissen wie weit ich mit der neuen Maschine meine Quiltfähigkeiten ausreizen kann und suchte mir ein etwas aufwändigeres Quiltmuster aus, welches erforderte, dass ich die Linien vorher stundenlang anzeichnen musste.

img_1472Das Quilten dauerte dann auch recht lange. Aber vor unserem Urlaub im Juli war das Meiste erledigt. Nach der Rückkehr fehlte noch das Binding und da ich nicht soo gerne mit der Hand nähe zog es sich ein wenig bis ich mich daran setzte. Aber dann war er endlich fertig und ich nutzte einen kurzen Augenblick des guten Wetters um Bilder zu machen.

Ich hoffe man kann das so erkennen, ich nutze hier ein neues Layout welches mir WordPress anbietet.

Quiltstats:

Muster: Mein eigenes.
Stoffe: diverse Quilting Cottons deren Hersteller ich nicht mehr benennen kann.
Garn: Gütermann Allesnäher. King Tut von Superior Threads. (siehe oben)

Da ich ja was Nähen angeht ein Aufmerksamkeitsdefizit habe, und nie nur eins zur Zeit machen kann, sprich zwischendrin Abwechslung brauche, fing ich nebenbei den Quilt für K3 an. Jedes meiner Kinder bekam bisher im Alter von ca. 4 seinen eigenen Quilt. Diesmal bezog ich das Kind in die Auswahl der Stoffe mit ein. Nachdem wir meine Vorräte gesichtet hatte, hauptsächlich Stoffe die der Mann aus den USA mitgebracht hatte, sah es so aus.

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Kurz danach so:img_1123

Der aktuelle Zwischenstand ist jetzt das hier:img_1451

Und nu ruht die Arbeit daran schon wieder länger, weil ja Quilt A und B fertig werden mussten und die Familie momentan kaum Nähzeit zuläßt. Außerdem sollte ich nun doch mal anfangen den Adventskalender für K4 zu nähen, damit sie dieses Jahr auch einen hat.

Und wer bis hierher dabei geblieben ist, danke fürs Lesen und bis bald 🙂

Mama warum arbeitest Du nicht? – Gespräche mit K3

Grad im Bett, vorgelesen, gesungen, gekuschelt. K3 ganz eng an mich geschmiegt fragt:

„Mama warum arbeitest Du nicht, K4 und ich sind doch in der Kita?“

Ich: „Weil mich niemand einstellen will, das ist schwierig“

K3: „Du kannst doch bei uns in der KiTa arbeiten“

Ich: „Nee ich habe etwas anderes gelernt, in der KiTa kann ich nicht arbeiten“

K3: „Du kannst ja dann oben (1. Stock) bei den Logopäden arbeiten“

Ich: „Nein, das kann ich auch nicht, ich doch was ganz anderes gelernt“

K3: „Was hast Du denn gelernt“

Ich: “ Zu sagen was richtig und was falsch ist“

K3: „Dann kannst Du doch wieder da arbeiten wo Du vorher gearbeitet hast“

Ich: „Ich hab vorher nicht gearbeitet, weil K1 gekommen ist“

K3: „Kannst Du das denn noch?“

Ich: „Ja das kann ich noch, auch wenn ich mich wieder etwas einarbeiten muss“

Ich frage sie, warum es ihr denn so wichtig sei und dass z.B. die Mutter A ihrer Freundin M auch nicht arbeiten geht. Darauf bekomme ich keine Antwort aber es gibt eine Denkpause.

K3: “ Ach Mama, Du arbeitest ja doch, das hat mir A (Erzieherin) mal erklärt, Du arbeitest zu Hause, wie eine Putzfrau, so ist das dann bei der Mama von M und R auch.“

Gilmore Girls and me

Vor 13 Jahren wurde ich Mutter, das stellte meine Welt ungeplant komplett auf den Kopf. Vor 12 Jahren kam das Kind in die KiTa, ich konnte nach einem Jahr endlich wieder Luft holen. Die ersten lichten Momente nutzte ich dazu wieder mit dem Stricken anzufangen. Stricken kann ich nur wenn ich dabei fernsehe. Ich könnte mich jetzt über meine tv Liebe auslassen, aber das würde zu weit führen. Lange Rede, kurzer Sinn, während einer meiner Strick/Glotz Sessions, vermutlich morgens, wenn das Gör in der KiTa war, wurde ich auf die Trailer zu Gilmore Girls aufmerksam. Das lief damals auf Vox. Immer wieder wurde diese neue Serie angekündigt und irgendwas daran packte mich.  Ich habe gerade versucht rauszufinden wann genau die erste Staffel auf Vox lief, aber das ist nicht ganz nachvollziehbar, irgendwas mit Herbst 2004.

