Traum-Reise-Realität

An verschiedenen Punkten in meinem Leben hatte ich vor ins Ausland zu gehen. Während der Schulzeit, danach, im Studium, danach, im Referendariat und wiederum danach. Private, familiäre, finanzielle und andere Gründe verhinderten dies jedesmal. Es hält mich aber nicht davon ab von einem solchen Auslandsaufenthalt zu träumen. Ein Ziel meiner Träume sind die USA. Dieses Land (wie viele andere auch) macht mich unglaublich neugierig und ich möchte es entdecken. Die zwei Reisen die ich bisher dorthin unternahm reichten nicht ansatzweise aus um diese Neugier zu befriedigen, was auch daran liegen mag, dass sie nur zwei Städte beinhalteten.

Mein Bild von den USA besteht aus einer wilden Mischung von Bildern und Eindrücken. Einerseits geprägt von Serien wie „Unsere kleine Farm“ bis hin zu „Gossip Girl“, diversen Filmen, Büchern, Berichterstattungen aus den Medien, den Erzählungen des Mannes und letztendlich auch meinen eigenen zwei Aufenthalten dort. Ich möchte diese Bilder „in echt“ sehen, verifizieren, abgleichen, neu sehen, selber sehen. Fantasie und Realität auf einen möglichen Nenner bringen.

Der große Traum wäre ein Aufenthalt dort, der mindestens die Länge eines halben, wenn nicht gar ganzen Jahres dauern würde. Da dies absehbar außerhalb jedweder Realität liegt, bleibt der fast so große Traum eine längere Reise mit dem Auto durch diverse Staaten zu unternehmen. Dabei möchte ich nicht (nur) die allseits beliebten und besuchten Ziele abklappern, sondern abseits der Trampelpfade kleine Dinge wahrnehmen und entdecken. Hier mal anhalten, dort mal aussteigen, spontan länger bleiben oder auch sofort weiter fahren.

Als ich den Film Elizabethtown das erste mal sah war ich tief berührt, nicht allein der Plot, das Set-up, die Bilder, die Musik sondern besonders der in dem Film statt findende Roadtrip (zweiter Abschnitt) zogen mich in ihren Bann. Ganz persönlich ausgesuchte Ziele, die aus individuellen/historischen Gründen Anlaufpunkt sind und zum kurzen oder etwas längeren Verweilen einladen. Wieso ich das erwähne? Weil mich dieser Film die vage Idee einer Rundreise konkret denken ließ und mit einigen der dort besuchten Punkte interessanten Zwischenstops ausformuliert.

Die letzten Tage hatte wir Besuch aus den USA, Familie,  Grund und Anlaufpunkt meiner bisherigen Aufenthalte dort. Natürlich war nicht die komplette Familie hier, aber der „Papa“. Eine unerschöpfliche Quelle an Wissen und Lebenserfahrung und so kam ich irgendwann darauf mit ihm über eine solche Reise zu sprechen.

Dies wiederum führte dazu, daß ich den Uralt-Atlas des Mannes aus dem Regal zog, den mit dem er damals durch die USA gefahren ist. Das Wissen unseres Besuchs anzapfend kamen so einige sehenswerte Ziele zusammen. Damit ich diese Ziele im Zusammenhang sehen kann steckte ich meine Stecknadeln jeweils hinein.

Wie man unschwer erkennen kann, braucht man sehr viel Zeit und Geld um all diese Ziele unter einen Hut zu bekommen. Limitiert durch die Schulferien und die finanziellen Mittel wurden aus dem einem geplanten Trip zwei. Die Westküste entspringt dem Wunsch des Mann nach Berkeley zurück zu kehren und mir die Gegend nahe zu bringen und meinem Wunsch selber zu sehen was seit Jahren beim Erzählen darüber seine Augen so zum Strahlen bringt. Da dies aber mein(e) Traum(reise) ist, die ich gerne mit der Familie teile, habe ich beschlossen die Ostroute vorzuziehen.

Bosten, New Hampshire, Nantucket, the Hamptons, Philadelphia, Washington, Williamsburg, rüber nach Ashville/NC, Nashville, Memphis, evtl. Elizabethtown und über kleinere Orte zum Ankerpunkt Des Moines wo die Familie lebt.

