Die Sache mit den Mandeln – Corona-Version

Meine Freundin meinte letztens ich habe eine Klatsche. Ich hoffe sie meinte das wohlwollend, wohlwissend, dass sie dies auf die Tatsache bezog, dass ich sehr hartnäckig sein kann, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe.

Ich habe voreinigen Jahren berichtet, dass ich ganz unbedingt gebrannte Mandeln brauchte, hier. Ich bin diesen Mandeln treu geblieben und verweigere mir bei anderen Anbietern welche zu kaufen. Ich warte jedes Jahr geduldig, bis der Stand in der Vorweihnachtszeit endlich auf dem Jungfernstieg auftaucht und öffnet. Es geht nichts über die erste Tüte, die man sich noch warm in die Tasche steckt.

Nun haben wir dieses Jahr ein Pandemie mit vielen berechtigten Einschränkungen, leider bedeutet dies auch, dass man auf dem Jungfernstieg keine Mandeln kaufen kann. Da ich aber in der Zeitung las, dass Schausteller irgendwo in der Stadt rumstehen dürfen, versuchte ich rauszufinden ob „mein Mandelmann“ (O-ton meine Kinder) irgendwo anders zu finden sei. Aber ich sah ihn nirgendwo. Und jetzt kommt die Sache mit dem bekloppt sein. Ich wollte es nicht hinnehmen, dass ich dieses Jahr keine gebrannten Mandeln kaufen kann.

Jeder andere hätte sich wohl damit abgefunden, dass es dieses Jahr nun so ist, ich aber nicht. Also suchte ich nach dem Namen des Anbieters, ob es irgendwo Informationen gibt, wo sie eventuell dieses Jahr verkaufen dürfen. Ich fand erstmal. nichts, dafür aber einen Zeitungsartikel über die Familie aus dem ich erfuhr, dass sie inzwischen auch vier Kinder haben. Damals als ich mit K3 schwanger war und so dringend Mandeln brauchte, wurde mir erzählt, dass sie auch das erste Kind bekommen, jetzt also vier. Diese Information half mir aber nicht so viel weiter, außer dass sie mich anrührte.

Ich fand dann eine Website auf der der Shop aber noch nicht aktiv war und schlussendlich das FB- Profil des Anbieters. Wie so ein quartalsirrer Stalker schrieb ich ihn per message an, bekam aber keine Antwort. Mir fiel dann an, dass man Nachrichten von „Nicht-Freunden“ nur schwer und zufällig findet, wenn man nicht gezielt danach sucht. Also stellte ich meine Frage nach einem möglichen Verkaufsort als Komemntar unter einen Beitrag und yeah ich bekam eine Antwort.

Wir verschoben die Gespräche dann in den messenger und mir wurde angeboten mir, obwohl der Shop noch nicht eröffnet sei Mandeln zuzuschicken. Juchuu. Längere Gespräche und eine Paypal-Transaktion später wurden mir drei Tüten Mandeln zugeschickt, die die Post dann erstmal zwei Tage irgendwo rumstehen liess, bis sie mir die in die gierigen Hände geliefert wurden. Bisher konnte ich sie auch recht erfolgreich vor meinen gefräßigen Kindern verteidigen. Schön eingeteilt, habe ich auch immer noch welche, aber wenn sie aus sind, dann kann ich hoffentlich im Januar hier welche nachbestellen. Und ihr könnt das auch, wenn ihr Lust auf hervorragende Mandeln und andere Nüsse habt, die noch in der Familie hergestellt werden und wenn ihr eine von Corona arg gebeutelte Branche unterstützen möchtet.

Ein kleiner Lichtblick in diesem trüben Corona Jahr

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