Also sah ich mir die erste Folge an. Und die zweite und die dritte und die vierte usw. Da die Folgen nachmittags um 16 Uhr liefen wurde es mein Ritual nach dem ich das Kind aus der KiTa holte einen Tee zu kochen, Kuchen zu essen und Gilmore Girls zu schauen während das Kind nebenbei spielte. Irgendwann kamen keine neuen Folgen mehr nach, irgendwann wurde die Serie ins Abendprogramm verfrachtet. Ich bekomme es nicht mehr zusammen.

Es folgte unser Umzug ins Rheinland im Herbst 2005, das Ende von Friends (Bzw. unseres erneuten Friends Marathons irgendwann in 2006, denn ich bekam das Boxset mit allen 10 Staffeln zu Weihnachten), die Geburt unseres Sohnes und irgendwann das Bedürfnis nach geplantem, gewünschten Abendglotzprogramm. Aber mangels iTunes waren die Möglichkeiten begrenzt. Mir fielen dann die Gilmore Girls (zu er Zeit liefen die, wenn überhaupt nur einmal wöchentlich im Abendprogramm liefen) ein und ich hatte die Idee, dass diese dem Mann auch gefallen könnten. Da es noch jenseits jeglicher legaler Streamdienste war, kaufte ich die erste Staffel auf DVD und ihm zu liebe schauten wir sie auf englisch. Es war nochmal etwas ganz anderes die Folgen im Originalton zu schauen, alle Dialoge hatten viel mehr Witz und Charme. Daher war es mir auch egal nochmal von vorne anzufangen. Einige Folgen später war der Mann auch angefixt und wir schauten eine erhältliche Staffel nach der Anderen. Es kam der Rückzug nach Hamburg und irgendwann waren wir durch. Es war ein tränenreicher Abschied so in 2007 schätze ich.

Ich kann mich nicht erinnern ob ich die Folgen nochmal schaute bevor ich sie im Herbst/Winter 2013 oder 2014 anfing nochmal mit der Tochter zu schauen. Ja genau mit der Tochter, die bei meiner ersten Gilmorisierung ein gutes Jahr alt war. Ihretwegen schauten wir alles auf deutsch und es war gleichzeitig komisch, rührend und wunderschön diese Serie mit ihr zu teilen.

Abgesehen von den nostalgischen Gefühlen bezogen auf ihre Kleinkindzeit bemerkte ich auch wie ich mich verändert hatte. Fand ich es beim ersten Schauen noch nett, dass Mutter und Tochter beste Freundinnen sind, nervte mich das bei weiteren Durchgängen mehr und mehr an. Es mag sein, dass ich als Scheidungskind einfach immer die wegweisende und beratende Mutter vermisste, mehr aber stellte ich fest, dass ich meiner Tochter (inzwischen meinen Töchtern) keine Freundin sein will und kann. Wir sind nicht gleichberechtigt, sie ist nicht zuständig mit mir Kummer und Freude zu teilen, schon gar nicht wenn es Kummer und Freuden sind, die den kindlichen Horizont (oder den eines Teenagers) übersteigen. Sie ist nicht entscheidungsberechtigt wie ich das bin, denn sie kann noch nicht entscheiden wie ich das kann wenn es um gewisse Belange geht. Irgendwann kam mal die Sprache auf diese Mutter Tochterbeziehung und K1 sagte mir ganz deutlich, dass wir keine Freundinnen sind und sie ein solches Verhältnis zu mir gar nicht möchte. Dies bedeutet ja nicht, dass wir nicht gemeinsam kichern, oder mal weinen oder shoppen oder Quatsch machen, aber ab einem gewissen Punkt sind wir halt doch Mutter und Tochter und in gewissen Situationen braucht sie eine Mutter und keine Freundin.