Startpunkt für die Westour wäre San Francisco, von dort nach Berkeley, eventuell Ausflüge in die Umgebung, runter nach Los Angeles, nach Santa Fe, Monument Valley, Grand Canyon, Las Vegas, Salt Lake City und der Rest ist noch wesentlich unklarer, aber Endpunkt wäre wieder Des Moines.

Für mich ist der Ausflug an die Westküste und zurück in den mittleren Westen noch recht vage, da er nicht die Priorität hat. Meine Ziele an der Ostküste durch den Süden zurück nach Des Moines sind konkreter, nicht zuletzt durch zwei Bücher aber auch durch die Orte in denen wir bei Leuten übernachten können.

Bei den Büchern handelt es sich um diese zwei:

Das „Ost-Buch“ schenkte ich dem Mann als er letztes Jahr nachWashington flog. Zur Einstimmung und zur vorherigen Lektüre um Ideen zu bekommen, was er eventuell in der kurzen freien Zeit dort anstellen könnte. Am Ende hab ich mehr in dem Buch gelesen, bin in den tollen Bildern versunken und hab die liebevollen Texte, die jeweils einen kurzen historischen Abriß skizzieren, aber auch die momentanen Gegebenheiten darstellen genossen. Und so war nach einem (planenden) Abend mit dem Besucher klar, ich möchte aus dieser Serie noch eines, welches die Ostküste betrifft. Nach bisherigem Anschauen kann ich es sagen, daß es genauso gut ist.

Mir war wichtig nicht ein Buch zu bekommen, welches breitgefächert ist und pro Destination zwei Tipps gibt, sondern eher lokal begrenzt und somit ausführlicher beschreibt. Soweit ich das bisher beurteilen kann, liefert diese Serie von den Autoren genau das. Mir ist auch klar, daß sie nicht genug Informationen enthalten um den Trip konkret zu planen, aber dafür gibt es Büchereien und das Internet und für eine grobe Skizze reichen sie mindestens.

Und somit bin ich fast am Schluß meines Eintrage angekommen. Denn ich habe mir fest vorgenommen im kommenden Jahr einen detaillierten Plan zu erstellen, wo ich wie hin möchte, wo man übernachten kann, wie das finanziell zu bewältigen ist und in welchem Zeitrahmen. Auch wenn es in meinem direkten Umfeld Stimmen gibt, die der Ansicht sind, daß ein solcher Trip nie statt finden wird, lasse ich es mir nicht vermiesen zu planen.

Es ist immer richtig seine Träume konkret zu formulieren, so weit wie möglich die Umsetzung zu planen und festzuhalten. Denn nur wenn man weiß was man will, seinen Traum genau vor Augen hat, kann man anpassen, relativieren und dann reale Lösungen zur Realisierung finden.

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22 Antworten zu “Traum-Reise-Realität

  1. Ich kann dich sehr gut verstehen.

    Abgesehen von der langen Reise mit der gesamten Familie die wir gemacht haben, zieht es mich nahezu jeden Monat an einen anderen Ort, in andere Kulturen. Glücklicherweise konnte ich das bis dato oft mit meinem Job kombinieren. Bei uns hat es 10 Jahre ‚gedauert‘, bis wir los gefahren sind. Das waren aber nicht 10 Jahre, in denen wir ständig darüber gesprochen und nachgedacht haben. Wir waren uns einfach vor 10 Jahren einig, dass dieser Zeitpunkt kommen wird. Und dann war er da.

    ‚Es gibt nichts Gutes, außer man tut es‘ – es ist schlimmer an nicht gemachte Abenteuer (Träume) sein ganzen Leben zu denken, als sie einfach in Angriff zu nehmen. Und ja, geht auch in Etappen. Mit wenig Geld. Und moderater Zeitplanung. Einfach anfangen.

    Und es ist gut Stimmen im Umfeld zu haben, die an den eigenen Träumen zweifeln und vielleicht auch einen selbst in Frage stellen. Es hilft dir, deine Träume in konkrete Projekte umzuwandeln und hilft dir, an Widerständen und mithilfe kontinuierlicher Reflexion zu wachsen.

    The sky is the limit.

  2. Lass Dich nicht abhalten, und gib nicht auf. Ich kann diese „Sehnsucht“ und Planung nachvollziehen, das sich verlieren, das schwärmen.

