Arrived – Berkeley Teil 5

Es ist schon ziemlich bescheuert, wenn man Flugangst hat sich eine Uni auszusuchen die quasi am anderen Ende der Welt liegt. Aber da musste ich nun durch. Es hat einige Nerven gekostet bis zum Abflug, nicht nur mich, sondern sicherlich auch mein Umfeld. Aber ich bin ja schon groß und wer groß träumt muß auch seine Angst überwinden. So kam es dann, dass ich mich aufmachte zum Flughafen, die Familie im Schlepptau. Das wiederum war schön aber auch letztendlich tränenreich. Nich schön wenn sich zwei Kinder weinen ans Bein klammern und ein weiteres verstohlen mit Abstand Tränen aus den Augen wischt. Kids, I am coming back, soon!

Ich bin dann also heulend durch die security und durfte gleich erstmal auf mein Handgepäck warten, weil der Rucksack vor mir angeblich Sprengstoff enthielt. Wie das ausging kann ich nicht so genau sagen, denn ich musste mich letztendlich ziemlich beeilen, da zwischendurch mein Flug schon aufgerufen wurde. Hätte man mir auch früher sagen können, dass mein Gate am anderen Ende des Flughafens liegt. Nun gut, ich kam mit etwas hängender Zunge, aber doch rechtzeitig an. Der Flieger war schon recht klein und meine Flugangst ziemlich präsent. Ich tat dann was ich mal in einem Ratgeber zu Flugangst las, ich quasselte meinen Nachbarn voll. Der bot mir zwischendurch seine Hand an, was ich dankend ablehnte. Kopenhagen war dann doch relativ fix erreicht, auch wenn ich zwischendurch dachte es hört nie auf. Dort stand ich erstmal so auf dem Flugfeld rum, weil das die um mich rum auch taten. Bis der nette Sitznachbar neben mir auftauchte und meinte ich könne einfach rein gehen. Wir trabten dann eine Weile zusammen bis unsere Wege sich trennten. Ein kurzer Stop im Duty-free für mich und dann ging ich auf Anraten des Gatten in die Lounge und hibbelte dort alleine vor mich hin. Nach 30 min konnte ich mich aufmachen zum Gate und sagte mir die ganze Zeit, wer a sagt muss auch b sagen. Glücklicherweise hatte mein Gebot auf ein Upgrade den Zuschlag bekommen und ich fand mich in der Business Klasse wieder. Das ist schon eine Erfahrung für sich. Der zweite Start war viel angenehmer als der erste und ich dachte daran wie man mir sagte, die dicken Flieger liegen viel ruhiger in der Luft. Stimmt. Der Flug war ruhig und unaufgeregt, also ich war schon noch ein wenig nervös, aber im Großen und Ganzen gefasst. Ich trank alles was man mir anbot (non- alcoholic) und aß brav meine Mahlzeiten. Irgendwann schaffte ich es auch mal länger als 3sec aus dem Fenster zu schauen und das war schon recht beeindruckend, über Grönland. Alles in allem war ich aber nicht entspannt genug um zu Lesen, Glotzen oder zu schlafen. Somit zog sich der Flug scheinbar unendlich in die Länge. Trotz der Ansage des Kapitäns, dass wir ca 45 min früher als geplant landen werden. Über den Wolken ist es übrigens unglaublich hell.

Nach gut 10 Stunden (?) setzten wir endlich zur Landung an und angekommen betrat ich das erste mal nach knapp 13 Jahren wieder US-amerikanischen Boden. Die Einreise verlieg relativ unspektakulär, abgesehen davon, dass mein Pass/Visum nicht vom Automaten gelesen werden konnte und ich daraufhin bei einem sehr müden Beamten landete der sich Zeit lies mich zu überprüfen.

Dann endlich zum Gepäckband und bei der Realisierung, dass ich es geschafft hatte, traten mir dann doch die Tränen in die Augen. Es blieb aber keine Zeit heulend rumzustehen, denn ich wusste, ich werde abgeholt. Obwohl ich meine Abholerin noch nie (bewusst) gesehen hatte, erkannte ich sie sofort anhand des Fotos was sie mir geschickt hatte und dem Schild mit meinem Namen, welches sie hochhielt. Ich wurde herzlichst begrüßt und sie teilte mir mit, dass sie sowohl etwas zu Essen und Trinken für mich dabei habe. ❤

Ich wurde dann in ein Auto verfrachtet und man fuhr extra irgendwelche szenic routes, damit ich schonmal einen Eindruck von San Francisco und seiner Skyline bekomme. Irgendwann kam ich dann bei meiner Gastgeberin an und wurde dort genau so herzlich begrüßt. Inzwischen war ich so müde, dass ich mich gar nicht mehr richtig an diesen Abend erinnere, nur, dass ich es schaffte bis 20:00 Uhr wach zu bleiben und irgendwann um 5:00 aufwachte. Da meine Gastgeberin noch schlief ging ich gegen 7:00 auf die Strasse und fand auch einen Coffeeshop. So sass ich gefühlt mitten in der Nacht auf dem Patio vor dem Appartement und hatte Kaffee und ein Croissant. Nachdem meine Gastgeberin irgendwann aufgestanden war, teilte sie mir mit, dass sie den Tag für mich geplant hat und wir zur Uni laufen würden, durch die Nachbarschaft und später einkaufen würden. So war der Tag auch ganz gut gefüllt und nachdem ich abends noch einen Film mit ihr schaute ging ich um 22:00 Uhr ins Bett in der Hoffnung ausschlafen zu können. Nö, klappte nicht, wieder so um 5:00 Uhr wach. Also ging ich so um 7:00 Uhr wieder Kaffee holen und redete vorher mit der Familie. Am späten Vormittag wurde ich von den Abholern zum Brunch eingeladen, das war ziemlich nett, mit lauter interessanten Gesprächen. Anschliessend fuhren sie mit mir noch etwas durch Berkeley um mir das Städtchen zu zeigen. Abends traf ich mich das erste Mal mit meinen Mitstudenten. Da wir uns per WA und den online-Klassen schon recht gut kannten, war es sehr überschwenglich und herzlich als sich alle das erste mal von Mensch zu Mensch trafen.  Und damit war ich dann erstmal halbwegs in Berkeley angekommen.

Der nächste Morgen sollte dann Montag sein, der erste Tag an dem ich offiziell zur Uni gehen würde, aber davon erzähle ich im nächsten Beitrag.

 

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