Weiterhin wurde mir klar, dass mir das Verhalten von Lorelei in Bezug auf die eigene Mutter doch einige Male gehörig auf die Nerven geht. Da ist so ein kindliches, trotziges Verhaltensmuster, was die Annäherungsversuche von Emily (oder auch mal Richard) bzw. vielleicht doch gute Ratschläge mit Füßen tritt. So als Mutter denke ich dann, ja meine Güte sie haben (große) Fehler gemacht, machen sie noch, aber sie versuchen es, mit ihren Möglichkeiten, mit ihrem Hintergrund. Hätte ich früher vielleicht nicht so sehen können. Gleiches gilt übrigens auch für Loreleis Beziehungsverhalten, bei dem ich das ein- oder andere Mal dachte, Mensch Mädel Du bist doch kein Teenager mehr.

Was bleibt ist aber trotz allem meine uneingeschränkte und aufrichtige Liebe zu dieser Serie. Ich liebe die kleine heile Welt, ich liebe die Dialoge, die Charaktere und vor allem das Kleinstadtleben. Gilmore Girls sind und waren immer mein „Happy Place“ wenn es um mich rum anstrengend, wüst, traurig oder sonst irgendwie unzufriedenstellend war. Genau so wie sie dies in entspannten Zeiten sind, aber gerade in den aufreibenden brauche ich ein kleines bischen Rückzugsort in eine Welt in der es am Ende doch alles gut ist.

Und jetzt, nach so langer Zeit, endlich, unerwartet und doch erhofft gibt es vier neue Folgen. Seid der ersten Ankündigung fiebere ich dem entgegen. Der erste Trailer lies schon Tränchen kullern, die Spannung steigt und ich hoffe so sehr, dass es sich lohnt und der vibe der alten Folgen auch nach dieser Zeit noch transportiert werden kann und mein „Happy Place“ eine würdige Erweiterung erfahren hat.

 

Gedanken zur baldigen Teenagertochter

Anna von Berlinmittemom schrieb neulich über die Vorzüge eines Teenagerkind. Genauer gesagt wollte sie durch ihre Liste mit den zehn Gründen wieso ein Teenagerkind toll ist einen Gegenpol setzen zu dem geläufigen Gestöhne anderer Teenagermütter.

Ich las den Artikel recht amüsiert und mit viel Kopfnicken. Mein großes Kind nähert sich rasant den Teenagerjahren, noch ein guter Monat und sie wird Dreizehn.

Ich kenne dieses Rumgeschreie, das Geheule, die hysterische Verzweiflung bei Smartphone-Auszeit. Das Groß -und doch weiter Kleinsein innerhalb von 10 Minuten. Die ständige Abgrenzung ihrerseits um dann doch mal nebenbei Streicheleinheiten abzuholen. Das Hin- und Her zwischen „das verstehst Du nicht“ und „kannst Du mir helfen/Rat geben“. Ich lerne noch, sie ihre eigenen Wege gehen zu lassen. Ich knabber noch dran, dass sie statt Dinge mit mir zu machen, diese inzwischen lieber mit Freunden macht. Und gleichzeitig bin ich unglaublich stolz auf sie. Stolz auf ihre Selbständigkeit, stolz, dass sie sich einen Freundeskreis aufgebaut hat und diesen pflegt. Stolz wie sie mit den Medien umgeht, auch wenn mich diese dauernden Sprachnachrichten unglaublich nerven. (Nie weiss ich ob sie mit mir oder dem Smartphone redet). Stolz auf ihre Persönlichkeit. Stolz, dass sie mein großes Mädchen ist.

Es macht großen Spaß mit ihr zusammen Musik zu hören, wenn wir uns auf etwas einigen können. Serien zu schauen, auch wenn wir da zur Zeit recht auseinander driften. Und Klamotten shoppen können wir meist auch gut gemeinsam. (Mama, das ziehst Du eh nie an, leg das zurück …) Bei Büchern sind wir noch nicht so weit wie Anna und ihre Tochter, da liest sie dann doch lieber anderes als ich.

Es ist ein auf und ab mit den Teenagern und unter dem Strich sind sie auch mal doof bis total doof und meistens liebt man sie trotzdem auch wenn ich sie gefühlt an manchen Tagen mehrfach an die Wand tapen möchte. Grad letztens sagte ich öfter, im Grunde ist das jetzt die Fortsetzung ihrer ausgeprägten Trotzphase von damals. Aber auch die haben wir gut überstanden.