    Die Frau und ich haben auch so einen „Trip-Wunsch“: Schottland / Irland. Allerdings ohne Kinder. Wir wollen uns die Zeit nehmen um Natur, Menschen und Geschichte mit jeder Faser erleben zu können. Ohne Kinder hast Du die Freiheit, dass Du dir u.U. einfach einige Tage mehr Zeit lassen kannst; und finanziell geht es auch nicht so ins Eingemachte wie mit den Kindern zusammen imho (ich meine, wir arbeiten alle digital, es ist doch vollkommen egal, ob Du den Rechner in Yorkshire oder Berlin öffnest und drei Stunden arbeitest). Deshalb sparen wir uns das Ziel einfach auf – in zehn, fünfzehn Jahren wird es die schottischen Highlands und die grünen irischen Wiesen ja hoffentlich noch immer geben 😉
    Es ist ein Ziel, und bis dahin erobern wir die Länder und Gegenden, die wir gern mit den Kindern kennen lernen wollen, weil es ein Abenteuer ist.

    • Oh Schottland und Irland sind auch ganz oben auf der Liste, das kann ich mir sogar partiell mit den Kindern vorstellen. Was den USA Trip angeht, die Kinder hätte ich schon gerne dabei, aber nur mit in den USA und auf einem Teil der Reise, immerhin haben wir „Verwandtschaft“ da, die sie liebend gerne nehmen würden so lange wir begrenzt unterwegs sind. Der Mann hingegen hätte die Kinder am liebsten die ganze Zeit dabei, er will ihnen alles zeigen, dort wo er war, was er kennt, was er liebt. Ich sehe das aber als problematisch an, einen Roadtrip über 2-3 Wochen zu machen und ununterbrochen die Kinder dabei zu haben, die doch ständig Bedürfnisse (gerechtfertigte) haben, die an vielen Sachen einfach kein oder kaum Interesse haben und dann erschöpft, gelangweilt und frustriert sind. Und „Meinen Trip“ möglichst kinderfreundlich zu gestalten ist eben gerade nicht das Ziel. Außer Frage steht natürlich, daß man Kompromisse machen kann. Hach schwierig. Aber ich möchte auch nicht noch 10-15 Jahre warten, einerseits meine Ungeduld, andererseits möchte ich noch so richtig gesund sein, denn so ein Roadtrip ist ja auch anstrengend 😉

      • Das Argument verstehe ich – aber ich sehe es eben auch als schwierig an, die Kinder 3 Wochen lang auf einem Roadtrip dabei zu haben; insbesondere, wenn die Reise eben nicht Kinder-orientiert ist. Und ich glaube, da haben die USA immer noch spannendere Ecken zu bieten als Schottland und Irland (zumindest von den Ecken, die wir im Blick haben: Highlands, Schlösser, Wiesen 😉

        Nicht leicht immer mit der Brut im Anhang. Wobei wir auch eigentlich nicht planen, sondern uns einfach einig sind, dass wir uns dann in einigen Jahren einfach „absetzen“ und treiben lassen. Auto, Zelt, Hotelgutscheine und fertig … Klar birgt das auch irgendwie das Risiko, dass man nie dazu kommt, weil einem gesundheitlich irgendwas dazwischen kommt. Aber wenn ich sehe, was wir für *eine* Woche Schweden jetzt zuletzt im Auto hatten um uns und die drei Kinder durchzubekommen 😉 Wird schon werden – wir sind in 10/15 Jahren dann auch erst 40/45, ich vertraue darauf, dass wir da noch einigermaßen fit sind 😉

      • Oh ja, die Menge an Dingen die man nur für die Kinder mitschleppt, selbst jetzt noch … 🙂

  3. Wir sind mit Kindern gereist. Und ich kann das wirklich jeder Familie sehr ans Herz legen. Den Kindern ist nicht langweilig und ihre Bedürfnisse sind: Mama, Papa und ab und an etwas Außergewöhnliches (Popcorn, Disney, DVD, Sportevent etc.). Kinder sind sehr viel eigenständiger, als man ihnen oft zugesteht. Und manchmal ist nichts schöner (gerade auf Entdeckungsreisen) die Welt mit den Augen der Kinder zu sehen 😉

    Kinder sind zudem ein prima Aufhänger, um mit ‚Locals‘ ins Gespräch und in Kontakt zu kommen. So hat mir z.B. Anthony Kiedis von den Red Hot Chilli Peppers erzählt, wo die Kids am besten surfen lernen können. Er hatte nämlich seinen Sohn dabei und die Kids haben gespielt. Ohne Kinder hätte er mich im Leben nicht angesprochen 😀

    • Daniele klar, ist es toll die Welt mit den Augen der Kinder zu entdecken und klar würde ich vieles auf der Reise gerne mit ihnen teilen, aber sie haben eben doch nicht an allem interesse. Meine sind zudem älter als Deine damals waren und somit wesentlich definierter was ihre Ansprüche und Wünsche angeht 🙂 Ich denke der Mix aus mit und ohne Kinder wäre ideal.