Der Punkt der mich am meisten berührte in Anna’s Artikel war, dass ihre Tochter für sie inzwischen auch ein Ansprechpartner auf (fast) Augenhöhe darstellt und eine helfende Hand. Wie auch bei Anna bin ich hier des öfteren alleine mit den vier Kindern. Es hilft ungemein, wenn die Große dann mit anpackt, ich sie einbeziehen kann. Und genau das bringt mich immer wieder zum Grübeln.

Ich bin mit Zwölf zur alleinerziehenden Tochter geworden (Vater, Bruder), ich hab ziemlich früh viel Verantwortung tragen müssen und das war nicht immer gut für mich. Wenn ich jetzt so mein großes Kind erziehe und einbeziehe habe ich oft Sorge ihr zuviel zuzumuten. Einerseits finde ich es total normal, dass in einer großen Familie alle mit anpacken und die älteren mehr tragen als die jüngsten. Ich finde es eigentlich auch ok, dass bei Wegfall des anderen Erziehungsberechtigten die Älteste ein wenig mehr mit helfen muss. Gleichzeitig habe ich Angst sie zu überfordern, ihr zuviel Verantwortung zu geben, sie in eine Rolle zu drängen der sie nicht gerecht werden kann.  Es gibt aber nunmal Situation da brennt es an allen Ecken und Enden und ich bin dem dann alleine nicht komplett gewachsen und brauche ihre Hilfe. Also hinterfrage ich dauernd ob das was sie bringen muss noch altersgerecht ist bestehe dann aber in dem Moment auf Mithilfe, die ich dann auch meist (öfter motzend) bekomme auch wenn  sie lieber snapchatten oder whatsappen oder sonstwas machen will.

Ob das die richtige Herangehensweise ist weiss ich auch nicht  versuche aber auf der anderen Seite ihr genug Freiheiten und Freiräume zu geben in denen sie ungestört Teenagermädchen sein darf um einen Ausgleich zu schaffen. Ich denke auch, wenn ich den Überblick behalte und immer mal wieder mein Verhalten, meine Erwartungen ihr gegenüber auf den Prüfstand stelle und anpasse, dann kann es nicht so verkehrt sein und dem Kind wird kein nachhaltiger Schaden zugefügt werden 🙂

 

 

 

Das Wunder aka Das Wunder von Bern (Musical)

Der ein oder andere verbliebene Leser (und die Leserin) hier mag mitbekommen haben, dass ich nicht nur nähen, kochen, backen, basteln und Recht von Unrecht unterscheiden kann, sondern dazu vier wunderbare Kinder habe. Weiterhin habe ich wohl schonmal am Rande erwähnt, dass eins dieser Kinder, die große Tochter, eine Rolle in dem Musical „Das Wunder von Bern“ besetzt. Keine große, eher eine Nebenrolle, aber auch nicht so klein, sondern mit regelmäßiger Bühnenpräsenz bei der sie tanzt, singt und schauspielt.  Und ganz unvoreingenommen muß ich sagen, daß sie das toll macht. Bei ihrer Premiere habe ich Rotz und Wasser geheult  die ein oder andere Träne verdrückt, was nur peripher damit zusammen hing, dass ich da hochschwanger war.

Inzwischen habe ich sie mir dreimal auf der Bühne angeschaut. Es ist wirklich beeindruckend, was sie den Kindern für die Bühne beibringen. Die werden nicht nur auf die Rolle getrimmt, sondern bekommen eine grundlegende Ausbildung. Aber das nur am Rande.

Zurück zu dem was ich eigentlich schreiben wollte. Ich habe mir, wie gesagt dreimal die Show angeschaut und es war nicht einmal langweilig. Ich muß dazu sagen, dass ich schon die Vorlage, den gleichnamigen Film von Söhnke Wortmann schön fand. Ich war skeptisch wie man das für ein Musical umsetzen kann, ich war, wie auch schon beim Film skeptisch wie (mich) ein Thema wie Fußball als Träger einer Geschichte begeistern kann.

Man kann, sogar sehr. Und damit kommen wir zu dem Punkt, der mich verwundert bzw. stückweise traurig macht. Das (eigens neu gebaute Theater) ist nie voll. Bei allen meinen Besuchen oder wenn ich das Tochterkind nach absolvierter Show frage waren die Ränge gesperrt. Und auch im Parkett ist es meist nicht ausgebucht.

Wie kann das? Wieso begeistern sich nicht mehr Menschen für dieses Musical? Ist es der Aufhänger Fußball? Ist es die Tatsache, dass es sich nicht um einen Stoff von Disney oder dem Broadway handelt? Ist es der ernste Unterton den das Musical immer mal wieder hat?

Ich mag eigentlich keine Musicals. Ich war in den 90ern mal mit und habe Cats geschaut. Ich war nach der Vorstellung enttäuscht, bunte Glitzerwelt, wenig Anspruch und eine Story die mich nicht überzeugt mit Musik die mir eher fremd war. Ich sah keine Veranlassung nochmal in eine Musical zu gehen, bis, ja bis die Tochter ihre Premiere hatte.

Da dass ich dann und war von der Vorstellung mitgerissen. Es geht eben nicht nur um Fußball, Fußball ist das beständige Hintergrundrauschen, was zum Ende ohrenbetäubend die Hauptmelodie einnimmt. Das Thema was zwei Drittel der Show die Geschichte begleitet aber nicht die Geschichte an sich. Inhaltlich ist die späte Rückkehr des im Krieg gefangenen Vaters zu seiner Familie viel wichtiger. Das Heimkehren, das Ankommen, das sich wieder zurecht finden, das Kennenlernen seines im Krieg geborenen Sohnes. Die Neuorientierung, sowohl auf dem Arbeitsmarkt, als auch im Kreis der Familie, wo er nicht mehr das Oberhaupt ist und sich die Machtverhältnisse in Abwesenheit verändert haben. Zurück zu einer selbständigen Ehefrau und zwei weiteren, erwachsenen Kindern, die auf dem Weg ins eigene Leben sind.

Das alles ist nicht unbedingt einfache Kost, wie man sie von einem Musical erwartet. Aber selbst schwierige oder traurige Szenen werden durch nachfolgende leichte „aufgemuntert. Es gibt einige (sehr) witzige Szenen die dem Stück die Balance geben, trotz des anspruchsvolleren Themas den Unterhaltungsaspekt zu bewahren ohne zu seicht zu werden und den Inhalt zu verwässern.

Beeindruckend ist das Bühnenbild. Nicht nur die Kostüme, sondern alle Szenen sind aufwändig umgesetzt worden. Man ist mittendrin, kann sich das Nachkriegsdeutschland so gut vorstellen.Es gibt vielleicht nicht so viel Blink und Glitzer wie bei anderen Musicals, dafür technische Raffinesse die verzaubert.

Was wäre aber all die Optik, wenn das Stück nicht mit einer guten Besetzung aufwarten kann. Ich finde dass alle Rollen durchwegs super gespielt werden, der Gesang, das Schauspielerische alles tiptop. (Mein Lieblinge neben der Tochter und dem Mattis sind Frau Ackermann  und die schweizer Putzfrau) Ich hatte nie den Eindruck dass da routiniert eine Show abgezogen wird, vielmehr kam immer Spielfreude und Engagement rüber. Und wenn auch der Saal nicht voll besetzt war so schien das anwesende Publikum immer glücklich die Show zu verlassen.

Und darum frage ich mich, wieder, wieso wird es nicht so angenommen wie der König der Löwen, wie Mama Mia? Wieso ist es nicht so ein stehender Begriff. Schreckt wirklich das Thema Fußball das übliche Zielpublikum ab? Sind es die Eintrittspreise (es gibt immer und immer wieder Sonderaktionen)? Ich verstehe es nicht und das macht mich traurig. So eine tolle Show, so eine tolle Leistung des Ensembles und so vergleichsweise geringe Begeisterung. Schade.