    • Ich glaube es gibt eben den Unterschied ein Land „für sich“ zu entdecken, oder es generell zu entdecken. Generell kann ich mir auch vorstellen die Kinder ins Auto zu packen und auf Entdeckungstour zu gehen. Aber da ist die Flexibilität, Aufenthaltszeit und das Entdecken dann doch eher auf die Kinder eingestellt – insbesondere, wenn die ihre eigenen Ansprüche schon definieren können (was sie mit 3, 5 und 10 durchaus können). Da entdeckt man die Welt dann doch eher aus einem anderen Blickwinkel.

      Ich glaube das für uns Schottland / Irland entdecken gleicht sich da recht gut mit dem USA entdecken von Sibylle – wir wollen uns Zeit nehmen und die Ecken in Ruhe sehen, für uns selbst.

      So gern ich die Kinder um mich habe, es gibt eben Entdeckungen bzw. Atmosphären die man allein genießen will. Ist wie mit einem Sonnenuntergang oder einer Nachtwanderung – die nehme ich mit Kindern komplett anders wahr als allein.

  4. Da ist ja gar kein Wisconsin dabei. So geht das nicht! Cheesehat Hats sind ein Traum!

  5. 2-3 Wochen, da würd ich die Kinder auch mitnehmen. Aber ich würde noch 2 Jahre warten, bis die kleine da ist, wo der Große jetzt, damit sie sich auch erinnert.

    • Hmm, ob sie sich erinnern? Ich weiß nur, daß meine, egal in welchem Alter nur bedingt Kapazität haben im Auto zu sitzen und sich ach so interessante Dinge anzusehen 🙂

  6. Da willst du etwa doppel so viel von den USA sehen, als ich in mein ganzen Leben gesehen habe. Viel Glück!

    • Scott ich muß es ja erstmal umsetzen, bisher bist Du mir weit voraus. Apropos, ich fragte Nico ob ich Minnesota mit aufnehmen soll. Er verwies mich an Dich. Also, gibt es da was was ich sehen will? 🙂

  7. Duluth und Lake Superior waren im Reiseteil vom Abendblatt vor ein paar Wochen, das ist mein Lieblingsort. Geburtsort von Bob Dylan ist auch in der Nähe. 🙂

  8. Ich könnte mir vorstellen, dass Dir die Doku Mister & Missis.Sippi gefallen hätte / würde. Mir geht´s mit Südamerika so wie Dir mit den USA. Will ich hin, will ich bleiben, will ich ankucken. Lange. In ungefähr 15 Jahren. Wenn die Kinder … hmmm … groß genug sind, um sie nicht mitnehmen zu müssen. Wie alt bin ich da nochmal? Ach Du Schande! Aber genug Zeit, um mein Spanisch & Portugiesisch zu perfektionieren. Immerhin.

    • Von dem Film hab ich schon gehört, muß mal googlen. Ich will auch andere Länder noch entdecken, Irland/Schottland/England, Schweden, und was weiß ich noch 🙂

    • Danke, werde ich mir mal anschauen, ein Teil der Ziele überschneidet sich ja. Leider werden wir, allein schon wegen der Kinder, nicht vier Monate am Stück fahren können.

  9. Gute Reise wünsch ich! Was meinst du mit „Erzählungen des Mannes“? Welches Mannes?

  10. Wir können das auch gut verstehen. Mir ging es vor ein paar Jahren ganz ähnlich, also habe ich beschlossen: Ich fang einfach mal mit der Planung an. Vor etwa anderthalb Jahren haben sich die Pläne dann konkretisiert und seit zwei Tagen bin ich mit meiner Schwester unterwegs. 🙂

    Wir wünschen viel Erfolg bei der Planung und dann hoffentlich bald eine unvergessliche Reise.

    Sonnige Grüße aus Oakland.

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