 

 

Also bei uns hätte es das damals nicht gegeben …

Das häufigste Wort welches ich zur Zeit von meinen großen Kindern höre ist „NEIN“. Deck mal bitte den Tisch auf, räum mal bitte die Spülmaschine aus, pack Dein Zeug da weg, mach bitte Hausaufgaben, egal welches Ansinnen man äußert, es kommt ein „Nein“ oder bestenfalls „gleich“. Auch die kleinere Tochter mit ihren vier Jahren hält es nicht unbedingt notwendig elterliche Aufforderungen ernst zu nehmen, noch nicht so schlimm wie die Großen, aber ein Trend zeichnet sich ab.

Dass ich mit dieser Problematik nicht alleine dar stehe ist mir bekannt. Neulich beim Abholen in der KiTa tauschten die andere Mehrfachmutti und ich uns darüber aus, dass es das bei uns damals nicht gegeben hätte. Haben die Eltern Ansagen gemacht haben wir überwiegendst gehört und das Angeforderte ausgeführt. Murrend, motzend, mal laut mal leise. Mit fortschreitendem Alter auch mal diskutiert, aber im Großen und Ganzen haben wir gehört.

Während wir darüber sprachen fragten wir uns kurz, wieso das damals funktionierte und wieso wir bei unseren eigenen Kindern so oft kläglich scheitern. der Begriff des autoritäten Auftritts seitens unserer Eltern fiel und wir waren uns sofort einig, dass auch wir sehr bestimmt und Autoritär auftreten (können). Was unterscheidet uns also?

Wir sind bestimmt keine Eltern die alles erlauben, auch wir werden sauer, zeigen das unseren Kindern, haben bestimmte Regeln aufgestellt und halten diese meist ein. Es gibt Konsequenzen für bestimmtes Verhalten, es gibt Routinen im Tagesablauf. Es ist nicht so, dass wir komplett gegensätzlich zu der Verhalten unserer Eltern erziehen.

Was ist also anders? Heutige Eltern, ja auch ich machen den Fehler, Kinder sehr früh in Entscheidungen mit einzubeziehen. Oder zumindest Aufforderungen als Frage zu formulieren und so suggerieren, dass eine Wahlmöglichkeit besteht. Möchtest Du jetzt Essen, wollen wir jetzt ins Bett gehen, welche Schuhe magst Du heute Anziehen. Nur so Beispiele. Ich habe mir das beim ersten Kind recht schnell wieder abgewöhnt, nachdem mich die Trotzphase sehr geschafft und verunsichert hat. Ein schlaues Buch gab mir damals an die Hand, dass Kinder feste Grenzen brauchen, die ihnen Sicherheit geben und viele der von Eltern gut gemeinten Mitentscheidungsmöglichkeiten sie überfordern. Also gewöhnte ich mir und uns an, unumstößliche Tatsachen im Tagesablauf nicht mehr als Frage zu formulieren. Es gibt Dinge die entscheiden einfach wir und es gibt Dinge da haben die Kurzen im Rahmen ihres Horizontes und der Gegebenheiten Mitspracherecht. Auch wenn unsere Eltern in einigen Dingen strikter waren, kann es nicht (nur) daran liegen, dass wir die Kinder vieles selbst entscheiden lassen und somit den Spielraum geben, dass sie davon ausgehen können bei allem ein volles Mitsprache- und somit Verweigerungsrecht zu haben.

Ich glaube ein Teil des Problems ist, dass wir im Gegensatz zu unseren Eltern immer mehr versuchen mit den Kindern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Wir sind stets bemüht das Kind immer Ernst zu nehmen, seine Perspektive einzunehmen und aus dieser die Auseinandersetzung zu führen und zu Erziehen. Wir, die wir aus relativ strengen Elternhäusern kommen in denen die Eltern das sagen hatten und die Kinder zu folgen hatten, in der klare Hirarchien herrschten die uns wenig Raum liessen, wollen es besser machen. Moderne Erziehungsratgeber bestärken verunsicherte Eltern, Eltern die in streng geführten Elternhäusern weniger Luft zur Entfaltung hatten, Eltern die durch die eigene Erziehung erfahrene Verletzungen oder Limitierungen bei ihrem Nachwuchs vermeiden wollen. Wir sind die Generation die selbstbewußte, selbständige, selbst denkende Kinder am besten im hausgemachten Bullerbü groß ziehen wollen. Wir neigen dazu ein eher freundschaftliches Verhältnis mit dem Kind einzugehen. Aber wenn die Grenzen (weil Augenhöhe) verschwimmen, Hirarchien aufgelöst werden, ist es für die Kinder schwer eben diese Grenzen oder Regeln anzunehmen.

Ein anderer Punkt der mir zu dem Thema durch den Kopf geht ist der, dass ich denke wir sind die Eltern die geliebt werden wollen. Unsere Eltern wollten Respekt und Gehorsam. (Natürlich denke ich auch, dass sie geliebt werden wollten, aber geprägt durch ihr Elternhaus standen wohl doch eher Respekt und Gehorsam im Fokus.) Wenn wir als Kinder ungehorsam waren, rebellierten gab es „Liebesentzug“. Auch wenn ich nicht glaube, dass wir weniger geliebt wurden als die Kinder heute. So wurde es doch weniger gezeigt, die Zeit war eine andere. Wir heute zeigen und sagen unseren Kindern anders oder mehr wie sehr wie sie lieben. Genau so wie wir diese Liebe zeigen, wollen wir sie auch erwidert bekommen. Gehen wir einen Konflikt (durch notwendige Erziehung) mit dem Nachwuchs ein, riskieren wir Liebesentzug, wenn wir das Gewünschte mit aller Konsequenz und Autorität durchsetzen wollen.

Das sind jetzt nur so einige Gedanken die mir dazu durch den Kopf gehen und vielleicht liege ich ganz oder teilweise daneben. Vielleicht versage ich bei meinen Kindern auf der autoritären Ebene und es ist alles hausgemacht. Andererseits stehe ich mit dem Problem nicht alleine und darum stelle ich meine Ansätze mal zur Diskussion.

Unerwartete Spielerei mit dem V6 von Dyson

Heute war ich mal wieder mit dem Baby unterwegs. (Manch einer behauptet da sie vor kurzem ein Jahr wurde sei sie kein Baby mehr, aber das tut ja nix zur Sache.)

Zum Zwecke einiger Erledigungen schob ich Madame also durch die Stadt und da kein Ausflug ohne Starbucks, gingen wir durch die Europapassage auf dem Weg zu der dortigen Filliale. Auf dem Weg dahin stolperte ich fast über einen großen Stand. Eigentlich lassen mich so Werbestände in Einkaufszentren und Kaufhäusern meist kalt. Ich habe kein Interesse (im Gegensatz zu K1) an einem Nicer Dicer schlagmichtot oder der ultimativen Saftpresse etc. Diesmal war es aber ein hübsch gemachter Stand von Dyson der ihren neuen Akkusauger vorführte und bewarb.

Da gerade gestern auf twitter die Anfrage kam welcher Akkusauger empfehlenswert sei und ich den Dyson vorschlug blieb ich stehen um ein Bild zu machen und dieses zu posten.

Meine Geschichte mit Akkusaugern ist simpel. Fand ich Akku- und Tischsauger absolut bescheuert, kam mit dem „alles-was-eßbar-ist-kann-man-werfen-Kind1“ doch irgendwann der Wunsch nach einem eben solchen auf. Es ist einfach praktisch nach dem Essen mal fix den Boden damit zu reinigen, notfalls auch den Tisch. Damals, wir hatten ja nix, erwarb ich einen Akkusauger von Tchibo. Nach gefühlt drei Einsätzen verteufelte ich diesen. fand ihn unerträglich kraftlos und bei einem unserer diversen Umzüge entsorgte ich diesen dann endlich.

Durch den damaligen Job des Mannes in der Agentur die Dyson als Kunde hatten, kamen wir in den Genuß sowohl eines vollwertigen Dyson Saugers(den ich immer noch blöd finde und er jetzt arbeitslos rumsteht) und eben einem kleinen Hand/Akkusaugers mit Rohr, so dass er auch als Zweitsauger für den Boden tauglich ist. (DC 35, den gibt es gar nicht mehr)

Das Gerät hatte deutlich mehr Wumms als alle Akkusauger die ich bisher in der Hand hatte und durch das Rohr und die diese Rollbürstendüse war ich recht schnell überzeugt. Mit dieser Kombi kann man prima Katzenstreu, Streusplit oder Spielplatzsand im Eingangsbereich entfernen, alles was Kinder so an trockenem Dreck verteilen, oder ohne das Aufsatzrohr recht effektiv Polstermöbel oder anderes absaugen. Sprich das Ding kam bei uns häufig zum Einsatz. In letzer Zeit hatte ich den Eindruck, dass die Kraft nachlässt oder das Ding dem Dreck von jetzt vier Kindern doch nicht gewachsen ist. (Kleiner Tipp des netten Vertreters heute, machen sie mal das Sieb sauber).

Aber zurück zu heute. Ich stand da also, machte ein Bild, setzte es online und bespasste nebenbei die Lütte. Aber was ein Guter Vertreter/Verkäufer ist, der läßt einen möglichen Interessenten nicht einfach ziehen, wenn er schon mal am Stand verweilt. Wir kamen also ins Gespräch und ich erzählte von meinem Akkusauger, meiner Empfehlung und meiner momentanen Enttäuschung von dem Gerät, da kraftloser geworden.

Er drückte mir dann mal den neuen V6 in die Hand und meinte ich solle mal probieren. Das Gerät lag genau so gut in der Hand wie mein Veteran, war ein bischen lauter und schien ordentlich Kraft zu haben. (Handtest) Wir redeten ein wenig darüber, wieviel mehr Kraft die neuen Modelle haben, über das Zubehör und die Möglichkeiten. Mir fiel dann ein, dass ich ja den ultimativen Test sofort starten könnte.

Ich pflückte also das Baby aus dem Wagen, nahm die Decken raus und fing an die völlig zugekrümelte Liegefläche auszusaugen. Der Vertreter war total interessiert, reichte mir mehrer verschiedene Düsen an, und ich stand da und saugte mit Baby im Arm meinen Kinderwagen aus. Einige Passanten blieben interessiert stehen und schauten kurz was ich ja anstelllte. Diverse Kollegen von dem Stand kamen dazu und schlugen nochmal andere Düsen vor. Der Ursprungsvertreter war glücklich, denn einen eingesauten Kinderwagen auszusaugen ist in seinen Augen ein Prima Praxistest und gute Werbung.

Ich muss gestehen, ich war positiv überrascht und sehr überzeugt wie gut sich das teils klebrige Krümelzeugs von der leicht angerauhten Innenseite der Kinderwagentasche entfernen lies. Ich musste sogar die „Maxipowerfunktion“ deaktivieren damit es sich nicht immer festsaugte. Toll, Mama spielt mit Technikkrams rum und hat auch noch nen ausgesaugten Wagen.

Abschließend saugte ich noch ein wenig mit dem angebauten Rohr und der Rolldüse rum. Was mich dann wirklich begeisterte war, diese neue Plushrolle. Sieht an der Oberfläche eigentlich aus wie eine altmodische Fusselbürste mit so Veloursbezug. Ich saugte damit also ein paar Schnipsel auf und dann warf mir der nette Vertreter sowas wie Steinchen oder fingernagelgroße Schokodingsis vor den Sauger. Wumms weg waren die, ein großer Spaß. Das will ich haben.

Ich bedankte mich, erfragte nochmal die Preise und die Modelle und ging nicht ohne Tschüss zu sagen schmunzelnd weiter. Ich meine wer geht schon in die Stadt um dann 20 in in einem Einkaufszentrum mit einem Staubsauger zu verbringen 😉

Und ja eigentlich ist ein funktionales Haushaltsgerät nicht unbedingt das, worüber man lesen will oder was als Priorität auf meiner Interessenliste ganz oben steht. „Sibylle, interessiert sich für Staubsauger“. Nö wirklich nicht.

Aber seit ich unseren Haushalt versorgen muß, erst mit Katzen und jetzt mit der Horde von Kindern und nem Hund, lege ich doch immer mehr wert auf funktionierendes Gerät was mir die Aufgaben erleichtert. Und ein funktionierender Staubsauger hat da schon eine gewisse Topstellung. Den großen Dyson mochte ich ja nie und hab ihn aus Gründen der Funktionalität gegen einen ordentlichen Miele Sauger eingetauscht. (den ich aber nicht ständig aus dem Schrank holen mag). Aber bei den Kleinen für zwischendrin oder mal eben ist so ein Dyson echt eine Empfehlung.

Und auf der Suche nach dem Gerät im Netz, hab ich noch gesehen, dass man diese Sauger grad für ne gewisse Zeit testen kann. Zu finden hier.